Saison 1930/31

 

FC Alemannia Großräschen

Liga: Gauliga Senftenberg

 

Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt in der Vorsaison setzte die Vereinsleitung des FC Alemannia Großräschen konsequent den Verjüngungskurs bei der I. Mannschaft fort. Einen ersten schönen Erfolg konnte die junge Truppe beim Sportfest des im Sommer 1930 gegründeten zukünftigen Lokalrivalen FC Ilse 1930 (Bückgen, später Großräschen-Süd) feiern, als man sich beim Fußballturnier gegen den Gauliga-Rivalen Hertha Hörlitz mit 3:1 (Halbfinale) und anschließend gegen die Gastgeber mit 3:2 nach Verlängerung (Finale) durchsetzte und somit Pokalsieger wurde. Trotz des Erfolges sah der "Senftenberger Anzeiger" die Mannschaft trotzdem als gefährdet in Sachen Klassenerhalt an. Und diese Prognose sollte sich zunächst leider bewahrheiten. In einer chaotischen Saison, bedingt durch einige sportgerichtliche Entscheidungen, startete der FC Alemannia Großräschen mit drei Niederlagen am Stück. Der Auftaktpleite zu Hause gegen Annahütte (1:2) folgten zwei Dämpfer beim Aufsteiger Neupetershain (1:3) und eine deftige Niederlage mit 1:5 beim BV Zschipkau. Damit fand man sich am Tabellenende wieder. Am 4. Spieltag ging es demnach gegen den zweiten Aufsteiger SC Wacker Naundorf schon um sehr viel. Diese standen zu diesem Zeitpunkt auf dem vorletzten Platz, hatten allerdings erst eine Partie absolviert, welches 2:2-Unentschieden beim VfB Senftenberg endete. Gegen körperlich überlegene Gäste siegte am Ende aber die spielerische Qualität der Alemannen und mit dem 4:2 war der erste Doppelpunktgewinn unter Dach und Fach. Nun folgte ein goldener weil äußerst erfolgreicher Oktober 1930. Beim Meisterschaftsfavoriten VfB Klettwitz gelang am 19. Oktober ein sensationell anmutender 4:2-Sieg. Der erste Pflichtspielsieg in Klettwitz überhaupt! Veredelt wurde dieses tolle Erlebnis mit einem weiteren Auswärtssieg - 3:1 beim aktuellen Tabellenführer Hertha Hörlitz hieß es eine Woche später. Mit diesen drei Erfolgen glückte der Sprung auf Tabellenplatz 4. Ein Indiz, wie eng es in dieser Saison in der Gauliga Senftenberg zuging. In den Folgewochen wandelte sich der FC Alemannia Großräschen zum Remis-Spezialisten (0:0 gegen den VfB Senftenberg, 2:2 gegen Neupetershain und 2:2 beim Rückspiel in Annahütte). Es waren aber trotzdem weitere drei Pluspunkte, die hier auf das Konto kamen und bereits nach dem 9. Spieltag konnte man im Großräschener Lager zufrieden konstatieren, dass der Kampf um den Klassenerhalt erneut erfolgreich verlief. Am Tabellenende verlor nämlich allmählich der SC Corona 1910 Neupetershain die Bindung zum Mittelfeld und rutschte ordentlich ab. Dann griff zum ersten Mal die Sportgerichtsbarkeit ein und sorgte mit Punktabsprüchen gegen Hertha Hörlitz dafür, dass sie statt mit 8:8 Punkten im Mittelfeld- urplötzlich mit 0:18 Punkten ans Tabellenende rutschten. Zwar gingen die Hörlitzer gegen dieses Urteil in Berufung, die Verhandlung darüber folgte aber erst am 17.01.1931. Trotz dieser Unklarheiten ging die Saison aber weiter. Nach einem spielfreien Wochenende am 23. November setzte es für den FC Alemannia Großräschen eine Woche später auf dem gefürchteten Platz des SC Wacker Naundorf eine empfindliche 0:5-Schlappe, der dann eine 1:2-Niederlage zu Hause gegen den zu diesem Zeitpunkt wieder klar auf Meisterschaftskurs befindlichen VfB Klettwitz folgte. Das bedeutete nach dem 12. Spieltag das Abrutschen auf Tabellenplatz 6. Man hatte aber trotzdem noch vier Punkte Vorsprung vor dem Vorletzten Neupetershain. Kurz vor Weihnachten war dann noch der durch die Punktabzüge doch arg außer Tritt gekommene Letzte, Hertha Hörlitz, auf dem Alemannen-Sportplatz zu Gast und musste nach einer unterirdischen Partie von beiden Seiten mit einer 1:2-Niederlage wieder nach Hause fahren. Da der Gaumeister bis zum Jahresende ermittelt sein musste, kam der Spielausschuss nun allmählich in Terminnot. Zwei Mannschaften hatten noch realistische Aussichten auf den Titel - der VfB Klettwitz und der BV Zschipkau - die beide mit jeweils vier Negativpunkten an der Tabellenspitze standen. Am 14.12.1930 trafen die Kontrahenten in Zschipkau zum ersten Mal auf einander, wo der VfB Klettwitz mit 4:2 die Oberhand behielt. Bereits eine Woche später folgte das Rückspiel in Klettwitz. Und auch hier siegte der Gastgeber mit 3:1. Damit war eine gewisse Vorentscheidung in der Meisterschaftsfrage gefallen, aber rechnerisch war der VfB eben noch nicht durch. Somit mussten beide Parteien zwischen den Feiertagen am 28.12.1930 erneut ran. Während sich Klettwitz mit einem 4:2 in Naundorf weiterhin keine Blöße gab, verlor Zschipkau in Annahütte erneut (1:4). Damit krönte sich der VfB Klettwitz 1913 kurz vor dem Jahreswechsel zum neuen Meister des Gaues Senftenberg. Am Tabellenende ging es aber äußerst spannend weiter. Ebenfalls am 28.12. fand der Abstiegsgipfel (Nachholespiel) zwischen Corona Neupetershain (Vorletzter) und Hertha Hörlitz (Letzter) statt, den Neupetershain klar mit 5:1 gewann. Diese konnten somit ihren Vorsprung auf 7 Punkte ausbauen. Als sich beide Mannschaften nur zwei Wochen später im regulären Rückspiel erneut duellierten, endete die Partie 4:4-Unentschieden. Kurz darauf annullierte das Sportgericht in der Berufungsverhandlung das Ersturteil und sprach den Hörlitzern alle aberkannten Pluspunkte wieder zu. Damit änderte sich die Konstellation am Tabellenende schlagartig. Hertha Hörlitz rückte nun, bei einem ausgetragenen Spiel mehr, auf den vorletzten Platz, während Neupetershain ohne eigenes zutun die rote Laterne übernehmen musste. Hörlitz wusch gleich scharf nach und gewann überraschend klar mit 5:0 gegen Wacker Naundorf und vergrößerte den Vorsprung auf 3 Pluspunkte, musste nun aber noch die beiden restlichen Spiele von Neupetershain abwarten, in denen sie bei zwei Siegen doch noch an Hörlitz hätten vorbeiziehen können. Daraus wurde aber nichts, denn am 8. Februar 1931 unterlag man zu Hause dem VfB Senftenberg mit 0:1 und gab sich anschließend als Tabellenschlusslicht geschlagen.

In der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga machte es der VfB Klettwitz dem SV Hoyerswerda aus der Vorsaison nach, gewann souverän alle Spiele und stieg als zweiter Vertreter des Gaues Senftenberg zur höchsten Lausitzer Spielklasse auf. Jubel wegen dem Aufstieg gab es aber nicht nur in Klettwitz sondern auch in Neupetershain, die den nun extra freigewordenen Ligaplatz zugesprochen bekamen und somit doch noch in der Gauliga verblieben. Den zweiten freien Platz erkämpfte sich sportlich der SC Germania 1910 Ruhland. Sie blieben in der 1. Gauklasse die ganze Meisterschaft über das Non plus Ultra und kehrten nach überlegen gewonnener Meisterschaft ebenfalls in die Gauliga zurück.

Nach der Meisterschaft, die für den FC Alemannia Großräschen bereits am 18.01.1931 endete, bestritt die Mannschaft noch insgesamt 16(!!!) Gesellschaftsspiele (heute würde man dazu Freundschaftsspiele sagen). Dabei setzte die Vereinsleitung, einen Trainer gab es zu dieser Zeit noch nicht, erneut eine Vielzahl von Nachwuchsleuten ein, um sie an höhere Aufgaben heranzuführen. Sicherlich ein richtiger Schritt auch wenn der ein oder andere Berichterstatter dies aus Kurzsichtigkeit einige Male ins Negative zog.

 

Trainer: /

 

Spiele:

03.08.30 TS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz 0:1
17.08.30 TS

Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz

(Sportfest FC Ilse 1930, Halbfinale)

3:1
17.08.30 TS

FC Ilse 1930 - Alemannia

(Sportfest FC Ilse 1930, Finale)

2:3 n.V.
31.08.30 TS Alemannia - VfB Klettwitz 1913 2:3
14.09.30 MS Alemannia - SVgg 1924 Annahütte 1:2
21.09.30 MS SC Corona 1910 Neupetershain - Alemannia 3:1
05.10.30 MS BV Zschipkau - Alemannia 5:1
12.10.30 MS Alemannia - SC Wacker Naundorf 4:2
19.10.30 MS VfB Klettwitz 1913 - Alemannia 2:4
26.10.30 MS SC Hertha 1915 Hörlitz - Alemannia 1:3
02.11.30 MS Alemannia - VfB Senftenberg 1910 0:0
09.11.30 MS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 2:2
16.11.30 MS SVgg 1924 Annahütte - Alemannia 2:2
23.11.30 MS Alemannia - BV Zschipkau verlegt
30.11.30 MS SC Wacker Naundorf - Alemannia 5:0
07.12.30 MS Alemannia - VfB Klettwitz 1913 1:2
14.12.30 MS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz 2:1
28.12.30 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia ausgef.
04.01.31 MS Alemannia - BV Zschipkau 3:2
11.01.30 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia ausgef.
18.01.30 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia 3:2
08.02.31 TS Alemannia - SpVgg Calau ausgef.
08.03.31 TS SC Hertha 1915 Hörlitz - Alemannia 5:0
15.03.31 TS Alemannia - FC Ilse 1930 3:5
22.03.31 TS Alemannia - SpVgg Calau 2:5
29.03.31 TS Alemannia - SC Germania 1910 Ruhland 1:1
05.04.31 TS SpVgg 1908 Bockwitz - Alemannia 9:2
06.04.31 TS SC Spremberg 1896 - Alemannia 3:2
12.04.31 TS FC Ilse 1930 - Alemannia 6:3
19.04.31 TS SC Germania 1910 Ruhland - Alemannia ausgef.
26.04.31 TS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 1:2
10.05.31 TS Alemannia - SC Wacker Naundorf 2:0
14.05.31 TS SC Germania 1910 Ruhland - Alemannia 1:4
17.05.31 TS SC Corona 1910 Neupetershain - Alemannia  
24.05.31 TS Alemannia - SpVgg 1908 Bockwitz 2:5
07.06.31 TS SC Wacker Naundorf - Alemannia 1:0
14.06.31 TS Alemannia - SC Vetschau 3:0

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
01. VfB Klettwitz 1913 14 49:26 22:6
02. VfB Senftenberg 1910 14 22:18 16:12
03. SVgg 1924 Annahütte 14 30:30 16:12
04. BV Zschipkau 14 31:29 14:14
05. FC Alemannia Großräschen 14 26:32 13:15
06. SC Wacker Naundorf 14 29:39 12:16
07. SC Hertha 1915 Hörlitz 14 27:32 11:17
08. SC Corona 1910 Neupetershain 14 27:35 8:20

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Statistiken und Spielberichte

FC Alemannia Großräschen

Testspiel am 03.08.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz 0:1

Die Gäste erscheinen in ihrer z. Zt. stärksten Aufstellung. Die Hauptwaffe war bei ihnen das Schlussdreieck mit Lehmann, Thieme in der Verteidigung und Hummel im Tor. Die Läuferreihe war einigermaßen gut besetzt. Der Sturm hatte nicht die Schießstiefel mitgebracht. Er stieß allerdings auch auf eine starke Verteidigung. Bei Alemannia war ebenfalls die Hintermannschaft der beste Teil der Mannschaft. Mittelläufer Homann ist immer noch der alte im Aufbau sowie im Zerstörungsspiel. Im Sturm waren Strobel und Hertrich die besten Leute. Müller, halbrechts, verpasste mehrere gute Torchancen.

Hertha hat Anstoß, kommt sofort vors Räschener Tor und erzielt die erste Ecke. Dasselbe sieht man am Hertha-Tor, auch hier ist die erste Ecke fällig. Hertrich lässt einen guten Schuss aufs Tor ab, doch der Linksaußen steht abseits. Nochmal setzt derselbe Spieler den Ball dicht neben den Pfosten ins Aus. Hörlitz geht zum Angriff über, hier verpasst Heink knapp das Ziel. Hart wird auf beiden Seiten um die Führung gekämpft. Hummel meistert einen sauberen Schuss von Strobel. Die Halbzeit rückt immer näher, als den Gästen ein sicherer Erfolg winkt. Kruczona und Nowack haben sich gut durchgespielt, doch Hildebrand rettet im letzten Augenblick.

Ohne Pause werden die Seiten gewechselt. Längere Zeit drückt Alemannia beängstigend. Hertha kommt aus der eigenen Hälfte nicht heraus. Müller kann eine Vorlage von links nicht verwerten, obwohl er frei vor dem Tor steht. So geht auch diese Chance vorüber. Nach zwei weiteren ergebnislosen Ecken schießt derselbe Spieler an den Pfosten. Der Platzbesitzer lässt 10 Minuten vor Schluss merklich nach, und diese Periode weiß der Gästesturm geschickt auszunutzen. Bei einem Durchbruch kann König dann den Siegestreffer anbringen. Hörlitz bleibt weiter im Vorteil, und Jurk mit Hildebrand haben alle Hände voll zu tun, um weitere Erfolge zu verhindern. In den beiden letzten Minuten versucht Räschen nochmal wenigstens auszugleichen, doch alles ist umsonst. Die Mannschaften waren ungefähr gleichstark. Man muss allerdings berücksichtigen, dass Alemannia ohne Lehmann und ohne Kschiwan antrat, also zwei ihrer Besten fehlten. Als Schiedsrichter amtierte Peickert-Neupetershain. Er müsste sich mehr Respekt verschaffen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peickert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

 

Turnier des FC Ilse 1930 - Halbfinale am 17.08.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz 3:1

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Turnier des FC Ilse 1930 - Finale am 17.08.1930

FC Ilse 1930 - FC Alemannia Großräschen 2:2; 2:3 n.V.

Das Haupt- und Schlussspiel des Tages brachte die beiden Nachbarvereine Räschen und Ilse zusammen. Räschens Liga hatte ihre stärkste Mannschaft zur Stelle. Von Anfang an legten sich beide Parteien mächtig ins Zeug, beide kämpften auf Sieg. Räschen kann es nicht verhindern, dass auch hier Ilse in Führung geht. Bis zur Pause gelingt es Räschen, gleichzuziehen. Nach der Pause wurde das Tempo noch schärfer. Ilse reißt wieder die Führung an sich. Vor dem Ilse-Tor wiederholt beängstigende Momente, doch was die Verteidigung nicht bewältigt, wird sichere Beute des ruhig arbeitenden Tormanns. Vor Schluss bekommt Räschen einen Elfmeter zugesprochen, der zum Ausgleich verwandelt wird. Erst nach Verlängerung kann Räschen den siegbringenden Treffer anbringen und so als glücklicher Gewinner des Ehrenpreises den Platz verlassen. Beide Mannschaften waren gleichwertig. Nur weiter so, ihr Ilse-Sportler!

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1

2:2 (Elfmeter)

2:3

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 31.08.1930

FC Alemannia Großräschen - VfB Klettwitz 1913 2:3

Knapper Erfolg der Klettwitzer in Räschen

 

Jetzt stieg das Hauptspiel der Ligamannschaften. VfB war mit kompletter Verbandsmannschaft erschienen. Am schlechtesten konnte hier der Torwächter Hamann gefallen. Von den wenigen Bällen, die er während der ganzen Spielzeit zu halten bekam, ließ er noch zwei durch. Diese beiden Tore schoss ausgerechnet der schlechteste Mann im Räschener Sturm. Die übrigen VfB.er waren gut bis auf den Rechtsaußen, der vor dem Tore ruhiger werden muss. Der Sturm zeigte ein gutes Kombinationsspiel mit gesunden Torschüssen. Alemannia trat ohne Lehmann, Hertrich, Kschiewan, Neumann und Jahn an. Der Rechtsaußen spielte schon vorher bei der 1. Mannschaft mit, er konnte sich daher auch nicht richtig entfalten. Müller als Mittelläufer war recht gut aufgelegt, besonders seine Kopftechnik musste man oft bewundern. Die Verteidigung mit Hildebrand und Drogla kam erst in der zweiten Hälfte richtig in Schwung. Außerdem muss ihr zu weites Aufrücken bemängelt werden. Auf ihr Konto kommen auch alle drei Tore. Ein besonderes Lob gebührt dem Räschener Tormann Erm, er war eine Klasse für sich. An ihm scheiterten sämtliche Angriffe der Klettwitzer und ihre meisten Schüsse waren gewiss nicht von Pappe.

Alemannia stößt an und erzwingt auch gleich die erste Ecke. Die Gäste schlagen ein ungewöhnlich schnelles Tempo an. Alemannias Verteidiger sind weit aufgerückt, werden überspielt, der Linksaußen flankt zur Mitte und schon sitzt nach einigen Minuten durch Makowiak der erste Treffer. Kurz danach sind die VfB.er wieder vor dem Alemannia-Tor. Ein scharfer Schuss von links springt von Drogla ins eigene Tor. Das 2. Tor ist fertig. Mehrere Male stößt Räschen nun bis zum Tor des Gegners vor. Strobel bringt einen gefährlichen Schuss an, den Hamann sicher wegboxt. Beim nächsten Angriff ist Malocki für Räschen das erste Mal erfolgreich. In den letzten Minuten vor Halbzeit kann Makowiak (halblinks) das 3. Tor schießen.

Nach dem Wiederanstoß klappt es bei Alemannia bedeutend besser, besonders die Verteidigung wird sicherer. Die Gäste gehen ganz aus sich heraus, sie wollen Tore schießen und das Räschener Schlussdreieck hat Riesenarbeit. Einmal verpasst Drogla den Ball und der Rechstaußen von Klettwitz schießt freistehend darüber. Wiederholt lenkt Erm die Bälle über die Latte zu Ecken oder er rettet durch schnelles Herauslaufen. 10 Minuten vor Schluss ist es wieder Malocki, der eine saubere Flanke von Strobel zum zweiten Tor verwandelt. Räschen versucht, wenigstens noch den Ausgleich zu erzielen, doch die Gästeverteidigung verhinderte es. Schiedsrichter Schoradt, Zschipkau, leitete zufriedenstellend.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:2 Malocki

2:3 Malocki (80.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schoradt (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

Erm -

1. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 14.09.1930

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1924 Annahütte 1:2 (0:1)

Zum ersten Verbandsspiel in Räschen erschien der Schiedsrichter Schoradt, Zschipkau, und als er nach 1/24 Uhr den Ball freigab, standen sich folgende Mannschaften gegenüber:

Annahütte: Matschikowsky, Krawattka, Pniok, Hänzka, Eichler, Leske, Herbst, Schmidt, Franke, Schneider, Nitzsche.

Räschen: Erm, Hildebrandt, Noack, Romajtschak, Müller, Neumann, Drogla, Hertig, Jurk, Knobloch, Strobel.

Von beiden Seiten wurde der Kampf sofort mit ungeheurem Tempo durchgeführt. Es war von vornherein klar, dass dieses Tempo nicht durchgehalten werden konnte. Die 13. Minute brachte durch Halbrechts die Führung für Annahütte. Die Räschener Zuschauer werden abergläubisch und prophezeien eine Niederlage, da das Tor ausgerechnet in der 13. Minute fiel! Bis zur Halbzeit ändert sich nichts mehr an dem Resultat.

Nach der Pause begann Räschen mit mächtigem Angriff und Jurk konnte in der 1. Minute den Ausgleich erzielen. Räschen war weiterhin überlegen, aber die schönsten Chancen wurden ausgelassen, so vergab der Mittelstürmer Knobloch ein fast sicheres Tor. Alles erwartete einen unentschiedenen Ausgang. Aber 10 Minuten vor Schluss entspinnt sich ein Streit um den Einwurf. Der Schiedsrichter entscheidet für Annahütte und während Räschens Verteidigung sich mit an der Seitenlinie aufhält, bekam der Innensturm von Annahütte den Ball vorgelegt und konnte mühelos, da nur noch der Torwächter allein auf weiter Flur stand, zum Siegestor einsenden. Annahütte verstärkte seine Hintermannschaft und es blieb so.

Räschen hat verloren, aber die Mannschaft braucht deshalb den Mut nicht sinken zu lassen, denn auf beiden Seiten wurde gut gespielt und ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf entsprechend gewesen.

Annahütte kam mit der stärksten Mannschaft und siegte und zeigte auch ein viel besseres Spiel als bei seinen letzten Kämpfen.
 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 Jurk, R. (46.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schoradt (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, K. Noack, Romaitschak, Müller, Neumann, Drogula, Hertrich, R. Jurk, Knobloch, G. Strobel

2. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 21.09.1930

SC Corona 1910 Neupetershain - FC Alemannia Großräschen 3:1 (2:1)

Räschen trat ohne den tüchtigen Torwächter Erm an. Der Ersatzmann Symansky hielt unter aller Kanone. Zwei Tore hat er auf dem Gewissen. Dem Spielverlauf nach müsste das Spiel für Alemannia gewonnen sein. Von Corona hatten wir in Punkto Spielweise mehr und besseres erwartet. Die Mannschaft spielte am Sonntag ganz zerfahren. Gefallen konnte nur Eis im Tor. Der beste Mann von Corona war Händler. In der ersten Halbzeit spielte er einen prima Läufer. In der zweiten Halbzeit zog man ihn in die Verteidigung zurück, und siehe da, hier entpuppte sich Händler als ein Klasse-Verteidiger. Ihm hat die Mannschaft den Sieg zu verdanken. In der Läuferreihe klappte es ganz schlecht. Selbst der sonst so gute Marquardt spielte unter Form. Noch schlechter spielte der Sturm. Die größten Versager waren die beiden Außenstürmer Pessulat und Kussok. Einigermaßen spielte noch Klein. Noack ist zu unbeweglich, während Scheppan im gegebenen Moment nicht weiß, was er anfangen soll. Bei Räschen klappte es bedeutend besser, doch spielte die Mannschaft mit viel Pech. Das Resultat konnte auch umgekehrt lauten, wenn ihr Ersatztorhüter nur einigermaßen auf dem Posten gewesen wäre. Die Verteidigung war gut aufgelegt, hauptsächlich Hildebrandt schaffte immer wieder mit weiten Schlägen Luft. In der Läuferreihe war Keipus als Mittelläufer gut auf dem Posten. Sein Spiel erinnert an frühere Zeiten. Im Sturm waren Hertig und Jurk die treibenden Kräfte. Ersterer war technisch gut auf der Höhe, während Jurk der schussgewaltige war, doch bei seinen Schüssen von großem Pech verfolgt wurde. Außerdem hatte auch Eis im Coronator einen Glanztag. Drogula und Strobel als Außenstürmer konnten gut gefallen, während Knoblauch etwas abfiel. Als Unparteiischer amtierte Pawlik, Senftenberg.

Petershain eröffnet und mit fabelhaftem Tempo wird die ganze erste Halbzeit gekämpft. Petershain konnte in der ersten Halbzeit ein kleines Plus für sich buchen. In der 15. Minute kommt Corona durch Pessulat auf schöne Vorlage von Händler zum ersten Tor. Dieses Tor musste der Räschener Tormann unbedingt halten. Er hatte den Ball in der Hand und ließ ihn ins Tor fallen. Außerdem war er etwas schlecht postiert. Der Ausgleich lässt aber nicht lange auf sich warten. Der Räschener Mittelstürmer Hertig schießt mit wunderbarem Schrägschuss in der 20. Minute den Ausgleich. Corona ist weiter im Angriff. Wieder sind sie vor dem Räschener Tor. Bei einem Flankenball wird der Tormann bedrängt. Er wirft den Ball aber trotzdem weg, versündigt sich aber an einem Coronastürmer durch Nachschlagen. Den gegebenen Elfmeter verwandelt Klein für Corona.

Die zweite Hälfte gehört ganz den Räschenern. Corona zog ihren guten Läufer Händler in die Verteidigung zurück. Es war einfach bei ihm nicht vorbeizukommen. Jurk lässt eine Bombe los, Eis hält im Liegen. Hertigs Schuss saust dicht am Pfosten vorbei. Corona hat bange Minuten zu überstehen. Endlich in der 68. Minute bietet sich Räschen der Ausgleich in Form eines Handelfmeters. Der scharf getretene Ball wird eine Beute des Torhüters. Aber unentmutigt kämpft Räschen weiter. Nichts will gelingen, trotz der drückenden Überlegenheit. Petershain dagegen hat mehr Glück. Bei einem gut getretenen Eckball kann Klein in der 88. Minute noch ein drittes Tor erzielen. Eckenverhältnis 3:2 für Corona.
 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 Hertrich (20.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Pawlik (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Symansky -

3. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 05.10.1930

BV Zschipkau - FC Alemannia Großräschen 5:1 (2:1)

Zschipkau siegt hoch

 

Beide Mannschaften kämpften mit größtem Eifer. R. Paschke schoss den ersten Treffer. Räschens Tormann zeigte im weiteren Verlaufe glänzende Paraden. Ein Eckball brachte den Ausgleich. Max Bielagk holte das 2. Tor heraus. Nach dem Wechsel blieben die Heimischen glatt überlegen. Die Räschener verdanken es ihrem Tormann, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. R. Paschke schoss noch zwei Tore und Otto Fiebranz gelang es zum fünften Male, erfolgreich zu sein. Die letzte Viertelstunde verlief sehr zahm. Die Räschener waren mit dem Schiedsrichter nicht zufrieden.
 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Pawlik (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

 

4. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 12.10.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker Naundorf 4:2 (1:2)

Wenige gaben den Räschenern eine Chance. Naundorf hatte in seinen bisher ausgetragenen Verbandsspielen stets eine ansprechende Leistung gezeigt und galt daher als Favorit. Aber es sollte diesmal anders kommen.

Als Peikert zur Aufstellung pfeift, sieht man beide Mannschaften mit ihren stärksten Formationen antreten. Bei Räschen wirkte wieder Lehmann als Mittelstürmer mit.

Naundorfs Anstoß wird sofort abgefangen und ein mörderisches Tempo beginnt, wobei sich Räschen schon ein kleines Plus herausarbeitet. Räschens Linksaußen Strobel kann auch alsbald den ersten Erfolg erringen. Naundorf findet sich dann. Das kräftige Verteidigerpaar gibt befreiende Schläge nach vorn. Der Sturm der Rotblusen ist auch nicht von Pappe und aus einem Gedränge heraus vor dem Räschener Tor ist der Ausgleich geschafft. Auf und ab geht der Kampf und keine Partei will der anderen etwas nachgeben. Naundorf kommt wieder vor, und einen Fehler des rechten Räschener Verteidigers ausnutzend, schießt Naundorf das Führungstor, nachdem vorher der Halblinke Noack die Führung für Räschen verschenkt hatte. Noack geht in die Verteidigung und Knobloch nimmt seine Stellung als Halblinker ein. Von jetzt ab wird Räschen überlegen und schnürt die Naundorfer gänzlich ein. Jedoch werden die unmöglichsten Sachen ausgelassen. Bis zur Halbzeit ändert sich nichts mehr an dem Bild.

Nach der Pause wird die Überlegenheit von Räschen noch größer und es ist schon wieder eine Viertelstunde vergangen, Naundorf verteidigt mit Mann und Maus, aber nichts gelingt den Räschenern. Endlich! Knobloch war der glückliche, der Ausgleich ist geschafft. Nun ist es bei Naundorf aus, die elf Mann werden kopflos. Knobloch erringt den dritten Treffer. Räschen kommt sogar durch Jurk (rechtsaußen) zum vierten Erfolg. Fünf Minuten sind noch zu spielen, aber an dem Resultat ändert sich nichts mehr, denn Räschen gibt sich damit zufrieden und Naundorf ist abgekämpft. Das Spiel ist aus und man musste sich sagen: "Eifer siegte über Kraft!", denn körperlich waren die Naundorfer den Räschenern überlegen.

Der Schiedsrichter Peikert, Petershain, hatte das Spiel jederzeit in der Hand und das geringste Vergehen wurde schon im Keime erstickt; er war streng, aber gerecht.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Strobel, G.

2:2 Knobloch

3:2 Knobloch

4:2 Jurk, R.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

 

5. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 19.10.1930

VfB Klettwitz 1913 - FC Alemannia Großräschen 2:4 (0:2)

Zum ersten Mal, seitdem die Gauliga besteht, gelang es Alemannia, die VfB.er zu besiegen. In glänzendem Stil wuchsen die Räschener über sich selbst hinaus und nahmen den Klettwitzern, die mit großen Chancen in die Serie gegangen waren, fast alle Meisterhoffnungen. Bei Halbzeit hatte der gefürchtete Mackowiak-Sturm noch kein Tor fertiggebracht. Nach dem Wechsel hieß es dann 3:0, trotzdem Räschen einen Verletzten hatte und kurze Zeit mit 10 Mann spielen musste. An dem Siege war nicht mehr zu rütteln. Lediglich 2 Tore machten den Verlust der beiden Punkte nicht ganz so katastrophal. Alemannia schoss noch ein 4. Tor und verbesserte seinen Tabellenstand.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1

0:2

0:3

2:4

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Heinrich (Annahütte)

 

FC Alemannia:

 

6. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 26.10.1930

SC Hertha 1915 Hörlitz - FC Alemannia Großräschen 1:3 (0:2)

Es regnet in Strömen, als der Schiedsrichter Majetschak den Ball zum Anstoß freigibt. Nur wenige Zuschauer haben sich deshalb eingestellt.

Bei Hertha fehlt Schramm in der Verteidigung. Diesen Vorteil nutzen die Gäste aus. Schon in der 3. Minute reißen sie die Führung an sich. Lehmann und Krahl verpassen den Ball; Räschens Halbrechter sendet ein. Schramm erscheint. Doch auch er kann nur mit ansehen, wie Räschen fünf Minuten später seinen zweiten Erfolg bucht. Lehmann gleitet bei der Abwehr aus, verpasst den Ball, einer von Räschens Stürmern ist flink zur Stelle und sendet unhaltbar für Hummel ein. Die Gäste bleiben weiter tonangebend. 2 Ecken für sie bringen nichts ein. Hörlitz findet sich gar nicht. Können sie sich absolut mit dem schlechten Wetter nicht abfinden? Heink hat einen schlechten Tag. Zweimal setzt er den Ball daneben. Hörlitz versucht noch aufzuholen, doch der Sturm spielt weit unter seiner Form.

Nach Halbzeit sieht es in den Reihen der Gelben besser aus. Matschke muss nun öfters eingreifen. Einen Schuss von Heink ins Netz erklärt der Schiedsrichter als Abseitstor. Hummel wird bald darauf verletzt. Nur mühsam hält er sich auf seinem Posten. Räschen schießt dann ein glattes Abseits, das vom Schiedsrichter gewertet wurde. Einen Bombenschuss kann Matschke zur Ecke abwehren. Gelb drückt weiter. Erst nach zweimaligem Abwehren muss der Torhüter der Gäste den Ball doch passieren lassen. Alle weiteren Anstrengungen sind vergebens. Die Gäste behaupten ihren Vorsprung bis zum Ende. Unter den gegebenen Verhältnissen haben sie verdient gewonnen. Ecken 6:4 für Räschen.

Vom Anfang bis zum Ende litt das Spiel unter dem strömenden Regen. Der Platz wurde immer glatter. Nur mühsam konnten sich die Spieler auf ihren Beinen halten. Auf beiden Seiten machten sie Bekanntschaft mit dem nassen Element. Vielleicht war es doch besser, wenn das Spiel überhaupt nicht ausgetragen wurde. Die körperliche Überlegenheit gereichte den Gästen zum Vorteil: sie standen fester. Ob sie bei normaler Witterung ebenso überzeugend gewonnen hätten, sei dahingestellt. Wir wollen ihnen den Sieg nicht schmälern, doch die Gelben hatten Pech und abermals Pech. Die Überlegenheit des gegnerischen Sturms trug den Sieg davon. Zeitweise spielte er wie aus einem Guss, während der Hörlitzer Sturm vor des Gegners Tor zu lasch war. Es scheint tatsächlich so, als ob die gesamte Elf in ihrer Spielweise immer weiter zurückginge.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1

0:2

0:3

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Majetschak (Kostebrau)

 

FC Alemannia:

Matschke -

7. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 02.11.1930

FC Alemannia Großräschen - VfB Senftenberg 1910 0:0

In Räschen besaßen die Spiele mit Senftenberg schon von jeher große Zugkraft. Auch am Sonntag hatten sich annähernd 400 Zuschauer auf dem Alemannia-Platz eingefunden, die Zeuge eines überaus spannenden Kampfes wurden.

Es muss ohne weiteres zugegeben werden, dass Räschen das ganze Spiel hindurch eine kleine Überlegenheit zu verzeichnen hatte. Im Sturm waren Lehmann, Hertich und Strobel die treibenden Kräfte. Müller war nicht schlecht, doch war er im gegebenen Moment nie zur Stelle. Schwach blieb Jurk, nichts wollte ihm gelingen. In der Läuferreihe hat sich Keipus wieder gut eingeführt. - Die beiden Außenläufer sind zwei gute Assistenten. Die Verteidigung arbeitete sicher und war wuchtig im Schlag. Erm im Tor zeigte sich als zweckmäßige Abwehr.

Bei Senftenberg war der Sturm nicht besonders auf dem Posten. Die alte Kanone Boges muss noch viel Spiele machen, um wieder richtig in Fahrt zu kommen. Schmidt spielte fleißig. Dutschmann war die treibende Kraft. Er zeigte ein schönes flaches Spiel und hat einen gesunden Torschuss. Hollask und Kaiser waren in der zweiten Halbzeit besser. In der Läuferreihe lieferte Pohl wieder ein großes Spiel. Er war der Dirigent der Mannschaft. Von den beiden Außenläufern Lehmberg und Schötz wurde er vorzüglich unterstützt, hauptsächlich von Lehmberg. Das Schlussdreieck mit Gallinat, Woidt und Schitting war der beste Mannschaftsteil. Torwächter Schitting bewies beste Klasse. Er besitzt eine wunderbare Fangtechnik und ist flink wie ein Wiesel und dürfte gegenwärtig der beste Torwächter im Gau sein. Auch Woidt als linker Verteidiger lieferte am Sonntag sein bestes Spiel. Er fuhr dazwischen wie die Feuerwehr. Er ersetzt den zur Reichswehr gegangenen Dobberschütz jetzt voll und ganz. Der alte Kämpe Gallinat steht Woidt nicht viel nach. Schiedsrichter Schoradt (Zschipkau) war dem Spiel ein gerechter Leiter.

Räschen wählt den Wind als Bundesgenossen. Die Gelben eröffnen das Spiel, doch Keipus fängt ab, schießt zu Hertich, dessen Schuss geht an die Latte. Den abprallenden Ball befördert Gallinat nach vorn. Bald schafft ein direkter Freistoß vor dem V.f.B. Tor brenzliche Situationen, bis Schitting durch schnelles Zupacken die Gefahr beseitigt. Auf der anderen Seite setzt Pohl einen Strafstoß daneben. Gleich darauf Dutschmann. Räschen wird überlegen. Senftenberg hat gegen den starken Wind schwer zu arbeiten, doch das Schlussdreieck der Gäste steht wie eine Mauer. Zwei Ecken werden erzielt, die Schitting in bester Manier meistert. Bei einem Senftenberger Vorstoß landet ein Schuss von Boges an der Seite vom Drahtnetz. Wieder ist Räschen vor dem Gästetor, doch Hertichs Schuss geht haushoch darüber. Nun bekommt auch Erm im Räschener Tor etwas Arbeit. Zwei schöne Schüsse von Dutschmann macht er zunichte, der dritte wird im letzten Moment zur Ecke abgelenkt. Ein schneller Vorstoß von Räschen führt zur dritten Ecke, Schitting vollbringt eine Glanzleistung. Hertich nimmt die Ecke auf, schießt, die Räschener Zuschauer rufen Tor, doch zu früh, Schitting hält im Liegen, kaum war er vom Erdboden hoch, saust der Nachschuss von Lehmann nach der anderen Ecke, doch auch diesen Schuss hält er durch Hinwerfen.

Nach der Pause sieht man erst Senftenberg im Angriff. Zwei Schüsse von Dutschmann hält Erm. Bald darauf ist Boges alleine durch, doch sein Schuss geht direkt auf den Mann. Auf der anderen Seite ist es Jurk, der die schönsten Sachen versiebt. Bei Senftenberg schießt Hollask aus kurzer Entfernung daneben. Auf beiden Seiten hat das Tempo etwas nachgelassen. Erbittert wird gekämpft, doch die Hintermannschaften sind beiderseits auf dem Posten. Und so endet der Kampf torlos bei einem Eckenverhältnis von 5:3 für Räschen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 400


Schiedsrichter: Schoradt (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

Erm -

8. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 09.11.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Corona 1910 Neupetershain 2:2 (2:1)

So leicht war es doch nicht, wie es in der Vorschau gesagt wurde, beide Punkte für Räschen im voraus gutzuschlagen.

Corona trat mit stärkster Mannschaft an und war den Alemannen, die ebnfalls vollzählig auf dem Spielfelde erschienen, ein ebenbürtiger Gegner. Die Hintermannschaften beider Vereine waren der beste Teil und obwohl Räschen bis kurz vor dem Abpfiff eine 2:1-Führung innehatte, mussten sich die Alemannen den Ausgleich noch gefallen lassen. Recht erregt waren die Zuschauer. Aber der Schiedsrichter Ballus aus Klettwitz ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.

Räschen hat Wahl und nimmt den Wind zum Bundesgenossen. Petershain greift mächtig an und kann das Spiel trotz Gegenwind gleichmäßig halten. Marquardt als Mittelläufer schickt seinen Sturm immer wieder nach vorn und auf Räschener Seite war es Keipus, der seinen Sturm mit Bällen fütterte. Petershain spielt sich schön durch, ein Räschener verpasst den Ball und Coronas Mittelstürmer kann unhaltbar einsenden. Bald danach kann Strobel von linksaußen den Ausgleich erzielen. Jetzt übernehmen die Räschener das Spiel und eine leichte Überlegenheit macht sich bemerkbar. Corona nimmt auf Grund dieser Tatsache einen Stürmer zurück, um eventuell bis zur Halbzeit das 1:1 zu halten. Aber dies sollte den Corona-Leuten nicht gelingen, denn Hertig kann mit Kopfball Alemannia die Führung geben.

Nach der Pause hat Räschen gegen den starken Wind und die nun hervorgekommene Sonne zu spielen und man glaubt nicht, dass es den Heimischen gelingen wird, das Resultat zu halten. Aber Keipus geht jetzt erst aus sich heraus und stellt seinen repräsentativen Kollegen zeitweilig in den Schatten. Überlegen spielen die Räschener, jedoch können die kleinen Alemannia-Stürmer sich gegen die körperlich überlegene Hintermannschaft von Corona nicht durchsetzen. Coronas Sturm spielt aber auch sehr zerfahren und erst als Klein von rechtsaußen in den Mittelsturm geht, klappt es besser. Die linken Stürmer von Corona stehen bei einem Einwurf vor dem Tore ungedeckt, erwischen den Ball und der Linksaußen kann den Ausgleich erzielen. Aufgeregter werden jetzt Spieler und Zuschauer, aber an dem Resultat ändert sich nichts mehr und unentschieden wird das Treffen zu Ende geführt.

Der Schiedsrichter Ballus war bald zu kleinlich, aber es war vielleicht doch besser.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Strobel, G.

2:1 Hertrich

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

9. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 16.11.1930

SVgg 1924 Annahütte - FC Alemannia Großräschen 2:2 (1:1)

Der Sportvereinigung Annahütte gelang es, auf heimischem Platze gegen Alemannia einen Punkt zu retten. Der Kampf unter Leitung von Ballus, Klettwitz, gestaltet sich außerordentlich interessant und besonders Annahütte zeigte guten Kampfgeist. Die Räschener hatten es mit einem zähen Gegner zu tun, der wusste, um was es ging. Die herausgearbeiteten Torgelegenheiten waren gleichmäßig verteilt. Nach unentschiedener Halbzeit trennte man sich auch beim Schlusspfiff mit gleicher Torzahl.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

10. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 23.11.1930

FC Alemannia Großräschen - BV Zschipkau verlegt

11. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 30.11.1930

SC Wacker Naundorf - FC Alemannia Großräschen 5:0 (2:0)

Eine für Naundorf ansehnliche Zuschauerzahl hatte sich auf dem tückischen Wackersportplatz eingefunden, als gegen 1/23 Uhr Ballus-Klettwitz die Mannschaften zusammenrief. Bei Naundorf fehlte wegen Krankheit Schubert, dagegen trat Räschen mit voller Mannschaft an. War es bisher noch keinem Verein im Gau gelungen, in Naundorf einen Sieg zu erringen, so sollte auch Alemannia in Naundorf die schwerste Niederlage dieser Saison erleben. Viel ist bisher schon immer geschrieben worden, der Naundorfer Platz wirft jede Berechnung über den Haufen, dies sollte auch Alemannia heute zur Genüge kennen lernen. Wacker spielte "zu Hause einfach knorke" und war nicht zu halten, dagegen fanden sich die Räschener gar nicht zurecht. Es sei daher heute wiederum gesagt, auf dem Wacker-Sportplatz in Naundorf wird noch so mancher Verein ins Gras beißen müssen.

Das Spiel selbst nahm folgenden Verlauf: Räschen hat Wahl und nimmt selbstverständlich zuerst die gute Seite. Der Anstoß von Naundorf wird abgefangen und Räschen kommt gut bis vor das Naundorfer Tor. Jedoch die Hintermannschaft der Einheimischen ist auf dem Posten und es wird einwandfrei geklärt. Bruntsch als Mittelläufer überragt alle durch sein hervorragendes Spiel und die Angriffe der Räschener scheitern an diesem Mann bzw. an der Verteidigung. Aber auch Naundorfs Stürmer besuchen die Räschener Hälfte, und hier stellte sich schon jetzt heraus, dass dieser Angriff weit gefährlicher ist, als der Gäste-Sturm. Als die Räschener wieder mal vorn sind, macht ein Naundorfer Spieler Hand im Strafraum und alles ruft Elfmeter. Der Pfiff des Schiedsrichters ertönt auch prompt, jedoch, was niemand erwartet, der Schiedsrichter entscheidet im Strafraum von Naundorf Freistoß für Räschen. Der Freistoß wird verschossen und - aus war der Traum. Naundorf greift nun ermuntert an und bald darauf kann der Linksaußen unhaltbar einsenden. Die Angriffe wechseln auf beiden Seiten, jedoch Räschen hat kein Glück, denn der Ausgleich wird verschossen. Bei einem Eckball für Naundorf wird der Ball von rechts sehr schön hereingegeben und der Halblinke kann durch Kopfball Nr. 2 für seine Farben buchen. Aber noch nicht gaben sich die Räschener geschlagen, denn Angriff auf Angriff erfolgt jetzt, jedoch die unglaublichsten Gelegenheiten werden verpatzt. Die Halbzeit rückt immer näher und nichts will den Räschenern gelingen. Ecke für Naundorf, jedoch ehe der Stoß ausgeführt wird, pfeift Ballus zur Halbzeit.

Nach der Pause bricht das Verhängnis über Räschen herein. Nichts gelingt den Alemannen, fast jeder Spieler schüttelt den Kopf über die komische Flugbahn der Bälle und über die zweifelhaften Entscheidungen des Schiedsrichters. Der Halbrechte von Naundorf erzielt sogar den 3. Treffer und der Mut der Alemannen ist gebrochen. Wenn jetzt noch ein halbes Dutzend Tore gefallen wären, wäre es nicht sonderbar gewesen, denn lustlos spielt von jetzt ab jeder Räschener seinen Ball. Ballus verhängt einen Strafstoß gegen Räschen, worüber selbst das Naundorfer Publikum staunt. Der Strafstoß wird zum 4. Tor verwandelt und Nr. 5 lässt nicht mehr lange auf sich warten. Bald darauf ist Schluss.

Die Naundorfer Mannschaft war gut besetzt auf allen Posten. Bester Mann Bruntsch, der Schubert voll und ganz ersetzte. Die Räschener waren nicht 5 Tore schlechter, jedoch konnten sie sich nicht mit dem Platz abfinden, der jede Kombination zunichte machte.

Eine recht schwache Leistung bot der Schiedsrichter, was einwandfrei von beiden Parteien bestätigt wurde.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

12. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 07.12.1930

FC Alemannia Großräschen - VfB Klettwitz 1913 1:2 (0:1)

Über die Alemannen ist das Unglück hereingebrochen. Räschens bekannter Mittelstürmer Lehmann ist mit einem Schienbeinbruch ins Krankenhaus Senftenberg eingeliefert worden; ein sehr herber Verlust für die Räschener, sind sie doch durch dieses Missgeschick eines ihrer besten Spieler beraubt worden.

Ehe dieses Spiel begann, spielte vorher die Jugend gegen die gleiche Mannschaft der Spielvereinigung Calau. Das Spiel wurde nur eine knappe Stunde durchgeführt und die Räschener Jugend konnte einen knappen 1:0-Sieg erringen.

Das Erscheinen der Mackowiak-Mannschaft hatte eine ansehnliche Zuschauerzahl angelockt und als Peikert, Petershain, das Spiel eröffnet, standen sich auf beiden Seiten die stärksten Vertretungen gegenüber.

Ein leichtes Feldspiel beginnt und es zeigt sich hierbei, dass der Platz etwas glatt ist, so dass die Spieler wenig Halt auf dem Boden finden (Klötzchen?). Klettwitz ist zunächst etwas überlegen und der sonst überall so gepriesene Sturm kann das Loch nicht finden. Verschiedene totsichere Sachen werden ausgelassen und, nachdem die Räschener sich jetzt auch einigermaßen finden, wird es klar, dass der Weg der Klettwitzer nach Räschen keinen Spaziergang bedeutet. Auch die Räschener kommen jetzt zum Schuss, aber der Erfolg bleibt jedoch ebenfalls versagt. Einen recht billigen Erfolg erzielen die Klettwitzer, denn der Linksaußen steht allein auf weiter Flur ungedeckt und erhält den Ball von der Mitte zugepasst. Sein Durchbruch kann nur mit einem Torerfolg enden, denn der Räschener Torhüter ist nur noch als Gegner zu nehmen. Der Schuss zappelt auch im Netz, denn Erm im Räschener Tor ist dagegen machtlos. Bis zur Pause ändert sich nichts mehr an dem Resultat, obwohl verschiedentlich Tore noch in der Luft hängen.

Nach der Pause erkennt man die Räschener nicht mehr wieder und die Alemannen wollen anscheinend wieder einmal für eine Überraschung in dieser Saison sorgen. Klettwitz wird förmlich eingeschnürt und Schuss auf Schuss saust auf Hamanns Heiligtum, aber alles ohne Erfolg. Räschen wird nunmehr eine Viertelstunde nach der Halbzeit vom Missgeschick ereilt. Lehmann, der Mittelstürmer, bekommt den Ball von links und, indem er ihn weiter befördern will, schlägt er mit dem Verteidiger Mackowiak zusammen und liegt verletzt am Boden. Das Spiel wird unterbrochen. Dann nimmt das Spiel seinen Fortgang. Die Räschener kämpfen sichtlich deprimiert weiter und Klettwitz drückt jetzt wieder. Nervös sind nun auch die Räschener Verteidiger sowie der Torwächter und einen leichten Ball bekommt die Hintermannschaft nicht weg, bis es einem Klettwitzer gelingt, den Ball einzusenden. Vom Anstoß weg wird auch Räschen wieder etwas lebendiger und Keipus, der den Mittelstürmerposten jetzt inne hat, geht nach vorn, aber Räschen hat eben wieder mal Pech über Pech. Nachdem Hamann den Ball zweimal abgewehrt hatte, muss er den dritten Schuss vom Linksaußen Strobel passieren lassen. Das Spiel geht zu Ende und niedergeschlagen gehen die Räschener vom Platze. Mit 11 Mann wäre mindestens ein Unentschieden dem Spielverlauf entsprechend gewesen.

Von Klettwitz hatte man sich mehr versprochen, aber die Mannschaft ist anscheinend etwas überspielt. Erwähnt sei noch, dass der Verteidiger Mackowiak schuldlos an dem Unfall des Räschener Spielers ist.

Peikert als Schiedsrichter gab sich die größte Mühe, beiden Parteien gerecht zu werden, nur muss er etwas mehr laufen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze: 

1:2 Strobel, G.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Erm - 

13. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 14.12.1930

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz 2:1 (1:1)

Nach diesem Spiel betraten die Ligamannschaften von Hörlitz und Räschen den Platz. Auf beiden Seiten waren 2 Mann Ersatz eingestellt und schwer war hier, wie schon in der Vorschau gesagt, der Sieger zu bestimmen. Aber nach einem schwarzen Sonntag folgte gestern ein leuchtender Feiertag für die Alemannen. Ein glücklicher 2:1-Sieg! Gar leicht konnte das Resultat auch umgekehrt lauten. Trotzdem die Räschener zeitweilig sehr überlegen spielten, hatten sie mit ihren Schüssen kein Glück, denn der Hummel-Ersatz bei Hörlitz bewährte sich glänzend. Aber bei Räschen machte sich das Fehlen des Mittelstürmers Lehmann doch bemerkbar, zumal der Linksaußen Strobel sich das Spiel ebenfalls von draußen ansehen musste und die Stürmerreihe dadurch zerrissen war. Das Spiel selbst begann unter Peickerts Leitung mit dem Anstoß der Räschener, die vorläufig nur 10 Mann zur Stelle hatten. Eifrig tragen die 4 Stürmer den Ball nach vorn und ehe der 11. Spieler bei Räschen eintritt, gibt Keipus durch schönen Kopfball in der 2. Minute seinem Verein die Führung. Aber jetzt taut Hörlitz auf und bedroht sehr oft das Räschener Heiligtum durch gefährliche Angriffe der beiden Außenstürmer. Überlegen werden die Gelben jetzt, denn der Sturm führt ein schönes Spiel vor mit bester Unterstützung des Mittelläufers Kallert. Einen Scharfschuss des Halbrechten der Hörlitzer muss Erm im Räschener Tor passieren lassen und der Ausgleich ist geschaffen. Auf und ab wogt jetzt der Kampf und vieles wird auf beiden Seiten durch Abseits verdorben. Bis zur Pause ändert sich nichts mehr an dem Resultat, aber ein eifriges Spiel wird von beiden Parteien vorgeführt.

Nach dem Wechsel wird Alemannia die überlegene Partei und die Herthaleute kommen nur noch zu vereinzelten Durchbrüchen, die mitunter sehr gefährlich aussehen. Aber nichts will den Räschenern trotz Überlegenheit gelingen und nervös werden Spieler und Zuschauer, der Schiedsrichter ahndet das geringste Vergehen und es hagelt auf beiden Seiten Frei- und Strafstöße. Ein Verteidiger von Hörlitz macht Hand im Strafraum, jedoch wird der "Elfer" danebengeknallt. Alles erwartet einen unentschiedenen Ausgang, aber Jurk ist der Glückliche und kann für Räschen durch wunderbaren Schuss kurz vor Schluss den Sieg erringen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

1:0 Keipus (02.min.)

2:1 Jurk, R.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Erm - 

14. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 28.12.1930

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen ausgef.

Nachholespiel vom 10. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 04.01.1931

FC Alemannia Großräschen - BV Zschipkau 3:2 (2:0)

Als am Sonntag der Schiedsrichter Raum, Hörlitz, und die Mannschaften den Alemanniaplatz betraten, erklärte der Unparteiische den Platz für nicht bespielbar. Die 200 Zuschauer, die sich trotz des nassen Wetters eingefunden hatten, sowie Spieler und Schiedsrichter mussten also wieder unverrichteter Sache abziehen. Aber man ging nicht nach Hause, sondern man bemühte sich nach dem nur 1 Minute entfernt liegenden Platz der Deutschen Jugendkraft. Diese Fläche war bespielbar, abgesehen von den morastigen Stellen vor beiden Toren. Zschipkau erklärte mit Recht: "Wir sind nun einmal hier, müssen die Autofahrt bezahlen und können infolge der wirtschaftlichen Not nicht noch einmal fahren. Wenn nicht gespielt wird, verzichten wir auf die Punkte." Man einigte sich also auf das Verbandsspiel. Die Siegesaussichten der Gäste waren von vornherein sehr schlecht, denn sie kamen mit ihrer 1. Mannschaft angerückt! Nur 3 Spieler der Liga waren darunter, nämlich R. Paschke, Klenke und Grabowski (weshalb eigentlich?). Trotzdem hatte Zschipkau bedeutend mehr vom Spiel. Bei voller Besetzung hätte Alemannia bestimmt eine hohe Niederlage eingesteckt. Klenke als Läufer war der beste Mann. Paschke war in der Verteidigung und löste seine Aufgabe zur Zufriedenheit. In der Fünferreihe war der Rechtsaußen Zschesch der gefährlichste. Unzählige Tor- und Flankenschüsse brachte er an. Der beste Mann bei Räschen sowie überhaupt auf dem Spielfelde war der Torhüter Erm. Er hielt die unglaublichsten Sachen und bewahrte seine Mannschaft vor einer Niederlage. Hildebrandt in der Verteidigung war erst der Retter in höchster Not. Die Läuferreihe war auf allen Plätzen gut besetzt. Im Sturm klappte es nicht so recht, waren doch auch hier Ersatzleute zu finden. Strobel ist disqualifiziert, Hertrich noch nicht von den Weihnachtsferien zurück, Jurk fand sich erst gegen Ende zurecht.

Räschen wird 7 Minuten lang, nur mit 8 Mann spielend, vor ihrem Tor festgehalten. Was Zschipkau nicht daneben knallt, hält Erm. Die erste Ecke ist fällig. Auch nachdem sich der Platzbesitzer vervollständigt hat, drücken die Gäste weiter. Einen sauberen Flankenschuss des Linksaußen wehrt Erm blendend ab. Jetzt erst nach ca. einer viertel Stunde kommt räschen zum ersten Vorstoß. Paschke verpasst das Leder und es sieht auch brenzlich für Zschipkau aus. Droglas Schuss wird vom Zschipkauer Tormann unschädlich gemacht. Hier gibt es auch die 1. Ecke. Dann ist Zschipkau wieder beim gegnerischen Tor und Zscheschs Schuss verfehlt nur ganz knapp das Ziel. Beim nächsten Angriff geht Alemannia in Führung. Eine Flanke von Knobloch verwandelt Keipus zum 1. Treffer. Dann sind die Gäste wieder an der Reihe. Schuss auf Schuss erfolgt, aber Erm ist einfach nicht zu schlagen. Einmal rettet auch die Latte. In der Mitte des Spielfeldes kommt ein einwandfreies Spiel nicht zustande. Noch ehe die Halbzeit kommt, erzielt Räschen 2 Minuten vorher das 2. Tor. Die Zschipkauer Verteidigung ist weit aufgerückt. Schnell brechen die Alemanniastürmer durch, Jurk flankt zur Mitte und Knobloch setzt den Ball in die Maschen.

Nach der Pause sind die Gäste wieder tonangebend. Einen sauberen Schuss von Els muss Erm passieren lassen. Bald erhöht Alemannia auf 3:1. Die Verteidigung greift nicht in das Spiel ein, da der Ball schon angeblich im Aus gewesen sein soll. Mächtig legte sich Zschipkau jetzt ins Zeug und sie kommen zu einem billigen Erfolg in Form eines Selbsttores der Alemannen. Noack gibt den Ball über den Kopf zurück auf sein Tor in dem Glauben, Erm ist im Kasten. Er befand sich aber außerhalb. Nach und nach wird der Kampf wieder offen. Als aber den Alemannen nichts mehr glückt, beschränkt man sich nur noch auf die Deckung. Die letzte viertel Stunde wird nur noch in Alemannias Hälfte gekämpft. Wiederholt liegt der Ausgleich in der Luft. Als der Schlusspfiff ertönte, verlässt Räschen als glücklicher Sieger den Platz.

Der Schiedsrichter hatte einen schweren Stand, da das Spiel zum größten Teil sehr hart durchgeführt wurde.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

1:0 Keipus

2:0 Knobloch (43.min.)

3:1

 

Zuschauer: 200


Schiedsrichter: Raum (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

Erm - 

Nachholespiel vom 14. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 11.01.1931

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen ausgef.

Nachholespiel vom 14. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 18.01.1931

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen 3:2 (2:0)

Die beiden Punktspiele Senftenberg 1. - Kostebrau 2. und Senftenberg Liga - Alemannia Liga, die schon am 11. Januar auf dem VfB.-Platz steigen sollten und den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer fielen, fanden nun am vergangenen Sonntag auf dem Männerturnvereinsplatz ihre Erledigung. Im ersten Spiel musste sich Senftenberg, obwohl Kostebrau nur mit 9 Mann zur Stelle war, von den Gästen mit 2:1 geschlagen bekennen. Senftenbergs 1. Mannschaft ist nun dem Abstieg in die 2. Klasse verfallen.

Im Anschluss an dieses Spiel trafen sich dann die Ligamannschaften. Der schwere Boden des Platzes erforderte große Anstrengungen der Spieler. Senftenberg hatte es ganz besonders in der zweiten Halbzeit sehr schwer, um Sieg und Punkte zu retten; denn obwohl Räschen fast die ganze zweite Halbzeit mit nur 10 Mann kämpfte, spielten sie drückend überlegen; doch zum Siege reichte es nicht mehr. Für Senftenberg ist der Erfolg aber um so anerkennenswerter, als sie ohne die erkrankten Spieler Pohl, Dutschmann und Schmidt angetreten waren. Räschen dagegen fuhr mit schwerstem Geschütz auf.

In der ersten Spielhälfte hatten die Gäste nichts zu bestellen. Senftenberg spielte sehr eifrig. Schitting bekam wenig Arbeit. Die wenigen Vorstöße, die die Gäste unternahmen, erledigte die Verteidigung in großer Manier. Besonders ragte wieder Woidt hervor. Die beiden Außenläufer waren eifrig, während Owzarczak erst in der zweiten Halbzeit auftaute. Schötz war im Sturm der beste Mann. Hollask hatte mit seinen Schüssen Pech. Reusch zeigte großen Eifer und brauchbares Zuspiel. Kaiser konnte nicht so recht mit, da er schon gleich zu Anfang verletzt wurde. Auf dem Linksaußenposten stand Seidel. Trotzdem auch er schon ein Spiel hinter sich hatte, machte er seine Sache tadellos.

Die Gäste stellten eine stabile und flinke Mannschaft. Ihr bester Mann war der Torhüter. Er meisterte die schwierigsten Sachen. An den drei Toren trifft ihn keine Schuld. Gut war auch das Verteidigerpaar. Durch Schlagsicherheit und schönes Kopfspiel fielen beide angenehm auf, während es in der Läuferreihe nicht so gut klappte, da hauptsächlich die beiden Außenläufer wenig auf Zuspiel hielten. In der zweiten Halbzeit wurden sie zusehends besser. Im Sturm war Hertrich der Techniker und Durchreißer. Jurk war stets gefährlich, doch wurde er von seinem Nebenmann und vor allen Dingen von den Läufern zu wenig bedient. Eifrig spielte auch der Linksaußen, doch er wurde wieder zu sehr überlastet, und daher kam es, dass seine Flanken zum Teil sehr schwach oder ungenau nach innen kamen. Als Schiedsrichter amtierte Schoradt, Zschipkau. Er leitete einwandfrei und ließ sich von den Spielern nicht beeinflussen.

Räschen eröffnet, doch der Ansturm wird von der Senftenberger Verteidigung abgewehrt, und schon gibt es eine brenzliche Sache vor dem Gästetor. Kaiser schießt an die Latte. Den abspringenden Ball verpasst Hollask. Bald ist die erste Ecke für Senftenberg fällig. Schötz schießt sie ins Aus. Auf der anderen Seite ist Jurk durch; seine Flanke befördert Woidt mit Kopfschuss aus der Gefahrenzone. Dann knallt Hollask daneben. In der 13. Minute setzt Schötz einen schönen Schrägschuss ins Netz. Eine Flanke von Jurk hält Schitting im Sprung. Ein direkter Freistoß von Senftenberg wird vom Räschener Torhüter gut gehalten, doch den Nachschuss setzt Reusch zwischen die Pfosten (33. Min.). Die Gelben drücken weiter. Das Tor wird förmlich bombardiert, doch der Gästetorhüter zeigt sich als Meister seines Faches. Kurz vor der Pause schießt Kaiser, frei vor dem Tor, aus kurzer Entfernung dem Torhüter in die Hände.

Fünf Minuten nach Wiederbeginn ist es abermals Schötz, der durch energisches Dazwischenfahren das dritte Tor für Senftenberg erzielen kann. Erm im Gästetor konnte den langen aber mit Effet geschossenen Roller nicht halten. Dann wird VfB. zurückgedrängt. Die Gäste holen 4 Ecken auf. Doch alle ohne Erfolg. Das Spiel nimmt eine harte Form an. Bei einem gegebenen Freistoß für Senftenberg protestieren die Gästespieler. Jurk erlaubt sich die Unsportlichkeit, einen zum Freistoß zurechtgelegten Ball ins Feld zu schießen. Das Ende vom Liede war, das er vom Platze gewiesen wird. Nach Streit stieß er jedoch vorher den Schiedsrichter vor die Brust. Das Spiel ging nach Unterbrechung weiter, und siehe da, Räschen spielt ohne Jurk bedeutend besser. In der 70. Minute können die Gäste ein Tor aufholen. Vorher hatte Schitting noch dreimal hintereinander abgewehrt. 10 Minuten später schießt der Halbrechte von Räschen das zweite Tor. Für Senftenberg sieht es beängstigend aus. Ein paar Minuten macht sich Senftenberg wieder frei. Hollask vergibt noch eine große Chance. Bald darauf schießt Seidel einen scharfen Freistoß auf das Gästetor. Wieder ist es Hollask, der den Ball kurz vor der Linie über die Latte hebt. Der Kampf geht dem Ende zu. Räschen drückt auf Ausgleich, doch die Zeit ist zu kurz. Eckenverhältnis 6:6.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

3:1

3:2

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schoradt (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

Erm - 

Testspiel am 08.03.1931

SC Hertha 1915 Hörlitz - FC Alemannia Großräschen 5:0

Die Ligamannschaft von Hörlitz hatte am vergangenen Sonntag die gleiche von Räschen zu einem Gesellschaftstreffen verpflichtet. Schon in der Vorschau wurde bekannt, dass Räschen mit einer verjüngten Mannschaft zu diesem Spiel antreten würde und so war es dann auch. Mit vier Mann Ersatz trat Räschen in Hörlitz an. Aber auch Hörlitz musste drei Mann Ersatz einstellen. Heink laboriert immer noch an einer Knieverletzung. Auch Groschke und Buder fehlten wegen Krankheit. Die Aussichten auf einen Sieg waren also für Hörlitz sehr gering. Aber man hatte sich getäuscht; denn die Herthamannschaft spielte wie aus einem Guss. Mit fünf Körnchen schickte man die Alemannen nach Hause. Hörlitz hat somit für das gegen Räschen verlorene Verbandsspiel Revanche genommen. Der Platz war in guter Verfassung, so dass man ein einwandfreies Spiel erwarten konnte. Nur der eisige Ostwind wirkte für die Zuschauer recht unangenehm, aber trotzdem blieben die wenigen Zuschauer ihrer Mannschaft volle 90 Minuten treu.

Im Sturm bei Hertha waren Kruczona und König die besten. Auch die übrigen drei Stürmer waren eifrig bei der Sache. Krahl, der schon vorher ein Spiel in der zweiten Mannschaft absolvierte, hatte öfters Pech mit seinen Schüssen. In der Läuferreihe war Kallert im Mittellauf der beste. In den beiden Außenläufern hatte er zwei gute Assistenten. Ebenfalls war das Schlussdreieck mit Lehmann, Schramm und Hummel gut in Fahrt.

Bei Räschen klappte es besonders im Sturm nicht. Strobel war hier noch der beste. Seine Flanken schaffen stets brenzliche Situationen. Hertich war nicht schlecht, doch er verstand sich mit seinen beiden Nebenleuten nicht. Die Läuferreihe spielte nur in der ersten Halbzeit zweckmäßig. Hervorzuheben wäre hier der linke Läufer Aisch. In der Verteidigung waren Drogulla und Noack gut aufgelegt, während Erm im Tor teilweise recht leichtsinnig spielte. Als der Unparteiische das Zeichen zum Kampfe gab, stellten sich ihm die Mannschaften wie folgt:

Hörlitz: Hummel; Lehmann, Schramm; Nowack, Kallert, Jenner; Sachert, Krahl, Pech, Kruczona und König.

Räschen: Erm; Drogulla, Noack; Homann, Hildebrand, Aisch; Haberland, Keipus, Hertich, Jahn und Strobel.

Den Kampf eröffnet Räschen. Schnell wechseln auf beiden Seiten die Angriffe, doch hüben wie drüben klärt die Verteidigung. Kruczona lässt die erste Bombe los. Erm fängt sicher. Auf der anderen Seite ist der Innensturm im Strafraum zu unentschlossen. In der 22. Minute kann dann Kruczona durch unverhofften Schuss seinem Verein die Führung geben. Nach Wiederanstoß bleibt Hörlitz weiter im Angriff. Die erste Ecke wird erzielt, doch mit weitem Schlag befördert Drogulla den Ball ins Feld. Eine präzise Flanke von Strobel wird vom Innensturm durch zu langes Zögern verdorben. Hertich als Sturmführer gibt sich die größte Mühe, um Torchancen herauszuarbeiten, doch findet er bei seinen Nebenleuten wenig Verständnis. Kurz vor Halbzeit ist es dann Sachert vergönnt, das zweite Tor für Hörlitz zu schießen.

Ohne Pause geht es weiter. Kallert schickt den Linksaußen König auf Reisen und siehe da, mit einem saftigen Schuss erzielt König das dritte Tor (46. Min.). Schon in der nächsten Minute schießt Kruczona unhaltbar das 4. Tor. Räschen lässt im Tempo etwas nach, dadurch ist eine Überlegenheit der Hörlitzer unverkennbar. Die Hintermannschaft von Räschen hat ein großes Pensum Arbeit zu verrichten. Zwei Schüsse von Krahl fegen über die Latte; doch bald gelingt es Kruczona, durch schönen Schrägschuss das fünfte Tor zu erzielen. Im Endspurt leitet Räschen des öfteren ganz schöne Angriffe ein. Eine Ecke wird erzielt, bei der Hummel in arge Bedrängnis kommt, doch zur rechten Zeit kann er den Ball mit der Faust ins Feld boxen. Bei einem zweiten Schuss rettet die Torlatte, der abspringende Ball wird verpasst. Bald darauf ist Schluss. Eckenverhältnis 3:2 für Hörlitz.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

Erm - Drogula, K. Noack, Homann, Hildebrandt, Aisch, Haberland, Keipus, Hertrich, Jahn, G. Strobel

Testspiel am 15.03.1931

FC Alemannia Großräschen - FC Ilse 1930 3:5

Der Fußballclub Alemannia hatte sich am letzten Sonntag die drei Mannschaften seines Nachbarvereins zu Gesellschaftsspielen eingeladen. Während die Jugend und die 1. Mannschaft der Alemannen überzeugende Siege erringen konnten, musste die Ligamannschaft gegen die 1. Mannschaft des F.C. Ilse eine glatte, verdiente Niederlage einstecken.

Um 161/2 Uhr spielte die Liga gegen Ilse 1., die zur 1. Klasse aufgerückt ist. Sie wird auch in der kommenden Serie einen starken Gegner abgeben. Auch mit verschiedenen Ligamannschaften kann der F.C. Ilse sich bereits messen. Die Gäste haben in diesem Spiele gezeigt, dass sie zu kämpfen verstehen.

Alemannia hatte zu diesem Spiel wieder eine Neuaufstellung seiner Mannschaft vorgenommen. Den größten Fehlgriff hatte die Vereinsleitung wohl darin getan, dass sie Hildebrand im Sturm, noch dazu als Sturmführer, spielen ließ. Er zerstörte das eigene Angriffsspiel.

Die Gäste wählen die trockene Seite. Nach dem Anstoß der Alemannen werden sie sofort in ihre Hälfte zurückgedrängt und an ihrem Tor sieht es ganz gefährlich aus. Ebenso schaffen Strobel und Use auf der Gegenseite kritische Momente und der Gästetormann muss sein Können unter Beweis stellen. Schon nach wenigen Minuten kann Hildebrand aus kurzer Entfernun einschießen. Nach verpasster Chance des Halblinken von Ilse, er schießt aus guter Position knapp darüber, gelingt demselben Spieler bald danach der Ausgleich. Ohne dass der Ball noch einmal aufspringt, was Erm angenommen hatte, saust er ihm durch die Beine ins Tor. Auf beiden Seiten retten dann die Latten, und nach der ersten Ecke für die Gäste ist eine leichte Überlegenheit von ihnen zu beobachten. Noch vor der Pause kommen die Gäste zur 2. Ecke. Einen scharfen Schuss von links kann Erm nur noch über die Latte abwehren. Der Ball wird gut vors Tor gegeben und Alemannias linker Verteidiger Noack setzt bei der Abwehr das Leder selbst ins Tor.

Trotz seiner sonst schwachen Leistungen ist es wiederum Hildebrand, der nach Halbzeit das 2. Tor fertig bringt, und gleichzeitig damit ausgleicht. Der Ball war aber nur ins leere Gehäuse zu schieben. Den 3. Erfolg kann bald der Halbrechte Use buchen. Seinen Scharfschuss muss der Gästetormann passieren lassen. Wieder gelingt dem F.C. Ilse der Gleichstand durch den Halblinken. Bei einem erneuten Vorstoß der linken Seite kann der Halblinke der Gäste abermals gleichziehen. Mit aller Macht bemüht sich Alemannia um das Führungstor. Hertrich verpasst von halbrechter Stellung die beste Gelegenheit, der Tormann hat sein Gehäuse verlassen. Zwei Ecken sind die ganze Ausbeute. Das Spiel wird reichlich hart und der Schiedsrichter Raum, Hörlitz, hat alle Ursache, die aufgeregten Gemüter zu beruhigen. Die letzten 10 Minuten gehören den Ilseleuten, und zwei weitere Treffer sind die Erfolge. Das 4. Tor schießt der Rechtsaußen nach einem wundervollen Alleingang, während das 5. auf das Konto des Linksaußen kommt. Den schon gefangenen Ball lässt Erm, da er nass ist, über sich ins Tor fallen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Hildebrandt

2:2 Hildebarndt

3:2 Use

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Raum (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 22.03.1931

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Calau 2:5

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 29.03.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Germania 1910 Ruhland 1:1

Die Krise der Räschener Alemannia-Elf, die nun schon einige Wochen anhält, war auch am letzten Sonntag noch nicht vorüber. Nach einer Reihe von Niederlagen in letzter Zeit konnte man am Palmsonntag auf eigenem Platze gegen den Liganeuling Ruhland nur ein mäßiges Unentschieden herausholen. Bis fünf Minuten vor Schluss führten die Gäste sogar 1:0; dann erst konnte Räschen ausgleichen.

Um 151/2 Uhr wurde mit dem Ligaspiel begonnen. Wie schon erwähnt, hatte die Vereinsleitung die halbe Jugend der Liga-Elf einverleibt. Von den alten Spielern waren nur Erm, Homann, Neumann, Strobel und evtl. Jahn mit von der Partie. Auch mit dieser Aufstellung dürfte Alemannia kaum zu Erfolgen kommen. An dem Tor der Gäste hatte Erm keine Schuld; es war schwer zu halten. Die Einstellung der Jugendverteidiger in die Liga kann man wohl bei Gesellschaftsspielen ausprobieren. Bei Verbandswettspielen dagegen wäre die Sache wohl ein gewagtes Experiment. Der beste Mannschaftsteil war die Läuferreihe, und hier vor allem die beiden Außenläufer Homann und Neumann. Die meisten Angriffe der Ruhländer wurden schon bei ihnen zum Stehen gebracht. Im Sturm fehlte jeglicher Zusammenhang.

Ruhland hatte in der Hintermannschaft mit Tormann und Verteidigung die Hauptstütze. Ebenfalls annehmbar zeigte sich die Läuferreihe. Auch hier war der Sturm das Schmerzenskind. Die linke Seite fiel ganz und gar ab. Der Mittelstürmer Wolf, der Halbrechte und der Rechtsaußen Liefer versuchten sich zu viel in Einzelaktionen. Übrigens entpuppte sich der rechte Verbindungsstürmer als ganz gefährlicher Torschütze.

Die Gäste haben Platzwahl und nehmen den kalten Nordwestwind zum Bundesgenossen. Der Alemannia-Anstoß wird von der gegnerischen Läuferreihe abgefangen. Germania entfaltet bald ein beachtliches Zerstörungsspiel. Zum größten Teil sieht man dann Mittelfeldspiel. Die meisten Torgelegenheiten arbeiten die Germanen heraus. Ihre Stürmer sind aber zu hilflos. Ruhland wird leicht überlegen und durch einen scharfen Schuss des Halbrechten der Germanen in die rechte obere Torecke gibt es das einzige Tor. Bald rettet der Pfosten für Räschen. In den letzten Minuten entsteht vor dem Alemannia-Tor ein Gedränge. Aus dem Gewühle holt sich Erm den Ball.

Die 2. Hälfte beginnt mit der 3. Germania-Ecke, die der Halbrechte Erm in die Hände köpft. Dann wird der Platzbesitzer offensiver, aber auch seinem Sturm fehlte der krönende Schuss. Als den Alemannen nichts gelingt, geben sie die Hoffnung auf und bekennen sich geschlagen. Trotzdem gelingt es noch Strobel, den Gleichstand unverhoffterweise herzustellen. Seinen Langschuss verpassen die Verteidiger, und auch der Torwächter lässt den Ball zwischen den Beinen durch.

Der Schiedsrichter Kassubeck leitete die beiden letzten Spiele einwandfrei.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 Strobel, G.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Kassubek (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 05.04.1931

SpVgg 1908 Bockwitz - FC Alemannia Großräschen 9:2

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 06.04.1931

SC Spremberg 1896 - FC Alemannia Großräschen 3:2

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 12.04.1931

FC Ilse 1930 - FC Alemannia Großräschen 6:3

Leider war der Platz nicht vollgültig spielfähig. Die neuaufgeschüttete Schlacke erwies sich als zu lose, so dass der Ball stellenweise nicht fortzukriegen war. Anwesend waren 250 Zuschauer. An die Spieler stellte der Boden übermenschliche Anforderungen. Auch das flache Kombinationsspiel wurde auf diesem schweren Boden in Mitleidenschaft gezogen. Die Ilse-Elf fand sich aber mit den heimischen Platzverhältnissen besser ab als die Gäste.

Die Gäste eröffnen den Kampf mit einem Kombinationsspiel nach links. Der Linksaußen flankt zur Mitte und Jurk schießt schon in der ersten Minute das erste Tor für seine Farben. Räschen unternimmt weiter energische Angriffe, doch scheitern diese an der guten Hintermannschaft des Platzbesitzers. Bei einem erneuten Angriff der Gäste sieht es vor dem Ilse-Tor recht brenzlich aus, doch immer wieder klärt die Verteidigung mit wuchtigen Schlägen. Trotzdem kann Räschen in der 20. Minute durch Keipus, welcher einen scharfen Schuss unter die Latte setzt, das zweite Tor erzielen. Jetzt erst taut Ilse auf, gefährlicher als sonst werden die Angriffe. Einen gut getretenen Eckball kann der Linksaußen Wibschinski zum ersten Tor für Ilse einköpfen (25. Min.).

Nach der Pause ändert sich das Bild vollkommen. Die Hintermannschaft der Gäste hat ein großes Pensum Arbeit zu verrichten. Eine Überlegenheit des Platzbesitzers ist unverkennbar. Schuss auf Schuss rollt auf das Gästetor. In der 60. Minute schießt dann Matuscheck für Ilse das Ausgleichstor. Nun wird es in der Angriffsreihe der Blauweißen lebendig. Schon 5 Minuten später schießt derselbe Spieler durch geschicktes Täuschen der gegnerischen Verteidigung das dritte Tor für Ilse. In der 70. Minute kommt Wibschinski zum vierten und Schulz, durch die Unbeweglichkeit des Räschener Torhüters, zum fünften Erfolge. Bei einem schnellen Vorstoß der Gäste kann die Verteidigung von Ilse den Ball nicht rechtzeitig wegbefördern. Strobel ist zur Stelle und schießt zum dritten Tor für Räschen ein. Kurz vor Schluss kann dann Bennemann durch schönen Schrägschuss das halbe Dutzend voll machen. Eckenverhältnis 8:3 für Ilse. Bei Ilse zeigte sich die Verteidigung sicher und wuchtig im Schlag. Unermüdlich arbeitete der Mittelläufer.Gute Leistungen wurden auch im Sturm gezeigt. Bei den Gästen konnte die Verteidigung restlos befriedigen. In der Läuferreihe arbeitete Homann unverwüstlich.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Jurk, R. (01.min.)

0:2 Keipus (20.min.)

5:3 Strobel, G.

 

Zuschauer: 250


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 26.04.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Corona 1910 Neupetershain 1:2

Um 15 Uhr begegneten sich die zweiten Mannschaften. Mit 1:0 lagen die Gäste bei der Halbzeit in Führung. In der zweiten Hälfte schoss Räschen auch ein Tor, so dass man sich gemütlich mit einem Unentschieden von 1:1 trennte.

Anschließend steigt das Hauptspiel. Dem Schiedsrichter Aischinger (Räschen) stellen sich die Mannschaften wie folgt:

Alemannia: Schimansky; Hildebrand, Lubosch; Homann, Romaynzil, Neumann; Noack, Keipus, Hertrich, Strobel II, Strobel I.

Corona: Schulz; Hendler, Jank; Berger, Marquardt, Gröschel; Rattei, Noack, Thierfelder, Klein, Bradatsch.

Die Gäste haben Platzwahl und nehmen den leichten Wind als Bundesgenossen. Räschen beginnt mit dem Anstoß und es entwickelt sich längere Zeit ein interessantes Mittelfeldspiel, bei dem beide Verteidigerpaare immer wieder rechtzeitig klären können. Ungefähr 20 Minuten sind verflossen, als Petershain durch ein leichtes Tor die Führung übernehmen kann. Langsam rollt der Ball dem Tore zu, als Schimansky außerhalb ist, und ehe er diesen erreicht, hat er die Torlinie schon überschritten. Auch der Platzbesitzer ist öfters offensiv, aber der Sturm versiebt die unglaublichsten Sachen.

Nach der Pause ist Corona anfangs überlegen; einmal köpft Thierfelder hoch über die Latte. Es reicht aber nur zu zwei Ecken. Da die Gäste den Torunterschied nicht vergrößern können, wurde nach dem falschen Grundsatz gespielt: Erst den Mann, dann den Ball! Nach mehreren Verwarnungen muss Noack wegen offensichtlichen Nachschlagens vom Platze. Auch Räschen kommt zu einem Tor, das der Schiedsrichter aber wegen Abseits nicht gibt. Lubosch und Thierfelder geraten zusammen und zur Strafe müssen beide verschwinden. Längere Zeit ist Alemannia ganz aus dem Konzept geraten, und erst nach und nach gewinnt man mehr an Boden. Noack kann sogar durch einen scharfen Flankenschuss den Gleichstand herstellen. Die Freude dauert aber nicht lange. Schon nach wenigen Minuten übernimmt Petershain durch Klein abermals die Führung. Im Alleingang arbeitete er sich durch die Läufer und Verteidiger. Vom Innenpfosten springt die Kugel ins Netz. In den Schlussminuten hat Alemannia nochmals die Chance, das Spiel wenigstens unentschieden zu gestalten. Noacks Flanke verfehlt aber Strobel I freistehend vor dem Tore.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 Noack, K.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Aischinger (Großräschen)

 

FC Alemannia:

Schimansky - Hildebrandt, Lubosch, Homann, Romaynzil, Neumann, K. Noack, Keipus, Hertrich, Strobel II, Strobel I

Testspiel am 10.05.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker Naundorf 2:0

Torschützen:

 

1:0

2:0

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 14.05.1931

SC Germania 1910 Ruhland - FC Alemannia Großräschen 1:4

Auf dem Germania-Sportplatz herrschte reger Fußballbetrieb. Mit drei Mannschaften war Alemannia Großräschen erschienen, um einer früheren Verpflichtung nachzukommen. Zunächst spielten die Jugendmannschaften beider Vereine. Die Gäste gewannen hier glatt mit 4:1, bei Halbzeit lagen sie mit 3:0 in Führung. In dem nun folgenden Kampfe der 1. Mannschaften spielte Alemannia eine sehr schwache Rolle und verlor 8:0.

Verschiedene Umstände wegen dauerte dieser Kampf nur eine Stunde und zwar von 17 - 18 Uhr. Germania hatte ihre zur Zeit stärkste Aufstellung zur Stelle. Alemannia dagegen spielte mit Ersatz. Die besten Leute, wie Hildebrand, Neumann Hertrich und Drogla fehlten. Schiedsrichter Noack, Naundorf, leitete zur Zufriedenheit.

Die Platzwahl entschied sich zu Gunsten der Gäste. Mit dem Anstoß greift Germania einige Male ganz energisch an und das Räschener Tor kommt wiederholt in Gefahr. Wolf lässt den ersten Torschuss los, der aber sein Ziel knapp verfehlt. Eine präzise Flanke desselben Spielers, gut zur Mitte gegeben, verpasst Gröbe freistehend von drei Meter. Dasselbe Missgeschick passiert dem Halbrechten, der ebenfalls aus sehr günstiger Position den Ball am Pfosten vorbei schießt. Zwei totsichere Sachen hat sich Ruhland damit in den ersten Minuten verscherzt. Nach längerem Mittelfeldspiel bietet sich auch den Gästen eine sichere Gelegenheit, aber auch hier ist die gesamte Mitte nicht zur Stelle. In der 20. Minute reißt Alemannia durch einen Strafstoß von Keipus die Führung an sich. Einen Schuss von Schüppel kann der Räschener Tormann nur zur 1. Ecke für Ruhland abwehren. Auf der anderen Seite ist Alemannias Halblinker durchgebrochen; zum Glück setzt er aber die Kugel an die Latte. Mit dem Halbzeitpfiff schafft der Platzbesitzer noch den Ausgleich. Einen Schuss von Franke, in Gestalt eines scharfen Rollers, kann Schimansky nicht mehr erreichen.

Ohne Pause werden die zweiten 30 Minuten angefangen. Ruhland kommt zur 2. Ecke und Alemannia zum 2. Tor. Strobel I geht mit dem Ball auf der Außenlinie entlang, seine Flanke schiebt der Bruder unhaltbar ein. Dieses Tor ist für die Gäste das Zeichen zum Generalangriff. Ruhland wird dauernd zurückgedrängt und kommt nur noch zu einzelnen Durchbrüchen. Mit dem 3. Tor vollbringt Strobel II eine wahre Prachtleistung. Fast von der Außenlinie zieht er die Kugel ins Tor. Dafür erntet er auch reichlich Beifall von den Zuschauern. Nochmals bietet sich den Ruhländern Gelegenheit, wenigstens ein Tor aufzuholen. Der Ball wird dem Gästetormann aber direkt in die Hände geschossen. Ein Elfmeter für Alemannia wird von Ruhland gehalten. Noch ehe der Schlusspfiff ertönt, ist es Strobel II vergönnt, seinen beiden vorhergehenden Erfolgen noch ein 3. Tor hinzuzufügen. Eckenverhältnis 2:1 für Ruhland.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Keipus (20.min.)

1:2 Strobel II

1:3 Strobel II

1:4 Strobel II

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Noack (Naundorf)

 

FC Alemannia:

Schimansky -

Testspiel am 24.05.1931

FC Alemannia Großräschen - SpVgg 1908 Bockwitz 2:5

Zahlreiche Zuschauer haben sich zum Hauptspiel eingefunden, die auch einmal die vielgerühmten Gäste aus dem Ländchen spielen sehen wollen. Der Unparteiische Jank, Hörlitz, der einwandfrei leitete, ruft die Mannschaften zusammen. Der 1. Vorsitzende begrüßt die Gäste und heißt sie in Räschens Mauern herzlich willkommen. Einen vom Vertreter der Zigarettenfabrik Garbaty gestifteten Fußball für geleistete Reklame wird von einem Sportsfreund mit den besten Wünschen an Alemannia überreicht.

Alemannia nimmt die Sonne im Rücken, den Wind von vorn. Die Gäste eröffnen, doch schon bei der Läuferreihe wird der Ball abgestoppt. Nach kurzem Mittelfeldspiel kann der Bockwitzer Friedrich mit Drehschuss in der 5. Minute das erste Tor erzielen. Einige Minuten später kommt Räschen zum Angriff und Noack stellt den Gleichstand her. Aus dem Lauf setzt er den Ball mit Bombenschuss in die Maschen. Die erste Ecke für Alemannia folgt und Branzke lässt eine sichere Chance unausgenutzt. Angriff auf Angriff erfolgt auf das Bockwitzer Tor, doch die Hintermannschaft ist nicht zu schlagen. Strobel I ist von Außen bis an den Torpfosten geraten, aber es gibt keinen Erfolg. Beim nächsten Vorstoß ist es sein Bruder, der einen Flankenschuss von rechts kurz kurz vor dem Tore knapp über die Latte hebt. Bei einem Angriff der Gäste nimmt Schimansky dem Sturmführer den Ball vom Fuß, als dieser zum Sturm ansetzt. Einmal ist Strobel I durchgebrochen, doch seine Flanke wird vom rechten Verteidiger mit weitem Schlage nach vorn befördert. Ein hoher Flankenball von Keipus bringt das Gästetor in arge Bedrängnis. Der Tormann kann den Ball nur kurz wegbefördern, und Alemannia wäre um ein Haar die Führung geglückt, wenn die Verteidigung nicht im letzten Augenblick rettend dazwischen gefahren wäre. Als dann Bockwitz in der 45. Minute die Räschener Läuferreihe und den linken Verteidiger Lubosch überlistet, und Hildebrand zu allem Unglück noch das Leder verfehlt, ist es für Friedrich leicht, den Alemannia-Tormann zum zweiten Male zu überwinden.

Während Räschen in der 1. Halbzeit seinen Gästen ein ebenbürtiger Gegner war, lässt es jetzt nach. Die Hitze macht sich bemerkbar. Der Anstoß wird von der gegnerischen Deckung zum Halten gebracht. Schon nach kurzer Zeit folgt die 2. Ecke für die Bockwitzer und Friedrich schießt das dritte Tor für seine Farben. Noch einmal gehen die Räschener mit großem Eifer aus sich heraus und die Belohnung ist das 2. Tor. Strobel II nimmt die Flanke seines Bruders im Sprunge auf und unhaltbar sitzt der Schuss zwischen den Pfosten. Räschen stellt kurz vordem um. Hildebarnd ging auf halbrechts, Keipus in die Läuferreihe und Homann verteidigt. In der letzten halben Stunde verliert der Platzbesitzer immer mehr an Boden. Einen Roller von Friedrich aus kurzer Entfernung muss Schimansky zum vierten Male passieren lassen. Eine klare Überlegenheit der Spielvereinigung ist unverkennbar, und Räschen muss sich nur noch auf vereinzelte Durchbrüche beschränken. Außerdem macht man den Fehler, das Spiel nur auf die linke Seite zu verlegen. In der Schlussminute lässt Ruß (Linksaußen) noch einen Schuss auf das Alemanniator ab. Schimansky ist, von der Sonne geblendet, in dem Glauben, der Ball gehe am Pfosten vorbei, doch als er sich den Schaden besieht, ist er hinter ihm im Tor. Eckenverhältnis 2:2.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Noack, K.

2:3 Strobel II

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Jank (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

Schimansky -

Testspiel am 07.06.1931

SC Wacker Naundorf - FC Alemannia Großräschen 1:0

Der Wacker-Anstoß wird gleich gut vorgetragen und schon muss der Gästetorwart zwei gefährliche Sachen meistern. Auf der anderen Seite ist es der Linksaußen der Gäste, der eine Bombe knapp über das Gehäuse jagt. Beide Tore kamen abwechselnd stark in Gefahr, doch beide Torhüter zeigten sich von der besten Seite. Bei den Wacker-Leuten ist eine kleine Umstellung vorgenommen worden, die sich sehr gut macht. Die Heimischen kommen zur ersten Ecke, die aber der Gästetorwart aus der Gefahrenzone befördert. So geht das recht schöne, flotte Spiel mit recht spannenden Momenten bis zum Pausenpfiff, doch ohne Erfolg.

Ohne Pause wird weitergespielt. Das Gästetor kommt jetzt stark in Angriff. Der heimische Linksaußen hat sich gut durchgespielt, flankt zur Mitte, wo der Gästeverteidiger den Ball mit der Hand schlägt. Der Elfmeter wird vom Mittelstürmer in der 55. Minute sicher verwandelt. Mit frischem Mut gehen die Wackerleute zu neuem Angriff über, doch die Räschener Hintermannschaft zeigt gute Abwehrarbeit. Beide Verteidiger zeichnen sich durch ihren sicheren befreienden Schlag aus. Einen recht interessanten Moment bringt die 72. Minute. Der Gästelinksaußen hat sich gut durchgespielt, flankt zur Mitte, wo aus kurzer Entfernung haarscharf daneben geknallt wird. Auf der anderen Seite kann der Gästetorwart gerade noch zur Ecke ablenken, die aber ins Aus getreten wird. Jetzt legen die Gäste noch einmal los, doch auch die sichere Wackerverteidigung befördert mit weitem Schlag das Leder nach vorn. Noch in den Schlussminuten sieht es sehr brenzlich vor dem Alemanniator aus, aber mit viel Geschick hält der Gästetorwart. Am Ergebnis ändert sich nichts mehr. Eckenverhältnis 6:3 für Naundorf.

Als Schiedsrichter fungierte Schadewitz, Senftenberg. Er versah sein Amt zu voller Zufriedenheit.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schadewitz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 14.06.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Vetschau 3:0

Alemannia benutzte den letzten Spielsonntag, um noch einmal mit sämtlichen Mannschaften, mit Ausnahme der zweiten, an die Öffentlichkeit zu treten. Leider musste Räschens 2. Mannschaft auf ihr Spiel verzichten, da Bernsdorf nicht kam. Alemannia bereitete seinen Anhängern eine besondere Freude dadurch, dass die übrigen Mannschaften alle drei siegreich waren.

Nach den beiden Niederlagen der Zschipkauer gegen Vetschau hatte Alemannia selbst mit einem Siege nicht zu rechnen gewagt. Doch überraschenderweise konnte Räschen einen glatten 3:0-Sieg herausholen. Beide Parteien spielten mit Ersatz; die Gäste mit drei, Räschen mit zwei Mann.

Der Gästeanstoß geht sofort verloren, Alemannias Stürmer bemächtigen sich des Balles und schon bedrohen diese das Vetschauer Tor. Nur um Sekunden kommt Strobel II zu spät, der Tormann ist im Besitz des Balles. Beim Gegenangriff des Sportklubs schießt der Halbrechte knapp über die Latte, als Schimansky außerhalb des Tores ist. Bei längerem Mittelfeldspiel klären beide Verteidigerpaare immer rechtzeitig. Mitunter wirkt das Spiel etwas langweilig. Einen Schuss von Strobel I kann der Gästetormann nur zur 1. Ecke für Alemannia abwehren, die aber auch nichts einbringt. Ein Strafstoß für Alemannia wird vom Pfosten aufgehalten. Der zweiten Alemanniaecke setzen die Gäste ihre erste entgegen. Plötzlich nimmt der Kampf eine andere Wendung. Der Räschener Halbrechte Dambrowsky schießt aufs Vetschauer Tor. Im Fallen verliert der Hüter das Leder; Köhler, rechtsaußen spielend, setzt mit Erfolg nach. Schon der nächste Angriff bringt Alemannia den zweiten Erfolg. Eine Flanke von Köhler verwandelt Strobel II unhaltbar. In der Schlussminute vor Halbzeit fällt dann auch noch durch denselben Spieler das 3. Tor. Räschens Verteidiger, Hildebrand und Homann, sind sehr gut in Form.

Nach der Pause sind die Gäste längere Zeit überlegen, kommen auch zu einem Tor, das der Schiedsrichter aber wegen Abseits nicht geben kann. Zwei weitere Ecken sind ihre ganze Ausbeute; die zweite davon kann Schimansky nur mit Mühe meistern. Bei einem Gedränge vor dem Vetschauer Tor kommt Brenzke (halblinks) nicht richtig zum Schuss, der Ball geht am Pfosten vorbei. Räschen gibt sich scheinbar mit dem Resultat zufrieden, während die Gäste in der letzten Viertelstunde noch einmal mit Volldampf angreifen. Von rechts sowie von links wird scharf geschossen, doch alles geht daneben. Mehrere Strafstöße für den Sportklub bringen auch nichts ein und ein Bombenschuss des Halbrechten der Gäste knallt an die Latte. Sie können bis zum Schlusspfiff am Ergebnis nichts mehr ändern. Eckenverhältnis 2:2.

Da der angeforderte Schiedsrichter nicht erschien, übernahm Jurk das Amt, das er auch zur Zufriedenheit versah.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Köhler

2:0 Strobel II

3:0 Strobel II

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: n.a. / i.V. R. Jurk (Großräschen)

 

FC Alemannia:

Schimansky - Hildebrandt, Homann;

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