Saison 1950/51

Liga: DS-Liga / Staffel Nord

 

Mit der Gründung der DDR am 07.10.1949 wurde auch die Klassenstruktur im Fußball neu gestaltet. Als oberste Liga fungierte nun die landesweite Oberliga und als Unterbau wurden ebenfalls zwei überregionale Ligen eingeführt. Als Landesmeister, jedoch in der Aufstiegsrunde zur Oberliga gescheitert, spielte die ZSG Großräschen nun in der Staffel Nord. Mit nur 10 Mannschaften blieb die Meisterschaft übersichtlich. Allerdings wurden die Fahrten nochmals weiter. Reisen an die Ostseeküste nach Schwerin und Wismar standen nun auf der Tagesordnung.

Zunächst startete die neue Saison jedoch mit dem FDGB-Pokalwettbewerb, der nach damaliger Sitte stets in den Sommermonaten ausgetragen wurde. Die 1. Hauptrunde überstand die ZSG Großräschen bei der unterklassigen BSG BEWAG Berlin noch mit einigem Glück (4:3), doch bereits in der nächsten Runde war dann Schluss. Beim Oberligisten BSG Märkische Volksstimme Babelsberg gab es eine satte 1:9-Klatsche und damit das Aus im Pokal. Auch die folgenden Testspiele bei der KWU Cottbus (4:7) und bei Union Leipzig (1:5) verliefen ernüchternd. Erst im letzten Übungsspiel bei der BSG Krietsch-Werke Wurzen gelang ein knapper 2:1-Erfolg.

Umso erstaunlicher dann der Start in die Meisterschaft. Beim Hohenschönhausener SC folgte ein hoher 4:1-Sieg und damit gleichzeitig auch die Tabellenführung. Diese wurde eine Woche später mit einem sicheren 3:0-Heimerfolg gegen Lok (vorher Reichsbahn) Cottbus verteidigt. Aber das die Bäume nicht in den Himmel wachsen, dafür sorgte die leistungsstarke Konkurrenz. Bei der SG Deutsche Volkspolizei Potsdam (3:4) und bei der ZSG Burg (1:5) setzte es zwei Niederlagen. Zwischendurch kassierte man kampflos zwei Pluspunkte, da die SG Vorwärts Wismar durch das Sportgericht für einige Wochen gesperrt wurde und somit nicht zu den Punktspielen antreten durfte. Aufgrund der zunehmenden Unterstützung der Vereine durch sogenannte Trägerbetriebe kam es am 22.10.1950 zur Gründung der BSG Chemie Großräschen. Im Laufe der Saison stellte sich dann immer weiter heraus, dass sich die Großräschener zwar den Ruf einer fast unbesiegbaren Heimmannschaft erwarben, auswärts aber öfters Probleme bekamen, das eigene Punktekonto aufzufüllen. Somit konnte man im Chemie-Lager mit dem 4. Abschlussrang zum Saisonende durchaus zufrieden sein.

Da die Meisterschaft bereits Anfang April beendet war, die Saison aber offiziell noch bis Ende Juni weiterging, absolvierte die BSG Chemie Großräschen noch etliche Freundschaftsspiele. Die vielleicht interessanteste Partie fand am 27. Mai statt. Da gastierte die Westberliner Vertragsliga-Elf SC Westend 01 Berlin in Großräschen und wurde nach zwei Toren von Walter Löben überraschend mit 2:1 geschlagen.

Ein einheitlicher FDGB-Pokalwettbewerb fand in den Sommermonaten 1951 nicht statt. An dessen Stelle wurden die Sieger der jeweiligen Sportvereinigungen (z.B. Aktivist, Chemie, Einheit, Motor usw.) ermittelt. Leider liegen Informationen über das Abschneiden der BSG Chemie Großräschen im Pokalwettbewerb der SVgg Chemie nocht nicht vor.

 

 

Trainer: /

 

Spiele:

05.08.1950 PS BSG Bewag Berlin - ZSG 3:4
13.08.1950 PS BSG Märkische Volksstimme Babelsberg - ZSG 9:1
20.08.1950 TS BSG KWU Cottbus - ZSG 7:4
26.08.1950 TS BSG Union Leipzig - ZSG 5:1
27.08.1950 TS BSG Krietsch-Werke Wurzen - ZSG 1:2
03.09.1950 MS Hohenschönhausener SC - ZSG 1:4
10.09.1950 MS ZSG - BSG Lokomotive Cottbus 3:0
17.09.1950 MS SG Deutsche Volkspolizei Potsdam - ZSG 4:3
24.09.1950 MS ZSG - SG Vorwärts Wismar 0:0*
01.10.1950 MS ZSG Burg - ZSG 5:1
22.10.1950 MS ZSG Anker Wismar - ZSG 3:0
29.10.1950 MS Chemie - SSV Köpenick 08 2:1
05.11.1950 MS Chemie - ZSG Textil Cottbus 3:0
12.11.1950 MS SG Vorwärts Schwerin - Chemie 4:2
19.11.1950 TS BSG Carl Zeiss Jena - Chemie 6:0
17.12.1950 TS BSG Fewa Chemnitz - Chemie 5:0
14.01.1951 MS BSG Einheit Wismar - Chemie 2:2
21.01.1951 MS Chemie - SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 0:3
28.01.1951 MS BSG Lokomotive Cottbus - Chemie 3:1
11.02.1951 MS Chemie - ZSG Anker Wismar 1:1
18.02.1951 MS SSV Köpenick - Chemie 0:2
25.02.1951 MS Chemie - BSG Einheit Burg 2:1
11.03.1951 MS ZSG Textil Cottbus - Chemie 3:2
18.03.1951 MS Chemie - Hohenschönhausener SC 3:3
23.03.1951 MS Chemie - BSG Einheit Schwerin 3:1
25.03.1951 TS BSG Rotation Leipzig 1950 - Chemie 2:3
07.04.1951 TS BSG Aktivist Borna - Chemie 4:2
08.04.1951 TS BSG Einheit Leipzig-Ost - Chemie 2:1
14.04.1951 TS BSG Freiheit-Wismut Lauter - Chemie 5:1
15.04.1951 TS BSG Einheit Mitte Chemnitz - Chemie 2:4
19.05.1951 TS Chemie - BSG Freiheit-Wismut Lauter 4:1
27.05.1951 TS Chemie - SC Westend 01 Berlin 2:1
10.06.1951 TS BSG Einheit Spremberg - Chemie 2:2

* Die SG Vorwärts Wismar durfte aufgrund einer Sperre nicht antreten und verlor die Begegnung mit 0:0 Toren und 0:2 Punkten

 

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
01. SG Deutsche Volkspolizei Potsdam            18 55:23 28:8
02. ZSG Anker Wismar 18 41:15 28:8
03. BSG Einheit Burg 18 55:25 26:10
04. BSG Chemie Großräschen 18 34:35 19:17
05. Hohenschönhausener SC 18 41:47 19:17
06. BSG Lokomotive Cottbus 18 35:35 16:20
07. BSG Einheit Schwerin 18 30:40 13:23
08. ZSG Textil Cottbus 18 22:42 12:24
09. BSG Einheit Wismar 18 25:41 11:25
10. SSV Köpenick 08 18 18:51 8:30

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Statistiken und Spielberichte

 

 

FDGB-DDR-Pokal / 1. Hauptrunde am 05.08.1950

BSG Bewag Berlin - ZSG Großräschen 3:4 (2:2)

Schwerer als erwartet hatte es Groß-Räschen bei der Bewag. Der Sturm der Stromlieferanten war anfangs überraschend stark und erzielte eine 2:0-Führung. Mit zunehmender Spielzeit fanden sich die Ligisten und konnten bis zur Pause den Gleichstand erzielen. Nach dem Wechsel brachten sie mit Hilfe des Windes die Spielführung immer mehr an sich, gingen 3:2 in Führung, mussten sich aber noch einmal den Ausgleich gefallen lassen, ehe sie durch eine umstrittene Elfmeterentscheidung den vierten, siegbringenden Treffer anbringen konnten.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Der große Favorit aus der Liga hat den von Hallex trainierten Bewagleuten recht wenig Respekt eingeflößt. Mit erstaunlicher Lebendigkeit und guten Kombinationsansätzen drangen diese von Beginn an immer wieder in das keineswegs vollkommene Abwehrgeflecht der Brandenburger ein. Nach 17 Minuten brachte solche Kombination durch Krüger II den ersten Erfolg. Schon zwei Minuten später senkte sich der Ball wiederum vor dem gegnerischen Gehäuse. Briese köpfte gegen den Pfosten, Hermann I hob, fast auf der Grundlinie stehend, den Ball über den Torwart nochmals gefährlich vor das Tor und Brillat brauchte nur noch mit dem Kopf zum 2:0 zu vollenden. Doch wenige Minuten danach ging durch zwei zweifelhafte Tore Großräschens der Nymbus des Favoritensturzes zu Ende. Beide Male war Ferenz der Vollender.

Nach der Halbzeit begannen die Brandenburger mächtig zu drücken. Einmal noch konnte der wuchtig durchgebrochene Brillat seinen Nebenmann Hermann den Ball zum führenden Einschuss servieren. Diesem 3:2 aber folgte durch K. Ferenz das 3:3, und ein Elfmeter nahm den Bewagsportlern den Mut ganz. Gegen Werschkes platzierten Schuss gab es nichts zu bestellen. 

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschützen:

2:1 Ferenz, W.

2:2 Ferenz, W.

3:3 Ferenz, K.

3:4 Werschke, G. (Foulelfmeter)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schade (Königs Wusterhausen)

 

ZSG:

W. Hanisch - G. Jankowiak, Th. Riesner, M. Mudra, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, Brigulla, W. Ferenz, G. Werschke

FDGB-DDR-Pokal / 2. Hauptrunde am 13.08.1950

BSG Märkische Volksstimme Babelsberg - ZSG Großräschen 9:1 (3:0)

Es rollt bei der Märkischen Volksstimme

 

Der Babelsberger Platz ist zu einem kleinen Fußball-Paradies geworden. Die gepflegte Rasenfläche ist wohl zur Zeit als eine der besten in unserer Republik anzusehen, und alle Sportfreunde werden begreifen, dass nur im Frieden weitere derartige Stadien entstehen können.

Die meisten Fußballanhänger wurden schwer enttäuscht, denn über große Strecken, vor allem nach dem Wechsel, waren die weißblauen Gäste nur Sparringspartner. Man hatte allgemein von dem "Aufstiegskandidaten", der dem schnellen Babelsberger Spiel nicht gewachsen war, mehr erwartet. Den Gästen muss allerdings hoch angerechnet werden, dass sie trotz der Übermacht des Gegners immer wieder zu Gegenangriffen übergingen. Die gesamte Läuferreihe jedoch wurde von Beginn an in die Defensive gedrängt und konnte den Sturm beim Aufbau nicht unterstützen. Das "Stürmchen" selbst war ohne diese Unterstützung niemals in der Lage, den Abwehrriegel der Einheimischen zu durchbrechen. Ständig dominierten die Babelsberger Stürmer, bei denen vor allem das Innentrio Wolfrum-Schöne-Tietz herausragte.

Bei den Babelsbergern gab es bis auf Behrend und Barthel keinen Versager. Bei Groß-Räschen gefiel Torwart Müller in der ersten Halbzeit durch herrliche Paraden.

Schiri Wutzig (Wurzen) erstickte bei der fairen Begegnung jede strafbare Handlung im Keime.

Kurzer Spielfilm: In der 4. Minute konnte Wolfrum eine Vorlage von Schöne aufnehmen und zum ersten Male einsenden. Tietz erhöhte in der 22. Minute, als er ins linke Dreieck einschoss, auf 2:0. 13 Minuten vor dem Pausenpfiff schoss wiederum Tietz im Anschluss an eine Ecke durch die vielbeinige Verteidigung zum drittenmal ein. Nach dem Wechsel war es Schöne, der in der 59. Minute das 4. und in der 62. Minute das 5. Tor erzielte. Gießler II schoss in der 74. Minute das schönste Tor, als er gekonnt aus vollem Lauf das Leder unhaltbar in die Maschen jagte. Postwendend jedoch verstanden die Groß-Räschener eine sich bietende Chance auszunutzen und Ferenz, K. zeichnete für den Ehrentreffer. Verdutzt schaute Wildner drein, als der von Wolfrum angeschossene Ball im eigenen Netz landete. Noch zweimal musste Müller hinter sich greifen, denn Wolfrum erzielte Nr. 8 und 60 Sekunden vor dem Abpfiff war es Schöne, der durch einen herrlichen Schuss den Ball unter die Latte setzte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Ein Schützenfest feierten die Babelsberger am Sonnabend auf ihrem Platz. Mit großer Sorgfalt haben die Sportler der BSG Märkische Volksstimme ihr Stadion in ein wahres Schmuckkästchen verwandelt. Auf dem vorbildlichen, neu hergerichteten Rasen blieb der Erfolg auch nicht aus. Neunmal musste der Torwart Großräschens hinter sich greifen. Der Neuling der DS-Liga, Großräschen, lieferte keineswegs eine gute Partie, jedoch drückt das Resultat etwas zu deutlich die zweifellose Überlegenheit der Babelsberger Oberligisten aus. Für die Märkische Volksstimme zeichneten Schöne (3), Wolfrum (3), Titz (2) und Giesler II für die Tore verantwortlich. Erst kurz vor Spielschluss schossen die Gäste den schon längst fälligen Ehrentreffer.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschütze:

6:1 Ferenz, K. (75.min.)

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Wutzig (Wurzen)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, G. Jank, S. Wildner, H. Nowack, J. Wienicke, K. Ferenz, G. Franke, G. Werschke, W. Ferenz

Testspiel am 20.08.1950

BSG KWU Cottbus - ZSG Großräschen 7:4

Groß-Räschen erschien mit zweiter Garnitur

 

Erbost waren am Sonntag die 2000 Cottbuser Fußballfreunde, als sie im Stadion der Freundschaft feststellen mussten, dass im Freundschaftstreffen KWU Cottbus gegen Groß-Räschen die Gäste nur mit einer zweiten Mannschaft erschienen und nicht, wie es in der Presse angekündigt war, mit der Meisterelf der brandenburgischen Landesklasse. So fiel der Sieg klar und verdient an die schussfreudigen Einheimischen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

4:1 Jankowiak, G. (42.min.)

4:2 Brigulla (48.min.)

6:3 Brigulla (77.min.)

7:4 Jankowiak, G. (89.min.)

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel am 26.08.1950

BSG Union Leipzig - ZSG Großräschen 5:1

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel am 27.08.1950

BSG Krietsch-Werke Wurzen - ZSG Großräschen 1:2

Wenig überzeugende Leistungen gab es von beiden Mannschaften am Sonntag im Spiel zwischen Wurzen und Groß-Räschen. Nowak war der Schütze beider Tore, während der Ehrentreffer aus einem verwandelten Elfmeter von Hinneburg resultierte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: Nowack, H. (2)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

1. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 03.09.1950

Hohenschönhausener SC - ZSG Großräschen 1:4 (1:0)

Kondition ist die Stärke Großräschens

 

Die auf eigenem Platz unterlegene Berliner Mannschaft wird sich nach dem 1:4 ihre Gedanken über die Spielstärke der künftigen Gegner in der Republik gemacht haben, und sie wird die Einsicht haben müssen, dass deren spielerische Klasse wohl nicht die beste ist, aber stabile Kondition, Ausdauer und Härte viel bedeuten! An diesen Eigenschaften der Räschener Elf scheiterte sie eindeutig, und der Eindruck blieb, dass der Hohenschönhausener SC in der augenblicklichen Verfassung nicht weit kommen wird, wenn auch eine so gute Kraft wie der von Alemannia 90 "übernommene" Halbstürmer Heini Behnke am Sturm der Berliner viel verbessern kann. Den Hauptwert in der Trainingsarbeit sollten sie in der Zukunft auf die Verbesserung ihrer Kondition legen, denn in der zweiten Halbzeit wurde die Elf des HSC auf Grund ihrer geringen körperlichen Bereitschaft völlig in die Defensive gedrängt!

Nicht selten sind die Fußballfreunde (und auch die Kritiker!) gern geneigt, das Stärkeverhältnis zweier Gegner und den Spielverlauf nach dem Halbzeitresultat zu beurteilen, aber in diesem Falle gehen sie nicht fehl in solcher Annahme. Die technische Überlegenheit der Berliner Mannschaft reichte nur für die ersten 45 Minuten, dann setzte sich die weitaus stärkere Kondition des brandenburgischen Gastes erfolgreich durch. Schon in den Anfangsminuten ging ein anerkennendes Raunen durch die leider nur sehr spärlich anwesenden Zuschauer, als die ZSG Räschen die vorgetragenen Angriffe des HSC energisch zurückschlug. Uns scheint, als habe die Berliner Elf einen entscheidenden Aufstellungsfehler begangen, nämlich den Halbstürmer-Zubringer Kohlschmidt herauszulassen, der aus dem Mittelfeld die Angriffsaktionen gemeinsam mit Behnke hätte durchführen können, gemäß seiner Veranlagung. So aber stürmten beim HSC drei Mittelstürmer nebeneinander, das ging leider schief! Die Hintermannschaft arbeitete sicher, allerdings hätten bei größerer Aufmerksamkeit zwei Tore verhindert werden können. Noch immer ein guter Spieler ist Stopper Meier, er muss sich aber befleißigen, im Gebrauch seiner Mittel sauberer zu werden. Bester Mann war der linke, unermüdlich schaffende VerteidigerSperner.

Die ZSG Groß-Räschen hinterließ einen sehr guten Eindruck, namentlich durch ihren ungebrochenen kämpferischen Einsatz und die ungewöhnliche Fähigkeit, zwei Halbzeiten in unvermindertem Tempo durchzustehen. Alle vier Tore spielte die Elf heraus - es ist also durchaus nicht so, dass ihr Spiel ausschließlich vom kämpferischen Moment bestimmt ist! Bestens aufgelegt präsentierte sich Mittelstürmer Riesner, der früher für Groß-Räschen verteidigt hat. Er wurde noch drei Minuten vor dem Schlusspfiff wegen eines sehr umstrittenen Fouls vom Platz gestellt. Der Riesner ständig mit unsauberen Mitteln bearbeitende Meier lief auf den Brandenburger auf und wurde im Fallen getroffen - Esko erkannte auf absichtliches Foul, allerdings schließen wir uns dieser Meinung nicht an! - Die Deckung der Räschener war in ihrer harten Art den Berlinern sichtlich unangenehm, sie erfüllte wacker ihre Aufgabe.

Schönstes Tor schoss der Hohenschönhausener Linksaußen Boffing nach einer Bilderbuchvorlage von Behnke mit halbhohem Schuss in die lange Ecke. Jankowiaks Ausgleichstreffer nach der Pause entsprang einem klaren Fehler von Meier, das wenig später folgende Führungstor Wienickes war aus sonnenklarer Abseitsstellung erzielt, was die Menge dem Stralsunder Schiedsrichter sehr übelnahm. Das dritte Tor Wienickes war mustergültig erzielt - scharfer trockener Schuss nach einer Ecke, der vierte Treffer Jankowiaks eines der üblichen Kombinationstore.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Hohenschönhausen hatte einen schlechten Start

 

Als beide Mannschaften den gepflegten Rasen in der Buschallee betraten, begrüßte sie herzlicher Beifall, der besonders Heini Behnke galt, der sich vom Westberliner Vertragsfußball distanziert hatte in der Erkenntnis, dass dieser allen anderen, nur nicht dem Sport dient. Man war durch diese Verstärkung in Hohenschönhausen etwas zu selbstsicher geworden und hatte schon vor Beginn beide Punkte auf das Pluskonto verbucht. Die Ernüchterung kam schnell. Schon nach drei Minuten wurde Laß durch einen Pressschlag so unglücklich verletzt, dass er für die Restzeit nur noch als Statist seiner Mannschaft zur Verfügung stand. Trotzdem übernahm Hohenschönhausen sofort das Spielgeschehen, um mit teilweise recht ansprechenden Kombinationszügen oft einem Torerfolg nahe zu sein. Aber schon jetzt machte sich Konditionsmangel bemerkbar. Es fehlte stets die berühmte Zehntelsekunde, um in den Ballbesitz zu kommen. Großräschen dagegen konnte ihre Befangenheit nicht abstreifen. Aber es war hier schon klar zu erkennen, dass mit Dauer der Spielzeit ihre Stärke wachsen würde. Noch blieben alle Züge im Ansatz stecken, und Behnke konnte mit schönen Vorlagen seinen Sturm immer wieder in den gegnerischen Strafraum werfen. Er war es auch, der in der 40. Minute dem leider viel zu wenig beschäftigten Boffing die Gelegenheit gab, seine Farben mit schönem Schrägschuss in Führung zu bringen.

Nach der Halbzeit war die Kraft der Hohenschönhausener verbraucht und Großräschen kann nun das Spielgeschehen ganz an sich reißen, und es zeigt sich, was in dieser jungen Mannschaft wirklich steckt. Mit weitmaschigen Kombinationen bringen sie die Hintermannschaft des Gegners in Verwirrung. Schon in der 50. Minute kann Jankowiak, allerdings aus klarer Abseitsstellung, den Ausgleich erzielen. Nun bringt Hohenschönhausen eine harte Note ins Spiel, die der nicht immer glücklich amtierende Schiedsrichter nie ganz unterbinden kann. So kann sich Meyer ungestraft ein grobes Foul an Riesner erlauben, und als dieser im Fallen Meyer mit sich reißt, wird dieser zu Unrecht vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen. Meyer ist es auch, der mit zunehmender Spielzeit die Übersicht verliert und so seiner Hintermannschaft den letzten Halt nimmt, und es spielen sich in seinem Strafraum turbulente Szenen ab. Nur durch hervorragende Paraden von Trau entgeht Hohenschönhausen schon jetzt drohenden Torverlusten. Aber auf die Dauer sind diese nicht zu vermeiden. Rechtsaußen Wienicke kann Großräschen das erstemal in Führung bringen. Ihm bleibt es auch vorbehalten, durch einen schönen Flachschuss das dritte Tor zu erzielen. Hohenschönhausen befindet sich nun klar auf der Verliererstraße und muss sich sogar noch einen vierten Treffer von Jankowiak gefallen lassen. 

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschützen:

1:1 Jankowiak, G. (50.min.)

1:2 Wienicke, J. (60.min.)

1:3 Wienicke, J. (82.min.)

1:4 Jankowiak, G. (88.min.)

 

Zuschauer: 1200


Schiedsrichter: Esko (Stralsund)

 

ZSG:

E. Müller - E. Kockro, G. Jank, H. Bergmann, W. Nagel, H. Nowack, J. Wienicke, G. Jankowiak, Th. Riesner, S. Wildner, G. Werschke

2. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 10.09.1950

ZSG Großräschen - BSG Lokomotive Cottbus 3:0 (0:0)

Der Platzvorteil war entscheidend

 

Der Industrieort Groß-Räschen ist schon immer als heißes Fußballpflaster bekannt gewesen. Die einheimische Elf besitzt eine stabile Kondition, Härte und Ausdauer. Diese Eigenschaften der Groß-Räschener, dazu ein sehr schmaler Platz, der ein gutes Kombinationsspiel nur bedingt zulässt, haben schon vielen Fußballmannschaften der DDR zu Niederlagen verholfen. Auch die BSG Lokomotive Cottbus musste dies am Sonnabend erfahren, obwohl sie mit ihrer besten Besetzung gekommen war. Sogar die neue Verstärkung, der rechte Verteidiger Geppert aus Forst, wirkte erstmalig bei den Rot-Blauen mit, während Groß-Räschen auf den in Berlin vom Platz gestellten Riesner verzichten musste.

Ja, Sie haben richtig gelesen, die BSG Lokomotive Cottbus hat wieder Spielerzuwachs erhalten. Die Betriebssportgemeinschaft hat mit dem neuen rechten Verteidiger Geppert einen guten Griff getan. "Max" hat sich im ersten Spiel bei den Cottbusern gut eingespielt und war in Groß-Räschen einer der Besten seiner Elf. Reaktionsschnell, fair, schlagsicher, diese Eigenschaften brachte er mit und hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Cottbuser Elf bereits vor der Pause vor Toren bewahrt blieb.

Bester Spieler der ZSG Groß-Räschen war der linke Läufer Nowack, der mit seinen befreienden Schlägen viel zum Erfolg der Einheimischen beigetragen hat. Schlussmann Müller hielt mehrere gefährliche Schüsse und war seiner Mannschaft ein guter Rückhalt.

Mit guten Kombinationen der Einheimischen beginnt das Spiel. Bedingt durch die bereits erwähnten schmalen Platzverhältnisse spielen die Cottbuser hoch, und nach 10 Minuten sind auch die Einheimischen beim Stoßfußball angelangt. Sie haben sich die Spielweise der Gäste aufzwingen lassen. Bereits in der 16. Minute muss Müller eingreifen und wirft sich Muschick direkt in den Schuss. Auch sein Gegenüber Mannigel kann gerade noch im letzten Augenblick Schüsse von Wildner und Jankowiak abwehren.

Die 2. Halbzeit bringt anfangs keine Änderung. Es sieht fast so aus, als ob es 0:0 bleiben würde. Aber weit gefehlt! Mit dem Kampfgeist der Einheimischen hatte niemand mehr gerechnet, und doch trat er plötzlich zutage. Als Mittelstürmer Ferenz - übrigens der schwächste Stürmer der Einheimischen - in der 68. Minute aus dem Hinterhalt zum 1:0 für Groß-Räschen einschießt, ist "alles drin". Die Verblüffung der Cottbuser Gäste nutzt Ferenz eine Minute später nochmals aus, und wieder schießt er aus 16 Meter Entfernung zum 2:0 ins Cottbuser Tor. Jetzt sind aber auch die Cottbuser wieder da, und die einheimische Hintermannschaft hat alle Mühe, das eigene Tor vor Erfolgen der Gäste zu schützen. Dies gelingt ihr auch, und in der 77. Minute fällt dann die endgültige Entscheidung. Rechtsaußen Wienicke bekommt von Nowack einen Querpass zugespielt, und aus 18 Meter Entfernung schießt Wienicke zum 3:0 ein.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Ferenz, K. (68.min.)

2:0 Ferenz, K. (69.min.)

3:0 Wienicke, J. (77.min.)

 

Zuschauer: 2500


Schiedsrichter: Kladeck (Berlin)

 

ZSG:

E. Müller - E. Kockro, G. Jank, H. Nowack, W. Nagel, H. Bergmann, J. Wienicke, G. Jankowiak, K. Ferenz, S. Wildner, G. Werschke

3. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 17.09.1950

SG Deutsche Volkspolizei Potsdam - ZSG Großräschen 4:3 (1:1)

Verdienter Sieg des Tabellen-Letzten

 

Nur wenig Überzeugendes leistete die Volkspolizei-Potsdam in ihren ersten Punktespielen, die mit zwei glatten Niederlagen endeten. Mit wesentlich verjüngter Mannschaft stellte sich Potsdam diesmal vor, und im dritten Anlauf gelang der große Wurf. Der Spitzenreiter Groß-Räschen wurde nach schnellem, wechselvollem Kampf mit 4:3 niedergerungen, wobei das ideenreichere Angriffsspiel der Volkspolizisten den Ausschlag gab. Allzu durchsichtig operierte Groß-Räschen mit Steildurchbrüchen, die von der aufmerksamen Potsdamer Deckung oft abgefangen wurden. Wenn auch zwei Elfmeter am Potsdamer Erfolg mithalfen, so fielen den Polizisten die Punkte nicht unverdient zu. Aufopfernd kämpfend von der ersten bis zur letzten Minute, ließen sie schon jetzt eine sich anbahnende Mannschaftsharmonie erkennen.

Nicht von seiner stärksten Seite zeigte sich der bisherige Spitzenreiter Groß-Räschen. Im Sturm ohne den nötigen Zusammenhang liegt seine Stärke im übertriebenen Kampffußball, wobei die beiden Außen oft vernachlässigt wurden. Die Hintermannschaft, aufopfernd kämpfend, war dem Gegner nicht immer gewachsen und konnte oftmals nur im letzten Einsatz retten. Die übertriebene Härte Groß-Räschens führte zu mehreren Verwarnungen und schließlich zur Herausstellung des wiederholt unsauber spielenden Mittelstürmers Riesner.

Die Experimente der Volkspolizei glückten vollauf. Als spritziger, schussfreudiger Rechtsaußen entpuppte sich Henseke, der nur noch etwas genauer schießen müsste. Gut der gesamte Innensturm, doch fehlt allen der resolute Torschuss. Zschernagk fühlte sich auf Linksaußen noch nicht so recht wohl, verspricht aber auch hier zu großer Form aufzulaufen. Gut im Aufbau wie in der Zerstörung beide Außenläufer.

Im ersten Anrennen gelingt Groß-Räschen durch seinen diesmal äußerst agilen Ferenz das 1:0, aber gut kommt Potsdam über diesen schweren Schlag, und hin und her wogt das Kampfgeschehen. Von beiden Außenläufern gut unterstützt, kombiniert der Potsdamer Sturm über die ganze Breite des Spielfeldes, und Rechtsaußen Henseke zeigt gute Flankenläufe. Gegen die stabile Hintermannschaft der Gäste kann sich der Sturm aber nicht durchsetzen. Erst ein Handelfmeter, zwar berechtigt, aber doch etwas hart, für zum Ausgleich. Ein Missverständnis in der Potsdamer Deckungsreihe lässt Groß-Räschen erneut in Führung gehen. Als Pape 10 Minuten nach Wiederbeginn für Potsdam gleichzieht, ist die Kampfkraft des Spitzenreiters gebrochen. Er gibt sich mit der Punkteteilung zufrieden und spielt auf Zeit, sehr zum Unwillen der Zuschauer. Potsdam hat klare Torchancen, aber überhastet verschießt Henseke aus günstigen Positionen. Dem erneuten Führungstreffer Groß-Räschens und dem Gleichstand durch Verwandlung eines Foulelfmeters folgt in der 83. Minute der Siegestreffer für Potsdam. Einen Eckball von Zschernagk verlängert der bewegliche Merbs mit dem Kopf, und Henseke überwindet mit Bombenschuss den in der Sicht behinderten Torwart Müller.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

0:1 Ferenz, K. (01.min.)

1:2 Riesner, Th. (52.min.)

2:3 Ferenz, K. (63.min.)

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter: F. Illig (Chemnitz)

 

ZSG:

E. Müller - E. Kockro, G. Jank, H. Bergmann, W. Nagel, H. Nowack, J. Wienicke, S. Wildner, Th. Riesner, K. Ferenz, G. Werschke

4. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 24.09.1950

ZSG Großräschen - SG Vorwärts Wismar 0:0 (Sportgericht)*

* Die SG Vorwärts Wismar durfte aufgrund einer Sperre nicht antreten und verlor die Begegnung mit 0:0 Toren und 0:2 Punkten.

5. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 01.10.1950

ZSG Burg - ZSG Großräschen 5:1 (2:0)

An Kegel scheiterte der Gästesturm

 

Im Kampf um die Tabellenspitze der DS-Liga Nord behauptete sich die ZSG Burg über Erwarten sicher gegen den brandenburgischen Landesklassen-Meister, die ZSG Groß-Räschen. Die Burger hatten die Lehren aus ihrer Schweriner Niederlage gezogen, Kampfgeist und Technik waren diesmal gepaart mit einem gesunden Torschuss. Dieses schuf die Voraussetzung für einen derart glatten Erfolg über die Gäste, die in der 2. Halbzeit nach dem dritten Treffer Burgs vorzeitig resignierten und sich dadurch völlig an die Wand spielen ließen. - In der 1. Halbzeit wurde das Spiel unterbrochen, und die Spielführer beider Mannschaften wiesen am zweiten Jahrestag der Demokratischen Sportbewegung auf die erzielten Erfolge hin, mahnten aber auch gleichzeitig die Zuschauer, diese Erfolge durch einen vollen Wahlsieg zu sichern.

Während die Burger Mannschaft erstmals neben ihrem technischen Können auch einen Schuss Kampfkraft mitbrachte und so durch ihre geschlossene Leistung vollauf befriedigte, verloren sich die Groß-Räschener in Einzelaktionen. Bei Burg ragten besonders die Gebrüder Henning aus dem sicheren Abwehrblock heraus, während im Sturm Thielitz unter seiner sonstigen Form blieb. Bei Groß-Räschen war besonders Wildner in der Abwehr ausgezeichnet, doch hätte er als Stopper weit wirkungsvoller sein können. Aus dem Sturm ragte lediglich Nowack heraus, sonst bot die Fünfer-Reihe nur Stückwerk. Einige totsichere Sachen machte der ausgezeichnete Torhüter Kegel zunichte. Voigt war ein großzügiger, umsichtiger Leiter dieses fairen Spiels.

Schon in der 5. Minute hatte der schnelle Morawitz die Deckung der Gäste aufgerissen, und nach einer herrlichen Kombination mit Dobritz war er der Vollstrecker, unhaltbar für Müller. Dieses Tor gab den Burgern nicht den erwarteten Auftrieb, die Verwirrung der Gäste auszunützen, sondern die Gäste setzten alles auf eine Karte, den Gleichstand zu erzielen. Die Deckung der Rot-Schwarzen war aber fast unüberwindlich, oftmals erwies sich Kegel als letzter Retter in der Not. Die Druckperiode der Groß-Räschener verlief ohne Erfolg für sie, und als wieder eine vorbildliche Kombination durch Morawitz erfolgreich abgeschlossen wurde, war Groß-Räschen angeschlagen. Nach dem Wechsel ließen sich die Platzherren das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen. Immer mehr schnürten sie die resignierenden Gäste ein. Rietz schaffte im letzten körperlichen Einsatz das 3:0, dann vergab der Gäste-Sturm einige gute Tor-Chancen, erzielte aber doch durch Wienicke den Ehrentreffer. Einen Dobritz-Schuss konnte der sonst ausgezeichnete Müller nicht festhalten, im Nachschuss vollendete Morawitz zum 4:1, und in den letzten Spielminuten stellte Müller nach guter Vorarbeit von Thielitz das Endergebnis her.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

3:1 Wienicke, J. (72.min.)

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Voigt (Dresden)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, K. Katsch, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Nowack, W. Ferenz, G. Werschke

6. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 15.10.1950

ZSG Großräschen ===> spielfrei

7. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 22.10.1950

ZSG Anker Wismar - ZSG Großräschen 3:0 (1:0)

Noch sicherer als erwartet

 

Obwohl die Anker-Elf technisch und spielerisch den erstmalig unter ihrem neuen Namen BSG Chemie spielenden Gästen überlegen war, fiel die Entscheidung erst in der letzten Viertelstunde, als dem rechten Läufer Thoms das 2:0 gelang. Erst nach diesem sicheren Vorsprung fand wismar zu seinem gewohnten Flachpass zurück und diktierte eindeutig das Spielgeschehen der letzten 15 Minuten. Groß-Räschen hatte außer einem kämpferischen Einsatz nicht viel einzusetzen, war aber dennoch für weite Strecken ein ebenbürtiger Gegner. Dem Unparteiischen gebührt ein Sonderlob, denn nur ihm ist es zu verdanken, dass trotz der beiderseitigen unangebrachten Härte, die oft die Grenzen des Erlaubten überschritt, das Spiel über die Zeit gebracht wurde.

Trotz der eindeutigen Niederlage wusste Groß-Räschen durch seine kämpferische Leistung zu gefallen. Während sich die körperlich unterlegene Abwehrreihe in vielen Situationen den Goliath-Spielern der Einheimischen durchaus gewachsen zeigte, war der Sturm, der mit zweifachem Ersatz spielte, zu schwach, um sich erfolgreich durchzusetzen.

Nur streckenweise brachte Wismar seine größere Reife zur Geltung. Lange Zeit ließ es sich das hohe Spiel der Gäste aufzwingen. Erst nach dem zweiten Treffer fand die Elf ihre Sicherheit wieder und wurde klar überlegen. Obwohl Wismar von der ersten Minute an eine leichte Feldüberlegenheit erzielte, gelang erst kurz vor dem Wechsel das 1:0 durch den Halblinken Minuth. Hin und her wogte das Kampfgeschehen auch in der zweiten Halbzeit, doch brachte die 76. Minute mit dem vom rechten Läufer Thoms erzielten 2. Treffer die spielentscheidende Wendung. Wismar besann sich auf sein Können und bedrängte nun hart das Tor der Gäste. Aber nur noch einmal hatte der gut gefallende Müller nach einem prachtvollen Schuss von Stegemann hinter sich zu greifen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Schönebeck (Berlin)

 

ZSG:

E. Müller - H. Nowack, E. Kockro, S. Wildner, W. Nagel, H. Bergmann, J. Wienicke, G. Jankowiak, Th. Riesner, G. Werschke, R. Fünfert

8. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 29.10.1950

BSG Chemie Großräschen - SSV Köpenick 08 2:1 (1:0)

Harte Gangart - zwei Verletzte

 

Noch lange werden die 22 Akteure an dieses Spiel zurückdenken, das von beiden Mannschaften in zu harter Gangart durchgefochten wurde. Die folgen blieben auch nicht aus. Schon in der 25. Spielminute musste Köpenicks Schlussmann Kampe durch einen vermeidbaren Zusammenprall mit einem Groß-Räschener Spieler verletzt ausscheiden und erschien erst nach der Pause wieder. Nun hatte es aber den Groß-Räschener Schlussmann Müller erwischt. Im Hechtsprung landete er vor den Füßen des Gäste-Halbrechten Trappe, der zuschlug und Müller schwer verletzte. Dieses gefährliche Spiel kostete Müller mehrere ausgeschlagene Zähne. Dieses sind Aktionen, die wir nicht gern auf den Sportplätzen unserer DDR sehen. Beide Vorfälle waren vermeidbar und haben das Ansehen der Demokratischen Sportbewegung schwer geschädigt.

Mit zügigen Kombinationen der Groß-Räschener beginnt das Spiel. Angriff auf Angriff rollt vor das Tor der Gäste, aber Knüppel und Röpel erweisen sich als Türme in der Schlacht und sind nicht zu überwinden. Nach und nach kommt Köpenick auf, und besonders der Halbrechte Trappe, der beste Stürmer der Gäste, schafft gefährliche Situationen im Strafraum Groß-Räschens. 20 Minuten vor der Pause wird Kampe verletzt, Röpel wird Schlussmann und hält gut. Das Spielgeschehen leidet unter diesen Zwischenfällen. Groß-Räschen wird zusehends besser, aber erst in der 40. Minute gelang nach Vorarbeit von Fünfert die 1:0-Führung durch Kopfball Wienickes. Nach dem Wechsel spielen zunächst wieder elf gegen elf. Aber nur für eine Minute, dann scheidet Torwart Müller verletzt aus. Die zehn Groß-Räschener - für Müller geht Nowack ins Tor - wehren sich verzweifelt gegen die nun überlegenen Köpenicker. Mehr als einmal sind Fouls der letzte Ausweg, und Schiedsrichter Trumm hat ein schweres Amt. Der Platz gleicht einem Hexenkessel, und erst als LA Fünfert mit Pressschlag zum 2:0 erhöht, besänftigen sich die aufgeregten Gemüter. Noch gibt sich Köpenick nicht geschlagen, aber lediglich die Resultatsverbesserung gelingt in der vorletzten Spielminute durch RA Schilske.

Die vermeidbaren Unfälle beeinträchtigten das Spielgeschehen. Die Groß-Räschener haben ihr Formtief noch immer nicht überwunden, vor allem der Sturm zeigte sich nicht durchschlagskräftig genug. - Die Köpenicker Mannschaft gefiel durch ihr solides technisches Können. Die harte Gangart in Groß-Räschen hemmte den Kombinationsfluss, was aber nicht das Verschulden der Gäste war.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Es war ein überaus hartes Spiel, was sich Großräschen und die Berliner am gestrigen Sonntag lieferten. Leider führte diese oft die Grenzen der Fairness überschreitende Begegnung zu zwei Verletzten, die spielentscheidend sein konnten. Beide Torhüter wurden Opfer dieser harten Spielnote. Köpenicks Schlussmann musste von der 25. Minute bis zum Beginn der zweiten Halbzeit aussetzen. Den Torwächter der Gastgeber traf es härter. Gleich zu Anfang der zweiten Halbzeit wagte er eine unvorsichtige Abwehr und wurde dabei noch unglücklich von Trappe getreten. Mit schweren Verletzungen wurde er vom Platz getragen. Die technisch bessere Spielweise der Gäste glich Großräschen durch größeren Kampfeinsatz aus. Wienicke hatte Chemie in der ersten Halbzeit in Führung gebracht. Fünfert baute nach dem Wechsel den Vorteil auf 2:0 aus. Erst zwei Minuten vor Spielschluss gelang es Schilske, den Ehrentreffer zu erzielen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschützen:

1:0 Wienicke, J. (40.min.)

2:0 Fünfert, R. (74.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Trumm (Dresden)

 

BSG Chemie:

E. Müller - Th. Riesner, H. Nowack, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, E. Kockro, J. Wienicke, K. Ferenz, G. Werschke, R. Fünfert

9. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 05.11.1950

BSG Chemie Großräschen - ZSG Textil Cottbus 3:0 (1:0)

Missglückte Revanche

 

Eine alte Rechnung hatte Textil-Cottbus in Groß-Räschen zu begleichen. Die 0:2-Endspielniederlage in der Landesmeisterschaft sollte wieder gutgemacht werden. Aber auch diesmal siegte Groß-Räschen dank einer besseren Gesamtleistung. Cottbus war zwar durch das unerklärliche Fehlen eines Spielers gehandikapt, aber das allein kann die schwache Leistung nicht erklären. Der Gastgeber fand sich mit den irregulären Bodenverhältnissen erstaunlich gut ab. Obwohl er zwar ebenfalls keine überragende Leistung bot, war doch das explosive Sturmspiel weit produktiver, und das gab den Ausschlag. Der Cottbuser Angriff stellte den fast kaum beschäftigten Ersatztorwart Zinnert vor keine schwere Aufgabe. Drei seiner vielen Chancen nützte Groß-Räschen aus und siegte unangefochten.

Vom Ampfiff an gefährdete Groß-Räschen das Tor der Textil-Elf durch zügige, raumgreifende Aktionen und schuf immer wieder Verwirrung im Cottbuser Strafraum. Der Gästesturm dagegen kam nicht zur vollen Entfaltung, sein Spiel blieb Stückwerk. Die Mannschaftsumstellung - Popp spielte jetzt LV, Jurth RL und Scholtka HR - brachte zwar mehr Ruhe in die Hintermannschaft, der Sturm aber blieb auch weiterhin blass. Aus dem Gesamtbild der Groß-Räschener verdient Mittelläufer Nagel hervorgehoben zu werden. Hätte der Sturm in der zweiten Halbzeit sein Spiel nicht zu betont in die Mitte verlagert, wäre das Ergebnis wohl noch höher ausgefallen.

Fünf Ecken in den ersten Minuten für Groß-Räschen brachten keine zählbaren Erfolge. In der 35. Minute sah man viele Beine im Cottbuser Strafraum. Rechtsaußen Ferenz war der Schnellste und schoss zum 1:0 ein. Auf der Gegenseite brachte ein Weitschuss des Mittelstürmers Christoph beinahe den Ausgleich, Zinnert aber war auf der Hut. Auch Schlussmann Lehmann musste wiederholt rettend eingreifen. In der zweiten Halbzeit tanzte eine Flanke von Kockro auf der Torlinie entlang, es fehlte aber der Vollstrecker. Der Platzverweis Scholtkas (Schiedsrichterbeleidigung) warf Textil weiter zurück, denn wenig später erzielte Wildner mit kraftvollem Weitschuss das 2:0. Nachdem Wienicke nur die Latte getroffen hatte, brachte die letzte Spielminute doch noch das 3:0 durch Ferenz, der Lehmann keine Abwehrmöglichkeit ließ. Ob der nun wenig überzeugende Unparteiische in den letzten Minuten bei der einbrechenden Dunkelheit das Spielgeschehen klar überblicken konnte??

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Ferenz, K. (35.min.)

2:0 Wildner, S. (70.min.)

3:0 Ferenz, K. (90.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Lambert (Berlin)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, E. Kockro, H. Nowack, J. Wienicke, G. Werschke, K. Ferenz

10. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 12.11.1950

SG Vorwärts Schwerin - BSG Chemie Großräschen 4:2 (1:1)

Um den Anschluss an die Spitzengruppe

 

Schwer, sehr schwer hatte es die einheimische Elf, ehe sie sich durchsetzte und doch noch einen so klaren Sieg errang. Die erste Viertelstunde gehörte klar den Gästen, und nur ganz allmählich fand Schwerin den Anschluss. Dann aber, und vor allem in der zweiten Halbzeit, setzte sich das spielerische Können der Schweriner durch, und die Gäste hatten diesem kaum mehr als ihre nicht erlahmende Kampfkraft entgegenzusetzen. Trotz zweifachen Ersatzes auf beiden Seiten zeigten beide Mannschaften ein ansprechendes Spiel. Das technische Können der Platzherren gab den Ausschlag.

Auch ohne den verletzten Torwart Müller und Wildner bot Groß-Räschen eine mannschaftlich geschlossene Leistung. Dem Sturm mangelte es an Durchschlagskraft, um die sich bietenden Gelegenheiten auszuwerten. Sonst aber kombinierte er oft recht zügig und brachte die Schweriner Abwehr wiederholt in arge Verlegenheit. Aus der Abwehr ragten Ersatztorwart Zinnert und Mittelläufer Nagel heraus.

Eine halbe Stunde brauchte Schwerin, um sich auf den Gegner einzustellen. Der Sturm fand sich sogar erst lange nach der Pause zu erfolgreichem Kombinationsspiel zusammen. Bester Mannschaftsteil war die stabile Abwehr, in der Gau eine besonders gute Partie lieferte. Beide Außenläufer bemühten sich um den Spielaufbau, hatten aber erst Erfolg, als auch der Sturm erwacht war und hundertprozentig mitmachte. Das Fehlen des Halblinken Krüger mag den erst spät zustandegekommenen Kontakt der Schweriner Fünferreihe entschuldigen.

Überraschend stark startete Groß-Räschen, der Führungstreffer in der 17. Minute war der Ausdruck einer eindeutigen Überlegenheit. Als sich Schwerin besser mit dem Gegner abfand, ließ der Ausgleich noch lange auf sich warten. Die zweite Halbzeit sah Schwerin fast durchweg im Angriff. Innerhalb einer Viertelstunde enteilte es auf 4:1, und auch, als Groß-Räschen sich noch einmal gegen die Niederlage aufbäumte, reichte es für die Gäste nur zu einem weiteren Treffer, der das Ergebnis etwas günstiger gestaltete.

Den Schiedsrichter hätte man gern etwas energischer gesehen. Allzu häufiges Handspiel (der Gäste) kann unterbunden werden! Auch auftretende Härten hätten sich vermeiden lassen. Die minutenlangen Proteste der Gäste nach dem vierten Treffer Schwerins waren ebenfalls unschönes, durchaus vermeidbares Beiwerk.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

0:1 Ferenz, W. (17.min.)

4:2 Jankowiak, G. (84.min.)

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: Lipke (Berlin)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, H. Nowack, E. Kockro, W. Ferenz, J. Wienicke, G. Werschke, K. Ferenz

Testspiel am 19.11.1950

BSG Carl Zeiss Jena - BSG Chemie Großräschen 6:0

Die Brandenburger Gäste waren der technischen Spielanlage der Saalestädter in keiner Phase der 90 Minuten gewachsen. Ihre wenigen Durchbrüche wurden von der souverän spielenden Hintermannschaft der Jenaer sicher abgefangen. Beste Spieler bei Jena: Speerschneider, Lindig, Jakob und Weber, bei Groß-Räschen Nagel, Riesner und Kriening.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 6000


Schiedsrichter: Friedling (Blankenburg)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - H. Bergmann, Th. Riesner, G. Jankowiak, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, H. Kriening, H. Nowack, G. Werschke, K. Fehrenz

Testspiel am 17.12.1950

BSG Fewa Chemnitz - BSG Chemie Großräschen 5:0

Voigtmann dreifacher Torschütze

 

Über 5000 Werktätige der Industriestadt Chemnitz erfreuten sich im Dr.-Kurt-Fischer-Stadion an dem flüssigen Spiel ihrer Fewa-Elf. Entscheidend an dem überzeugenden Erfolg der Einheimischen war die Mannschaftsharmonie. Ein kürzlich geleisteter freiwilliger Arbeitseinsatz der Elf bei ihrem Mittelläufer Paul Schorr festigte die gute Kameradschaft. Im Sturm des Gastgebers spielte der HL Voigtmann diesmal die Rolle des Einfädlers und Vollstreckers. Die Brandenburger Gäste gaben für die groß aufgelegten Chemnitzer nur einen Trainingspartner ab. Man hatte von den Vertretern der Nordstaffel weitaus mehr erwartet. Lediglich Torhüter Zinnert zeigte überdurchschnittliche Leistungen. Er verhinderte eine noch höhere Niederlage.

Die Fewa-Elf fand sich mit der dünnen Schneedecke schneller und besser ab, als die durchweg körperlich schwereren Brandenburger. Von der ersten Minute an lief die Kombinationsmaschine des Platzbesitzers auf vollen Touren und aus jeder Lage wurde aufs Tor geschossen. Bereits in der 8. Minute gelang die Führung, als Beyer nach wunderbarer Kombination aus 16m flach einschoss. Zehn Minuten später musste Zinnert zum zweitenmal hinter sich greifen, als ein Bombenschuss Voigtmanns unter der Latte einschlug. Erneut zeigte sich, dass der Fewa-Elf ein sicherer Elfmeterschütze fehlt, denn der von Weber in der 40. Minute platziert getretene Ball wurde von Zinnert gemeistert.

Auch die zweiten 45 Minuten standen klar im Zeichen der Einheimischen. Mit ihrem hohen Steilpassspiel verstanden es die Großräschener nicht, die von Schorr meisterhaft organisierte Fewadeckung auseinanderzureißen. Die Außenläufer Leibner und Wunderlich schalteten sich wirkungsvoll in das Angriffsspiel ein und drückten die Gäste in ihre eigene Hälfte zurück. Voigtmann erzielte durch Scharfschuss den 3. Treffer und brachte drei Minuten später den 4. Treffer auf sein Konto. Die Ueberlegenheit der Fewa-Elf wurde so drückend, dass es in der 65. Minute dem rechten Läufer Leibner vergönnt war, einen abgewehrten Ball zum 5:0 einzuköpfen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Jentzsch (Dresden)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, W. Ferenz, H. Nowack, G. Werschke, K. Ferenz

11. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 14.01.1951

BSG Einheit Wismar - BSG Chemie Großräschen 2:2 (2:1)

Tabellenletzter knapp am Sieg vorbei

 

Mit einer Punkteteilung gegen den Tabellenvierten der Staffel Nord eröffnete die einheimische Mannschaft die zweite Spielserie. Dass es nicht zu einem vollen Erfolg langte, lag an der mangelnden Schussfreudigkeit der einheimischen Stürmerreihe, die sich im Auslassen der Torchancen förmlich überbot. Zwei grundverschiedene Halbzeiten rollten vor den Augen der zahlreich erschienen Zuschauer ab. Während es in der ersten Halbzeit nach einem klaren Erfolg der einheimischen Elf aussah, brachte die zweite Spielhälfte ein völlig anderes Spielgeschehen. Die Gästeelf kam überraschend gut auf und schnürte die einheimische Mannschaft völlig in ihrer eigenen Spielhälfte ein, aber in den Schlussminuten gelang es dem Platzbesitzer, wieder das Heft in die Hand zu nehmen und mehrere todsichere Torchancen herauszuspielen.

Die Gästeelf entpuppte sich als eine schnell und hart spielende Mannschaft, die zu kämpfen versteht. Besonders hervorragend ihre beiden Außenstürmer sowie in der Abwehr Mittelläufer Nagel und Torwart Zinnert. Die einheimische Elf gefiel in der ersten Halbzeit durch ein gutes Abspiel. Immer wieder brachte die Abwehr die gegnerischen Angriffe zum stoppen und gab dem eigenen Sturm die notwendige Unterstützung. Um so unverständlicher handelte der Innensturm, der viel zu weit zurückhing und somit dem Sturm die durchschlagskraft nahm. Von der sonstigen Stärke der einheimischen Elf - ihrer berühmten zweiten Halbzeit - war diesmal nichts zu spüren. Erst in den Schlussminuten besann man sich anscheinend darauf, dass im Angriff die Gästeverteidigung liegt, aber da war es schon zu spät! Den Überraschungstreffer erzielten die Gäste schon in der 8. Spielminute, doch stellte Rauch durch ein prachtvolles Kopfballtor in der 25. Minute den Ausgleich wieder her. Das gab Auftrieb und immer wieder brannte es lichterloh im Gästestrafraum. Aber selbst die klarsten Torchancen ließ der sehr schwach spielende Rechtsaußen Pohls aus. Selbst frei vor dem Tor stehend, verfehlte er mehrere Male. In der 34. Minute brach Hirschberger endlich den Bann und erzielte den längst verdienten Führungstreffer.

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild. Die Gästemannschaft gab jetzt den Ton an und diktierte klar das Spielgeschehen. Infolge der stark massierten einheimischen Abwehr gelang ihnen lediglich in der 79. Spielminute durch den Halbstürmer Nowack der Ausgleichstreffer.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

0:1 Wienicke, J. (08.min.)

2:2 Nowack, H. (79.min.)

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: Bolte (Berlin)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, H. Nowack, G. Schönrock, K. Ferenz, R. Fünfert

12. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 21.01.1951

BSG Chemie Großräschen - SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 0:3 (0:0)

Die zweite Halbzeit entschied

 

Leider ist es uns nicht möglich, einen genauen Spielbericht zu geben, da die Informationen unseres Großräschener Mitarbeiters sehr unvollständig waren. Wir bedauern diesen Vorfall und werden Sorge tragen, dass ein Gleiches nicht mehr geschieht.

Nach anfänglicher Überlegenheit der Gäste konnte Großräschen im Feldspiel leichte Vorteile erringen. Greifbar nahe schien manchmal der Führungstreffer, besonders als Wildner in der 25. Minute ungewöhnlich scharf gegen den Pfosten schoss, doch selbst mit dem Wind im Rücken gelang es den Gastgebern nicht, noch vor der Pause ein Tor zu erzielen. Die Volkspolizisten, die in der Hintermannschaft ein Übergewicht hatten, deckten konsequent und vereitelten jeglichen zählbaren Erfolg des Gegners.

Die zweite Halbzeit brachte dann die Entscheidung zugunsten der VP. In der 48. Minute nutzte Pape entschlossen einen Deckungsfehler aus und sandte zum 1:0 ein. Die Chemie-Sportler gaben sich jedoch nicht geschlagen und versuchten, vom begeisterten Publikum angefeuert, eine Wendung des Spielgeschehens zu erzwingen. Wieder war es der großartige Torwart Hindenberg, der auch hier die schwierigsten Situationen meisterte. Noch einmal hatte Räschen eine Ausgleichschance, aber Hagen rettet für den geschlagenen Hindenberg. Die 85. und 87. Minute brachten der Mannschaft aus der Landeshauptstadt durch Zschernagk und Hensecke noch zwei weitere Treffer und damit Sieg und Punkte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Über weite Strecken der 90 Minuten diktierten die Gastgeber das Spielgeschehen, kamen aber zu keinen zählbaren Erfolgen. Kurz nach dem Wechsel gingen die Gäste durch Zschernagk 1:0 in Führung. Dennoch blieb Chemie tonangebend. Zwei weitere Treffer von Merbs und Zschernagk stellten das Endergebnis her. Ein recht glücklicher Sieg!

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

13. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 28.01.1951

BSG Lokomotive Cottbus - BSG Chemie Großräschen 3:1 (2:0)

Gewalt-Endspurt kam viel zu spät

 

Der vierte Tabellenplatz von Lokomotive Cottbus kommt nicht von ungefähr. Nach dem großartigen Kampf der Cottbuser gegen Schwerin enttäuschten auch auf eigenem Platz die Eisenbahner ihren Anhang nicht. Sie behaupteten vielmehr durch einen 3:1-Sieg gegen Großräschen die Position in der Spitzengruppe. Chemie hat seit jenem Cottbuser Ostermontagspiel um die Landesklassenmeisterschaft an Kampfkraft verloren. Der Einsatz aller Kraftreserven beim 0:3-Rückstand kam viel zu spät. Mit viel Geschick verteidigten zurückgezogen die Gastgeber den Vorsprung.

Schwung und Spannung, das waren die Merkmale vor der Pause. Cottbus' Spiel war ideenreicher. Vor allem hat die Elf nun endlich in der Angriffsreihe ein Rezept zur Hebung der Durchschlagskraft gefunden. Die Neuerwerbung, der Spieler Selleng, zeigte gute Anlagen. Noch aber fehlt ein Mittelstürmer mit durchschlagender Wirkung. Matthay, wie auch später Abraham, waren dieser Aufgabe nicht ganz gerecht. Schlichting machte mehr und mehr dem Stadtmannschaftstormann Konkurrenz.

Raumgreifende Aktionen blieben zu primitiv; es wurde grundsätzlich viel zu hoch gespielt. Nowack war bald verletzt und es gab dann später erhebliche Umstellungen bei den Gästen. Mit Vehemenz verteidigte anfangs Jankowiak. Mittelläufer Wildner war nicht nur Stopper, sondern setzte auch das Stürmerquintett in Szene. Eines zeichnet die Räschener aus: mit schnellen, raumgreifenden Attacken versuchten sie die gegnerische Deckung aufzubrechen, eben noch in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Jede nicht feste Abwehr fällt diesem Ziehharminikaspiel zum Opfer.

Zu den Toren: Stoppas erstem Treffer ging ein Spurt auf der Außenlinie des verbesserten Muschik voraus, der dann selbst im Strafraum zwei Minuten später das 2:0 erzielte. Das war durchaus haltbar. In der 2. Hälfte, in der Muschik zunächst freistehend den Vorsprung weiter ausdehnte, warfen die Gäste alles nach vorn, doch nur nach Eingabe von Fünfert schoss Wildner unhaltbar für den sichtbehinderten Schlichting ein.

Schiedsrichter Schmidt (Schönebeck) bot eine ausgezeichnete Leistung. Nur in drei Fällen beachtete er die Vorteilsregel nicht.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

3:1 Wildner, S. (63.min.)

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter: Schmidt (Schönebeck)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, S. Wildner, H. Nowack, E. Kockro, W. Nagel, G. Schönrock, K. Ferenz, R. Fünfert

14. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 11.02.1951

BSG Chemie Großräschen - ZSG Anker Wismar 1:1 (1:0)

Ein schwer erkämpftes Unentschieden

 

Mit größter Spannung hatte man in Großräschen auf die Auseinandersetzung der Chemie-Elf mit dem bisherigen Tabellenzweiten, der BSG Anker Wismar, gewartet. Hatte sich doch die Heimmannschaft viel vorgenommen, und wollte sie doch erneut den Beweis erbringen, dass sie auf eigenem Platz nur schwer zu überwinden ist. Durch Wildner als Mittelstürmer und den nun auch spielberechtigten Löben als Halbrechten wollte man, nachdem auf den in Cottbus verletzten Nowak verzichtet werden musste, dennoch dem Sturm Durchschlagskraft verleihen. Ein besonders intensives Training hatte zu der Aufstellung geführt und hätte auch beinahe einen vollen Erfolg gebracht.

Einen vielversprechenden Start hatte die einheimische Mannschaft, denn schon in der 12. Minute konnte Ferenz durch Kopfball den Führungstreffer erzielen. Schnurrbusch hatte bei einem Abstoß den Ball seinem Verteidiger zugespielt, in die Ballrückgabe schaltete sich der schnelle Halblinke entschlossen ein. Alle weiteren Angriffe der Chemie-Elf zerbrachen an dem hartnäckigen Widerstand der gegnerischen Hintermannschaft. Einige Angriffe der Gäste, vorgetragen mit schönen technischen Einlagen, riefen bedrohliche Situationen für die Einheimischen hervor, wurden jedoch immer wieder gemeistert. So blieb es zunächst beim 1:0.

Die zweite Halbzeit begann mit überlegenem Spiel der Chemie-Elf. Für Schnurrbusch rettete Peters auf der Torlinie. Ein überraschender Gegenstoß der Anker-Elf führte in der 60. Minute zum Ausgleich. Den vom linken Läufer Sültmann nach vorn gegebenen Ball schoss Mittelstürmer Schulz gekonnt ein. Obwohl die Platzherren auf Abseits reklamierten - der Rechtsaußen Zahlmann befand sich in Abseitsstellung -, blieb der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung. Bis zum Abpfiff kämpfte Großräschen um den erneuten Führungstreffer. Viele gefährliche Situationen hatte Wismars Schlussmann zu klären, es blieb aber bei dem Unentschieden.

Streckenweise glänzte die Anker-Elf durch gutes Kombinationsspiel, sie kam aber gegen die großartig kämpfenden Platzherren nicht erfolgreich zum Zuge. Der glatte Boden führte zu einigen Härten.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

1:0 Ferenz, K. (12.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Kittler (Markranstädt)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, H. Zschiesche, G. Jankowiak, W. Löben, S. Wildner, K. Ferenz, R. Fünfert

15. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 18.02.1951

SSV Köpenick 08 - BSG Chemie Großräschen 0:2 (0:2)

Gut gespielt, aber verloren

 

Vom Pech verfolgt sind die Berliner Mannschaften in ihrem Abstiegskampf, und das gilt sowohl für die DS- als auch für die Oberliga. Auch an diesem Sonntag zeigte Köpenick ein weitaus reiferes Spiel, als es der vorletzte Tabellenplatz vermuten lässt. Streckenweise hatten sie eindeutig mehr vom Kampf, der Sturm aber operierte ohne jede Durchschlagskraft, so dass den Gästen, die außer einem enormen Kampfgeist durchweg eine gute Kondition auswiesen, ein zahlenmäßig zu klarer Sieg gelang. Beide Tore wurden nach gut vorgetragenen Angriffen vom Linksaußen der Gäste, dem mit gutem Torinstinkt ausgestatteten Fünfert, erzielt. Torwürdige Szenen für Köpenick wurden von den Stürmern überhastet vergeben oder aber von der gegnerischen Abwehr in selbstlosem Einsatz zunichte gemacht.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Nun heißt es ade, Köpenick!

 

Wenn man nur weinen könnte! Alle auf den Rängen würden bittere, mitleidsvolle Tränen vergossen haben. Es ist faktisch zu einem Unabwendbaren geworden, von der zuweilen klar besseren Spielweise der Berliner Mannschaften und von dem damit verbundenen Pech, Sonntag für Sonntag berichten zu müssen. Der schwere Kampf, den fast alle Berliner Gemeinschaften um den Klassenerhalt führen, lässt diese Möglichkeiten gar zu oft offen, weil, und das müssen wir betonen, die Berliner gar nicht so schlecht sind, wie es aussieht. Das dennoch fast immer das kürzere Ende gezogen werden muss, liegt - und das nicht nur bei den Köpenickern - am oft zitierten Sorgenkind, dem Sturm.

Recht düster sah es für die Köpenicker Jungens aus, als schon nach wenigen Spielminuten der Ball gegen den Pfosten krachte und nachfolgend sich turbulente Szenen im Strafraum abspielten. Mit Glück und Geschick wurde dieser überfallartige Angriff abgewehrt. Schon um diese Zeit entging es dem aufmerksamen Beobachter nicht, dass sich die Köpenicker Hintermannschaft wohl ehrgeizig einsetzte und hart an den Mann ging, von einer konsequent deckenden Abwehr und ihren Vorteilen offenbar aber keine Vorstellung hatte. Und das nicht allein. Manchmal hatte man den Eindruck, als ob Phlegma und Spielbesessenheit sich wie zu einem gordischen Knoten verwickelten, der den Zuschauern wie Aktiven auf dem Spielfeld unlösbare Rätsel aufgab. Dann plötzlich waren es die Köpenicker, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Zeitweise spielten sie sogar so schön zusammen, dass Ausrufe der Bewunderung einfach nicht ausblieben. Hätten sie diesen Weg, der klar zum Erfolg führen musste, beibehalten, die Gäste aus dem Braunkohlenrevier wären um eine Niederlage herumgekommen. Leider riss der Faden wieder gar zu schnell ab. Eben noch eindrucksvolle Szenen vor dem Tor der Gäste gehabt, mussten die Mannen um Knüppel den ersten Verlusttreffer hinnehmen. Wie zu Salzsäulen erstarrt, standen alle fünf Abwehrspieler im Strafraum und schauten zu, wie der LA der Gäste das Leder an den sonst hervorragenden Kampe vorbei zum 1:0 platzierte. Das war in der 31. Minute. Fünf Minuten später ergab sich dasselbe Bild in noch krasserer Form. Der sensible Fischer hatte eine großartige Ausgleichschance für die Köpenicker vergeben, als die Lausitzer urplötzlich auf der linken Seite durchbrachen und nach wechselvollem Hin und Her einen erneuten Deckungsfehler durch LA Fünfert zum zweiten Treffer ausnutzten. Enttäuschung malte sich darauf auf den Gesichtern aller ab, wozu die 2. Halbzeit, in der sich das gleiche Geschehen abspielte, nicht unwesentlich beitrug. Es ist nun mal so, gespielt und doch verloren. Man muss sich damit abfinden.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschützen:

0:1 Fünfert, R. (31.min.)

0:2 Fünfert, R. (36.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Paul (Dessau)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, G. Jankowiak, K. Ferenz, W. Löben, S. Wildner, W. Ferenz, R. Fünfert

16. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 25.02.1951

BSG Chemie Großräschen - BSG Einheit Burg 2:1 (1:1)

Kampfgeist besiegt Technik

 

Zu einer dramatischen und erbitterten Auseinandersetzung gestaltete sich am Sonnabend die wichtige Begegnung im Grubenort. Mit Glück und Erfolg verteidigten die Gastgeber ihren Ruf als gefürchtete Heimmannschaft. Jede sich bietende Chance wurde voll genutzt. Ohne Zweifel bot der Tabellenführer die technisch reifere Leistung, ließ aber den letzten Einsatz vermissen. Er vergab oft aus sicherster Position und verzettelte sich in zwar schön aussehenden, aber wenig druckvollen Kombinationen, oftmals auf engstem Raum. Auch beim Sieger offenbarten sich Schwächen, die Lücke zwischen Abwehr und Stürmerreihe war zu groß, zumeist wurde nur der Raum gedeckt. Elf Spieler kämpften aber 90 Minuten bis zur Erschöpfung, und das war entscheidend.

Etwas nervös begannen die Gastgeber, denen sich schon nach wenigen Sekunden eine Großchance bot, aber bereits in der 4. Minute köpfte der hervorragende Löben eine Wildner-Flanke zum Führungstreffer ein. Burg ließ sich nicht erschüttern und trug gefährliche Angriffe vor das Tor der Platzherren. Schon hier zeigte sich die größere Reife. Aber erst nach einer halben Stunde erzielte der von Morawietz schön freigespielte Zinnicke den Ausgleich und Pausenstand.

Kampf um jeden Meter Boden brachte die zweite Halbzeit. Die oftmals zu eng vorgetragenen Kombinationen der Rot-Schwarzen blieben in der vielbeinigen Chemie-Deckung stecken. Das gab den Ausschlag. Wieder war es Löben, der aus vollem Lauf über den sich werfenden Kegel zum kaum erwarteten Siegestreffer einschoss. Trotz streckenweiser Überlegenheit der Burger und torwürdigen Situationen auf beiden Seiten blieb es bei dem 2:1. Die große kämpferische Leistung der zeitweise mit zehn Mann spielenden Großräschener wurde durch den knappen Erfolg belohnt.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe
 

 

Die Burger, die nach Abschluss der ersten Serie schon als sicherer Meister angesehen wurden, erlaubten sich am Sonntag eine erneute Niederlage, so dass ihr Vorsprung gegenüber dem eifrigsten Verfolger, den Potsdamer Volkspolizisten, bis auf einen Punkt zusammengeschmolzen ist. Gestern war es Großräschen, das die Burger mit 2:1 geschlagen nach Hause schickte. Die Platzherren gingen in der vierten Minute durch Löben 1:0 in Führung, doch konnten die Gäste in der 37. Minute durch Dobritz ausgleichen. Den Siegestreffer erzielte wiederum Löben, und zwar in der 54. Minute.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschützen:

1:0 Löben, W. (04.min.)

2:1 Löben, W. (54.min.)

 

Zuschauer: 2800


Schiedsrichter: Jakob (Chemnitz)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, G. Jankowiak, W. Nagel, H. Bergmann, W. Ferenz, W. Löben, S. Wildner, K. Ferenz, R. Fünfert

17. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 11.03.1951

ZSG Textil Cottbus - BSG Chemie Großräschen 3:2 (3:1)

Die Abstiegsgefahr gebannt

 

Das Cottbuser Stadion war eine einzige glitschige Spielfläche. Diese irregulären Bodenverhältnisse entschuldigen vieles. Hinzu kommt noch, das Textil unbedingt Punkte gegen den Abstieg benötigte und schließlich auch gewann, wobei ihnen eine nicht stabile Gästeabwehr sehr entgegen kam. Auf technische Feinheiten musste man auch heute verzichten. Es sah so aus, als hätten sich die Cottbuser einen Überrumpelungsversuch vorgenommen, der dann auch vollkommen gelang. Großräschens Abwehr war konsterniert gegen die leider nur anfangs schnellen und steil angelegten Angriffe der Gastgeber. Zinnert wirkte sehr unsicher.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

2:1 Wildner, S. (09.min.)

3:2 Wildner, S. (55.min.)

 

Zuschauer: 3500


Schiedsrichter: Bolte (Berlin)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, G. Jankowiak, W. Ferenz, W. Löben, S. Wildner, K. Ferenz, R. Fünfert

18. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 18.03.1951

BSG Chemie Großräschen - Hohenschönhausener SC 3:3 (2:3)

Nach 20 Minuten 3:0 für Hohenschönhausen

 

Ein klassearmes Spiel, das keineswegs DS-Liga-Niveau hatte, erlebten die 1500 Zuschauer. Sie waren enttäuscht von den Leistungen ihrer Elf, die sich während der ganzen 90 Minuten nicht zu einem geschlossenen Mannschaftsspiel zusammenfand. Dagegen schufen die Gäste besonders in der ersten Halbzeit durch ihre gefährlichen Steilvorlagen immer wieder Verwirrung in der Abwehrreihe Großräschens, die viele Lücken aufwies. Von Anfang an machte sich bei beiden Mannschaften eine Nervosität bemerkbar, die die Gäste jedoch bald ablegten, als sie in der 15. Minute durch Boffing den Führungstreffer erzielten. Bereits eine Minute später hieß es 2:0. Rechtsaußen Last hatte in die Mitte geflankt, und Machalinski schob das Leder platziert in die Maschen. In der 20. Minute zogen dann die Gäste durch einen Abwehrfehler - auch der Schlussmann war hier nicht ganz schuldlos - auf 3:0 davon, verstanden es aber nicht, diesen Vorsprung erfolgreich zu verteidigen. Der in der 30. Minute durch Wildner erzielte erste Gegentreffer war das Zeichen zum Generalangriff für die Platzherren. In der 35. Minute verwandelte Fünfert einen Freistoß zum 2:3. Kampf war nun die Parole. Trotz mehrfacher Torchancen beider Mannschaften gelang nur noch den Platzbesitzern ein Treffer und damit der Ausgleich. Spielerisch haben die Berliner, die technische Feinheiten zeigten, auf Grund ihres schnellen und raumgreifenden Angriffsspieles gefallen. Sie hatten im Torwart und in Linksaußen Boffing die besten Leute. Bei Großräschen gab man sich die größte Mühe, es wollte jedoch nichts glücken. Nur Bergmann, der überall auftauchte, wusste zu gefallen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:3 Wildner, S. (30.min.)

2:3 Fünfert, R. (35.min.)

3:3 Löben, W. (85.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Voigt (Dresden)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, G. Jankowiak, W. Nagel, H. Bergmann, W. Ferenz, W. Löben, S. Wildner, K. Ferenz, R. Fünfert

19. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 23.03.1951

BSG Chemie Großräschen - BSG Einheit Schwerin 3:1 (0:0)

Die zweite Halbzeit entschied

 

Es war eines der spannendsten Treffen, die in letzter Zeit in Großräschen ausgetragen wurden. Bei böigem Wind und nassen Bodenverhältnissen lieferten sich die gleichwertigen Mannschaften einen Kampf, der erst in der zweiten Halbzeit entschieden wurde. 55 Minuten brauchte der Platzbesitzer zum Führungstreffer, der vom unverwüstlichen RA Nagel erzielt wurde. Löbens 2:0 folgte wenige Minuten später der Schweriner Anschlusstreffer durch Petersen, und noch war der Kampf nicht entschieden. Die Ausgleichschance nahm Westphal seiner Elf, als er kurz vor Schluss einen harmlosen Ball ins eigene Tor verfälschte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Nagel, W. (55.min.)

2:0 Löben, W. (65.min.)

3:1 Eigentor (87.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Paul (Dessau)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, S. Wildner, H. Bergmann, H. Nowack, W. Nagel, W. Löben, W. Ferenz, K. Ferenz, R. Fünfert

Testspiel am 25.03.1951

BSG Rotation Leipzig 1950 - BSG Chemie Großräschen 2:3

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 07.04.1951

BSG Aktivist Borna - BSG Chemie Großräschen 4:2

Der DS-Liga-Angehörige Großräschen weilte bei Aktivist Borna zu Gast und musste mit 4:2 (3:1) die Überlegenheit des Platzbesitzers anerkennen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 08.04.1951

BSG Einheit Leipzig-Ost - BSG Chemie Großräschen 2:1

Auch am Sonntag musste Chemie Großräschen bei Einheit Ost Leipzig mit 1:2 eine Niederlage hinnehmen. Beide Mannschaften ließen nur stellenweise erkennen, dass sie der DS-Liga angehören.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 14.04.1951

BSG Freiheit-Wismut Lauter - BSG Chemie Großräschen 5:1

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 15.04.1951

BSG Einheit Mitte Chemnitz - BSG Chemie Großräschen 2:4

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 19.05.1951

BSG Chemie Großräschen - BSG Freiheit-Wismut Lauter 4:1

Chemie Großräschen glückte die Revanche

 

Am Sonnabend glückte Chemie Großräschen vor 2500 Zuschauern die volle Revanche für die vor wenigen Wochen durch Empor Lauter erlittene 1:5-Niederlage. Mit 4:1 fiel der Sieg diesmal recht eindeutig aus, ein Zeichen, dass die Chemie-Elf aus ihrer Niederlage gelernt hat und die Hintermannschaft wesentlich konzentrierter spielte. Trotz schönen Kombinationsspiels kamen die Gäste nur zu einem zählbaren Erfolg. Bei Großräschen gefiel das Flachpassspiel, ein erster Erfolg der harten Trainingsarbeit. Nach überraschend starkem Start der Großräschener kam Lauter mehr und mehr auf, die Hintermannschaft der Platzherren, in der sich Zinnert wiederholt auszeichnete, war jedoch zunächst nicht zu überwinden. Erst nach dem 4:0 gelang den Gästen der Ehrentreffer, der aus einem Gewühl vor dem Tor erzielt wurde.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Nagel, W. (11.min.)

2:0 Ratajczak, B. (20.min.)

3:0 Fünfert, R. (25.min.)

4:0 Kockro, E. (60.min.)

 

Zuschauer: 2500


Schiedsrichter: Spiegel (Sedlitz)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Kockro, S. Wildner, Erdmann, K. Ferenz, B. Ratajczak, W. Nagel, W. Ferenz, R. Fünfert

Testspiel am 27.05.1951

BSG Chemie Großräschen - SC Westend 01 Berlin 2:1

Mit der Westberliner Vertragsliga-Elf vom FC Westend stellte sich dem Großräschener Publikum eine kämpferisch starke Mannschaft vor. Dem DS-Liga-Vertreter gelang hier ein knapper, jedoch infolge des enormen Kampfgeistes, mit dem die Gastgeber aufwarteten, verdienter, erst in den Schlussminuten erkämpfter 2:1-Erfolg. Die Berliner Gäste konnten sich nicht recht mit den Platzverhältnissen zurechtfinden. Ihnen fehlte der Eifer, mit dem die Räschener Fünferreihe, besonders in der zweiten Hälfte, ihre Angriffe in den gegnerischen Strafraum trug und somit den Abwehrriegel der Berliner immer wieder zur Spaltung brachte. Bei beiden Mannschaften wollte es in den ersten 45 Minuten nicht recht klappen. In der 34. Minute kamen die Gäste, die erheblich unter Konditionsmangel litten, durch Ahlfeld zum 1:0-Führungstreffer. Nach dem Wechsel waren die Räschener nicht wiederzuerkennen. Sie spielten zielstrebiger und bevorzugten das Flachpassspiel, während eine Umstellung der Gäste ohne Erfolg blieb. Nachdem in der 46. Minute für die Platzherren durch Löben der Ausgleich fiel, konnte derselbe Spieler in der 86. Minute den mit großer Begeisterung aufgenommenen Siegestreffer markieren. Fünfert hatte in der Schlussminute noch einmal Gelegenheit, das Ergebnis auf 3:1 zu erhöhen. Freistehend jedoch schoss er den herausgelaufenen Schlussmann Gossert an.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:1 Löben, W. (46.min.)

2:1 Löben, W. (86.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 10.06.1951

BSG Einheit Spremberg - BSG Chemie Großräschen 2:2

Spremberg führte sich gut ein

 

Verheißungsvoll für die nun kommenden Spiele in der DS-Liga war das 2:2 von Einheit Spremberg gegen die BSG Chemie Großräschen. Die Begegnung stand im Zeichen beiderseits starker Hintermannschaften. Der Landesklassenmeister bestimmte zwar teilweise das Spielgeschehen, ließ aber im Sturm den zum Erfolg notwendigen Einsatz vermissen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

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