Saison 1929/30

 

FC Alemannia Großräschen

Liga: Gauliga Senftenberg

 

In der Sommerpause 1929 beschloss der "Niederlausitzer Fußball-Verband" eine einschneidende Maßnahme, in dem er die sogenannten Liga-Befähigungsspiele zwischen den einzelnen Spielklassen abschaffte. Dies hieß konkret, der jeweilige Tabellenletzte musste unwiderruflich absteigen, während der Erstplatzierte (untere Klassen) bzw. der Sieger der Aufstiegsrunde (Gauliga) direkt aufstieg. Das brachte sofort die nötige Würze in die Meisterschaften.

In der Vorschau des "Senftenberger Anzeigers" zur Gauliga 1929/30 galten Aufsteiger SC Germania 1910 Ruhland sowie der FC Alemannia Großräschen und die SVgg 1924 Annahütte als schlechtplatzierteste Mannschaften der zurückliegenden Saison als heißeste Abstiegskandidaten. Alemannia schien diese Einschätzung zunächst zu bestätigen, denn es setzte gleich zum Auftakt zu Hause gegen den SV Hoyerswerda 1919 (3:4) und in Klettwitz (1:2) Niederlagen. Allerdings bekamen die Großräschener dabei durchweg gute Leistungen in der Presse attestiert. Die ersten zwei Punkte fuhr man dann am 3. Spieltag beim ungefährdeten 3:0-Heimsieg gegen Hertha Hörlitz ein. Die gewachsene Spielstärke untermauerte anschließend ein starkes 1:1 beim BV Zschipkau, ehe eine Woche später ein knapper 4:3-Erfolg gegen die SVgg 1924 Annahütte folgte. Zu diesem Zeitpunkt besaß man bereits vier Pluspunkte Vorsprung vor dem Tabellenletzten Germania Ruhland, die sich eigentlich schon hier als zu schwach für die Gauliga herausstellten. Als der FC Alemannia Großräschen am 13.10.1929 in Ruhland hoch mit 5:1 gewann, war bereits schon eine Art Vorentscheidung in der Abstiegsfrage gefallen. Daraufhin ließen die Großräschener Kicker wohl etwas die Zügel schleifen, denn es folgten gleich vier Niederlagen am Stück (1:2 beim VfB Senftenberg, 0:3 in Hoyerswerda, 3:5 zu Hause gegen Klettwitz und 0:2 daheim gegen den BV Zschipkau). Für Alemannia wurde somit eine positiv begonnende Meisterschaftsrunde zunächst eher unbefriedigend unterbrochen, denn nach der Heimpleite gegen Zschipkau am 24.11.1929 blieb man an den darauffolgenden zwei Sonntagen spielfrei und danach pausierte die Gauliga turnusgemäß bis zum Beginn des Jahres 1930. Der FC Alemannia Großräschen wollte nun mit Volldampf in den Saisonendspurt starten, konnte aber nicht. Der VfB Senftenberg 1910 zog es am 05.01.1930 vor, lieber gar nicht erst anzutreten, dann fiel die Partie gegen Germania Ruhland den widrigen Platzbedingungen zum Opfer und auch am 19.01.1930 bekamen die Großräschener beim Auswärtsspiel in Annahütte laut Regelwerk kampflos die Punkte, da der Gastgeber zu spät auf dem Spielfeld erschien. Um den Zuschauern trotzdem die erwartete Unterhaltung zu bieten, einigten sich beide Mannschaften auf ein Gesellschaftsspiel, was Annahütte schließlich mit 3:2 gewann. Die Punkte heimsten jedoch die Gäste ein. Davon offensichtlich beflügelt, wurde eine Woche später der abgeschlagene Tabellenletzte SC Germania 1910 Ruhland für Großräschener Verhältnisse sensationell hoch mit 9:2 abgefertigt. Die Saison endete dann mit einer 3:5-Niederlage in Hörlitz, die aber nichts mehr am guten 5. Tabellenplatz in der Endabrechnung änderte. Mit dem FC Alemannia Großräschen schien es also endlich wieder sportlich bergauf zu gehen.

Nach einem lange Zeit spannenden Zweikampf um die Meisterschaft setzte sich am Ende erneut der SV Hoyerswerda 1919 vor dem BV Zschipkau durch und konnte somit seinen Titel aus der Vorsaison verteidigen. Damit untermauerten die Kicker "vom Adler" eindrucksvoll ihre zu dieser Zeit bestehende Vormachtstellung im Gau Senftenberg. Und diesmal gelang auch der ganz große Wurf in Form des Aufstiegs zur Bezirksliga Niederlausitz. In der Aufstiegsrunde setzte sich Hoyerswerda nämlich gegen die ambitionierten Mannschaften vom SC Viktoria 1897 Cottbus und vom FC Amicitia 1900 Forst ganz deutlich durch, und da ja nun die Liga-Befähigungsspiele entfielen (siehe oben), durfte sich der SV Hoyerswerda 1919 ab dem 01.06.1930 als Bezirksligist ansehen. Dieser Erfolg hatte auch Auswirkungen auf die anderen Mannschaften des Gaues Senftenberg, denn man hatte nun gesehen, dass sich das sportliche Niveau dem der Gaue Forst und Cottbus deutlich angenähert hatte. Dies sollten auch die späteren Jahre beweisen.

In der 1. Kreisklasse gab es von Beginn an ein Duell zwischen dem SC Wacker Naundorf und dem Absteiger SC Corona 1910 Neupetershain. Am Ende erreichten beide Teams 23:5 Punkte, was gemäß der damaligen Zeit (Torverhältnis zählte noch nicht) ein Entscheidungsspiel bedeutete. Dieses fand am 02.03.1930 auf dem VfB-Platz am Schützenhaus in Senftenberg statt und wurde von Naundorf überraschend klar mit 6:1 gewonnen. Damit stieg diese Mannschaft erstmalig zur Gauliga auf. Aber auch für die unterlegenen Neupetershainer sollte sich noch eine zweite Chance ergeben. Nach dem überraschenden Aufstieg des SV Hoyerswerda 1919 zur Bezirksliga wurde ja urplötzlich ein weiterer Platz in der Gauliga wieder frei. Der Gau-Vorstand beschloss daraufhin ein Ausscheidungsspiel zwischen dem eigentlichen Absteiger SC Germania 1910 Ruhland und dem Zweitplatzierten der I. Kreisklasse den SC Corona 1910 Neupetershain anzusetzen. Eine im Prinzip logische Entscheidung, warum die Partie dann aber erst am 17.08.1030, also unmittelbar vor dem Start der neuen Saison 1930/31, zur Austragung kam, bleibt unerklärlich. Aber damals spielten eben Punkte wie Planungssicherheit usw. noch keine Rolle. Jedenfalls nutzte Corona Neupetershain seine zweite Chance, gewann mit 2:0 und kehrte somit nach nur einem Jahr Abstinenz in die Gauliga zurück.

 

Trainer: /

 

Spiele:

21.07.29 TS SC Germania 1910 Ruhland - Alemannia 3:6
04.08.29 TS Alemannia - SC Germania 1910 Ruhland 2:4
11.08.29 TS Alemannia - VfB Kamenz  
18.08.29 TS Alemannia - SVgg 1924 Annahütte  
01.09.29 MS Alemannia - SV Hoyerswerda 1919 3:4
08.09.29 MS VfB Klettwitz 1913 - Alemannia 2:1
15.09.29 MS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz 3:0
22.09.29 MS BV Zschipkau - Alemannia 1:1
29.09.29 MS Alemannia - SVgg 1924 Annahütte 4:3
13.10.29 MS SC Germania 1910 Ruhland - Alemannia 1:5
20.10.29 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia ausgef.
27.10.29 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia 2:1
03.11.29 MS SV Hoyerswerda 1919 - Alemannia 3:0
10.11.29 MS Alemannia - VfB Klettwitz 1913 3:5
24.11.29 MS Alemannia - BV Zschipkau 0:2
05.01.29 MS Alemannia - VfB Senftenberg 1910 1
12.01.29 MS Alemannia - SC Germania 1910 Ruhland ausgef.
19.01.30 MS SVgg 1924 Annahütte - Alemannia 3:22
26.01.30 MS Alemannia - SC Germania 1910 Ruhland 9:2
02.02.30 MS SC Hertha 1915 Hörlitz - Alemannia 5:3
23.02.30 TS Alemannia - SpVgg Calau 4:2
09.03.30 TS VfB Klettwitz 1913 - Alemannia 6:2
30.03.30 TS SC Corona 1910 Neupetershain - Alemannia 5:2
13.04.30 TS Alemannia - SC Wacker Naundorf 3:1
20.04.30 TS Alemannia - Hertha BSC Berlin (1. Senioren) 5:6
27.04.30 TS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 5:4
11.05.30 TS SpVgg Calau - Alemannia 2:2
25.05.30 TS SC Wacker Naundorf - Alemannia 4:1
08.06.30 TS Alemannia - SC Germania Berlin-Falkensee 2:2
09.06.30 TS SC Eintracht 1920 Königs Wusterhausen - Alemannia 5:5
15.06.30 TS Alemannia - SVgg 1924 Annahütte 2:2

1

 

Der VfB Senftenberg 1910 trat zu diesem Punktspiel nicht an, so dass der FC Alemannia Großräschen die zwei Punkte am "grünen Tisch" gewann.

2

 

 

Die SVgg 1924 Annahütte trat zu diesem Punktspiel verspätet an, so das die Partie nur als Gesellschaftsspiel ausgetragen wurde. Der FC Alemannia Großräschen gewann die beiden Punkte am "grünen Tisch".

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
01. SV Hoyerswerda 1919 14 53:18 23:5
02. BV Zschipkau 14 37:14 21:7
03. VfB Klettwitz 1913 14 42:22 17:11
04. VfB Senftenberg 1910 14 21:20 15:13
05. FC Alemannia Großräschen 14 33:30 13:15
06. SVgg 1924 Annahütte 14 30:47 11:17
07. SC Hertha 1915 Hörlitz 14 26:38 10:18
08. SC Germania 1910 Ruhland 14 14:87 3:25

==============================================

Statistiken und Spielberichte

FC Alemannia Großräschen

Testspiel am 21.07.1929

SC Germania 1910 Ruhland - FC Alemannia Großräschen 3:6

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 04.08.1929

FC Alemannia Großräschen - SC Germania 1910 Ruhland 2:4

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 11.08.1929

FC Alemannia Großräschen - VfB Kamenz

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 18.08.1929

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1924 Annahütte

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

1. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 01.09.1929

FC Alemannia Großräschen - SV Hoyerswerda 1919 3:4 (1:0)

Der erste Kampf um die Punkte, den die beiden Ligamannschaften kämpften, verlief etwas eigenartig. Das knappe Ergebnis, das der Altmeister herausholte, wird auch allen denen, die das Spiel nicht gesehen haben, merkwürdig erscheinen. Die Räschener Alemannen hatten ihre zur Zeit beste Vertretung zur Stelle, während der Sportverein Hoyerswerda auf die Mitwirkung von Minnich verzichten musste, der noch verletzt ist. Als der Schiedsrichter Zesche das Leder freigibt, stehen sich folgende Spieler gegenüber:

Räschen: Matschke; Hildebrandt, B. Lehmann; Neumann, Homann, Müller; Noack, Hertig, Jurk, Kucharski, Strobel

Hoyerswerda: Weickart; Wilk, Aisch; Kiesel, Richter, Bachow; Kowalick, Jejsal, Wenk, Joppich, K. Lehmann

Der Sportverein eröffnet und setzt sich für zwei Minuten in des Gegners Hälfte fest. Dann drückt Räschen und das Spiel wird in die Hälfte der Gäste verlegt. Alemannia macht einen frischeren Eindruck. Schon in der 7. Minute gelingt der einzige Treffer der Halbzeit. Nach einem schnellen Durchspiel kann der hereingelaufene Strobel aus halblinker Stellung mit Schrägschuss trotz Bedrängnis einschießen. Weickart muss einige brenzlige Sachen meistern. Die wenigen Vorstöße der Gäste werden meistens schon eine Beute der Läufer oder die Verteidigung klärt. Eine große Chance wird durch zu frühes Winken des Linienrichters verdorben, als K. Lehmann kurz vor der Torlinie eine prächtige Flanke hereinzieht. Räschens Torwart klärt weiter einige Male mit Geschick. Der Verteidiger B. Lehmann ist sehr gut im Zuge. Die letzte halbe Stunde der ersten Halbzeit ist dann Alemannia fast dauernd im Vorteil. Weickart muss viele Sprünge und Würfe ausführen. Bei dem Drängen des Räschener Sturmes zeigt sich aber gleichzeitig seine Schwäche. Aus bester Schussstellung wird darüber und daneben geknallt, ja sogar das leere Tor wird nicht gefunden. Und obwohl Alemannia auch stets schneller am Ball ist, wird oft töricht mit einem Querpass in Tornähe ein Erfolg nach dem andern verdorben. Nicht ganz schuldlos an diesen sehr mäßigen Leistungen ist auch Homann, der gewaltig nachlässt. Die Pause naht, doch vorher fällt K. Lehmann von Hoyerswerda ohne jemandes Schuld so unglücklich aufs Gesicht, dass er bewusstlos liegen bleibt. Im Hoyerswerdaer Sturm klappt es nicht, weil man sich fast unglaublich ungeschickt stellt.

Nach dem Wechsel bleibt Räschen zunächst überlegen. Weickart macht zwei elegante Paraden und zeigt schulmäßige Fangarbeit, seine Abstöße sind aber recht mäßig. Nach einem Eckball in der 16. Minute fällt durch Kopfschuss Jejsals der Ausgleich aus der bekannten Groß-Versammlung an Matschkes Gehäuse. Jetzt sieht man endlich eine kleine technische Überlegenheit der Gäste. Einen Pfostenschuss von Wenk setzt Joppich zum Führungstor in die Maschen. Bald darauf kann K. Lehmann, der sich wieder erholt hat, eine Rechtsflanke aus nächster Nähe einschieben. Bei einem Durchbruch gelingt Kucharski nach einem Gedränge der zweite Treffer für Räschen. Hierbei verletzt sich Wilk infolge Zusammenpralls das Nasenbein und tauscht mit K. Lehmann. Wieder drängt der Gästesturm, nachdem vorher Räschen minutenlang gegen eine verstärkte Deckung drückt. Jejsal kann einen Stellungsfehler der Verteidigung ausnutzen und frei 12 Meter laufen und zum vierten Tor einschießen. Räschen lässt nach. Zwei Minuten vor Schluss schießt Jurk einen aus Versehen gegebenen Handelfmeter. Weickart hält, aber der scharf geschossene Ball prallt ab und Jurk holt im Nachschuss den dritten Treffer. In der letzten Viertelstunde müssen beide Mannschaften mit 10 Mann spielen.

Der Kampf war fair, Schiedsrichter Zesche gerecht. Das Versehen mit dem Elfmeter schränkt seine guten Leistungen nicht ein. Alemannia kämpfte entschieden mit mehr Schneid. Hoyerswerda fing erst an, ernstlich um den Sieg zu kämpfen, als es mäßig um die beiden Punkte aussah. Die Einheimischen hatten ungefähr 15 gute Chancen, von denen zwei ausgenutzt wurden. Hoyerswerda hatte annähernd 10 solcher Gelegenheiten und nutzte vier davon aus. Der schwächste Teil beider Mannschaften waren die Stürmerreihen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Strobel, G. (07.min.)

2:3 Kuharski

3:4 Jurk, R. (88.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Zesche (Dobristroh)

 

FC Alemannia:

Matschke - Hildebrandt, B. Lehmann, Neumann, Homann, Müller, K. Noack, Hertig, R. Jurk, Kuharski, G. Strobel

2. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 08.09.1929

VfB Klettwitz 1913 - FC Alemannia Großräschen 2:1 (0:0)

Klettwitz trat mit Ersatz für den disqualifizierten Makowiak und Räschen mit Ersatz für den kranken Tormann Matschke an.

Spielverlauf: Punkt 3.45 Uhr stellen sich dem Schiedsrichter Peikert die Mannschaften wie folgt:

Klettwitz: Hamann, Makowiak, Wohartschak, Gorski, Klonowski I, Klonowski II, Makowiak, Makowiak, Wittig, Stegemann und Hartnik.

Räschen: Kschiwan, Hildebrand, Lehmann, Müller, Hohmann, Neumann, Strobel, Kuharski, Jurk, Hertig und Noack.

Räschen hat Anstoß und gleich setzt ein flottes Spiel ein. Ein Durchbruch der Klettwitzer wird vom Schiedsrichter durch Abseits unterbunden. Klettwitz drückt zeitweise, doch vor dem Tor sind die VfB-Stürmer zu unbeholfen. Es fehlt an jeglichem Torschuss. Bei einem gut eingeleiteten Angriff der Räschener schießt Jurk, freistehend, Hamann in die Hände, welcher zur Ecke ablenkt. Die Ecke wird gut reingegeben, bringt aber nichts ein. Das Spiel geht nun auf und ab, doch gelingt es keiner Partei, einen Erfolg zu buchen. Der rechte Läufer von Klettwitz verwirkt einen Strafstoß, doch wird er verpufft. Klettwitz ist wieder im Angriff. Die Stürmer kommen gut vor das Räschener Tor, den Schuss hält Kschiwan ausgezeichnet. Im weiteren Spiel sieht man beiderseits keine großen Leistungen, meistens Mittelfeldspiel. Räschen taut nun wieder auf und drängt auf Erfolg. Es entsteht eine kritische Lage vor dem Klettwitzer Tor, doch kann Hamann immer wieder im letzten Augenblick retten. Kurz vor Halbzeit schießt Jurk einen Strafstoß direkt auf den Mann.

War das Spiel in der ersten Halbzeit noch einigermaßen ruhig, so ging es in der zweiten Halbzeit recht hart zu. Bei einem Räschener Angriff wird Jurk vom rechten Klettwitzer Läufer ganz unfair angegangen, doch der Schiedsrichter greift nicht ein. Das Spiel wird immer aufgeregter, denn jede Partei drängt auf Erfolg. Es dauert auch nicht lange und Klettwitz kann das Führungstor erzielen. Der Linksaußen war durchgebrochen, läuft nach innen, flankt zum freistehenden Rechtsaußen und Kschiwan im Räschener Tor ist das erste Mal überwunden. Dieses Tor hätte Kschiwan noch halten können, wenn er anstatt des Beines die Hände genommen hätte. Das Spiel steht nun 1:0 für Klettwitz. Aber die Freude der Klettwitzer war nicht von langer Dauer, denn eine Minute später kann Räschen durch seinen Halblinken ausgleichen. Räschen wird nun auch zeitweise überlegen. Einen Eckball kann Hamann ins Feld zurückfausten. In der 35. Minute naht das Verhängnis. Räschen verschuldet einen Strafstoß, welcher von Hartnik glatt verwandelt wird, 2:1 für Klettwitz. Räschen wechselt den Torwächter. Kschiwan geht in den Sturm und Hohmann geht in die Kiste. Die letzten Minuten drückt Räschen ganz gewaltig, doch ist ihm kein Erfolg mehr beschieden. Der Schlusspfiff ertönt und Klettwitz verlässt als glücklicher Sieger das Spielfeld. Bei Klettwitz war Gorski der beste Mann. Bei Räschen konnte Lehmann in der Verteidigung gut gefallen. Der Schiedsrichter Peikert leitete bis auf einige schwache Momente zufriedenstellend.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

H. Kschiwan - Hildebrandt, B. Lehmann, Neumann, Homann, Müller, K. Noack, Hertig, R. Jurk, Kuharski, G. Strobel

3. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 15.09.1929

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz 3:0 (2:0)

Nachdem die Alemannen aus Räschen gegen Hoyerswerda 4:3 und gegen Klettwitz 2:1 knapp verlieren mussten, ist ihnen endlich am vergangenen Sonntag der große Wurf gegen Hertha Hörlitz gelungen, indem die Räschener den Hörlitzern glatt mit 3:0 Toren das Fell über die Ohren zogen.

Als der Schiedsrichter Majetschak-Costebrau die Mannschaften zusammenruft, stehen sich beide Mannschaften in stärkster Aufstellung und zwar wie folgt gegenüber:

Räschen: Matschke, Hildebrandt, Lehmann, Müller, Homann, Neumann, Drogula, Hertig, Jurk, Kuharski, Strobel.

Hörlitz: Hummel, Lehmann, Kallert, Kolkwitz, Kallert O., Krahl, König, Jenner, Schramm, Muselack, Sachert.

Räschen spielt gegen die Sonne und nach dem Anstoß werden von beiden Seiten die ersten Angriffe unternommen. Allmählich macht jedoch der Räschener Sturm die gefährlicheren Angriffe auf das Hörlitzer Heiligtum und die Verteidigung sowie Torhüter der Hörlitzer müssen tüchtig arbeiten. Räschen kann die Gelegenheiten nicht ausnützen, denn verschiedene sichere Sachen werden verschossen. Endlich gelingt den Räschenern ein guter Angriff und das Hörlitzer Verteidigerpaar Lehmann-Kallert ist überspielt und Hertig-Räschen kann den ersten Erfolg für seine Farben buchen. Hörlitz ist verdutzt, denn so schwer hatten sie es sich nicht in Räschen vorgestellt. Weiter drückt Räschen ganz bedenklich, aber wiederum werden die besten Gelegenheiten verschossen. Auch der Hörlitzer Sturm stattet den Räschenern einige Besuche ab, aber Leistungen vollbringt der Sturm der Hörlitzer nicht, es ist ohne Zweifel des schlechteste Teil der Mannschaft. Durch die gute Abwehrarbeit der Räschener Verteidigung kommt der Sturm wieder gut durch und Jurk kann kurz vor der Pause aus einem Gedränge heraus den zweiten Erfolg für Räschen erzielen. Allmählich flaut das Tempo ab, denn die große Hitze hat hier auch anscheinend mit dazu beigetragen. Verschiedene Angriffe werden noch auf beiden Seiten unternommen und dann ist die erste Spielhälfte beendet.

Nach der Pause ist Hörlitz nicht wiederzuerkennen, denn das Räschener Heiligtum wird förmlich belagert. Aber Matschke im Tor und Lehmann, das Bollwerk der Räschener im Verein mit Hildebrandt, lassen sich nicht überwinden. Hörlitz hat Gelegenheit, mindestens einen Treffer zu erzielen, aber das leere Tor wird auch nicht gefunden. Der Sturm steht hilflos da und die Unterstützung von O. Kallert als Mittelläufer versteht der Sturm nicht auszunützen. Auch die Räschener Läuferreihe findet sich allmählich wieder und versorgt den Sturm mit Bällen, aber die Angriffe werden schon meistens von der weit aufgerückten Hörlitzer Verteidigung im Keim erstickt. 20 Minuten vor Schluss ist den Räschenern ein Angriff gelungen und kann die Verteidigung von Hörlitz nur noch zur Ecke abwehren. Der gut von Strobel getretene Eckball wird von Jurk durch einen wundervollen Kopfball zum schönsten und letzten Treffer des Tages eingesandt. Hörlitz gibt sich jetzt geschlagen, denn das Tempo flaut bedenklich ab und so vergeht der Rest der noch zu spielenden Zeit. Räschen kann als Sieger den Platz zur Freude seiner Anhängerschaft verlassen.

Nun noch einiges über die Mannschaften und zunächst der Sieger. Die Räschener haben sich ohne weiteres verbessert und gibt die Mannschaft durch das eifrige Spiel einen schönen Gegner ab. Matschke ist im Tor ein begabtes Talent und kann er es bei etwas mehr Spielerfahrung zu einem unsrer besten Torwächter bringen. In der Verteidigung glänzt wie immer Lehmann. Die Läuferreihe gibt ein einheitliches Bild ab und kann auch spielen, wenn sie will. Den Sturm dirigiert Jurk und ihm zur Seite stehen zwei gute Techniker Hertig und Kuharski. Die beiden Außenspieler konnten auch gefallen.

Bei den Hörlitzern ist der Turm der Schlacht Lehmann in der Verteidigung. Überhaupt die Hintermannschaft ist ohne Tadel, aber nur der Sturm in dieser Besetzung wird dem Verein evtl. noch Kopfschmerzen bereiten.

Der Schiedsrichter Majetschak konnte gefallen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Hertig

2:0 Jurk, R.

3:0 Jurk, R.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Majetschak (Costebrau)

 

FC Alemannia:

Matschke - Hildebrandt, B. Lehmann, Neumann, Homann, Müller, Drogula, Hertig, R. Jurk, Kuharski, G. Strobel

4. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 22.09.1929

BV Zschipkau - FC Alemannia Großräschen 1:1 (0:0)

Um 3/44 Uhr steigt das Ligaduell zwischen dem Ballspielverein und Alemannia Räschen. Dem Schiedsrichter Ballus, Klettwitz, stellten sich die Mannschaften wie folgt:

Zschipkau: Hamann, Koschak, Füssel, Els, Schulz, Kienle, E. Bielagk, M. Bielagk, R. Paschke, Noack, K. Paschke.

Räschen: Matschke, Lehmann, Hildebrand, Müller, Homann, Neumann, Drogula, Hertig, Jurk, Kuharski, Strobel.

Vom Anstoß aus setzt gleich ein flottes Spiel ein. Schon die erste Minute hätte den Alemannen beinahe den ersten Erfolg gebracht. Der Halblinke war gut durch, doch streifte sein Schuss die äußere Seite des Torpfostens. Räschen liegt vorwiegend im Angriff, doch die Stürmerreihe schießt zu ungenau. Hauptsächlich ist es heute Jurk, dem nichts gelingen will. Bei Zschipkau schießt Halbrechts aus fünf Meter Entfernung dem Torwächter in die Hände. Das Spiel ist nun gleichmäßig verteilt, bis sich schließlich Räschen gut findet und wunderbare Leistungen zeigt. Bei einem guten Zusammenspiel mit darauffolgendem Torschuss kann Hamann nur noch zur Ecke ablenken. Die Ecke bringt jedoch nichts ein. Bei einem schnellen Durchbruch der Zschipkauer zeigt sich Matschke in ganz hervorragender Weise. Der Halbrechte von Zschipkau hat Läufer und Verteidiger hinter sich gelassen, doch sein 3-Meter-Schuss wird von Matschke in großer Manier gehalten. Auf der anderen Seite rettet Koschak in höchster Gefahr. Der Wind, welcher anfangs noch tobte, hat nun bedeutend nachgelassen, und Räschen gewinnt immer mehr an Boden. Bei einem Durchbruch der Räschener verwirkt Koschak einen Elfmeter, doch schießt ihn Jurk an die Latte, um so das Führungstor zu verschenken. Der Kampf nimmt an Spannung zu. Beide Parteien geben ihr Ganzes her, um Erfolge zu erzielen. Räschen drückt leicht, doch kann sich der Sturm bei der sicheren Zschipkauer Verteidigung nicht durchsetzen. Jurk ist heute viel zu langsam. Auch sein Abspiel ist zu ungenau. Das gleiche auch von der anderen Seite. Auch hier ist der Sturm das kranke Kind. Paschke in der Mitte kann nicht alles machen, zumal er auf eine Verteidigung stößt, welche heute steht wie eine Mauer. Lehmann hat heute einen großen Tag. Sein Stehvermögen und die sicheren weiten Schläge zeigen, dass Lehmann ein großer Könner ist. Trotz aller Feldüberlegenheit gelingt den Räschenern kein Erfolg. Mit 0:0 werden die Seiten gewechselt.

Nach Wiederanstoß bleibt Räschen weiter tonangebend. Es folgt eine Ecke, welche aber nichts einbringt. Das Spiel geht nun auf und ab und bringt Spannung unter den Zuschauern. Zschipkau drängt nun, vom Publikum angefeuert, auf Erfolg, doch steht das Schlussdreieck von Räschen wie eine Mauer. Verzweifelt wird gekämpft, doch auf beiden Seiten erwiesen sich die Hintermannschaften als der beste Mannschaftsteil. In der 65. Minute wird endlich der Bann gebrochen. Der rechte Verteidiger von Räschen kann den Ball nicht schnell genug wegbefördern, Halblinks von Zschipkau ist zur Stelle. Ein kurzes, schnelles Starten und das Führungstor für die Zschipkauer ist erzielt. Für Matschke unhaltbar. Räschen ist nun etwas niedergeschlagen, doch auch ihr blüht der erste Erfolg in Form eines Elfmeters. Diesmal von Füssel verwirkt. Diesmal hat sich Räschen einen anderen Elfmeterschützen gesucht. Lehmann ist es, welcher unhaltbar verwandelt, um so den Gleichstand wieder herzustellen. Das Spiel nimmt nun an Schärfe zu. Räschen verleirt die Nerven. Die Schläge werden unsicher. Dadurch hat Matschke im Räschener Tor viel Arbeit zu verrichten. Das Spiel flaut nun langsam ab. Beiderseits spielen die Stürmer planlos. Kurz vor Schluss erhält Räschen den dritten Elfmeter zugesprochen. Lehmann hat diesmal kein Glück, denn sein Schuss landet in Hamanns Händen. Bald darauf ist Schluss und die Parteien teilen sich die Punkte. Dem Spielverlauf nach hätte Räschen den Sieg verdient. Eckenverhältnis 6:6.

Bei Räschen war das Schlussdreieck der beste Mannschaftsteil. Eine ganz große Leistung vollbrachte Lehmann. Sein Spiel ist einfach großartig. Übrigens der beste Mann auf dem Felde. Matschke im Tor gut. Bei Zschipkau war Hamann der beste Mann. Als nächste folgen Koschak und Füssel. Im Sturm wollte es heute nicht so recht klappen. Schiedsrichter Ballus zufriedenstellend.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 Lehmann, B. (Foulelfmeter)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

Matschke - Hildebrandt, B. Lehmann, Neumann, Homann, Müller, Drogula, Hertig, R. Jurk, Kuharski, G. Strobel

5. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 29.09.1929

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1924 Annahütte 4:3 (1:2)

Räschen schafft es doch

 

Der Unparteiische Pawlick ruft die Mannschaften zum Kampf.

Räschen: Matschke; Lehmann, Hildebrand; Müller, Homann, Neumann; Drogla, Kschiewan, Jurk, Kuharsky, Strobel.

Annahütte: Matschikowsky; Eichler, Krawattka; Pniok I, Franke, Bär I; Ritschke, Schneider, Hänzka, Pniok II, Bär II.

Bei Räschen sah man für Hertrich Kschiwan spielen, der einen guten Ersatzmann abgab. Im allgemeinen konnte die Mannschaft gefallen mit Ausnahme von Kuharsky, der wohl einen schlechten Tag hatte.

Bei den Gästen bildete Mittelläufer Franke wieder das Rückgrat der Elf. Leider hatte sich Bär II beim Training vor dem Spiele eine Verletzung zugezogen und konnte während des ganzen Spiels nur als Statist mitwirken. Bär I wird wohl demnächst ersetzt werden müssen.

Die Gäste stoßen an. Flott, aber ungewöhnlich hoch wird beiderseits um den Anfangserfolg gekämpft. Bald hat sich "Männe" tadellos bis kurz vor den Kasten durchgespielt, stolpert dann und die Gästeverteidigung kann im letzten Augenblick klären. Gegenüber ein scharfer Schuss von Schneider, doch Matschke hält und die Gefahr ist auch hier vorüber. Es folgt längere Zeit Mittelfeldspiel. Durch eine Unmenge Einwürfe wird das Spiel zerrissen. In der 27. Minute bekommt der Platzbesitzer einen Strafstoß zugesprochen, der auch für ihn zum 1. Tor führt. Kschiewans scharfer Schuss prallt von Bär I ab ins eigene Tor, also ein Selbsttor! Bei den jetzt folgenden Angriffen kombiniert der Annahütter Sturm wunderbar, doch Lehmann und Hildebrand sind auf der Hut.Allmählich wird Räschen leicht überlegen, doch auch die Hintermannschaft der Gäste weiß jeden Erfolg zu verhindern. Es reicht nur zu zwei Ecken. Bei einem Durchbruch kommen die Gäste zum Ausgleich, an dem Lehmann viel Schuld hat. Hänzka schießt scharf aufs Tor. Den gehaltenen Ball lässt Matschke fallen und Pniok II, der zur Stelle ist, kann das Leder vollends eindrücken. Drei Minuten vor Halbzeit können die Gäste mit 2:1 durch Hänzka in die Pause gehen.

Vom Anstoß weg ziehen die Alemannen dann gleich ungestüm los. Die Sportvereinigung hat bange minuten zu überstehen, sie kann sich der vielen Schüsse nicht schnell genug erwehren. Jurk schafft nach fünf Minuten ein schönes Tor und stellt den Gleichstand her. Nach weiteren fünf Minuten steht der Kampf durch Kschiewan 3:2. Aber Annahütte gibt sich noch nicht geschlagen und verschafft Matschke reichlich Arbeit. Die erste Ecke für die Gäste bringt nichts ein. Nochmals gelingt den Annahüttern der Ausgleich. Nach gutem Zuspiel von Schneider kann Pniok unhaltbar das 3:3 herstellen. Dieses 3:3 hätte dem Verlauf auch tatsächlich entsprochen und die Gäste hätten es auch halten können, wenn Bär I nicht in der 35. Minute das 4. Tor für Räschen verschuldet hätte. Kuharsky zeigte sich hier schneller als Bär und stellte Sieg und Punkte sicher. Alemannia zieht Kschiewan nun mit in die Verteidigung zurück. Die gäste versuchen nochmals, wenigstens einen Punkt zu retten, doch vergebens.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Eigentor (27.min.)

2:2 Jurk, R. (50.min.)

3:2 Kschiwan, H. (55.min.)

4:3 Kuharski (80.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Pawlik (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Matschke - Hildebrandt, B. Lehmann, Neumann, Homann, Müller, Drogula, H. Kschiwan, R. Jurk, Kuharski, G. Strobel

6. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 06.10.1929

FC Alemannia Großräschen ===> spielfrei

7. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 13.10.1929

SC Germania 1910 Ruhland - FC Alemannia Großräschen 1:5 (1:1)

Germania bleibt weiter Punktelieferant

 

Eine ganz ansehnliche Zuschauermenge hatte sich eingefunden. Und das ganz mit Recht, denn nach den letzten knappen Ergebnissen auf eigenem Platze hatte man vielleicht doch damit gerechnet, zwei Punkte zu holen, zumal Alemannia allgemein als Überraschungsmannschaft galt. Der Verlauf des Kampfes und besonders die erste Hälfte gestaltete sich durchaus interessant und wenn den Gästen nicht einige Tore sehr leicht gemacht wurden, dann wäre Alemannias Sieg gewiss auch nur sehr knapp ausgefallen. Ruft man sich die Reihenfolge der einzelnen Situationen ins Gedächtnis zurück, so gelangt man tatsächlich zu der Feststellung, dass alles nicht so überzeugend für einen derartig hohen Sieg der Gäste sprach. Germania fehlte aber das, was Alemannia in recht ausgiebigem Maße besaß, nämlich Eifer, zähe Ausdauer und das richtige Stellunghalten. Wenn Germania erst einmal diese Mängel, die bei jedem Spiel immer wieder hervortreten, beseitigt haben wird, dann wird es in dieser Mannschaft auch besser klappen. Beide Mannschaften waren in der üblichen Aufstellung erschienen. Bei Alemannia spielte Malocki für Neumann, bei Germania Zilias für Weberling.

Ruhland hat Platzwahl und Räschen stößt gegen den Wind an. Die Germaniaelf entfaltet bald ein recht beachtenswertes Zerstörungsspiel, durch das die schnellen Räschener nicht gerade sehr überzeugend zur Entwicklung kommen. Außerdem können sie sich sehr schwer mit dem Platze abfinden. Beide Verteidigerpaare und beide Torwächter bekommen abwechselnd reichlich Arbeit. Insgesamt bleibt zwar Alemannias Spielweise flüssiger, aber zu einer offenen Feldüberlegenheit kommt es nur zuweilen. Bald werden die Ruhlander Stürmer offensiver, aber erst nach halbstündiger Kampfdauer kamen sie durch Schmidt zu ihrem einzigen Erfolge. Die Führung währt nicht lange. Sieben Minuten später führt ein gut eingeleiteter Angriff der Räschener durch Kuharsky zum Ausgleich. Die erste Hälfte geht ihrem Ende zu und Ruhland ist bemüht, die Führung erneut an sich zu reißen. Es gelingt aber nicht.

Nach der Pause zieht Germania gleich wieder vom Anstoß weg zum gegnerischen Tor, wo auch zwei gefährliche Situationen entstehen. Allmählich gewinnt Räschen immer mehr an Boden, und von der 15. Minute ab, in der Hertrich das Führungstor schießt, ist es mit der Ruhländer Kunst zu Ende. Als bald danach Jurk noch ein drittes Tor hinzufügt, befindet sich Alemannias Elf in bester Verfassung. Lange Zeit wird nun nur noch vor dem Germaniator gespielt und in der 30. Minute kann Kuharsky nach gutem Zuspiel von Hertrich den 4. Treffer anbringen. Kurz vor Schluss wird von den Gästen das Endergebnis von 5:1 erreicht. Ein Alleingang von Jurk endet im Tor und Räschen verlässt als verdienter Sieger das Feld.

Schiedsrichter Ballus, Klettwitz, war dem Kampf ein gerechter Leiter.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Kuharski (37.min.)

1:2 Hertig (60.min.)

1:3 Jurk, R.

1:4 Kuharski (75.min.)

1:5 Jurk, R.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

8. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 20.10.1929

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen ausgef.

Nachholespiel vom 8. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 27.10.1929

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen 2:1 (2:0)

Leider zwei Unfälle

 

Das letzte Verbandsspiel der ersten Serie für beide! Senftenberg musste für Kassubek Ersatz einstellen. Räschen trat in stärkster Besetzung an. Dem Schiedsrichter Ballus, Klettwitz, stellten sich die Mannschaften wie folgt:

Senftenberg: Bönisch; Gallinat, Dobberschütz; Schulz, Pohl, Kaiser; Schötz, Kmetsch, Reusch, Dutschmann und Kühne.

Räschen: Matschke; Hildebrandt, Lehmann; Müller, Homann, Strobel; Kucharski, Jurk, Hertig, Drogula, Kschiwan.

Vom Anstoß aus setzt gleich ein flottes Spiel ein. Räschen sitzt gleich vor dem Senftenberger Tor, doch kann Dobberschütz im letzten Moment klären. Auch Senftenberg ist nicht müßig. Ein gut eingeleiteter Angriff des Sturmes wird von der Gästeverteidigung zunichte gemacht. Eine kleine Überlegenheit der Räschener macht sich bemerkbar, doch hat ihr sonst schussfreudiger Sturm die Schießstiefel vergessen. Wuchtige Angriffe auf beiden Seiten geben dem Spiel vollen Reiz. Bei einem gut eingeleiteten Angriff kann Senftenberg in der 11. Minute durch Dutschmann das 1. Tor erzielen. Senftenberg ist nun weiter tonangebend. Reusch, der als Ersatzmann für Kassubek spielt, kann aus ganz kurzer Entfernung das Loch nicht finden. Bei einem Vorstoß der Gäste zeigt sich Bönisch im VfB-Tor reichlich unsicher. Gallinat rettet noch im letzten Augenblick. Das Spiel ist nun weiterhin verteilt. Eine Ecke für die Gäste verläuft resultatslos. Dasselbe für Gelb. In der 22. Minute kann dann Pohl durch einen 25-Meter-Schuss das Resultat auf 2:0 stellen. Dieses Tor musste Matschke, seinem Können nach, unbedingt halten. Er hatte sich schlecht platziert. Das Spiel nimmt an Schärfe zu, wuchtige Angriffe der Gäste schaffen heikle Situationen vor dem Senftenberger Tor. Eine sichere Sache verpufft Männe. Auf und ab geht es bis zur Pause.

Nach dem Wechsel geht Räschen ganz aus sich heraus, um das Resultat günstiger zu stellen. Räschen hat Hertig in den Sturm genommen und siehe da, der Sturm hat durch diese Umstellung mehr Drang nach dem Tor. Hertig dirigiert ganz vorzüglich. Der Erfolg blieb auch nicht aus, in der 55. Minute kann Räschen unter lebhaftem Beifall der Gästezuschauer ein Tor aufholen. Den scharf geschossenen Ball kann Bönisch nicht mehr erreichen. Senftenberg lässt nun merklich nach. Räschen drückt, doch der Ausgleich ist ihm nicht beschieden. Bei einem Zusammenprall wird Bönisch an der Hand verletzt. Die Verletzung hindert sein Können. Bei einem Vorstoß der Senftenberger hält Matschke im Liegen, im vollen Lauf setzt Schötz nach und trifft den Gästetorwächter unglücklich an den Kopf. Matschke muss vom Platz getragen werden. Das Räschener Publikum dringt ins Spielfeld ein, so dass Ballus das Spiel zwei Minuten vor Schluss abbrechen muss. Die gut organisierte Platzkommission von Senftenberg und dem Schiedsrichter ist es zu verdanken, dass das Spiel zu Ende geführt werden kann. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf.

Die Senftenberger Mannschaft war die technisch bessere. Bönisch im Tor war heute ganz unsicher, dagegen die Verteidigung überragend. Die Läuferreihe spielte aufopfernd. Der Sturm in der ersten Halbzeit besser als in der zweiten. Beim Gegner war das Schlussdreieck der beste Mannschaftsteil. Die Läuferreihe war schon besser, der Sturm konnte in der zweiten Halbzeit gefallen. Kschiwan ist wohl ein Durchreißer, aber kein Passspieler. Schiedsrichter Ballus zeigte wieder mal, dass er Meister im Pfeifen ist.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

2:1

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

Matschke - Hildebrandt, B. Lehmann, Müller, Homann, G. Strobel, Kuharski, R. Jurk, Hertig, Drogula, H. Kschiwan

9. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 03.11.1929

SV Hoyerswerda 1919 - FC Alemannia Großräschen 3:0 (3:0)

Glatter Sieg!

 

Eine ansehnliche Zuschauerzahl hatte sich auf dem Adlerplatz eingefunden. Leider waren die Gäste aus Räschen mit fünf Ersatzleuten angetreten und die Heimischen spielten bis 10 Minuten vor der Halbzeit nur mit 10 Mann. Kschiwan wurde bald nach Spielbeginn durch einen unglücklichen Zusammenprall verletzt und setzte eine ganze Zeit lang aus. In der zweiten Spielhälfte stand er dann im Tore und machte dort eine gute Figur.

Das Spiel war zeitweise sehr flott im Tempo. So lange der Altmeister mit 10 Mann kämpfte, zeigte er eine ganz annehmbare Form und war jederzeit Herr der Lage. Als der elfte Mann dann kurz vor der Halbzeit endlich eintrat, stand es bereits durch Wenk und Meisel 2:0. Joppich holte noch vor der Pause im Alleingang den 3. Treffer heraus. Viele Torgelegenheiten am Alemannia-Tor gingen zum Teil mit Glück für die Gäste vorüber oder die aufopfernde Verteidigung rettete. Eine fast sichere Sache vergab der Räschener Innensturm während der ersten Halbzeit, sonst kam der Sturm der Alemannen wenig auf.

Nach der Pause griffen die Gäste öfter an, ohne aber ausgesprochen gefährlich werden zu können. Hoyerswerda lag meistens im Vorteil, Kschiwan rettete, trotzdem er lahm war, mehrere Schüsse glänzend, so einen saftigen Flachschuss von Joppich im Liegen, zweimal fing er sehr gut von der Schulter weg. Der Sturm des Sportvereins gefiel sich häufig in unzweckmäßigem Hin- und Herkombinieren. Tore hingen dauernd in der Luft, aber es blieb beim Halbzeitstand.

Schiedsrichter Fiekas leitete sachlich. Ein Räschener Spieler wurde leider noch etwas verletzt, durch einen unglücklichen Zusammenstoß. Ecken 2:1 für den Sieger.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Fiekas (Welzow)

 

FC Alemannia:

 

10. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 10.11.1929

FC Alemannia Großräschen - VfB Klettwitz 1913 3:5 (2:0)

Die VfB-Mannschaft, die bei Alemannia zu Gast weilte, konnte sich zwei weitere wertvolle Punkte sichern. Obgleich die Heimischen mit 2:0 in Führung lagen, ließen sie sich nach dem Wechsel das Fell über die Ohren ziehen und die Gäste entführten lächelnd den Sieg.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

1:0

2:0

3:?

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Richter (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

 

11. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 24.11.1929

FC Alemannia Großräschen - BV Zschipkau 0:2

Zschipkau gewinnt sicher

 

Der Ballspielverein sicherte sich in Räschen zwei weitere wertvolle Punkte. Die Alemannia-Elf trat mit 4 Ersatzleuten und und hielt sich dennoch verhältnismäßig gut. Ein Elfmeter wurde Hamann in die Hände geschossen. Während der Kampf in der ersten Halbzeit ausgeglichen verlief, übernahmen die gäste nach dem Wechsel das Kommando. Das Spiel zeigte die Zschipkauer in ganz guter Form und der Sieg war den gegebenen Verhältnissen entsprechend verdient erfochten. Die Grün-Weißen sind also immer noch die "Ungeschlagenen" aber zugleich die Mannschaft des "Unentschieden", das die Verlustpunkte und die zweite Tabellenstelle tropfenweise brachte.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schmidt (Lautawerk)

 

FC Alemannia:

 

12. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 01.12.1929

FC Alemannia Großräschen ===> spielfrei

13. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 08.12.1929

FC Alemannia Großräschen ===> spielfrei

14. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 05.01.1930

FC Alemannia Großräschen - VfB Senftenberg 1910   Senftenberg n.a.

15. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 12.01.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Germania 1910 Ruhland ausgef.

16. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 19.01.1930

SVgg 1924 Annahütte - FC Alemannia Großräschen 3:2

Wohl selten kommt es vor, dass die Verbandsspiele im Dezember und Januar vom Wetter so begünstigt werden wie es in der diesjährigen Spielzeit der Fall ist. Leider kam in Annahütte nur ein Gesellschaftsspiel zustande. Der Schiedsrichter Lucas-Senftenberg pfeift 2.03 Uhr (nach seiner Uhr!) das fällige Punktspiel an, und da der Platzbesitzer nur mit 7 Mann zur Stelle ist, kommt Alemannia zu zwei billigen Punkten?! Sofort lautstarkes Schreien und Protestieren beim Publikum und bei den Spielern, denn nach Annahütter Zeit fehlten noch genau 4 Minuten an 14 Uhr. Der Schiedsrichter hat hier wohl etwas zu korrekt gehandelt. Einige Augenblicke später hat sich die Sportvereinigung vervollständigt und man einigte sich schließlich auf ein Gesellschaftsspiel.

Der Platzbesitzer zieht vom Anstoß weg gleich flott zum gegnerischen Tor, so dass dort eine brenzliche Situation entsteht. Minutenlang wird es belagert. Schuss auf Schuss erfolgt. Franke, der für Schneider im Sturm spielt, setzt den Ball an die Latte und Pnioks Schuss endet im Netz. Doch abseits! Auf der anderen Seite zieht Drogla mit dem Leder davon. Den scharf aufs Tor gesetzten Flankenschuss rettet Eichler im letzten Moment. Mehrere Male muss der Tormann energisch eingreifen. Auch ein Strafstoß für die Gäste, hart an der Strafraumlinie, bringt nichts ein. Wird in diesem Augenblick noch vor dem Gästetor gespielt, so bringen die nächsten Minuten schon wieder das Annahütter Tor in Gefahr. Beide Verteidigerpaare, sowie die Torhüter, sind in blendender Verfassung. Franke und Pniok verstehen sich anfangs nicht, erst in der 2. Hälfte klappt es besser. Räschens Außenstürmer geben immer wieder brauchbare Flanken, doch der Innensturm versteht die Gelegenheiten nicht auszunutzen. Die Annahütter Verteidigung ist jedesmal schneller am Ball. Die Halbzeit rückt näher und Franke gelingt auf Vorlage von Pniok das 1. Tor. Matschkes Fußabwehr trägt hier schuld.

Ohne Pause werden die Seiten gewechselt und der Ausgleich lässt nicht lange auf sich warten. Die Gäste liegen im Angriff. Urbansky kann einen scharfen Schuss von Kuhersky nur schwach abfausten. Vor dem Tore entsteht ein Gedränge und Pniok I macht ein Selbsttor. Im Anschluss an die 3. Ecke für Annahütte gelingt Pniok abermals die Führung. Auf und ab wogt der Kampf weiter, es wird wieder meistens vor beiden Toren gespielt. Nitsche lässt durch zu langes Zögern eine gute Chanceaus. Metuscheck auf der einen, Pniok auf der anderen Seite schießen den Torhütern aus kurzen Entfernungen in die Hände. Die 35. Minute bringt für jede Mannschaft je ein Tor. Zunächst erhöht Hänzke durch scharfen Weitschuss. Vom Anstoß gehen die Gäste durch und Kuhersky kann ein Tor aufholen, ohne dass der Ball einen Spieler der Sportvereinigung berührt. Die restlichen 10 Minuten gehören ganz den Gästen und wiederholt liegt der Ausgleich in der Luft. Doch Annahütte versteht das 3:2-Verhältnis bis zum Schlusspfiff zu halten. Die Vereinsleitung  von Annahütte hat wegen des zu frühen Anpfeifens Protest eingelegt. Der Unparteiische zeigte zufriedenstellende Leistungen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Eigentor

3:2 Kuharski (80.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Lukas (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

 

Nachholespiel vom 15. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 26.01.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Germania 1910 Ruhland 9:2 (4:1)

Germanias letztes Ligaspiel?

 

In Räschen auf dem Alemannia-Sportplatz hat am letzten Sonntag Germania Ruhland das letzte Punktspiel in der Gauligaklasse absolviert. Noch einmal musste Ruhland eine hohe Niederlage einstecken, allerdings mit nur 8 Mann. Auch Alemannia war zunächst nur mit 9 Mann zur Stelle, bei 15 Minuten Spieldauer vervollständigten sie sich erst. Ligaleistungen fehlten. Der Sieg der Platzbesitzer stand von vornherein außer Frage. In der 2. Hälfte hatte Alemannia keinen Tormann nötig, denn, abgesehen vom 2. Tor der Gäste, bekam Matschke auch nicht einen einzigen Torschuss. Zu 95 Prozent wurde in Ruhlands Hälfte gespielt. Das Amt des Unparteiischen war für Ballus-Klettwitz eine leichte Aufgabe.

Um 2 Uhr eröffnet Ruhland den aussichtslosen Kampf. Die Gäste werden sogleich vor ihrem Tore festgehalten und der Tormann rettet verschiedene Sachen. In der 7. Minute brechen die Gäste zum 2. Male durch. Schmidt rast mit dem Ball davon, die Räschener Verteidigung hinter sich lassend. Matschke läuft ihm entgegen. Ein kurzer Zweikampf, und der Ball rollte ins leere Tor. Wieder ist der Platzbesitzer im Angriff. Schuss auf Schuss erfolgt. Die 1. Ecke für Alemannia bringt nichts. Einmal ist Ruhland wieder durch, aber Wolfs Flanke landet hinten. Nach 20 Minuten eröffnet Hertrich den Torreigen. Noch in derselben Minute erhöht Strobel auf Flanke von Jurk. Freistehend schießt Matuschek den 3. Treffer. Demselben gelingt noch vor der Halbzeit nach Zuspiel von Kuharsky das 4. Tor. Mit dem Halbzeitpfiff kann Schmidt einen sauberen Torschuss anbringen, den Matschke aber unschädlich macht.

Dann geht das Toreschießen weiter. Mit dem Anstoß sitzt durch Kuharsky der 5. Treffer. Bald sind fast sämtliche Spieler vor dem Germaniator zusammengedrängt. Der Ball wird auf und an der Torlinie hin und her gestoßen. Endlich bekommt der Tormann den Ball. Abstoß und schon ist Schmidt mit dem Leder am gegnerischen Strafraum. Matschke hält den Schuss allerdings. Aber der Ball springt aus den Händen ins eigene Tor. Germania hat nach der Pause den Tormann gewechselt, der nun zum 6. und 7. Male das Leder aus dem Netz holen muss. Matuschek war der Torschütze. Nach tadelloser Abwehr des Gästetorwarts ist durch Nachschuss von Lehmann das 8. Tor fertig und Jurk beschließt den Torsegen mit Nr. 9. In den letzten Minuten wäre dem unermüdlichen Schmidt um ein Haar noch ein Erfolg geglückt; nur einige Zentimeter neben dem Pfosten rollt die Kugel ins Aus.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Hertig (20.min.)

2:1 Strobel, G. (20.min.)

3:1 Matuschek

4:1 Matuschek

5:1 Kuharski (46.min.)

6:2 Matuschek

7:2 Matuschek

8:2 Lehmann, B.

9:2 Jurk, R.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

Punktspiel der Gauliga Senftenberg am 02.02.1930

SC Hertha 1915 Hörlitz - FC Alemannia Großräschen 5:3 (3:2)

Hertha Hörlitz errang im letzten Spiel auf eigenem Platze gegen die Räschener Alemannen einen sicheren Sieg von 5:3. Das Treffen stand bei Halbzeit 3:2. Bei der in ansprechender Form befindlichen Spielweise der Hörlitzer kam der Sieg durchaus erwartet und völlig verdient.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 23.02.1930

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Calau 4:2

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 09.03.1930

VfB Klettwitz 1913 - FC Alemannia Großräschen 6:2

Das Ligatreffen entschieden die Platzbesitzer für sich. Das 6:2 ist reichlich hoch, aber leider hatten die Räschener nur 6 Ligaleute mitgebracht. Das ist etwas bedauerlich, denn sonst hätte man ein Spiel mit mehr ausgeglichenen Leistungen zu sehen bekommen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 30.03.1930

SC Corona 1910 Neupetershain - FC Alemannia Großräschen 5:2

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 13.04.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker Naundorf 3:1

Mit seinen 3 Mannschaften weilte der Sportclub Wacker Naundorf am vergangenen Sonntag bei Alemannia Räschen zu Gaste. Eine ansehnliche Zuschauerzahl hatte sich eingefunden, um den Liganeuling Naundorf kenn zu lernen. Als der Schiedsrichter Nakoinz gegen 1/25 Uhr den Ball frei gibt, sieht man Naundorf in stärkster Besetzung mit einer sehr kräftigen Mannschaft antreten. Räschen stellte Ersatz ein für seinen Mittelläufer Lehmann und war die Räschener Mannschaft den stabilen Naundorfern körperlich um Klassen unterlegen. Jedoch die bessere Technik und Spielerfahrung trat bei den Räschenern mehr hervor und dank dieses Vorteiles konnte auch Räschen diesen verdienten 3:1-Sieg landen. Die Naundorfer Mannschaft hat eine gute Verteidigung und Läuferreihe, wo besonders der Mittelläufer auffiel. Dagegen konnte der Sturm von den Naundorfern bei der Räschener Hintermannschaft nicht vorbei; die Verteidigung Jurk-Hildebrandt wehrte gut ab und eine besonders gute Figur gab der jugendliche Torwächter Erm ab.

Das erste Tor erzielte Räschen durch ein Selbsttor von Naundorf. Bald jedoch kann Naundorf durch einen Strafstoß den Ausgleich erzielen. Räschen erringt wiederum die Führung durch ein 2. Tor und ein 3. Treffer stellt das Schlussergebnis von 3:1 fest, was dem Spielverlauf nach auch angebracht ist.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Eigentor

2:1

3:1

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Nakoinz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 20.04.1930

FC Alemannia Großräschen - Hertha BSC Berlin (1. Senioren) 5:6

Hertha BSC I in Großräschen

 

Alemannia Großräschen hatte am 1. Osterfeiertag einen großen Tag. Der Vereinsleitung war es gelungen, eine Mannschaft aus der Reichshauptstadt zu verpflichten. Der Name verfehlte seine Zugkraft nicht; und so hatten sich ca. 700 Zuschauer eingefunden, als Peikert-Petershain den Ball um 1/24 Uhr freigab. Wilde begrüßte kurz die Gäste und überreichte ihnen einen Blumenstrauß. Hertha dankte durch Gegengabe eines Wimpels in ihren Farben blau-weiß.

Berlin spielt zuerst mit dem Winde gegen die Sonne. Vom Anstoß an zuerst langsames Abtasten beiderseits, man sucht nach den schwachen Stellen in den Mannschaften. Räschen ist sofort gut in Fahrt, kann aber nicht verhindern, dass die Gäste in der 8. Minute die Führung übernehmen. Der Räschener Angriff endet mit dem Ausgleich. Strobel flankt zur Mitte und Kschiwan verwandelt durch Kopfball unhaltbar. Die erste Gäste-Ecke ergebnislos. Trotzdem ist eine leichte Überlegenheit der Platzbesitzer unverkennbar. Ein weiterer sehr gut eingeleiteter Vorstoß bringt ihm das 2. Tor. Strobel schießt aus halblinker Stellung durch kräftigen Flachschuss ein. Räschens 1. Ecke! In der 18. Minute, also innerhalb 10 Minuten, fällt auch noch das 3. Tor durch Kschiwan; bei einem Duell des Berliner Tormanns bleibt er Sieger. Berlin kommt zu zwei weiteren Ecken, muss sich jedoch noch ein 4. Tor gefallen lassen. Wieder hat der Gästetormann sein Haus verlassen. Männe setzt die Kugel in den leeren Kasten. Es wird auch manchmal im Räschener Strafraum brenzlig, doch die Verteidigung ist auf dem Posten, und so reicht es wieder nur zu zwei Ecken für Berlin. Fünf Minuten vor Halbzeit muss der Mittelläufer Homann verletzt das Spielfeld verlassen und erscheint auch nach der Pause nicht mehr, so dass Räschen in der 2. Hälfte das Spiel mit 10 Mann fortsetzt.

Nach einer Pause geht der interessante Kampf weiter und Alemannia ist zunächst noch tonangebend. Der Rechtsaußen versiebt eine sichere Torchance. Das Fehlen des 11. Manns macht sich bemerkbar. Die Gäste gewinnen leicht die Oberhand. Eine Berliner Ecke köpft der Mittelläufer zum 2. Tore ein. Auf dieselbe Weise entsteht das 3. Tor für Berlin. Diesmal verwandelt der Mittelstürmer. Durch einen Strafstoß stellt derselbe in der 30. Minute den Gleichstand her. Ein hartes Ringen setzt jetzt um die Führung ein. Diese kann Alemannia zunächst noch einmal an sich bringen. Der Tormann ist wieder aus dem Tor herausgelaufen, und Strobel stellt auf 5:4. Noch sind 10 Minuten zu spielen, doch die Alemannen haben sich zu sehr verausgabt und sind ganz und gar abgekämpft. Im Endspurt erzielt Hertha dann noch durch den Rechtsaußen das 5. und 6. Tor.

Alemannia spielte in der 1. Halbzeit einen Fußball, wie sie ihn schon lange nicht gespielt haben. Die Mannschaft war bis auf den Rechtsaußen, der etwas abfiel, sehr gut besetzt, trotzdem Lehmann und Hertrich fehlten. Die Verteidigung nach der Pause nicht so gut wie vorher.

Die Berliner stellten eine körperlich und technisch gute Mannschaft dar. Die Leistungen waren aber nicht höher, wie die unsrer Gauligamannschaften. In der 1. Halbzeit vermisste man fast ganz und gar den Torschuss. Der Tormann spielte sehr leichtsinnig; er brachte daher auch 2-3 Tore auf sein Konto.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Kschiwan, H.

2:1 Strobel, G.

3:1 Kschiwan, H.

4:1 Kschiwan, H.

5:4 Strobel, G.

 

Zuschauer: 700


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 27.04.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Corona 1910 Neupetershain 5:4

Gleich vom Anstoß aus ging es ganz lustig zu. Räschen liegt im stetigen Angriff. Eine Überlegenheit des Platzbesitzers ist unverkennbar. In der 4. Minute kann auch schon Müller durch ein Missverständnis der gegnerischen Verteidigung seinem Verein die Führung geben. Im weiteren Spiel bleibt Räschen tonangebend. Die Corona-Verteidigung hat ein großes Pensum Arbeit zu verrichten. Bei einem erneuten Vorstoß kann Räschen durch Strobel das 2. Tor erzielen (22. Min.). An diesem Tor hat der Corona-Torhüter alleinige Schuld. Anstatt den Ball mit den Händen zu fangen, nimmt er unverständlicherweise den Fuß, verfehlt natürlich, und im Netz landet die Kugel. Nun erst scheint sich Petershain besonnen zu haben, dass hier Fußball gespielt wird, denn ihre Angriffe werden nun mit größerer Energie vorgetragen. Aber trotzdem können sie nicht verhindern, dass Hertrich im Alleingang das 3. Tor für seine Farben erzielen kann (38. Min.). Kurz vor Halbzeit kann dann Scheppin auf Vorlage des vorzüglichen Mittelläufers das erste und schönste Tor des Tages durch Kopfball im Sprung für Corona erzielen.

In der zweiten Halbzeit hatte Corona umgestellt. Peikert, der in der ersten Halbzeit als Verteidiger spielte, sah man jetzt im Sturm. Seine Stellung nahm Seifert ein. Und siehe da, die Umstellung war von Erfolg gekrönt. In den Coronasturm kam mehr Leben. Trotzdem kann aber Räschen durch einen Fehler des Corona-Tormanns dennoch das 4. Tor erzielen. Diesmal war Noack der Torschütze (55. Min.). Corona spielt nun eifriger als sonst, um das Resultat günstiger zu stellen. Und es gelingt. In der 63. Minute kann Peikert, wiederum durch Vorlage des Mittelläufers, für Corona das 2. Tor durch Kopfball erzielen. Kaum sind zwei Minuten vergangen, kann der Halblinke von Corona durch Fehler von Jurk das 3. Tor erzielen. Die Räschener spielen nun etwas zerfahren, hauptsächlich ist es die Verteidigung, die vor dem Tore manche Kerze fabriziert. In der 68. Minute ist es wiederum Peikert, der für seinen Verein das 4. Tor erzielen kann. In der 70. Minute verschießt Corona einen Elfer. Auch hier war die Räschener Verteidigung nicht ganz schuldlos. Räschen kämpft nun zähe auf Sieg. Corona spielt auf Verteidigung und beschränkt sich nur auf vereinzelte Durchbrüche, und das wurde zum Verhängnis. Kurz vor Schluss erzielt dann Räschen aus einem Gedränge das 5. und letzte Tor. Eckenverhältnis 4:3 für Räschen.

Überragende Leistungen sah man bei Räschen nicht. Das Schlussdreieck zeitweise reichlich unsicher. In der Läuferreihe Lehmann der beste Mann. Im Sturm Strobel der beste. Hertrich muss die Bälle viel schneller abgeben, sein zu langes Halten verdirbt manche Chance. Bei Corona spielt der jugendliche Torhüter zu leichtsinnig. Pflicht ist es für den Tormann, den Ball nach Möglichkeit mit den Händen zu fassen. In der Verteidigung war der linke der bessere. Peikert in der Verteidigung auf verlorenem Posten. In der Läuferreihe war der Mittelstürmer der beste. Er überragte alle seine Mitspieler. Der Sturm in der zweiten Halbzeit besser als in der ersten. Schiedsrichter Ballus leitete zufriedenstellend.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Müller (04.min.)

2:0 Strobel, G. (22.min.)

3:0 Hertig (38.min.)

4:1 Noack, K. (55.min.)

5:4 

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 11.05.1930

SpVgg Calau - FC Alemannia Großräschen 2:2

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 25.05.1930

SC Wacker Naundorf - FC Alemannia Großräschen 4:1

Naundorf beginnt, sofort ist auf beiden Seiten ein sehr scharfes Tempo zu sehen und verhängnisvolle Momente werden schnell geklärt. Bei einem Vorstoß der Naundorfer rettet Lehmann in höchster Not. Auf der anderen Seite ist es Jahn, der einen schönen Schuss anbringen kann, aber der noch schöner vom Wacker-Torwächter gehalten wird. Im weiteren Spiel ist Wacker tonangebend. Schuss auf Schuss rollt auf das Räschener Heiligtum, doch immer wieder rettet der unverwüstliche Lehmann, oder die Schüsse werden eine Beute des Torhüters. Naundorf erzwingt zwei Ecken. In der 12. Minute wird eine zum ersten Tor für Naundorf eingedrückt. Nach Wiederanstoß sind die Gäste periodenweise im Vorteil, doch ihr Sturm spielt gänzlich zerfahren. Die todsichersten Sachen werden ausgelassen. Der Innensturm ist eine Katastrophe. Selbst Hertrich versagt ganz. Dagegen werden die Wackerleute immer besser. Fest steht die Läuferreihe, an ihrer Spitze Schubert, an dem nicht vorbei zu kommen ist. In der 34. Minute fällt dann das zweite Tor für Naundorf, wiederum durch Eckball. Sauber wurde die Ecke herein gegeben, der Gästetormann faustet nicht weit genug weg und der Nachschuss sitzt. Im weiteren Verlauf verpasst der Gästesturm durch seine uneinheitliche Zusammensetzung große Chancen, während das Quintett des Platzbesitzers viele Bälle auf das Tor feuert. In der 43. Minute verwandelt dann Lehmann einen Elfmeter zum Ehrentor.

In der zweiten Halbzeit hatte man sich von Räschen mehr versprochen, zumal sie jetzt den Wind als Bundesgenossen hatten, doch das Gegenteil traf ein, Räschen spielte noch schlechter als zuvor. Selbst Lehmann wurde hinten unsicher. Die Naundorfer ziehen mächtig los, vorher hat noch der Wackertormann einen schönen Schuss von Hertrich unschädlich gemacht, und geben die gesamte weitere Spielzeit nicht mehr aus der Hand. Ein guter Kombinationszug bringt den Wackerleuten durch ihren Rechtsaußen das dritte und schönste Tor des Tages. Die bessere Ballbehandlung und Körperbeherrschung der Naundorfer ist heute unverkennbar. Auf der ganzen Linie dominieren sie im Zerstörungs- und Zusammenspiel. Schubert reißt immer wieder seinen Sturm nach vorn. Einen dreißig Meterschuss von ihm kann der Gästetormann nur mit Mühe abwehren. Räschen ist nun ganz zusammengeklappt, da sie das scharfe Tempo nicht durchhalten. In der 70. Minute kann der Mittelstürmer das 4. Tor für seine Farben buchen. Räschen stellt um. Auf beiden Seiten wird nichts mehr erzielt. Eckenverhältnis 8:4 für Naundorf. Schiedsrichter Ballus leitete gerecht.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

2:1 Lehmann, B. (43.min.) (Elfmeter)

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 08.06.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Germania Berlin-Falkensee 2:2

Durch Vermittlung des Sportvereins Hoyerswerda war es der Vereinsleitung vom F. C. Alemannia gelungen, die 1. Mannschaft vom S. C. Germania Berlin-Falkensee für den 1. Feiertag zu einem Spiel nach Großräschen zu bekommen. Berlin-Falkensee enttäuschte, insofern wir sie als spielstärker erwartet haben. Als Ballus-Klettwitz gegen 4 Uhr nachmittags den Ball frei gab, sah man bei Räschen die alte Aufstellung, nur der Mittelläufer Lehmann fehlte. Germania Falkensee aber trat, nach Aussage ihres Begleiters, mit ihrer stärksten Vertretung an. Aber auf beiden Seiten wurden keine großen Leistungen vollbracht, so dass das Spiel mitunter eintönig wirkte. Gleich zu Beginn geht Räschen in Führung und kann auch den Vorsprung bis nach der Pause halten. Germania Falkensee gleicht dann aus und geht sogar durch ein 2. Tor in Führung. Kurz vor Schluss verhängt Ballus wegen Hand im Strafraum einen Elfmeter für Räschen und wird dieser, nachdem der Stoß wiederholt werden muss, zum Ausgleich verwandelt.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0

2:2 (Handelfmeter)

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 09.06.1930

SC Eintracht 1910 Königs Wusterhausen - FC Alemannia Großräschen 5:5

Am 2. Feiertag morgens gegen 1/26 Uhr rollten die Räschener per Auto mit drei Mannschaften nach Berlin, vom herrlichen Wetter begleitet. Die Stimmung wurde schon dadurch gehoben, als der Wettergott uns das schönste Sommerwetter bescherte. Die erste Station wurde in Lübben gemacht und nach einstündigem Aufenthalt an der Spree ging es weiter ohne Aufenthalt bis nach Königswusterhausen. Unterwegs hatten wir verschiedentlich Gelegenheit, die märkischen Seen zu bewundern und als schließlich gegen 1/210 Uhr vormittags die Funktürme von Königswusterhausen gesichtet wurden, wuchs die Stimmung ins unendliche.

Am Ziel angelangt, wurden die Räschener von den Eintrachtleuten am Bahnhofshotel Königswusterhausen empfangen. Nach kurzer Ruhepause fand ein Spaziergang durch Königswusterhausen und Besichtigung der Funkanlagen statt, für die Radiohörer von größtem Interesse, die berühmten Funktürme in aller Nähe zu sehen.

Eine ansehnliche Zuschauermenge hatte sich eingefunden, als die beiden Spitzenmannschaften den Platz betraten. Räschen trat ohne Lehmann und Jurk an, dafür aber spielte Männe Kschiewan mit. Die Eintracht-Mannschaft trat in bester Garnitur auf den Plan und legte auch gleich ein mörderisches Tempo vor, so dass nach halbstündigem Spiel die Räschener schon 3:0 geschlagen waren. Aber Räschen findet sich immer besser, kann aber nicht verhindern, dass Königswusterhausen sogar ein 4. Tor durch Selbsttor der Räschener erzielt. Das wird nun doch den Alemannen zuviel und Männe reißt seinen Sturm immer wieder nach vorn, bis es gelingt, durch Hertig ein Tor aufzuholen. Bald darauf ist Halbzeit.

Nach der Pause setzten sich die Räschener sofort wieder in des Gegners Hälfte fest und bald ist sogar, durch wunderbare Tore der Räschener Stürmer, der Ausgleich herbeigeführt. Königswusterhausen war seinem eigenen Tempo vor der Pause zum Opfer gefallen. Eine kleine Schwächeperiode macht sich auch bei den Räschenern bemerkbar und es gelingt den Eintrachtleuten, mit 5:4 Toren in Führung zu gehen. Noch sind 10 Minuten zu spielen; wird den Räschenern noch der Ausgleich gelingen, das waren bange Fragen des Räschener Häufleins. Der Sturm arbeitet sich immer wieder nach vorn, aber schöne Chancen werden durch Abseits verdorben. Endlich in der letzten Minute erhält Männe den Ball, bricht durch, gibt noch mal ab und kann im Anschluss daran wunderbar zum Ausgleich einsenden. Der Jubel der Räschener ist groß und der Schlusspfiff des sehr guten Berliner Schiedsrichters trennt beide Parteien.

Das Spiel in Königswusterhausen konnte wahre Begeisterung erwecken und stand in keinem Vergleich zu dem Spiel am ersten Tage gegen Berlin-Falkensee, da beide Mannschaften sich einen spannenden Kampf von anfang bis Ende lieferten.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

4:1 Hertig

4:2

4:3

4:4

5:5 Kschiwan, H. (90.min.)

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: ? (Berlin)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 15.06.1930

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1924 Annahütte 2:2

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Es gibt wieder SVG Schals!

Ihr wollt bei uns kicken?

Hier geht's zu den Teams und der Anmeldung.

Wir danken:

Besucher seit 03/2012

Druckversion | Sitemap
© SV Großräschen e. V. - Abteilung Fußball - 2012