Saison 1952/93

Liga: DDR-Liga / Staffel 1

 

Im Sommer 1952 übernahm der bekannte Cottbuser Aktive Erich Lüddecke als Spielertrainer das Zepter bei der BSG Chemie Großräschen. Durch ihn erwartete man im Großräschener Lager eine Verbesserung der Technik und Spielkultur. Nach einer durchwachsenen Vorbereitung gelang kurz vor dem Meisterschaftsstart im Pokalwettbewerb der SVgg Chemie mit einem 6:0 über die BSG Chemie Berlin-Adlershof der Einzug ins Finale. Davon beflügelt, konnte im Anschluss im ersten Punktspiel auch der Oberligaabsteiger Fortschritt Meerane mit 3:2 geschlagen werden. Es folgten drei 1:1-Unentschieden gegen die SG Deutsche Volkspolizei Erfurt, bei Aktivist Kaiseroda-Tiefenort und gegen Motor Nordhausen-West. Als dann sogar noch zwei Heimsiege gegen die bis dahin klar die Tabelle anführende BSG Chemie Chemnitz (1:0) und gegen den Lokalrivalen BSG Einheit Spremberg (3:1) gelangen, wähnte man sich im Großräschener Fußballager schon im Aufstiegskampf zur Oberliga. Die Ernüchterung folgte jedoch auf dem Fuß, denn gegen Rotation Plauen setzte es auf eigenem Platz eine bittere 1:2-Niederlage. In diesem Rhythmus ging das dann bis zum Hinrundenende weiter, was der BSG Chemie Großräschen letztlich den 7. Platz einbrachte. Wie eng es aber in der Tabelle zuging, zeigt die Tatsache, dass Großräschen zum Spitzenreiter Fortschritt Meerane nur 3 Punkte Rückstand hatte, der Abstand zu den Abstiegsränge aber auch nur 5 Zähler betrug. Es war also alles ganz eng beieinander. Bevor es aber in der Meisterschaft weiterging, bestritt die BSG Chemie Großräschen am 28.12.1952 noch das Pokalfinale der SVgg Chemie. In Bitterfeld traf man auf den Tabellenführer der Bezirksliga Suhl, die BSG Chemie Neuhaus/Schierschnitz. Vor 3000 Zuschauern setzte sich am Ende der Außenseiter knapp mit 2:1 durch und sorgte somit für eine echte Pokalüberraschung. Wie tief würde der Fruststachel über den verpassten Pokalsieg nun bei den Großräschenern sitzen? Offensichtlich nicht allzu tief, denn zum Rückrundenauftakt glückte im Bezirksderby bei Einheit Spremberg trotz hoher Schneedecke ein sicherer 4:0-Erfolg. Nach Niederlagen bei Rotation Plauen (1:2) und zu Hause gegen Fortschritt Weißenfels (0:1) gelang im Heimspiel gegen die BSG Aktivist Kaiseroda-Tiefenort mit einem 4:2 eine Stabilisierung, die mit einem 2:2 bei Turbine Weimar und einem 1:0 bei Motor Nordhausen-West untermauert wurden. Trotzdem blieb das Tabellenbild eng und lediglich 4 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze bedeuteten noch längst keine Sicherheit. In den letzten Spielwochenenden wurde es dann auch noch einmal richtig brenzlig. Drei Pleiten zum Abschluss, und das auch noch ohne eigenen Torerfolg, brachten die BSG Chemie Großräschen in eine ganz gefährliche Situation. Um so größer war nach der Niederlage am letzten Spieltag bei Chemie Chemnitz (0:1) aber die Erleichterung, dass die SG Dynamo Erfurt beim zeitgleich stattfindenden Spiel in Altenburg über ein 3:3 nicht hinauskam und somit mit einem Pluspunkt weniger den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten musste. Chemie war dem Abstieg gerade noch einmal von der Schippe gesprungen.

Als Vorbereitung auf die 1. Hauptrunde im FDGB-Pokal trafen am 30. Mai 1953 im Cottbuser Max-Reimann-Stadion die alten Rivalen BSG Aktivist Brieske-Ost (Oberliga) und BSG Chemie Großräschen (DDR-Liga) zum alljährlichen Rivalenkampf aufeinander und trennten sich schließlich leistungsgerecht 1:1 unentschieden. Umso enttäuschender dann der Auftritt der Großräschener eine Woche später im FDGB-Pokalwettbewerb. Auf heimischem Geläuf gab es gegen den Ligaabsteiger Aktivist Kaiseroda-Tiefenort eine ernüchternde 0:1-Niederlage und somit das Ausscheiden aus dem Pokal.

 

 

Trainer: E. Lüddecke (Spielertrainer)

 

Spiele:

17.08.1952 TS BSG Motor Bautzen - Chemie  
24.08.1952 TS HSG Wissenschaft Freiberg - Chemie  
31.08.1952 TS Chemie - BSG Einheit Brandenburg 5:2
06.09.1952 TS Chemie - BSG Einheit Burg 4:2
17.09.1952 PS

Chemie - BSG Chemie Berlin-Adlershof

(Pokal der SVgg Chemie - Halbfinale)

6:0
21.09.1952 MS Chemie - BSG Fortschritt Meerane 3:2
28.09.1952 MS SG Deutsche Volkspolizei Erfurt - Chemie 1:1
07.10.1952 TS

Chemie - BSG Motor Süd Brandenburg

(in Gardelegen)

2:1
12.10.1952 MS BSG Aktivist Kaiseroda-Tiefenort - Chemie 1:1
19.10.1952 MS Chemie - BSG Motor Nordhausen-West 1:1
26.10.1952 MS Chemie - BSG Chemie Chemnitz 1:0
02.11.1952 MS Chemie - BSG Einheit Spremberg 3:1
09.11.1052 MS Chemie - BSG Rotation Plauen 1:2
16.11.1952 MS BSG Fortschritt Weißenfels - Chemie 3:2
23.11.1952 MS Chemie - BSG Chemie Lauscha 4:0
30.11.1952 MS BSG Chemie Zeitz - Chemie 2:1
07.12.1952 MS Chemie - BSG Turbine Weimar 2:0
14.12.1952 MS BSG Motor Altenburg - Chemie 3:1
28.12.1952 PS

BSG Chemie Neuhaus-Schierschnitz - Chemie

(Pokal der SVgg Chemie - Finale in Bitterfeld)

2:1
11.01.1953 MS BSG Einheit Spremberg - Chemie 0:4
25.01.1953 MS BSG Rotation Plauen - Chemie 2:1
01.02.1953 MS Chemie - BSG Fortschritt Weißenfels 0:1
08.02.1953 MS Chemie - BSG Aktivist Kaiseroda-Tiefenort 4:2
15.02.1953 MS BSG Turbine Weimar - Chemie 2:2
22.02.1953 MS BSG Motor Nordhausen-West - Chemie 0:1
15.03.1953 MS BSG Chemie Lauscha - Chemie 2:1
22.03.1953 MS Chemie - BSG Motor Altenburg 1:2
29.03.1953 MS Chemie - SG Dynamo Erfurt 5:1
05.04.1953 TS Chemie - BSG Aktivist Lauchhammer-Ost 3:2
12.04.1953 MS Chemie - BSG Chemie Zeitz 0:2
19.04.1953 MS BSG Fortschritt Meerane - Chemie 7:0
26.04.1953 MS BSG Chemie Chemnitz - Chemie 1:0
03.05.1953 TS BSG Aktivist Laubusch - Chemie 2:3
17.05.1953 TS

BSG Chemie Weißwassser-West - Chemie

(Einweihung Helmut-Just-Stadion in Krauschwitz)

1:1
20.05.1953 TS BSG Chemie Schwarzheide - Chemie 3:6
24.05.1953 TS BSG Motor Görlitz - Chemie 1:5
30.05.1953 TS

BSG Aktivist Brieske-Ost - Chemie

(in Cottbus)

1:1
07.06.1953 PS

Chemie - BSG Aktivist Kaiseroda-Tiefenort

(FDGB-Pokal der DDR / 1. Hauptrunde)

0:1

 

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
01. BSG Fortschritt Meerane                           24 67:22 37:11
02. BSG Fortschritt Weißenfels 24 48:23 34:14
03. BSG Chemie Zeitz 24 47:28 31:17
04. BSG Rotation Plauen 24 44:32 30:18
05. BSG Turbine Weimar 24 38:30 27:21
06. BSG Motor Nordhausen-West 24 47:37 25:23
07. BSG Chemie Chemnitz 24 39:34 24:24
08. BSG Motor Altenburg 24 44:51 23:25
09. BSG Chemie Lauscha 24 37:48 23:25
10. BSG Chemie Großräschen 24 40:38 22:26
11. SG Dynamo Erfurt 24 38:39 21:27
12. BSG Aktivist Kaiseroda-Tiefenort 24 30:61 12:36
13. BSG Einheit Spremberg 24 18:94 3:45

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Statistiken und Spielberichte

 

 

Testspiel am 17.08.1952

BSG Motor Bautzen - BSG Chemie Großräschen

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 24.08.1952

HSG Wissenschaft Freiberg - BSG Chemie Großräschen

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 31.08.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Einheit Brandenburg 5:2

Beide Mannschaften zeigten sich nicht von der besten Seite. Zunächst mussten es sich die Gastgeber gefallen lassen, dass Einheit Brandenburg in der 4. Minute mit 1:0 davonzog. Die sich langsam findende Chemie-Elf glich aber in der 11. Minute durch Wienicke aus und führte bis zum Wechsel durch zwei weitere Treffer durch Löben. Nach dem Wechsel verlor das Spiel an Niveau und litt unter der schwachen Kondition beider Mannschaften. Die Gäste konnten nicht verhindern, dass die Einheimischen zwei weitere Treffer für sich verbuchten. Der Einheit-Elf gelang lediglich in der 72. Minute ein weiterer Treffer durch Freiß, der einen Handelfmeter unhaltbar verwandelte. 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 06.09.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Einheit Burg 4:2

4:2 (3:1) trennten sich Chemie Großräschen und Einheit Burg. Beide Kollektive brachten gute Kondition mit und dementsprechend gestaltete sich auch die von ihnen gelieferte Partie temporeich und packend. Der Angriffsführer im Chemie-Sturm, Wildner, erwies sich weit gefährlicher als der des Gegners. Es war das zweitemal, dass Wildner Mittelstürmer spielte. Seine Verbesserung und Veranlagung ist unverkennbar und spiegelt sich vor allem in der Verbesserung des gesamten Sturmes wieder, der erheblich an Schlagkraft gewonnen hat.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Chemie Großräschen bezwang Einheit Burg 4:2

 

Großräschens Fußballanhänger erlebten am vergangenen Sonnabend einen packenden Fußballkampf. Die sich in technischer Hinsicht gleichwertigen Kollektive stellten sich in guter Kondition vor. Zunächst war das Spiel ausgeglichen und vor beiden Toren entstanden oft brenzlige Situationen. In der 12. Minute war es Müller, der die Gäste in Führung brachte. Erst in der 31. Minute vermochte Fünfert durch Kopfball gleichzuziehen, dem auch eine Minute später das 2:1 gelang. Wenige Minuten vor der Pause vergrößerte Wildner den Vorsprung der Platzherren durch einen weiteren Treffer, indem er einen Deckungsfehler des Gegners geschickt wahrnahm. Kurz nach dem Wechsel hieß es durch Stephan 4:1. In der 67. Minute verkürzte Burg durch Zinnecke auf 4:2. 

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:1 Fünfert, R. (31.min.)

2:1 Fünfert, R. (32.min.)

3:1 Wildner, S.

4:1 Stephan, H.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

DDR-Pokal der SVgg Chemie / Halbfinale am 17.09.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Chemie Berlin-Adlershof 6:0

Torschützen:

1:0

2:0

3:0

4:0

5:0

6:0

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

1. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 21.09.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Fortschritt Meerane 3:2 (1:1)

Kampfgeist gegen Erfahrung

 

Die Chemie-Elf hatte gegen den Oberligaabsteiger einen schweren Stand, zumal das Mannschaftsgefüge angesichts der vorgenommenen Umstellung (Wildner als Mittelstürmer und Nowack als Mittelläufer) noch nicht genügend gefestigt ist. Es hat aber doch den Anschein, als hätte man die richtige Lösung gefunden. Die Hintermannschaft erwies sich als der stärkste Teil. Dem Angriff fehlte in mancher Situation die nötige Zielstrebigkeit. Fortschritt hatte zweifellos die größere Routine, der jedoch die Chemie-Elf ihren unerhörten Kampfgeist entgegensetzte. Gefährlich war stets der Angriff, in dem Starke durch sein ideenreiches Spiel herausragte. Von Flehming gut assistiert, war er stets gefährlich. Die Fortschritt-Hintermannschaft vermochte allerdings bis auf Löschner nicht zu überzeugen.

In einem bis zum Abpfiff spannenden Kampf gingen zunächst die Platzbesitzer durch Wildner in Führung. Die Gäste zogen nach voraufgegangener leichter Feldüberlegenheit durch Starke gleich. Für Großräschen gab es bange Minuten, die jedoch bis zur Pause zunächst überwunden wurden. Zwar gelang den Gästen nach dem Wechsel ebenfalls durch Starke das 2:1, doch war damit noch nichts entschieden. Die immer mehr aufkommende Chemie-Elf glich in der 56. Minute durch Stephan aus und erzielte in energischen Vorstößen durch Fünfert den Siegestreffer.

Hatte Fortschritt Meerane in Starke, Flehming und Löschner die besten Kräfte, so überragten bei den Großräschenern Nowack, Stephan und Ratajczak.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Räschens Kampfkraft trug Früchte

 

Etwa 3000 Zuschauer erlebten in Großräschen beim ersten Punktspiel zwischen der einheimischen Chemie-Elf und Fortschritt Meerane einen knappen 3:2-Sieg der Kumpelmannschaft. Meerane ging durch den Ausfall der Spieler Lichtenstein, Thate und Riedel geschwächt in den Kampf, während die Chemie-Elf in stärkster Aufstellung antrat. In dem temporeichen Kampf gelang den Platzbesitzern bereits in der ersten Minute durch Wildner, der den Ball hart unter die Latte schoss, der Führungstreffer. Die nunmehr aufkommenden Gäste glichen in der 13. Minute durch ihren Mittelstürmer Starke aus und erspielten sich in der Folgezeit leichte Vorteile. Im letzten Drittel der ersten Halbzeit vermochten sich die Platzbesitzer, begünstigt durch den Wind, wieder freizuspielen und belagerten druckvoll, jedoch erfolglos das gegnerische Tor.

Nach der Pause war es wieder Starke, der eine Steilvorlage geschickt zum 2:1 verwandelte. Den Ausgleich erzielte Stephan, der eine Vorlage von Werschke zum Ausgleich verwandelte. Der bis zum Schlusspfiff spannende Kampf wurde durch Fünfert, der in der 77. Minute das dritte Tor für seine Elf verbuchte, endgültig entschieden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:0 Wildner, S. (01.min.)

2:2 Stephan, H. (56.min.)

3:2 Fünfert, R. (77.min.)

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: H. Wolf (Bautzen)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

2. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 28.09.1952

SG Deutsche Volkspolizei Erfurt - BSG Chemie Großräschen 1:1 (0:0)

VP-Elf noch taktisch unklug

 

Erneut wurden Erfurts Fußballanhänger schwer enttäuscht. Verantwortlich dafür zeichnete in erster Linie die VP-Elf bei ihrem Start im Dimitroff-Stadion. Wenn die VP-Elf in den Anfangsminuten durch Beweglichkeit angenehm auffiel, so verlor sich auch dieser Faktor zusehends. Ein in der ersten Halbzeit vor allem völlig ungenügendes Außenläuferspiel und ein Aus-dem-Standspielen der beiden Halbstürmer ließen die Mannschaft niemals eine wirkliche Harmonie finden. Bis zu diesem Zeitpunkt bemühten sich immerhin noch die beiden Außenstürmer und Mittelstürmer Werneburg durch ein einigermaßen erfolgreiches Sturmspiel.

Nach der Halbzeit verloren aber auch die drei Spieler jegliche Linie. Zwanzig Minuten lang konnte man die Umständlichkeit, mit der die Volkspolizisten zu Werke gingen, nur bedauern. Die elementarsten Gesetze des Fußballspieles wie Seitenwechsel, genaues Decken und Rochieren wurden außer acht gelassen. Immer wieder ballte sich das Sturmspiel in der Mitte zusammenund erleichterte der Chemie-Mannschaft die Deckungsarbeit. Nur wenige Male, wenn man den Mittelstürmer Werneburg auf die Reise schickte und er nach links oder rechts ausbrach, kam das gegnerische Tor ernsthaft in Gefahr. Das Abspiel war katastrophal. Meistens wurde nur der Gegner angespielt. Unbegreiflich erschien, dass man den gefährlichsten Mann der Großräschener, den Mittelstürmer Wildner, machen ließ, was er wollte. Immer wieder beschwor dieser Spieler die heikelsten Situationen im VP-Strafraum herauf, ohne dass man ihm eine konsequente Bewachung auferlegte. Trainer Triebel hatte das offenbar nicht erkannt. Der einzig wirklich überzeugende Spieler der Volkspolizisten war Torwart Hirsch. Bei Chemie war Wildner der herausragende Mann. Allerdings hat man ihm, da er niemals gedeckt wurde, seine Arbeit wesentlich erleichtert. Torwart Ratajczak, Mittelläufer Nowack und Werschke gefielen außerdem. Die Mannschaft bot eine augeglichene Leistung. Man kann sich vorstellen, dass sie auf eigenem Platz durch ihre steile Spielanlage, die nicht ungekonnt erschien, sehr gefährlich sein mag. Ein Sieg der weitaus chancenreicheren Großräschener wäre nicht unverdient gewesen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

0:1 Fünfert, R. (88.min.)

 

Zuschauer: 6000


Schiedsrichter: R. Knott (Einsiedel)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

3. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 05.10.1952

BSG Chemie Großräschen ===> spielfrei

Testspiel in Gardelegen am 07.10.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Motor Süd Brandenburg 2:1

Räschens Leistung war gut

 

Auf neutralem Gelände in Gardelegen trafen die brandenburgischen DS-Ligavertreter von Chemie Großräschen und Motor Süd Brandenburg aufeinander. Die Brandenburger gingen bereits in der 1. Minute in Führung, doch Löben egalisierte mit dem Kopf in der 40. Minute das Resultat. Nach besserem Mittelfeldspiel während der gesamten 90 Spielminuten gelang den Lausitzern in der 70. Minute durch Werschke der verdiente 2:1-Siegestreffer. Chemie Räschens Gesamtleistung verdiente das Prädikat „Gut“.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:1 Löben, W. (40.min.)

2:1 Werschke, G. (70.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

4. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 12.10.1952

BSG Aktivist Kaiseroda-Tiefenort - BSG Chemie Großräschen 1:1 (1:0)

Des Neulings Angriff noch unzulänglich

 

Dem aufgestiegenen thüringischen Landesklassenmeister ist im dritten Heimspiel immer noch kein Sieg geglückt. Es genügt nicht, dass der geschlossene und sich stets gut ergänzende Abwehrblock die Angriffe der gegnerischen Stürmer abwehrt, auch die Fünferreihe muss den erhöhten Aufgaben nach und nach Rechnung tragen. Die Zusammenarbeit zwischen Außenläufern und Halbstürmern und der daraus resultierende Aufbau des Kombinationsspieles traten nicht genug zutage, so dass der Hintermannschaft des Gegners die Abwehr erleichtert wurde. Trotzdem wären die Gäste um eine Niederlage nicht herumgekommen, wenn Tiefenorts Außenstürmer beim 1:0-Stand kurz hintereinander nicht zwei Großchancen ausgelassen hätten. Der Kampf blieb trotz schweren Bodens immer dramatisch und schien nach dem Führungstor durch Luck für die Kalikumpel erfolgreich laufen zu wollen, zumal bis dahin die Großräschener Deckung noch nicht so souverän wie in der zweiten Hälfte arbeitete. Bis zur Pause drohte den Gastgebern die größere Gefahr von dem rechten Flügel der Chemie-Elf mit Löben und Stephan, den wir noch vor Wildner als besten Stürmer bezeichnen möchten.

In der zweiten Hälfte vergab Luck noch einmal in guter Position das 2:0, und Wildner konnte Sußdorf aus kurzer Entfernung ebenfalls nicht überwinden. Der schnelle und harte Kampf steigerte sich noch. Die Gäste erzielten in der 80. Minute endlich den Ausgleich, den man den Leistungen entsprechend als gerecht bezeichnen kann. Ratajczak hatte vorher bei zwei Hutter-Bomben seine ganze Torwartkunst aufbieten müssen. Sußdorf und Luck waren Tiefenorts beste Spieler.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

1:1 Fünfert, R. (80.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: R. Vogel (Chemnitz)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, W. Löben, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

5. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 19.10.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Motor Nordhausen-West 1:1 (0:0)

Höhepunkte erst nach der Pause

 

In dem zunächst verteilten Spiel versuchte die Chemie-Elf durch schwungvoll vorgetragene Angriffe die Deckung des Gegners aufzureißen; jedoch ohne Erfolg, da man sich zu sehr verzettelte und zu unentschlossen war. Beide Hintermannschaften erwiesen sich als die stärksten Mannschaftsteile, an denen die von den Angriffsreihen zu durchsichtig vorgetragenen Vorstöße zerschellten. Eine Reihe von Torchancen wurden beiderseitig vergeben, so dass die ersten 45 Minuten torlos und ohne nennenswerte Höhepunkte verliefen.

Nach der Pause war es die Motor-Elf, die druckvoll das gegnerische Tor belagerte, um den Führungstreffer zu erzwingen. Lediglich der schlagsichere Nowack vereitelte lange Zeit einen Erfolg der Angriffe des Gegners. Es war klar, dass die Einheimischen den mit Steilvorlagen angreifenden Motor-Stürmern auf die Dauer nicht würden widerstehen können.

Erst jetzt erwachte die Chemie-Elf und zeigte den von  ihr gewohnten Kampfgeist. Nordhausens Hintermannschaft stand jedoch. Herausragend Torsteher Krebs. Die Einheimischen, die das Tempo noch steigerten und Angriff auf Angriff vortrugen, zwangen den Gegner in die Defensive. Durch Steilvorlagen versuchte sich die Motor-Elf Luft zu verschaffen. Der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit, obwohl die Platzbesitzer Torchancen am laufenden Band vergaben. Erst zwei Minuten vor dem Abpfiff erzielten die Gastgeber durch Ferenz I, der aus einer turbulenten Torszene heraus das Leder unhaltbar in die Maschen sandte, den verdienten Ausgleich.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Ferenz rettete Großräschen das Unentschieden

 

Mit Recht waren die 3000 Zuschauer in der ersten Hälfte mit den Leistungen der Räschener Elf unzufrieden. Sie trug zwar schwungvoll trickreiche Angriffe vor, verzettelte sich jedoch zu sehr, so dass die Gästeabwehr ohne große Mühe abwehren konnte.

Die zweite Halbzeit begann temporeicher. Die Nordhausener kamen zunächst besser zum Zuge. Der in der 60. Minute vorgetragene Angriff der Gäste-Elf wäre wahrscheinlich von Erfolg gekrönt gewesen, hätte ihn nicht Riesner im Strafraum gefoult. Kronberg verwandelte den Elfmeter sicher und unhaltbar für Ratajczak. Die Platzbesitzer steigerten, angefeuert von den Zuschauern, von Minute zu Minute das Tempo und drückten die Motor-Elf in ihrer Hälfte zusammen. Als in der 88. Minute Lüddecke einen Freistoß in den Nordhausener Strafraum sandte , schoss Ferenz I das Leder unhaltbar ein und sicherte damit seiner Elf die Punkteteilung.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschütze:

1:1 Ferenz, K. (88.min.)

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: F. Trumm (Dresden)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, W. Löben (60. W. Ferenz), H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

6. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 26.10.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Chemie Chemnitz 1:0 (0:0)

Sieger-Elf mit Flügelspiel erfolgreich

 

Wahrhafte Großkampfstimmung herrschte unter den 1500 Zuschauern, die den Sportplatz Großräschen-Mitte umsäumten. Standen sich doch zwei Gegner gegenüber, die bisher ungeschlagen ihre Plätze behaupteten. Dass der Kampf jedoch in einer überaus harten Gangart geführt wurde, lag lediglich an den Gästen und am Schiedsrichter Bredlow, der der unfairen Spielweise der Chemnitzer kein energisches Halt bot.

Schon in den Anfangsminuten hatten die Platzbesitzer eine zwingende Torchance, die ungenutzt blieb. Wenige Minuten später arbeitete sich Wildner im Alleingang durch und knallte das Leder gegen die Latte. Dies hätte der Führungstreffer sein können, der auch bis zur Pause nicht fiel, obwohl sich die Einheimischen stets leichte Feldvorteile erspielten und ihren Gegner durch ihr gefährliches Flügelspiel in arge Bedrängnis brachten.

Bei der ersten Ecke nach Wiederbeginn des Kampfes waren die Großräschener bereits erfolgreich. Werschke, der Eckenspezialist der Großräschener, gab das Leder schulmäßig ins Feld, und Wildner verwandelte geschickt. Dies war der Auftakt für die Platzbesitzer, die nun Chemie Chemnitz zeitweise ausspielten. Die wenigen Vorstöße der Gäste, an denen Gruhle maßgeblichen Anteil hatte, vereitelte Großräschens Hintermannschaft, aus der wie am vergangenen Sonntag Nowack als Bester der 22 Akteure herausragte. Seine beständige Spielweise sei an dieser Stelle noch einmal betont.

Statt ihre Deckung zu massieren und den gegnerischen Ansturm abzufangen, verfielen die Gäste bedauerlicherweise in eine überharte Spielweise, der Fünfert zum Opfer fiel. Verletzt musste er vom Feld getragen werden. Diese Spielweise scheint Mittelstürmer Simon mehr zu liegen als eine technisch kluge. Nicht genug, dass er sich auf dem grünen Rasen mehrfach unfair austobte, misshandelte er auch noch beim Verlassen des Spielfeldes einen Zuschauer mit dem Fuß. Derartige unsportliche Auswüchse wollen wir auf den Sportplätzen der DDR, die eine Erholungsstätte für unsere Werktätigen sein sollen, nicht sehen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Wildners Tor war Gold wert

 

Im Chemie-Derby Großräschen gegen Chemnitz gab es in Großräschen vor 1500 Zuschauern eine dramatische Auseinandersetzung. Beide Mannschaften, bisher in dieser Spielsaison ungeschlagen, traten in bester Kondition an. Es ist bedauerlich, dass die Gäste dem Kampf immer wieder eine harte Note aufzwangen, der schließlich Fünfert, Großräschens Linksaußen, in der 75. Minute zum Opfer fiel und vom Platz getragen werden musste. Besonders tat sich Mittelstürmer Simon hervor, der noch beim Verlassen des Platzes einen Zuschauer mit dem Fuß misshandelte. Diese Auswüchse gehören nicht auf unsere Sportplätze, und wir wollen hoffen, dass die BSG Chemie Chemnitz aus dieser Affäre ihre Konsequenzen zieht und Maßnahmen ergreift, die solche unsportlichen Handlungen unterbindet. Bereits in den Anfangsminuten hatten die Einheimischen eine zwingende Torchance, die jedoch ungenutzt blieb. Als Wildner in der 7. Minute im Alleingang in den Strafraum des Gegners vorstieß, waren die Großräschener dem Führungstreffer nahe. Sein Schuss prallte jedoch von der Latte ins Feld zurück.

Die erste Ecke nach der Pause brachte den Platzbesitzern den Führungstreffer durch Wildner. Im weiteren Spielverlauf waren die Einheimischen, die ständig brenzlige Situationen vor dem Chemnitzer Gehäuse heraufbeschworen und ihren Gegner völlig ausspielten, tonangebend. Bester Mann der 22 Akteure war zweifellos Nowack, Großräschens Stopper, der unüberwindlich war. Hätte Schiedsrichter Bredlow, Berlin, schon zu Beginn des Kampfes hart durchgegriffen, wäre viel Unheil erspart geblieben.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschütze:

1:0 Wildner, S. (46.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Bredlow (Berlin)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, W. Ferenz, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert (75. W. Löben)

7. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 02.11.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Einheit Spremberg 3:1 (3:1)

Nach der Pause gelang kein Tor

 

Wenn die Gastgeber auch allgemein als Favoriten galten, so mussten sie doch in den ersten Minuten einen Gegentreffer hinnehmen, dem vielleicht auch ein zweiter gefolgt wäre, wenn sich der Einheit-Angriff gegenüber der stabilen Chemie-Hintermannschaft eindrucksvoller hätte durchsetzen können.

Wer beim 3:1-Pausenstand angenommen hatte, es würde ein torreiches Ergebnis geben, sah sich getäuscht. Während die etwas besser ins Spiel kommenden Gäste sich vergeblich um einen Anschlusstreffer mühten, kam Großräschens Angriff in den zweiten 45 Minuten nicht mehr so recht zum Zuge und knüpfte in keiner Phase des Kampfes an die Leistungen des vergangenen Sonntags an. Mit vorzüglicher Deckungs- und Aufbauarbeit wartete wieder Stopper Nowack auf. Schiedsrichter Jakob (Chemnitz) hatte bei dem fairen Spiel leichtes Amtieren.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Großräschen weiter auf der Siegerstraße

 

Dem Treffen wohnten lediglich 1300 Zuschauer bei, die mit einem hohen Resultat rechneten, nachdem bereits in der ersten Minute der Führungstreffer für die Chemie-Elf gefallen war. Großräschens Linksaußen Ferenz II hatte den herauslaufenden Spremberger Tormann ausgespielt und sandte das Leder ins leere Tor. Der wenige Minuten später von den Sprembergern durchgeführte Angriff führte durch Mrosko ebenfalls zum Erfolg. Trotz energischer Gegenwehr gelang es den Gästen nicht, ihr Tor vor weiteren Treffern zu schützen. Noch zweimal musste Torwart Fittko hinter sich greifen, nachdem er einen Kopfball und einen scharfen Schuss Wildners hatte passieren lassen.

Die zweite Halbzeit brachte kleine wesentlichen Höhepunkte. Den Gästen gelang es, den Kampf offener zu gestalten. Zählbare Erfolge blieben ihnen jedoch versagt. Die Chemie-Elf, insbesondere ihr Angriff, kam nicht mehr recht zum Zuge, so dass die Leistung des Vorsonntags nicht erreicht wurde.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:0 Ferenz, W. (01.min.)

2:1 Wildner, S. (13.min.)

3:1 Wildner, S. (18.min.)

 

Zuschauer: 1300


Schiedsrichter: K. Jakob (Chemnitz)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, W. Ferenz

8. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 09.11.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Rotation Plauen 1:2 (1:1)

Chemie verlor die Nerven

 

Bei Chemie war man recht pessimistisch. Übungsleiter Lüddecke gab die taktische Anweisung, das Spiel offensiv zu beginnen, um einen Torvorsprung zu erkämpfen. Das Fehlen des erkrankten Angriffsdirigenten Wildner machte sich insofern nachteilig bemerkbar, als die Fünferreihe an Durchschlagskraft erheblich einbüßte. Hinzu kam noch, dass Fünferts Verletzung noch nicht restlos ausgeheilt ist, so dass er nicht an seine gewohnten Leistungen anzuknüpfen vermochte. Schwächen sah man immer wieder beim Zuspiel, die dem Gegner leicht Abwehrmöglichkeiten offenließen. Vor allem verlor das gesamte Kollektiv beim Stand von 1:2 die Nerven. Der Endspurt der Chemie-Elf in den letzten 20 Minuten konnte das nicht gutmachen, was in 70 Minuten versäumt worden war.

Die Gäste waren auf der Hut und verteidigten mit einem massierten Abwehrblock ihren Torvorsprung. Bei zehn Ecken wurde kein Treffer erzielt. Eine Reihe Torchancen blieb durch ungenaues Schießen und Unentschlossenheit im Angriff ungenutzt.

Die Rotation-Elf bevorzugte den Vier-Mann-Sturm, um sich vor Überraschungen zu schützen. Ihre steilen Vorlagen waren stets gefährlich. Im gegnerischen Strafraum wurde jedoch oft der Ball zu lange geführt. Wiederholt musste von Feldspielern noch auf der Torlinie geklärt werden. Aus dem Angriff ragte der ideenreiche Klein heraus, der immer eine Sekunde früher als sein Gegner am Ball war und seinem Gegenüber Nowack viel zu schaffen machte. Spranger wirkte zwar unsicher, fiel aber nicht gänzlich aus.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Nun erwischte es auch Chemie Großräschen!

 

Was viele Fußballfreunde im Bezirk Cottbus befürchtet hatten, trat ein. Großräschens Chemie-Elf musste sich ausgerechnet auf eigenem Boden das erste Mal in dieser Meisterschaftssaison geschlagen bekennen. Rotation Plauen erzielte bereits in der ersten Minute des Kampfes durch ihren Angriffsdirigenten Klein den Führungstreffer und wartete mit einer überraschend guten Leistung auf. Der Ausgleichstreffer fiel in der 11. Minute durch Wienicke nach großartiger Kombination.

Wie zu Beginn des Kampfes sorgten auch nach der Pause die Gäste für eine Überraschung. In der 52. Minute gingen sie ebenfalls durch Klein 2:1 in Führung und brachten die Gastgeber damit in Verwirrung. Obwohl die Chemie-Elf sich laufend „todsichere“ Torchancen herausspielte, fiel der verdiente Ausgleich nicht. Auch mit einem Endspurt in den letzten 20 Minuten und mit der Hereinnahme Löbens konnte Großräschen die Niederlage nicht mehr abwenden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschütze:

1:1 Wienicke, J. (11.min.)

 

Zuschauer: 1800


Schiedsrichter: E. Kittler (Markranstädt)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, W. Ferenz (67. W. Löben), H. Stephan, J. Wienicke, G. Werschke, R. Fünfert

9. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 16.11.1952

BSG Fortschritt Weißenfels - BSG Chemie Großräschen 3:2 (3:1)

Viel Positives vom Sieger zu berichten

 

Einmal mehr bestätigte sich in dieser die Zuschauer bis zum Schlusspfiff fesselnden Begegnung die Tatsache, dass Mannschaften, die unbeschwert um die Punkte kämpfen können, zu recht ansprechenden Leistungen aufzulaufen vermögen. Das galt nicht nur für Chemie, sondern in besonderem Maße für Fortschritt. Die Blau-Roten mussten auf die verletzten Rosenheinrich und Noack verzichten, und dennoch kann viel Positives berichtet werden. Der Sieger zeigte ohne Zweifel die reifere Leistung, die kultiviertere Spielweise. Ackermann II entwickelt sich immer mehr zu einem Ballvirtuosen. Der noch sehr junge Bindernagel, nach seiner Knochenverletzung erstmalig wieder eingesetzt, operierte eifrig und erfolgreich. Harnisch und Straube hatten alle Fäden in der Hand. An der Routine von Horst Bechstedt zerschellten viele Angriffe. Der diesmal sehr eifrige Reinhardt II musste 10 Minuten vor Spielende wegen Nachschlagens das Spielfeld verlassen. Die Chemie-Leute bevorzugten ein hohes Stoß- und Laufspiel, das mit seiner Primitivität die gegnerische Abwehr nicht ernstlich in Bedrängnis bringen konnte. Eine nach unserer Meinung (die auf Befragen von den Spielern bestätigt wurde) vollkommen unberechtigte Elfmeterentscheidung brachte die Gäste auf billige Art auf 3:2 heran. Die sehr nervöse Abwehr hatte in ihrem Schlussmann die beste Kraft. Die Fünferreihe fand sich erst in der zweiten Hälfte zu einer geschlossenen Leistung, dann gefiel vor allem Mittelstürmer Löben.

Ein Wort an das Weißenfelser Publikum: Selbst eine schwache Schiedsrichterleistung darf nicht dazu verleiten, nach dem Spiel die Spieler der Gästemannschaft und den Unparteiischen zu belästigen. Ein ordnungsgemäßer Ordnerdienst der platzbauenden BSG sollte in Zukunft solche unliebsamen Szenen verhindern.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

0:1 Löben, W. (07.min.)

3:2 Nowack, H. (65.min.) (Foulelfmeter)

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Lepin (Schwerin)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, W. Ferenz (67. W. Löben), H. Stephan, J. Wienicke, G. Werschke, R. Fünfert

10. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 23.11.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Chemie Lauscha 4:0 (1:0)

Spielmacher Leib wurde abgedeckt

 

Chemie Großräschen erfüllte in diesem Kampf nahezu alle Erwartungen. Die Hintermannschaft war stabil und der Angriff schussfreudig wie noch nie. Trotz hervorragenden Einsatzes klaffte aber ab und zu zwischen Hintermannschaft und Sturm eine bedrohliche Lücke, die der Gegner zur Einleitung seiner Angriffe ausnutzte. Aus der Vorderreihe ragte besonders Löben durch seine Wendigkeit heraus. Bei Ferenz war Leib in guter Obhut.

Chemie Lauscha fand sich schwer mit den Bodenverhältnissen ab und vermochte erst in den letzten 20 Minuten, als es bereits zu spät war, voll aufzuspielen. In der Hintermannschaft wirkten Köhler und Greiner III unsicher. Im Angriff war besonders in den ersten 45 Minuten Knauer durch Schnelligkeit stets gefährlich.

Der Spielverlauf. Fünfert schoss das ausschlaggebende Führungstor. Der wenige Minuten später von Löben erzielte Treffer fand wegen Handspiel keine Anerkennung. Nach der Pause dominierten zunächst die Gastgeber. Angriff auf Angriff wurde vorgetragen und aus allen Lagen geschossen. Noch drei Treffer mussten die Gäste hinnehmen, ohne auch nur einen Gegentreffer zu erzielen. Hänlein, den man in den letzten 20 Minuten in den Sturm nahm, brachte zwar neuen Schwung in die Angriffsbewegungen, vermochte aber allein auch den Abwehrriegel der Großräschener nicht zu sprengen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Chemie Großräschen spielte Lauscha klar aus

 

Nachdem die Großräschener ein Formtief zu überstehen hatten, zeigten sie sich im Punktekampf gegen den Namensvetter aus Lauscha, noch immer ohne Wildner spielend, von der besten Seite. Kurz entschlossen wurde in der Fünferreihe und auch in der Abwehr operiert. Vorweg sei gesagt, dass in diesem Spiel W. Ferenz zu einer großartigen Form auflief und den gefürchteten Torjäger der Gäste, Leib, keine Aktionsmöglichkeit ließ. Fünfert besorgte das 1:0 für die Räschener (20. Minute) nach einer Maßvorlage von dem diesmal gut aufgelegten Wienicke. Als Wienicke und Riesner nach dem Wechsel auf 3:0 erhöhten, war das Spiel für die Räschener gelaufen. Die begeisterten Zuschauer bekamen bis zum Abpfiff noch ein zweites Wienicke-Tor zu sehen, welches der schnelle Rechtsaußen aus der Luft zum 4:0 ins Lauschaer Netz knallte.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:0 Fünfert, R. (20.min.)

2:0 Wienicke, J. (55.min.)

3:0 Riesner, Th. (71.min.)

4:0 Wienicke, J. (87.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: H. Goldacker (Leipzig)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, W. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, W. Löben, G. Werschke, R. Fünfert

11. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 30.11.1952

BSG Chemie Zeitz - BSG Chemie Großräschen 2:1 (0:1)

Schwer erkämpfter Sieg

 

Frost, Regen, Schnee und Tauwetter hatten nicht gerade ideale Bodenverhältnisse geschaffen. Die leichteren Spieler aus Zeitz fanden sich damit besser ab und gestalteten fast das ganze Feldspiel klar überlegen. Sie befolgten aber bis zur Pause die Anweisungen von Trainer Sack schlecht, wonach beide Außenläufer abwechselnd den Angriff unterstützen sollten. Klose und Huttner rückten bei Feldüberlegenheit gleichzeitig auf. Damit trat der alte Fehler der Zeitzer, im Klein-Klein in der Mitte durchkommen zu wollen, gegen die standsfeste, schlagsichere Abwehr von Großräschen noch klarer zutage. Durch vieles Quer- und Rückspiel wurde der Erfolg lange in Frage gestellt. Erst nach Pillaus Ausgleich spielte Zeitz unter Ausnutzung des Raumes weit besser, scheiterte aber immer wieder an der oft die Grenzen des Erlaubten streifende Härte der Großräschener, nicht zuletzt auch an deren überragendem Torhüter. Gegen Scholles platzierten Flachschuss nach abgespieltem Freistoß war er allerdings machtlos. Bei bedeutend weniger Angriffen bewies Großräschen bis zur Pause in der Fünferreihe größere Gefährlichkeit. Unerhört war der Einsatz der gesamten Mannschaft. Kann Großräschen seine technischen Fertigkeiten noch verbessern, wäre die Elf für jeden Gegner gefährlich. Bis zur 85. Minute versuchte es Schiedsrichter Müller mit zahlreichen Verwarnungen. Dann stellte er Fünfert wegen Nachschlagens vom Platz.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

0:1 Wienicke, J. (28.min.)

 

Zuschauer: 4000


Schiedsrichter: H. Müller (Plauen)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, W. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, W. Löben, G. Werschke, R. Fünfert

12. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 07.12.1952

BSG Chemie Großräschen - BSG Turbine Weimar 2:0 (1:0)

Kondition war ausschlaggebend

 

Der Chemie-Elf stand erstmalig wieder Wildner zur Verfügung. Trotzdem war Trainer Lüddecke nicht ganz frei von Aufstellungssorgen, da Ratajczak wegen Verletzung und Fünfert wegen eines Platzverweises in Zeitz pausieren müssen. Mit Zinnert im Tor und Bergmann als rechtem Läufer fand sich Ersatz, der vollauf befriedigte. Hintermannschaft und Angriff waren über die 90 Minuten konditionsstarkund wiesen keine Schwächen auf.

Bei Turbine spielte zunächst Göring zurückgezogen als Ballschlepper. Diese Taktik blieb jedoch wirkungslos, da Göring nicht den erwarteten Einsatz zeigte. In der Hintermannschaft war Schuster überragend, der sein Kollektiv vor einer höheren Niederlage bewahrte. In der letzten Viertelstunde war Turbine körperlich fertig und völlig entnervt.

Chemie begann den Kampf mit energischen Angriffen. Schuster verhinderte jedoch anfangs Erfolge. Bei leichter Feldüberlegenheit gelang der Chemie-Elf durch Stephan, der einen indirekten Freistoß unhaltbar verwandelte, die Pausenführung.

Der Versuch der Gäste, nach der Pause den Ausgleich zu erzwingen, scheiterte an der Chemie-Abwehr. Als Stephan seine Vorlage zu Wienicke in den gegnerischen Strafraum lenkte, schoss dieser kurzentschlossen ein. Gut war die Leistung des Schiedsrichters Ruch.

Vor dem Spiel waren wir in der Kabine der Chemie-Elf. Sportfreund Lüddecke erklärte uns, der Sport sei dazu berufen, feste Freundschaftsbande zwischen den Völkern der Sowjetunion und Deutschland zu knüpfen. Dies habe wieder einmal die Anwesenheit der sowjetischen Meisterturner in der DDR anlässlich des Monats der deutsch-sowjetischen Freundschaft bewiesen. "Ich selbst habe der Veranstaltung in Schwarzheide beigewohnt", so fuhr Lüddecke fort, "und überzeugten mich von dem hohen Leistungsstand der sowjetischen Sportler. Angesichts dieser überwältigenden Leistungen ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, mehr als bisher sowjetische Trainingsmethoden zu studieren, um sie durch intensives Training zum Allgemeingut der von mir betreuten Chemie-Elf zu machen."

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Eindrucksvoller Sieg von Chemie Großräschen

 

Trotz schlechter Bodenverhältnisse boten beide Mannschaften einen Kampf, der reich an Höhepunkten und kaum zu überbietender Einsatzfreudigkeit war. Trainer Lüddecke hatte Aufstellungssorgen, da Ratajczak wegen Verletzung und Fünfert wegen Platzverweis in Zeitz pausieren mussten. Fast in letzter Minute wurde bekannt, dass Wildner wieder einsatzfähig ist, so dass mit Ferenz I auf der Linksaußenposition und Wildner als Angriffsdirigent trotzdem ein schlagkräftiger Sturm zur Verfügung stand. Turbine dagegen trat in voller Besetzung an. In den Anfangsminuten bereits boten sich der Chemie-Elf Torchancen, die bei etwas mehr Glück unbedingt zum Führungstreffer hätten führen müssen. Die Pausenführung für Chemie Großräschen wurde durch Stephan, der einen indirekten Freistoß unhaltbar für den hervorragenden Torsteher Schuster einschoss, erzielt.

Turbine Weimar kämpfte nach der Pause hartnäckig um den Ausgleich, scheiterte jedoch an der Chemie-Hintermannschaft, die in Riesner, Nowack und Jankowiak ihre besten Kräfte hatte. Die überragende Konditionsstärke der Gastgeber erlaubte ihnen noch einen Zwischenspurt, der durch ein Prachttor Wienickes zum 2:0 führte.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:0 Stephan, H. (23.min.)

2:0 Wienicke, J. (65.min.)

 

Zuschauer: 1100


Schiedsrichter: W. Ruch (Thalheim)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, H. Nowack, E. Lüddecke, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, K. Ferenz

13. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 14.12.1952

BSG Motor Altenburg - BSG Chemie Großräschen 3:1 (2:1)

Wichtiger Sieg im 4. Heimspiel

 

Zu einem wichtigen Doppelpunktgewinn kam die Elf von Motor Altenburg in ihrem bisher 4. Heimspiel. Dass sich die Altenburger auch nach dem Abgang ihres Trainers Klemig wiedergefunden haben, bewiesen die 90 Spielminuten. Allerdings machte ihnen das systemlose Spiel der Großräschener das Siegen leicht. Auf dem Waldspielplatz, nach dem das Spiel verlegt worden war, tat die einheimische Elf das einzig richtige, nämlich den Ball auf dem vereisten Rasenplatz flach zu halten und mit schnellen Kombinationen die gegnerische Hintermannschaft auszuspielen. Dieses Vorhaben gelang jedoch erst restlos nach dem Wechsel, als Großräschen in keiner Weise das Rezept zur Abwehr der Angriffe der Skatstädter fand. Hätte nicht Ratajczak im Tor der Gäste immer wieder mit großartigen Paraden herzhafte Schüsse von Spindler, Schellenberg und Friedemann gemeistert, so wäre die Niederlage noch deutlicher ausgefallen. Neben dem Verteidigerpaar Bergmann-Riesner und dem linken Läufer Jankowiak war es im Sturm lediglich Ferenz I, der durch seinen unermüdlichen Einsatz gefiel. Allerdings hatte er dabei in seinem Gegenspieler Hercher den schwächsten Abwehrspieler der Platzbesitzer gegen sich, der auch am Ausgleichstreffer wesentlichen Anteil hatte, während Sittner den Rechtsaußen Wienicke konsequent deckte, so dass er kaum zur Entfaltung kam. Ausschlaggebend für den Erfolg war schließlich der hervorragende Einsatz und das gute Schussvermögen der linken Sturmseite Schellenberg-Friedemann. Bereits in der 10. Minute endete eine Blitzkombination Spindler-Schellenberg-Friedemann mit dem 1:0 für den Platzbesitzer. Wenige Minuten später gelang Ferenz I nach einem Deckungsfehler von Hercher unerwartet der Ausgleich, während Spindler dann noch vor dem Wechsel mit einem scharfen Flachschuss aus Strafraumnähe die 2:1-Führung herstellte. Ein Alleingang von Schellenberg sicherte eine Viertelstunde vor Spielschlussendgültig den Sieg der Einheimischen. Auch ein kurzes Aufbäumen der Großräschener in den letzten Spielminuten brachte keine Wendung mehr.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

1:1 Ferenz, K. (17.min.)

 

Zuschauer: 3500


Schiedsrichter: W. Schumberg (Heidenau)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - H. Bergmann, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, G. Jankowiak, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, K. Ferenz

DDR-Pokal der SVgg Chemie / Finale in Bitterfeld am 28.12.1952

BSG Chemie Neuhaus-Schierschnitz - BSG Chemie Großräschen 2:1

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

14. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 11.01.1953

BSG Einheit Spremberg - BSG Chemie Großräschen 0:4 (0:1)

Einheit muss noch viel lernen

 

Trotz des Einstampfens des Schnees durch die Zuschauer war der Spremberger Einheit-Sportplatz schwer bespielbar. Chemie Großräschen, in körperlich guter Verfassung, erspielte sich durch druckvolles, weiträumiges Spiel von Beginn an leichte Feldvorteile. Spielmacher Wildner wurde zwar zunächst von Linack gehalten, wich aber später geschickt aus und schoss zwei echte Wildner-Tore. Der verjüngten Spremberger Einheit-Elf fehlt der Kontakt miteinander, das Sturmspiel war nur Stückwerk. Auch einen Hand-Elfmeter konnten die Spremberger nicht verwandeln. Der Ball wurde auf den Torwächter geschossen. Die Mannschaft muss eifrig und intensiv trainieren, um die technischen Fertigkeiten zu verbessern. Zum Beispiel lassen das Spiel in den freien Raum und die Ballbehandlung viele Wünsche offen, so dass es die Großräschener Hintermannschaft leicht hatte, die Angriffe abzuwehren.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Chemie Großräschens Routine war ausschlaggebend

 

Die beiden Lausitzer DDR-Liga-Vertreter zeigten auf tiefverschneitem Boden ein jederzeit schnelles Spiel. Chemie Großräschen, körperlich, technisch und konditionsmäßig stärker, hatte von Beginn an leichte Feldvorteile. Eine Halbzeit lang hielt die Spremberger Hintermannschaft dem Druck des Angriffs der Gäste stand. Erst ein etwas glückliches Tor, der Ball war an die Latte gesprungen und von Jankowiak eingedrückt worden, brach den Bann. Sprembergs junger Mannschaft fehlt noch das Spielverständnis. Von der Elf ist jedoch bei intensivem Training mehr zu erwarten. Zwei typische Tore Wildners besiegelten das Schicksal der Spremberger. Als Riesner den Ball mit der Hand aus dem Tor schlug, schoss Linack den Strafstoß auf den Torwächter. Im Gegenzug erhöhte Fünfert durch einen Scharfschuss auf 0:4.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

0:1 Jankowiak, G. (42.min.)

0:2 Wildner, S. (54.min.)

0:3 Wildner, S. (59.min.)

0:4 Fünfert, R. (83.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: K. Schönebeck (Berlin)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowak, W. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

16. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 25.01.1953

BSG Rotation Plauen - BSG Chemie Großräschen 2:1 (1:0)

Ein Kampf mit letztem Einsatz

 

In einem fünftägigen Einsatz hatte die BSG Rotation eine schneefreie, ausgezeichnete Spielfläche geschaffen. Beide Kollektive dankten 90 Spielminuten durch eine großartige, kämpferische Leistung dafür. Die Chemie-Sportler gaben sich erst mit dem Schlusspfiff geschlagen. Lüddecke, als treibende Kraft, war unermüdlich bedacht, den Sturm mit brauchbaren Vorlagen einzusetzen. Bis zur Halbzeit operierten die Gäste mit einem hohen Flugballspiel. Nach dem Wechsel warteten die Chemie-Sportler plötzlich mit flachen Kombinationen auf und waren so weitaus erfolgreicher. Die stämmige Abwehr Jankowiak-Nowack-Riesner bildete für die unaufhörlichen Angriffe der Rotation-Sportler ein fast unüberwindbares Bollwerk. Schlussmann Ratajczak verhinderte ein höheres Resultat. Mit den bekannten, überfallartigen Angriffen setzte sich auch diesmal Rotation erfolgreich in Szene. Sachs schaffte die Führung, ohne dass die Großräschener sonderlich beeindruckt wurden durch diesen Rückstand. Über die Flügel zogen die Plauener ein vielversprechendes, erfolgreiches Spiel auf. Steil- und Querpass wurden taktisch richtig in Anwendung gebracht. Den Höhepunkt erreichte das Spiel erst in der zweiten Halbzeit. Unvermindert hielt das schnelle Tempo an und keine Minute wich die Spannung. Beide Kollektive kämpften mit vollem Einsatz. Rotation, das Angriffsspiel aus der Defensive heraus aufbauend, war dominierend und riss die Zuschauer mit. Eine weit höhere Torausbeute wäre möglich gewesen. Der aus der Reserve eingesetzte Horn fügte sich recht gut ein. Wenn er noch etwas ruhiger in seinen Aktionen wird, dürfte er weit mehr zur Geltung kommen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

2:1 Fünfert, R. (84.min.)

 

Zuschauer: 6000


Schiedsrichter: F. Illig (Chemnitz)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, W. Ferenz (65. H. Bergmann), J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

17. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 01.02.1953

BSG Chemie Großräschen - BSG Fortschritt Weißenfels 0:1 (0:0)

Auch nach Umstellung erfolglos

 

Neuschnee und Schneetreiben während des ganzen Spielverlaufes beeinflussten selbstverständlich das Kampfgeschehen. Die Chemie-Elf versuchte durch raumgreifendes Flügelspiels zum Erfolg zu kommen, denn der Strafraum des Gegners wurde durch Straube und Rosenheinrich sicher beherrscht. Zwei Torchancen wurden in den Anfangsminuten herausgespielt, jedoch im Übereifer vergeben. Auch die im letzten Spieldrittel vorgenommene Umstellung (Wildner Stopper und Nowack Rechtsaußen) und die Hereinnahme Bergmanns für Ferenz II brachten trotz souveräner Beherrschung des Spielgeschehens keine Wendung. Eine massierte Abwehr des Gegners, Torlatte und vor allem Rosenheinrich verhinderten das dem Spielverlauf vielleicht gerechtere Unentschieden. Eine überragende Partie lieferte Nowack. Der Heimstärke des Gegners Rechnung tragend, spielte Fortschritt mit zwei Stoppern, um zunächst den Gegner zu zermürben, und dann den entscheidenden Vorstoß zu starten. Diese Taktik erwies sich als erfolgreich.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 800


Schiedsrichter: W. Koch (Berlin-Buch)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, K. Ferenz, W. Ferenz (60. H. Bergmann), H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

18. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 08.02.1953

BSG Chemie Großräschen - BSG Aktivist Kaiseroda-Tiefenort 4:2 (2:1)

Werschke vergab Elfmeter

 

Durch Erkrankung dreier Stammspieler sah sich Trainer Lüddecke zu einer Neuformierung seiner Elf mit Bergmann in der Verteidigung, Jankowiak als linkem Läufer, Stephan auf rechtsaußen und zur Hereinnahme des Nachwuchsspielers Kriening gezwungen. Wildner war im Angriff der überragende Spieler, der der Aktivist-Hintermannschaft viele rätsel aufgab. Kriening zeigte zwar gute Ansätze, wirkte jedoch zu überhastet und nervös, so dass seine Vorlagen oft beim Gegner oder im Aus landeten. Die weit größeren Torchancen hatte der Chemie-Angriff, wusste sie aber vielfach nicht auszuwerten. Werschke vergab unkonzentriert einen durch zwei Deckungsspieler an Kriening verwirkten Foul-Elfmeter.

Aktivist musste auf den verletzten Torsteher Sußdorf verzichten. Polzt vertrat in gut. Wildner abzuschirmen und Spielmacher Lüddecke beim Aufbau der Angriffe zu hindern, waren die vordringlichsten Aufgaben, die Trainer Pannlach seiner Elf gestellt hatte. Wenn es nicht immer gelang, war es das Verdienst der beiden Chemie-Spieler, die ideenreich genug waren, um sich dem Gegner erfolgreich zu entziehen. Der Aktivist-Angriff, aus dem Duft und Börner herausragten, war besonders in den ersten 45 Minuten gefährlicher als der des Gegners. Dass jedoch nur zwei Tore erzielt wurden, dankt Chemie Torsteher Ratajczak, dem Nowack, Lüddecke und Riesner gut assistierten.

Konditionsmäßig waren sich beide Kollektive gleichwertig. Der knöcheltiefe Schnee ließ kein flüssiges Kombinationsspiel zu, so dass beide Mannschaften ihre Angriffsreihen mit weiten Pässen auf die Reise schickten. Obwohl die Partie fast durchweg verteilt war, verstand es die Chemie-Elf, die kampfentscheidenden Tore zu erzielen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Vier Kranke zu ersetzen, bereitet auch einem guten Kollektiv Schwierigkeiten. Dennoch bewies Chemietrainer Lüddecke, dass er eine glückliche Hand hatte. Für den Rechtsaußen Wienicke spielte Kriening, der bis auf einige ungewollte Schnitzer, seine Sache recht ordentlich machte. Mehr Schusskonzentration würde ihn zu einem verheißungsvollen Ersatzmann stempeln. Bergmann in der rechten Verteidgungsstellung offenbarte große Schwächen und hatte seine liebe Not mit dem agilen linken Sturmflügel Duft-Börner.

Schon nach zwei Minuten Spieldauer verwandelte der Gäste-Rechtsaußen Walter eine Maßflanke zum 1:0. Doch vier Minuten später, nachdem Rechtsaußen Kriening Mittelstürmer Wildner gut in Szene setzte, war durch einen herrlichen Dreiangelschuss der alte Abstand wiederhergestellt. Linksaußen Fünfert, der eine besondere Nase für Abstaubertore zu haben schien, blieb es dann vorbehalten, in der 12. Minute mit einem Bombenschuss aus naher Distanz seine Farben mit 2:1 in Führung zu schießen. Schon vier Minuten später bot sich Wildner erneut eine Einschussmöglichkeit, doch diesmal kam Tiefenorts Torsteher der Torpfosten zu Hilfe. Wenn auch im letzten Drittel die Gäste unter Aufbietung aller Kräfte noch einmal das Steuer herumzureißen versuchten und sich von der besten Seite zeigten, gelang ihnen der ersehnte Gleichstand nicht.

Etwas anders sah es im 2. Durchgang aus, und als ob sich ein Gewitter entladen wollte, brannte es im Kaiserodaer Strafraum. Es wurde frei vom Leder gezogen, und an allen Ecken und Enden wurde getrickst und gespielt, wie in alten Zeiten. Halbrechts Stephan schmetterte in der 57. Minute aus einem Gedränge das 3:1. Werschke knallte 4 Minuten später den verhängten Foul-Elfmeter neben das Gehäuse. Rechtsaußen Kriening erzielte dann in der 65. Minute nach einer Wildner-Vorlage endlich das 4:1. In der 68. Minute konnte Halbrechts Berkes noch einmal durch ein Missverständnis auf 4:2 verkürzen, aber die brenzlige Lage im Strafraum wurde keineswegs eingedämmt. Zwei weitere Chemie-Tore wurden nicht anerkannt, obwohl es eindeutiger nicht mehr ging, und so blieb es beim 4:2 für das Chemie-Team.

 

Quelle: Deutsches Sport-Echo

 

 

Chemie Großräschen gewann 4:2

 

Durch Erkrankung einiger Stammspieler sah sich Trainer Lüddecke zu einer Umstellung seiner Chemie-Elf mit Jankowiak als linken Läufer, Stephan auf rechter Position und zur Hereinnahme des Nachwuchsspielers Krining gezwungen. Dennoch lief das Spiel zeitweilig wie am Schnürchen, da sich Wildner als Angriffsdirigent in besonders guter Form zeigte.

Schon nach zwei Minuten hieß es durch Walter 1:0 für Aktivist Kaiseroda-Tiefenort. Der Ausgleich durch Wildner und der Führungstreffer durch Fünfert wurden noch in der ersten Halbzeit von der Chemie-Elf erzielt, so dass es mit einem Stand von 2:1 in die Kabinen ging.

Wenige Minuten nach dem Wechsel erhöhte Chemie Großräschen in einer Druckperiode auf 3:1, indem Stephan das dem Torsteher Bolzt durch die Finger rutschende Leder in das Tor drückte. Ein Foul-Elfmeter wurde von Werschke in der 61. Minute verschossen. Kriening erzielte das 4:1 für Chemie. Eine Vorlage von Wildner verwandelte er durch einen Prachtschuss in die lange Ecke. Die Gäste verkürzten durch ihren Halbrechten Berkes auf 4:2. Nowack war wieder der beste Spieler in der Chemie-Hintermannschaft. Lüddecke stand ihm nicht viel nach. Bei den Gästen war Dufft der überragende Mann.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:1 Wildner, S. (06.min.)

2:1 Fünfert, R. (19.min.)

3:1 Stephan, H. (57.min.)

4:1 Kriening, H. (65.min.)

 

Zuschauer: 850


Schiedsrichter: R. Knott (Einsiedel)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - H. Bergmann, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, G. Jankowiak, H. Stephan, H. Kriening, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

19. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 15.02.1953

BSG Turbine Weimar - BSG Chemie Großräschen 2:2 (1:0)

Göring verschoss Foulelfmeter

 

Der glatte Schneeboden stellte außergewöhnliche Anforderungen. Chemie Großräschen bewies in beiden Halbzeiten, dass sie nicht nur in dieser Beziehung, sondern besonders in Schnelligkeit und Kampfeseifer der nicht auf vollen Touren laufenden Turbine-Elf überlegen war. Die Schwächen gerade in diesem entscheidenden Punkt der Standsicherheit waren bei der Turbine-Elf am sichtbarsten in der Läuferreihe. Hinzu aber kam noch, dass Sonnekalb nicht die gewohnte Regieführung übernahm und die beiden Außen keine entscheidende Beeinflussung der Angriffsgefährlichkeit entwickeln konnten. Göring, der sich in der 72. Minute den Fuß vertrat und von dem zufriedenstellenden Nachwuchsmann Büchner II abgelöst wurde, verschoss in der 45. Minute einen Foulelfmeter. Eine ausgeglichen kämpferische und ungekünstelt spielende Mannschaft war Chemie Großräschen, obwohl Ferenz I und II und der noch immer an Kopfgrippe erkrankte Wienicke fehlten. 

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:1 Werschke, G. (48.min.)

2:2 Lüddecke, E. (88.min.)

 

Zuschauer: 3200


Schiedsrichter: E. Kittler (Markranstädt)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, H. Bergmann, H. Stephan, H. Kriening, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

20. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 22.02.1953

BSG Motor Nordhausen-West - BSG Chemie Großräschen 0:1 (0:0)

Deckungsfehler kostete den Sieg

 

Um eine Enttäuschung reicher verließ der Nordhäuser Sportanhang das Ernst-Thälmann-Stadion. Wie schon in vielen Begegnungen der letzten Zeit ließen die Stürmer auch heute wieder viele Wünsche offen und vergaßen vor allen Dingen zu schießen. Bin in die Nähe des Strafraums wurde kombiniert, doch dann war das Latein zu Ende. Es mangelt an Schusskraft, Einsatz, Konzentration und Übersicht vor dem gegnerischen Strafraum. Wohl lief zeitweilig, besonders in der ersten Hälfte, das Leder sehr gut über mehrere Stationen, doch verlor sich die Mannschaft dann im Klein-Klein-Spiel. Zudem waren die Chemiker einsatzfreudiger, entschlossener und etwas schneller am Ball und fuhren somit erfolgreich in die Angriffe hinein. Vor allem Ratajczak, Wildner und Lüddecke überragten in der Abwehr. Brachte die erste Halbzeit noch eine leichte Überlegenheit der Platzelf, so erkämpfte sich Großräschen auf Grund einer kampffreudigen und entschlossenen Leistung in der zweiten Hälfte einen vollauf verdienten Sieg. Lediglich in den letzten zehn Minuten, als die Motor-Elf die Initiative ergriff und Angriff auf Angriff gegen das Tor der Gäste vortrug, mussten sie noch um den Sieg bangen. Verwerflich war ein schweres Foul von Strasser, das der sonst sicher amtierende Schiedsrichter Sasse übersah. In der letzten Viertelstunde musste der überragende Schlussmann Ratajczak durch Zinnert ersetzt werden. Das "goldene Tor" schoss Löben in der 52. Minute, als Kunze ein Deckungsfehler unterlief und der sonst sichere Kleemann auf den Schuss nicht reagierte. Großräschen zeigte eine geschlossene Leistung ohne Ausfall.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

0:1 Löben, W. (52.min.)

 

Zuschauer: 4000


Schiedsrichter: H. Sasse (Halle)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak (78. H. Zinnert) - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Lüddecke, S. Wildner, H. Bergmann, H. Stephan, H. Kriening, W. Löben (60. K. Ferenz), G. Werschke, R. Fünfert

21. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 01.03.1953

BSG Chemie Großräschen ===> spielfrei

22. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 08.03.1953

BSG Chemie Chemnitz - BSG Chemie Großräschen ausgef.

Der 22. Spieltag wurde aufgrund des Todes des sowjetischen Staatsführers Josef Stalin komplett abgesagt.

23. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 15.03.1953

BSG Chemie Lauscha - BSG Chemie Großräschen 2:1 (1:1)

Kampfgeist verdrängte Technik

 

Die Thüringer spielten seit längerer Zeit zum ersten Male wieder daheim auf dem Tierberg-Sportplatz, der sich mit einem schwer bespielbaren Schneeteppich präsentierte. Erstaunlich die gute Kondition der Gäste, die bis zum Schlusspfiff wacker mithielten und den schwarzroten Akteueren wirklich alles abverlangten. Man sah keinen auf guter Stufe stehenden Fußball, aber Kampf bis zur äußersten Grenze. Den größeren und auch robusteren Einsatz sahen wir wohl von den Gästen, die trotz massierter Abwehr in den Schlussminuten noch über so viel Kraftreserven verfügten, dass sie hin und wieder gefährlich vorstoßen konnten. Dabei haben uns allerdings die vielen versteckten Fouls und das wiederholte Handspiel nicht gefallen, auf die Schiedsrichter Schwarz, noch dazu im Strafraum, herzlich wenig reagierte. Enttäuscht hat die Heimmannschaft trotz des Sieges. Man versuchte sich auch diesmal wieder mit dem übertriebenen engen Spiel und schoss wenig. Das alte Übel, wenige Meter vor Tornähe noch zu kombinieren, anstatt zu schießen, bot den Gästen Möglichkeit zu energischer Abwehr. Hochdramatisch in diesem betonten Kampfspiel waren die Schlussminuten, wobei erst in einer vierminütigen Verlängerung (hervorgerufen durch einen Zuschauer) durch Leib der Siegestreffer fiel. Das war in diesem Spiel überhaupt das schönste Tor.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

1:1 Stephan, H. (30.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Schwarz (Erfurt)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, H. Nowack, Th. Riesner, E. Lüddecke, K. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

24. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 22.03.1953

BSG Chemie Großräschen - BSG Motor Altenburg 1:2 (1:1)

Chemie ging optimistisch in den Kampf und operierte auch zunächst druckvoll genug, um zu einem zählbaren Erfolg zu kommen. Der letzte entscheidende Einsatz im Strafraum des Gegners wurde aber anfangs vermisst. Wienicke und Fünfert schossen beherzt aus allen Lagen. Es reichte jedoch nur zu einem Treffer. Wildner hatte einen schwachen Tag, so dass er zum Schluss völlig außer Tritt geriet. Die oft über die Flügel so gut eingefädelten Angriffe, an denen Lüddecke großen Anteil hatte, blieben vielfach im Strafraum des Gegners stecken. Da half auch die vorgenommene Umstellung (Jankowiak im Angriff, Stephan in der Verteidigung) nicht. Zwar begann Chemie die zweite Halbzeit mit energischen Vorstößen und steigerte das Tempo besonders in den letzten 20 Minuten, so dass der Ausgleich nur eine Frage der Zeit war. Doch alles vergebens. Die Motor-Elf hielt tapfer mit und war stets auf der Hut. Dies kennzeichnet die Elf aus Thüringen, der eine große Spielerfahrung nicht abgestritten werden kann. Wenn auch Schellenberg fast durchweg als Ballschlepper fungierte und nicht so hervortrat, so war er doch im entscheidenden Augenblick zur Stelle, um seine wohlgezielten Schüsse abzufeuern. Den größten Anteil am Sieg seiner Elf hatte der katzengewandte Torsteher Rößner, der nur einmal überwunden werden konnte. Es wurde mit größter Erbitterung, jedoch im Rahmen des Erlaubten, gekämpft. Schiedsrichter Schneider hatte daher leichtes Amtieren.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

1:1 Fünfert, R. (32.min.)

 

Zuschauer: 1600


Schiedsrichter: W. Schneider (Forst)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, H. Nowack, Th. Riesner, E. Lüddecke, K. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

25. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 29.03.1953

BSG Chemie Großräschen - SG Dynamo Erfurt 5:1 (2:1)

Die Chemie-Elf befand sich in einer prächtigen Spiellaune und überraschte den Gegner bereits in der 1. Minute mit dem Führungstreffer. Ihr raumgreifendes Flügelspiel, begünstigt durch den Rückenwind, brachte in den ersten 45 Minuten ständig Verwirrung in die gegnerische Hintermannschaft und war auch erfolgreich. Die gesamte Elf wies keinen schwachen Punkt auf. Konsequent wurde gedeckt und der Angriff war schussfreudig. Schade, dass Fünfert in der 65. Minute angeschlagen wurde, er konnte so nicht mehr voll ausspielen.

Die Erfurter waren in puncto Kondition ihrem Gegner ebenbürtig und verlangten ihm alles ab. Besonders gefährlich im Angriff Werneburg und Hopp. Der Halblinke musste bedauerlicherweise in der 65. Minute wegen Schlagens des Feldes verwiesen werden. In der Hintermannschaft wusste Bachmann zu gefallen.

Bis zum Abpfiff mussten die Unterlegenen, die in ihren Leistungen im zweiten Durchgang erheblich nachließen, noch zwei weitere Treffer hinnehmen.

Schiedsrichter Spieß übersah auch die versteckten Fouls der Gäste nicht.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Großräschen wieder gut in Fahrt

 

Bereits in der ersten Minute übernahmen die Platzbesitzer durch Wildner, der im Alleingang in den gegnerischen Strafraum vorstieß und mit einem Prachtschuss den Erfurter Torsteher Hirsch bezwang, die Führung. Nachdem sich die Volkspolizisten gefunden hatten, gelang ihnen in der 13. Minute der Ausgleich durch Werneburg, der jedoch nur wenige Minuten von Dauer war. Als nämlich Fünfert kurz darauf im Strafraum des Gegners den Ball erhielt, schoss er aus spitzem Winkel flach ins gegnerische Tor und brachte damit die Chemie-Elf erneut in Führung. Das dritte und den Verlauf des Kampfes entscheidende Tor war ein Selbsttor des Erfurter Torstehers, der bei einem Gedränge kurz vor der Torlinie den Ball gegen einen Erfurter Spieler faustete, so dass das Leder ins eigene Tor prallte.

Auch in der zweiten Halbzeit vermochten sich die Gäste trotz Begünstigung durch Rückenwind nicht durchzusetzen und bedienten sich oft versteckter Fouls, die von Schiedsrichter Spieß jedoch streng geahndet wurden, so dass in der 65. Minute Hoppe wegen absichtlichen Schlagens des Feldes verwiesen wurde. Das 4:1 fiel in der 78. Minute ebenfalls durch Wildner, der damit eine erneute Druckperiode der Einheimischen erfolgreich abschloss. Eine Minute vor Schluss war es Stephan, der eine Vorlage Lüddeckes zum 5:1 einlenkte.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:0 Wildner, S. (01.min.)

2:1 Fünfert, R. (27.min.)

3:1 Wildner, S. (78.min.)

4:1 Eigentor (87.min.)

5:1 Stephan, H. (89.min.)

 

Zuschauer: 1300


Schiedsrichter: K. Spieß (Hartha)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, H. Nowack, Th. Riesner, E. Lüddecke, K. Ferenz, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

Testspiel am 05.04.1953

BSG Chemie Großräschen - BSG Aktivist Lauchhammer-Ost 3:2

Großräschen konnte nicht überzeugen

 

Die den Großräschener Fußballanhängern am Ostersonntag gebotene „Fußballkost“ befriedigte die Zuschauer keineswegs. Chemie ohne Wildner, Jankowiak und Werschke vermochte in keiner Phase des Kampfes an die Leistung des vorigen Sonntags anzuknüpfen. Vielleicht wurde durch eine vorgenommene Umstellung und Hereinnahme von Ferenz II für Ferenz I zu viel experimentiert, so dass sich die Elf weder in den ersten noch in den zweiten 45 Minuten zu einer geschlossenen Leistung aufraffen konnte. Demgegenüber zeigte Lauchhammer-Ost, wenn auch mit Ersatz für Donath und Kuga, eine gute Leistung, die bei etwas mehr Glück den Sieg hätte bringen können.

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit ging es beim Stand von 1:1, durch Tore von Kühn und Wenzel, in die Pause. Kurz nach Wiederbeginn lenkte Gebauer geschickt zum zweiten Treffer für die Gäste ein und brachte sie damit erneut in Führung. Jedoch die größere Spielerfahrung und vorzügliche Kondition der Einheimischen setzte sich am Ende durch und gab den Gästen aus Lauchhammer mit Toren von Ferenz II und Fünfert das Nachsehen.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen:

1:1 Kühn

2:2 Ferenz, W.

3:2 Fünfert, R.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: 

 

BSG Chemie:

 

Nachholespiel vom 15. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 12.04.1953

BSG Chemie Großräschen - BSG Chemie Zeitz 0:2 (0:2)

Großräschens Hintermannschaft spielte zu offensiv und gab bereits in der ersten Viertelstunde dem gegnerischen Angriff die Möglichkeit zu zwei verhältnismäßig billigen Treffern. Vor allem versagte der sonst immer mit guten Leistungen aufwartende Nowack völlig. Er musste ausgewechselt werden. Der seinen Posten einnehmende Wildner kam, begünstigt durch seine Körpergröße, besser ins Spiel. Für Wildner übernahm Wienicke die Angriffsführung, und auf rechter Position stürmte nun Ferenz II. Auch die in den letzten 30 Minuten vorgenommene Umstellung mit Jankowiak und Wildner im Sturm ließ zwar die einheimische Angriffsmaschinerie noch einmal auf Hochtouren laufen, zu einem Anschlusstreffer kam es jedoch nicht.

Zeitz spielte in den ersten 45 Minuten mit Rückenwind, der günstige Voraussetzungen für Steilpassangriffe schuf. Der schnelle Angriff war sehr gefährlich. Herausragten Janke, der auch die beiden Treffer erzielte, und Torhüter Beer.

Als man in die Kabinen ging, war bereits für Zeitz das Spiel entschieden. Die Einheimischen, nach der Pause verbissend kämpfend, bemühten sich um den Anschlusstreffer. Chancen gab es genug, aber Torsteher Beer hielt alles oder hatte Glück. Schiedsrichter Wutzig (Wurzen) recht gut.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Großräschen verlor wichtige Punkte

 

Wieder einmal ließ sich Chemie Großräschen in einem dramatischen Kampf auf heimischem Boden zwei wertvolle und für den Klassenerhalt vielleicht entscheidende Punkte entführen. Die Gäste, die den Rückenwind wählten, wussten, warum sie das taten. Denn sie legten in den ersten 15 Minuten durch ihren Halbrechten Janke zwei Treffer vor und damit war für sie das Spiel gewonnen. Etwas zu leicht hatte die zu offensiv spielende Hintermannschaft der Platzbesitzer den oft äußerst gefährlichen Angriff der Zeitzer genommen. Als der wenig Einsatz zeigende Nowack durch Ferenz II ersetzt wurde und Wildner als Stopper zurückkam, war es bereits zu spät.

Nach dem Wechsel kamen zwar die Einheimischen, nun mit Rückenwind spielend, besser zum Zuge; zu einem Anschlusstreffer reichte es jedoch nicht. Oft sah man turbulente Szenen vor dem Zeitzer Tor. Chemie Großräschen versuchte in der 2. Hälfte mit aller Macht das Anschlusstor bzw. den Ausgleich zu erzwingen, jedoch Torsteher Beer, Latte oder Pfosten versperrten dem Leder immer wieder den Weg ins Netz.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 1600


Schiedsrichter: R. Wutzig (Wurzen)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, H. Nowack (20. W. Ferenz), Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Bergmann, J. Wienicke, H. Stephan, S. Wildner, G. Werschke, R. Fünfert

26. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 19.04.1953

BSG Fortschritt Meerane - BSG Chemie Großräschen 7:0 (2:0)

Technik mit Schusskraft gepaart

 

Das Produkt intensiver Trainingsarbeit verbunden mit geistiger Vervollkommnung sieht Trainer Höfer in der entscheidenden Phase zur Wirkung kommen. Gekonnt hat die Fortschritt-Elf den Gegner von Minute zu Minute mehr zermürbt. Das Ball-laufen-lassen verbunden mit verblüffender Körpertäuschung und Tricks wurde so demonstriert, wie man es im modernen Fußballspiel erwartet. Die gewiss nicht unerfahrene Chemie-Elf fand in der zweiten Halbzeit keine Mittel, die aus der Tiefe heraus vorgetragenen Angriffe der Meeraner aufzuhalten. Dreh- und Angelpunkt war das magische Viereck der Fortschritt-Elf. In blendender Schusslaune diesmal der talentierte junge Feldweg, während Torjäger Starke vom Pech verfolgt wurde. Der Abwehrblock stand auf Grund der Mittelfeldbeherrschung vor keiner allzu schweren Aufgabe. Die Chemie-Elf zeigte keine mannschaftliche Geschlossenheit. Ihre wirkungsvollsten Spieler waren Mittelverteidiger Wildner und der kampfstarke Lüddecke. Ganz hervorragend jedoch Torwart Ratajczak. Die physischen Kräfte der Chemie-Elf mussten auf Grund des pausenlosen Flachpassspiels des Spitzenreiters nachlassen. Der Zusammenbruch kam dann auch in der letzten Viertelstunde, in der die Fortschritt-Elf auch ihre Schusskraft unter Beweis stellte. Die Chemie-Elf und Trainer Lüddecke erkannten voll die klare Überlegenheit der Meeraner Mannschaft an. Obgleich das Spiel große Bedeutung hatte, wurde durchweg fair gekämpft. Schiedsrichter Knott hatte eine dankbare Aufgabe und gefiel durch klare Entscheidungen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 9000


Schiedsrichter: R. Knott (Einsiedel)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, S. Wildner, Th. Riesner, E. Lüddecke, H. Nowack, W. Ferenz, H. Stephan, J. Wienicke, G. Werschke, R. Fünfert

Nachholespiel vom 22. Spieltag der DDR-Liga / Staffel 1 am 26.04.1953

BSG Chemie Chemnitz - BSG Chemie Großräschen 1:0 (1:0)

Chemie-Derby wenig begeisternd

 

Im letzten Punktspiel konnte sich die Chemnitzer Chemie-Elf mit einem wenig überzeugenden 1:0 gegen die Berufskollegen aus Großräschen nun endgültig vor dem Abstieg retten. Nachdem die Chemnitzer in den vorhergegangenen bedeutsamen Spielen gegen Aktivist Kaiseroda-Tiefenort und besonders gegen Rotation Plauen mit einer kämpferisch und technisch guten Leistung aufwarteten, spielten sie zum Abschluss der Punktspielserie gegen Großräschen ohne jeglichen Zusammenhang. Das ungenaue Abspiel der Stürmer ließ ein flüssiges Kombinationsspiel nicht zu und ermöglichte der energischen Gästeabwehr, viele Angriffe des Platzbesitzers bereits im Keime zu ersticken. Während der einheimische Mittelstürmer Kaiser zu umständlich wirkte und sich gegen seinen Gegenspieler Nowak nicht durchsetzen konnte, war auch ihr Halbrechter Heinze viel zu unkonzentriert, um seine Nebenspieler wirkungsvoll einzusetzen. In der Hintermannschaft der Einheimischen gefielen besonders der konsequent deckende Schwerek sowie die in Abwehr und Aufbau gleich starken Außenläufer Wunderlich und Below. Den Einheimischen drohte immer wieder Gefahr von Mittelstürmer Wildner und Rechtsaußen Stephan, die mit Einzelleistungen zu Torerfolgen kommen wollten. Nach seiner zweijährigen Tätigkeit als Trainer bei Chemie Chemnitz tritt Karl Haueisen auf eigenen Wunsch zurück und wird in Zukunft durch Heinz Hartmann (bisher Motor Wismar) ersetzt.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 15000


Schiedsrichter: E. Franke (Jahnsdorf)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, H. Nowack, Th. Riesner, E. Lüddecke, Kühn, H. Stephan, H. Kriening (72. R. Fünfert), S. Wildner, G. Werschke, K. Ferenz

Testspiel am 03.05.1953

BSG Aktivist Laubusch - BSG Chemie Großräschen 2:3

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: 

 

BSG Chemie:

 

Testspiel anlässlich der Einweihung des Helmut-Just-Stadions in Krauschwitz am 17.05.1953

BSG Chemie Weißwasser-West - BSG Chemie Großräschen 1:1

Torschütze:

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: 

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 20.05.1953

BSG Chemie Schwarzheide - BSG Chemie Großräschen 3:6

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: 

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 24.05.1953

BSG Motor Görlitz - BSG Chemie Großräschen 1:5

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: 

 

BSG Chemie:

 

Testspiel in Cottbus am 30.05.1953

BSG Aktivist Brieske-Ost - BSG Chemie Großräschen 1:1

So war das Freundschaftstreffen Chemie Großräschen gegen Aktivist Brieske-Ost, dem ein starker Hauch Lokalkampf im voraus anhaftete, angekündigt. Eine gewisse Berechtigung hatte diese Plakatinserierung schon, standen sich doch mit dem Ober- und DDR-Ligavertreter die zwei stärksten Mannschaften des Bezirkes Cottbus aus neutralem Cottbuser Boden im Max-Reimann-Stadion gegenüber. Beide haben nicht enttäuscht. Was die Spielkultur anbetrifft, war die Oberliga-Elf im Vorteil. Sie verrichtete in der ersten Hälfte ausgezeichnetes "team-work" und wirkte durch das In-Stellung-Laufen nach erfolgter Ballabgabe einen Grad schneller als die gefälligen Gegner. Brieske spielte, spielte, schoss aber nur ein Tor.

Großräschen konterte nach der Pause mit herzhaftem Einsatz und Energie. Eine leichte Feldherrschaft erhöhte die Zahl der Torchancen. Wurde Ratsch überwunden, zeigte Jünemann einfach tolle Paraden und schien "tausend" Hände zu haben. Außerdem erlaubten zusammengedrängte Angriffsoperationen und matte Flügel (vor allem rechts) lange Zeit kein Ausgleichstor, das erst hochverdient gegen Ende nach glattem Ausspielen der Briesker Nr. 1 fiel.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Chemie Großräschen ertrotzte gegen Brieske-Ost ein 1:1

 

Viele tausend Zuschauer hofften am vergangenen Sonnabend beim Fußball-Freundschaftsspiel Aktivist Brieske-Ost gegen Chemie Großräschen im Cottbuser Max-Reimann-Stadion abermals vergeblich darauf, unsere Oberliga-Elf in einer Form spielen zu sehen, wie man sie von einer Mannschaft, die der höchsten Spielklasse unserer Republik angehört, erwarten kann. Wenn bei Brieske nicht mit Jünemann ein vollkommener Meister seines Faches im Tor stand, und die Großräschener im Sturm die zahlreichen Torchancen konzentrierter auszunützen verstanden hätten, wäre die Kumpel-Elf in dieser Verfassung wohl kaum um eine Niederlage herumgekommen. Chemie Großräschen gelang mit diesem 1:1-Unentschieden auf jeden Fall ein Achtungserfolg.

Gleich zu Beginn des Spieles musste Jünemann bei einigen gefährlichen Weitschüssen Wildners sein Können unter Beweis stellen. Nach dem 1:0 durch Franke etwa in der 10. Minute wurde Brieske leicht überlegen und zeigte die bessere Ballbehandlung und das reifere Spielsystem. Die Großräschener Hintermannschaft hatte in dieser Zeit einige bange Minuten zu überstehen.

Nach dem Seitenwechsel hatte die Chemie-Elf ihre Nervosität überwunden und das Zusammenspiel klappte jetzt wesentlich besser. Besonders im letzten Teil der zweiten Hälfte startete Chemie Großräschen, von den Zuschauern angefeuert, Angriff auf Angriff auf das gegnerische Tor. Doch erst wenige Minuten vor dem Schlusspfiff gelang es Jankowiak und Wildner gemeinsam, den Schlussmann der Oberliga-Elf auszuspielen und das verdiente Ausgleichstor zu erzielen. Bei beiden Kollektiven war die Abwehr der stärkere Mannschaftsteil. Neben der ausgezeichneten Leistung von Jünemann zeigte auch Ratajczak im Tor von Chemie Großräschen sichere Paraden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau

 

Torschütze:

1:1 Wildner, S.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: 

 

BSG Chemie:

 

FDGB-DDR-Pokal / 1. Hauptrunde am 07.06.1953

BSG Chemie Großräschen - BSG Aktivist Kaiseroda-Tiefenort 0:1 (0:1)

Drucklose Halbzeit kostete Sieg

 

Chemie, ohne die erkrankten Fünfert und Wienicke und mit Jankowiak als Angriffsdirigenten, zeigte sich in den ersten 45 Minuten nicht von der besten Seite. Zu drucklos und engmaschig wurde operiert, so dass die oft um einen Grad schneller wirkenden Gäste wenige Minuten vor dem Wechsel die Führung übernehmen konnten. Nach der Pause war Chemie tonangebend. Der für Langhammer eingesetzte Nachwuchsspieler Pongratz kam besser ins Spiel, dadurch kam auch mehr Fluss in die Angriffsoperationen der Chemiker. Trotz zwingender Torchancen blieb der Ausgleichstreffer aber aus. Aktivist zeigte eine geschlossene Mannschaftsleistung. Besonders die in der zweiten Halbzeit gut organisierte Abwehr, aus der Sußdorf und Behlert herausragten, zeigte sich dem immer wieder anstürmenden Platzbesitzer stets gewachsen, so dass der Torvorsprung erfolgreich verteidigt wurde. Der Sieg der Kali-Kumpel erfährt noch an Bedeutung wenn man bedenkt, dass die gleiche Elf am Tage zuvor gegen eine Kreisauswahlmannschaft einen 8:3 (5:2)-Sieg zu erringen vermochte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Flick (Brieske-Ost)

 

BSG Chemie:

B. Ratajczak - H.-J. Puchalla, H. Nowack, Th. Riesner, E. Lüddecke, K. Ferenz, G. Langhammer (46. M. Pongratz), H. Stephan, G. Jankowiak, S. Wildner, G. Werschke

 

 

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