Saison 1949/50

Brandenburger Landesmeister 1949/50

Liga: Landesklasse Brandenburg

 

Mit der Zusammenlegung der beiden Landesklassen-Staffeln zu einer eingleisigen Liga bekam es die ZSG Großräschen mit teils völlig unbekannten Gegnern zu tun. Statt nach Schipkau, Hörlitz oder Kiekbusch ging es nun auf längeren Auswärtsfahrten nach Hennigsdorf, Potsdam, Luckenwalde oder Neuruppin. Im Vorfeld glaubte niemand im Großräschener Lager an ein Mitspielen um die Meisterschaft, geschweige denn sogar an den Titelgewinn. Dies unterstrich auch der Start in die Saison. Zwei Unentschieden gegen Reichsbahn Cottbus (zu Hause 1:1) und in Luckenwalde (2:2) brachten die ersten Verlustpunkte. Zwar folgte am 3. Spieltag in heimischen Gefilden ein sicheres 6:0 gegen die ZSG Wittenberge, dem schlossen sich allerdings zwei Auswärtsniederlagen in Spremberg (0:2) und bei Textil Cottbus (1:2) an. Dieses Auf und Ab ging die gesamte Hinrunde so weiter und so lag man zum Ende des Jahres 1949 als Tabellenfünfter auch bereits 6 Punkte hinter dem Spitzenreiter Textil Cottbus zurück. In der Rückrunde gelang dann allerdings eine beispiellose Aufholjagd (u.a. ein 3:2-Heimerfolg gegen Textil Cottbus) und mit dem letzten Sieg im Nachholespiel am Karfreitag gegen die BSG TEWA Luckenwalde (4:1) wurde der Punktgleichstand mit dem bisherigen Spitzenreiter ZSG Textil Cottbus hergestellt. Da damals das Torverhältnis als Kriterium noch nicht zählte, kam es am Ostermontag auf dem Cottbuser Reichsbahn-Sportplatz zum Entscheidungsspiel um die Brandenburgische Landesmeisterschaft. 700 Großräschener Fußballanhänger begleiteten ihre Mannschaft per Sonderzug nach Cottbus und bekamen die Sensation hautnah mit, als nach Toren von Joachim Wienicke und Gerhard Werschke tatsächlich der 2:0-Sieg und damit der Gewinn der Brandenburgischen Landesmeisterschaft gelang. Was für eine grandiose Leistung! Der bis heute größte sportliche Erfolg war geschafft!

Die ZSG Großräschen hatte sich somit für die Aufstiegsrunde der fünf Landesmeister (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen) zur DS-Liga qualifiziert. Nur eine Woche nach der Meisterschaft ging es schon los. Die ZSG Großräschen musste beim Sachsen-Anhaltinischen Vertreter BSG Eisenhüttenwerk Thale antreten. Diese Partie wäre sicherlich torlos ausgegangen, wäre der Schiedsrichter nicht sechs Minuten vor dem Ende auf eine Schwalbe der Hausherren im Strafraum hereingefallen, die das Geschenk zum glücklichen 1:0-Sieg ausnutzten. In der folgenden Woche wurde die Großräschener Elf zu einem Trainingslager in Babelsberg zusammengezogen. Dies schien Früchte zu tragen, denn im ersten Heimspiel der Aufstiegrunde gelang gegen die SG Vorwärts Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) ein souveräner 5:1-Erfolg. Beim großen Aufstiegsfavoriten, der SG Dresden-Mickten (Sachsen) setzte es anschließend eine klare 1:4-Niederlage. Wegweisend wurde die letzte Hinrundenpartie zu Hause gegen KWU Weimar (Thüringen), wo es vor 5000 Zuschauern (Zuschauerrekord in Großräschen bis heute!) trotz großem Kampf eine 2:3-Niederlage setzte. Damit standen die Vorzeichen für die ZSG Großräschen für die Aufstiegs-Rückrunde eher schlecht. Etwas Hoffnung keimte noch einmal auf, als man auf eigenem Platz die BSG Eisenhüttenwerk Thale sicher mit 3:1 schlagen konnte. Nun musste endlich auch auswärts mal gepunktet werden. Bei der in der Tabelle bereits abgeschlagenen SG Vorwärts Wismar rechnte sich die ZSG Großräschen dahingehend gute Chancen aus, wurde dann aber bitter enttäuscht, als man nach schwacher Leistung mit 0:1 unterlag. So standen die Großräschener im Heimspiel gegen den nun unter dem Namen BSG Sachsenverlag Dresden spielenden Titelträger Sachsens gewaltig unter Druck. Das 1:1-Unentschieden gegen diesen starken Gegner war zwar aller Ehren wert, brachte aber leider auch die Gewissheit, dass man den Kampf um den Aufstieg in die höchste Spielklasse der DDR verloren hatte. Da half auch der abschließende 4:3-Auswärtserfolg bei der BSG KWU Weimar nichts mehr. Als Tabellenvierter verpasste die ZSG Großräschen somit knapp den Sprung ins Oberhaus des DDR-Fußballs.

Die Saison beschloss die ZSG Großräschen noch mit einem Freundschaftsspiel beim Ortsrivalen Franz Mehring Marga (1:1) und einem Sommerturnier auf eigenem Platz. Nach einem Sieg in der Vorrunde gegen die BSG KWU Cottbus (2:1) endete das Finale gegen die SG Plauen 1:1. Da Plauen im Vorrundenspiel gegen die BSG KWU Dresden höher gewonnen hatte (4:1), wurden sie aufgrund des besseren Torverhältnisses Turniersieger vor den Gastgebern.

 

 

Trainer: /

 

Spiele:

  TS ZSG - SG Großenhain 0:2
  TS ZSG - SG Löbau 1:1
  TS SG Senftenberg - ZSG 3:3
  TS ZSG - SG Hoyerswerda 7:3
  TS SG Hoyerswerda - ZSG 1:1
21.08.1949 TS ZSG - VfB Pankow 1:1
28.08.1949 TS ZSG - Stadtauswahl Meißen 3:5
  TS VfB Pankow - ZSG 5:3
  TS SG Meurostolln - ZSG 0:6
  TS ZSG - SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 1:2
04.09.1949 MS ZSG - BSG Reichsbahn Cottbus 1:1
10.09.1049 MS ZSG Luckenwalde - ZSG 2:2
25.09.1949 MS ZSG - ZSG Wittenberge 6:0
02.10.1949 MS BSG Einigkeit Spremberg - ZSG 2:0
09.10.1949 MS ZSG Textil Cottbus - ZSG 2:1
16.10.1949 MS BSG KWU Rot-Weiß Guben - ZSG 1:2
23.10.1949 MS ZSG Eintracht Eberwalde - ZSG 0:0
30.10.1949 MS ZSG Neuruppin - ZSG 1:2
13.11.1949 MS ZSG - ZSG Hennigsdorf 4:0
20.11.1949 MS ZSG Welzow - ZSG 1:0
27.11.1949 MS ZSG - BSG Einigkeit Forst 5:0
11.12.1949 MS ZSG - SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 3:2
18.12.1949 MS ZSG "Werner Seelenbinder" Brandenburg - ZSG 2:1
08.01.1950 MS BSG Reichsbahn Cottbus - ZSG 2:5
15.01.1950 MS ZSG - BSG Einigkeit Spremberg 2:0
22.01.1950 MS ZSG Wittenberge - ZSG 1:2
29.01.1950 MS ZSG - BSG KWU Rot-Weiß Guben 2:1
05.02.1950 MS SG Deutsche Volkspolizei Potsdam - ZSG 1:0
12.02.1950 MS ZSG - ZSG "Werner Seelenbinder" Brandenburg 3:0
19.02.1950 MS BSG Einigkeit Forst - ZSG 0:1
26.02.1950 MS ZSG - ZSG Textil Cottbus 3:2
12.03.1950 MS ZSG Hennigsdorf - ZSG 1:4
19.03.1950 MS ZSG - ZSG Neuruppin 9:2
26.03.1950 MS ZSG - ZSG Welzow 3:1
02.04.1950 MS ZSG - ZSG Eintracht Eberswalde 3:0
07.04.1950 MS ZSG - BSG TEWA Luckenwalde 4:1
10.04.1950 ES ZSG Textil Cottbus - ZSG 0:2
16.04.1950 AR BSG Eisenhüttenwerk Thale - ZSG 1:0
23.04.1950 AR ZSG - SG Vorwärts Wismar 5:1
30.04.1950 AR SG Dresden-Mickten - ZSG 4:1
14.05.1950 AR ZSG - BSG KWU Weimar 2:3
21.05.1950 AR ZSG - BSG Eisenhüttenwerk Thale 3:1
04.06.1950 AR SG Vorwärts Wismar - ZSG 1:0
11.06.1950 AR ZSG - BSG Sachsenverlag Dresden 1:1
18.06.1950 TS SG Hohenleipisch - ZSG 2:6
25.06.1950 AR BSG KWU Weimar - ZSG 3:4
28.06.1950 TS BSG Franz Mehring Marga - ZSG 1:1
01.07.1950 TS

ZSG - BSG KWU Cottbus

(Turnier der ZSG Großräschen - Vorrunde)

2:1
02.07.1950 TS

ZSG - SG Plauen

(Turnier der ZSG Großräschen - Finale)

1:1

 

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
01. ZSG Textil Cottbus                            26 77:32 39:13
02. ZSG Großräschen 26 68:26 39:13
03. SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 26 73:36 36:16
04. BSG Reichsbahn Cottbus 26 59:38 33:19
05. ZSG "Werner Seelenbinder" Brandenburg    26 62:40 30:22
06. ZSG Welzow 26 70:71 28:24
07. BSG Einigkeit Spremberg 26 48:41 26:26
08. BSG TEWA Luckenwalde 26 64:60 22:30
09. BSG Einigkeit Forst 26 48:45 22:30
10. BSG KWU Rot-Weiß Guben 26 54:72 22:30
11. ZSG Eintracht Eberswalde 26 43:76 18:34
12. ZSG Neuruppin 26 46:84 18:34
13. ZSG Wittenberge 26 44:80 17:35
14. ZSG Hennigsdorf 26 37:92 14:38

Abschlusstabelle Aufstiegsrunde:

Pl. Mannschaften                                        Sp Tore Punkte
01. BSG Sachsenverlag Dresden 8 21:13 11:5
02. BSG KWU Weimar 8 20:18 10:6
03. BSG Eisenhüttenwerk Thale 8 23:14 9:7
04. ZSG Großräschen 8 16:15 7:9
05. SG Vorwärts Wismar 8 8:28 3:13

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Statistiken und Spielberichte

 

 

Testspiel

ZSG Großräschen - SG Großenhain 0:2

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel

ZSG Großräschen - SG Löbau 4:1

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel

SG Senftenberg - ZSG Großräschen 3:3

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel 08/1949

ZSG Großräschen - SG Hoyerswerda 7:3

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel 08/1949

SG Hoyerswerda - ZSG Großräschen 1:1

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel am 21.08.1949

ZSG Großräschen - VfB Pankow 1:1

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

W. Hanisch - K. Katsch, Th. Riesner, H. Bergmann, S. Wildner, G. Jank, G. Werschke, H. Nowack, H. Piesche, G. Jankowiak, J. Wienicke

Testspiel anlässlich des Sportfestes in Großräschen am 28.08.1949

ZSG Großräschen - Stadtauswahl Meißen 3:5

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel

VfB Pankow - ZSG Großräschen 5:3

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel

SG Meurostolln - ZSG Großräschen 0:6

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel

ZSG Großräschen - SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 1:2

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

1. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 04.09.1949

ZSG Großräschen - BSG Reichsbahn Cottbus 1:1

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

2. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 10.09.1949

ZSG Luckenwalde - ZSG Großräschen 2:2

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

3. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 25.09.1949

ZSG Großräschen - ZSG Wittenberge 6:0

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

4. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 02.10.1949

BSG Einigkeit Spremberg - ZSG Großräschen 2:0

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

5. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 09.10.1949

ZSG Textil Cottbus - ZSG Großräschen 2:1 (0:1)

Vor 3000 Zuschauern konnte die ebenfalls zu den Meisterschaftsanwärtern zählende Textil-Cottbus nach einem äußerst dramatischen Kampf über Groß-Räschen mit 2:1 die Oberhand behalten. Bereits in der 1. Minute war Groß-Räschen durch einen Überraschungstreffer in Führung gegangen. Erst in der 71. Minute konnten die Cottbuser, die wohl ein schönes Kombinationsspiel zeigten, aber die nötige Durchschlagskraft vermissen ließen, durch Klose gleichziehen, und dem Repräsentativen Schöne war es vergönnt, in der 88. Minute seiner Mannschaft Sieg und Punkte durch ein 2. Tor zu retten.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

0:1 (01.min.)

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

6. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 16.10.1949

BSG KWU Rot-Weiß Guben ZSG Großräschen 1:2 (1:0)

Eigentlich hatte man den Gubenern auf Grund ihrer letzten Leistungen ein kleines Plus eingeräumt und einen Sieg erwartet. Aber auch hier kam es wieder einmal anders! Trotz spielerischer Überlegenheit während der 90 Minuten musste KWU diese Niederlage hinnehmen. Der Innensturm (auch Gutsche hatte keine Schussstiefel an) versagte auf der ganzen Linie. Zur Pause allerdings stand es noch durch einen Treffer des Rechtsaußen Hennig 1:0 für die Gäste. Ein Elfmeter wurde von Schreck verschrocken. Dann musste Kulke wegen Verletzung ausscheiden. Das war Wasser auf die Mühlen der Groß-Räschener! In der 70. Minute erzwangen sie den Ausgleich und fünf Minuten später den Siegestreffer.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:1 (70.min.)

1:2 (75.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

7. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 23.10.1949

ZSG Eintracht Eberswalde - ZSG Großräschen 0:0

Hindenberg hielt einen Elfmeter!

 

Der Platzbesitzer beginnt das Spiel aufgeregt: wie ein Bienenschwarm läuft die Mannschaft durcheinander. Langsam findet sich Eberswalde, besonders Hindenberg und Kletzin fallen durch ihre Ruhe auf und geben ihrer Mannschaft den nötigen Rückhalt. Bis 5 Minuten vor Schluss keine Höhepunkte! Plötzlich hat ein Verteidiger von Eberswalde den Ball in der Hand, ein Pfiff, der Schiedsrichter zeigt auf den Elfmeterpunkt, der Schuss wird ausgeführt, doch Hindenberg hält hervorragend, und freudetrunken liegen sich die Spieler in den Armen. Korrekt und unauffällig: Schiedsrichter Wiersch (Bernau). Beste Leute bei Eberswalde: Hindenberg und Kletzin (neues Talent). Bei Großräschen Mittelläufer Wildner, sonst fiel noch der linke Läufer Bergmann durch unfaire Spielweise auf.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Wiersch (Bernau)

 

ZSG:

W. Hanisch - G. Jankowiak, Th. Riesner, G. Jank, S. Wildner, H. Bergmann, H. Jungnickel, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, R. Fünfert

8. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 30.10.1949

ZSG Neuruppin - ZSG Großräschen 1:2 (0:1)

Fast 2000 Zuschauer hatten sich in Neuruppin eingefunden, um ihrer in letzter Zeit stark hervorgetretenen Elf den Rücken zu stärken. Bessere Tagesform und ein unglückliches Tor ließen die Großräschener Gäste zu den Punkten kommen. In der 20. Minute ging die Elf aus Großräschen glücklich 1:0 in Führung. Nach dem Wechsel wurde das Spiel etwas ausgeglichener. Neuruppin versuchte mit Macht den Ausgleich zu erzielen! Dagegen konnte Großräschen in der 55. Minute auf 2:0  erhöhen. Dann erst das 2:1.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter: Wiersch (Bernau)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, H. Nowack, G. Jank, H. Piesche, J. Wienicke, S. Wildner, R. Fünfert

9. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 06.11.1949

ZSG Großräschen ===> spielfrei

10. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 13.11.1949

ZSG Großräschen - ZSG Hennigsdorf 4:0 (3:0)

Die Großräschener bewiesen wieder einmal, dass sie auf eigenem Platz kaum zu schlagen sind. Sie hatten gegenüber den mit letztem Einsatz kämpfenden Gästen aus Hennigsdorf immer ein kleins Plus. Vor allem besaßen sie den entschlosseneren und durchschlagskräftigeren Sturm. In der 15. Minute geht Großräschen durch Wildner in Führung. In der 23. Minute stellt Piesche im Alleingang den zweiten Treffer her. Kurz vor der Pause ist es wiederum Piesche, der ein Tor erzielt. Nach dem Wechsel ist es Nowak, der in der 65. Minute das 4:0 und Endresultat herstellt. Ein verdienter Sieg der Großräschener.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Wildner, S. (15.min.)

2:0 Piesche, H. (23.min.)

3:0 Piesche, H. (44.min.)

4:0 Nowack, H. (65.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

11. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 20.11.1949

ZSG Welzow - ZSG Großräschen 1:0 (0:0)

2000 Zuschauer waren im Kohlenpott Welzow erschienen, um ihrer Mannschaft im Kampf um den Anschluss an die Spitzengruppe den Rücken zu stärken. In einem von Welzow teilweise überlegen geführten Spiel verhinderten beiderseits starke Hintermannschaften eine größere Torausbeute. Der einzige Treffer, der Sieg und Punkte bedeutete, wurde in der 84. Minute durch den jungen Welzower Rechtsaußen Bartsch (18 Jahre) erzielt. Schiedsrichter Belling hatte das mit äußerstem Einsatz geführte Treffen jederzeit sicher in der Hand.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter: Belling (Forst)

 

ZSG:

 

12. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 27.11.1949

ZSG Großräschen - BSG Einigkeit Forst 5:0 (3:0)

Großräschen ist ein heißer Boden, das ist allen Mannschaften der Landesklasse bekannt. Einen knappen Sieg der Großräschener hatten wir vorausgesagt, dass dieser Erfolg aber so eindeutig ausfallen würde, hat niemand erwartet. Bereits bis zur Pause hatte sich der Platzbesitzer einen sicheren 3:0-Vorsprung erkämpft. Forst fällt durch diese Niederlage endgültig ins Mittelfeld zurück und muss sämtliche Meisterschaftshoffnungen begraben, zumal noch das mit 3:1 gewonnene Spiel gegen Spremberg wiederholt wird.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: 

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: 

 

ZSG:

 

13. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 04.12.1949

ZSG Großräschen ===> spielfrei

14. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 11.12.1949

ZSG Großräschen - SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 3:2 (1:1)

Die Überraschung, die wir in Erwägung gezogen hatten, ist eingetreten. Großräschen bewies wieder einmal mehr, dass es auf eigenem Platz ein schwer zu schlagender Gegner ist. Durch Schnelligkeit und Härte machte die Mannschaft die technische Überlegenheit der körperlich schwächeren Potsdamer Volkspolizisten zunichte und zerstörte auch die anfangs so verheißungsvoll aufblitzenden Flachkombinationen der Potsdamer Gäste. In der 17. Minute zieht Zschernagk mit einer Steilvorlage von Pasternack davon, überläuft die Verteidigung und bringt Potsdam 1:0 in Führung. Die Einheimischen können jetzt die anfängliche Überlegenheit ausschalten und ein ausgeglichenes Spiel liefern. Ferenz ist es, der in der 29. Minute einen Weitschuss auf das Potsdamer Tor jagt. Michael fälscht den Ball ab und für Schuler unerreichbar findet er den Weg ins Netz zum 1:1.

Auch nach dem Wechsel ein ausgeglichenes Spiel, gefährliche Situationen auf beiden Seiten, bis in der 53. Minute Nowack eine Flanke von Fünfert unhaltbar zum Führungstreffer für Großräschen einsendet. Aber sofort im Gegenzug stellt der eifrige Halbrechte Schröter mit einem 25-m-Schuss den Ausgleich her. Wiederum ein Verteidigungsfehler, als der Ball nicht scharf genug zum Torwart zurückgespielt wird, und Piesche hinter dem Leder herspurtet und das 3:2 für Großräschen erzielt. Durch diesen Treffer kommt die Volkspolizei um das verdiente Unentschieden.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: 

1:1 Ferenz, K. (29.min.)

2:1 Nowak, H. (53.min.)

3:1 Piesche, H.

 

Zuschauer: 1200


Schiedsrichter: Reschke (Guben)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, S. Wildner, K. Katsch, H. Bergmann, G. Jank, H. Piesche, K. Ferenz, H. Nowack, R. Fünfert

15. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 18.12.1949

ZSG "Werner Seelenbinder" Brandenburg - ZSG Großräschen 2:1 (1:0)

Brandenburg musste seinen Repräsentativen Rinkenbach I und Pohl ersetzen. In technischer Beziehung war es den Gästen etwas voraus, aber der ungeheure Kampfgeist, der schon bekannt und gefürchtet ist, glich dieses Manko aus. In der 30. Minute fällt das einzige Tor der ersten Hälfte, als Schuder auf Vorlage von Greschel unhaltbar verwandelt. In der 50. Minute hebt Karger über den herauslaufenden Torwart zum 2:0 ein. Wenige Augenblicke später erzielt er auch den dritten Treffer, aber wegen Handspiels findet er keine Anerkennung. Das Ehrentor fällt in der 75. Minute durch Verteidiger Riesner. Durch diesen Sieg sichert sich Brandenburg den Anschluss zur Spitzengruppe.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze: 

2:1 Riesner, Th. (75.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Jahn (Spremberg)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, S. Wildner, G. Jank, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, R. Fünfert

16. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 08.01.1950

BSG Reichsbahn Cottbus - ZSG Großräschen 2:5

1000 Zuschauer hatten sich im Cottbuser Stadion eingefunden und sahen unter der einwandfreien Leitung von Schiedsrichter Jahn, Spremberg (er machte seine Sache fehlerlos) ein schnelles Spiel. Bereits in der 4. Minute geht Groß-Räschen durch Ferenz 1:0 in Führung. Ein Eigentor in der 15. Minute erhöht den Vorsprung der Räschener auf 2:0, ehe in der 27. Minute Reichsbahn durch Abraham auf 2:1 herankommt. Die Cottbuser drücken etwas, aber der verdiente Ausgleichstreffer bleibt ihnen versagt. Nach dem Wechsel sind sichtliche Konditionsmängel bei den Reichsbahnern zu erkennen und ihr Spiel lässt erheblich nach. In der 60. Minute erhöht der linke Läufer der Gäste durch einen Weitschuss auf 3:1. Ein Eigentor in der 85. Minute lässt Cottbus noch einmal auf 3:2 herankommen, aber in der 87. Minute fabriziert die Cottbuser Hintermannschaft ihr zweites Eigentor und Räschen führt 4:2. Kurz vor dem Abpfiff erhöht Piesche auf 5:2.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: 

0:1 Ferenz, K. (04.min.)

0:2 Eigentor (15.min.)

1:3 (60.min.)

2:4 Eigentor (87.min.)

2:5 Piesche, H. (90.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Jahn (Spremberg)

 

ZSG:

 

17. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 15.01.1950

ZSG Großräschen - BSG Einigkeit Spremberg 2:0 (0:0)

Genau mit dem gleichen Ergebnis, wie seinerzeit die Spremberger daheim siegreich waren, unterlagen sie diesmal auf Gegners Platz. Es war ein erbitterter Punktekampf, der im Zeichen starker Hintermannschaften stand. Erst nach dem Wechsel kamen die Platzbesitzer zu den beiden siegbringenden Toren.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: 

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: Reschke (Guben)

 

ZSG:

 

18. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 22.01.1950

ZSG Wittenberge - ZSG Großräschen 1:2 (1:1)

Vor 14 Tagen war ein Sportfreund der ZSG Wittenberge bei uns und beschwerte sich, dass Wittenberge in der Berichterstattung so stiefmütterlich behandelt werden würde. Wir baten ihn, uns sonntäglich den Spielbericht durchzugeben. Inzwischen sind zwei Spielsonntage vergangen und wir haben noch nichts von unserem Sportfreund gehört. Auch dieses Mal sind wir nur in der Lage, das Ergebnis zu berichten.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: 

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: Heike (Brandenburg)

 

ZSG:

 

19. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 29.01.1950

ZSG Großräschen - BSG KWU Rot-Weiß Guben 2:1 (1:0)

Zwischen beiden Mannschaften gab es einen sehr harten, aber durchaus fairen Kampf, der im Zeichen zweier guter Hintermannschaften stand. Die einheimische Elf hat in diesem Spiel tatsächlich wieder bewiesen, dass sie zur Spitzengruppe gehört und eine erfolgversprechende Mischung von Technik und Kampfgeist brachte diesen 2:1-Sieg zustande. In den Anfangsminuten gab es bereits gefährliche Szenen vor dem Gubener Tor, jedoch bis zur 15. Minute stand es immer noch 0:0. Dann erfolgte ein Foul-Elfmeter für Groß-Räschen, der, unerwartet von dem Halblinken Nowack ausgeführt, auf den Tormann geschossen wurde, so dass Karge abwehren konnte. Die weiteren Minuten gehen wiederum an die Platzbesitzer, obwohl Guben sich in kämpferischer Hinsicht ausgezeichnet hält. In der 35. Minute dann endlich der erste Treffer, erzielt durch den Rechtsaußen Wienicke von der ZSG Groß-Räschen.

Nach dem Wechsel werden die Gubener stärker, schwere Druckminuten muss der Platzbesitzer überstehen. In der 60. Minute fällt dann der siegbringende Treffer durch Mittelstürmer Piesche auf Vorlage von Jank. Wenn auch die Gubener Elf in der 75. Minute nach einem Freistoß durch prachtvollen Kopfball des Halbrechten Mühle, der das Leder in die Ecke drehte, das Anschlusstor erzielen konnte, verstanden es die Groß-Räschener aber, in den Schlussminuten ihr Tor reinzuhalten. Der Sieg in dieser Höhe ist verdient.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: 

1:0 Wienicke, J. (35.min.)

2:0 Piesche, H. (60.min.)

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: Strauch (Forst)

 

ZSG:

Schmidt - E. Müller, G. Jankowiak, Th. Riesner, G. Jank, K. Katsch, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, R. Fünfert

20. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 05.02.1950

SG Deutsche Volkspolizei Potsdam - ZSG Großräschen 1:0 (0:0)

Trotz des nur knappen 1:0-Sieges bot das Spiel einen sehr bewegten Verlauf. Es stand im Zeichen zweier überragender Hintermannschaften, wobei Großräschens Abwehr bewies, dass sie wohl die stärkste des Landes Brandenburg ist. Überragend der rechte Verteidiger Riesner. Der Sturm der Räschener war nicht so überzeugend. Sehr schwach die beiden Außenstürmer. Bei der Polizei, wie schon erwähnt, die Hintermannschaft sehr stark, sehr schnell die beiden Außenläufer Dahlies und Pasternak. Schön war der ruhende Pol, Schröder und Merbs sehr beweglich. Beide Außen, Matzen und Zschernagk, die Durchreißer im Sturm. Trotz des schweren Bodens zeigten die Volkspolizisten sehr schöne Kombinationszüge und stellten sich auf Grund ihrer technischen Reife von dem unter diesen Umständen nicht angebrachten Flachpassspiel auf halbhoch um. Das einzige Tor des Tages fiel eine Minute nach dem Wechsel durch Schröder auf eine Vorlage von Merbs. Den Ausgleich verhinderte Hindenberg im Verein mit seinen Vordermännern. Hindenberg besaß wieder ausgezeichnete Form und dürfte zur wertvollsten Stütze seiner neuen Gemeinschaft werden.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:  /

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: 

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Nowack, K. Katsch, H. Bergmann, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Piesche, G. Jank, R. Fünfert

21. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 12.02.1950

ZSG Großräschen - ZSG "Werner Seelenbinder" Brandenburg 3:0 (0:0)

Die Einheimischen mussten ihre beiden Stammspieler Fünfert und Jank ersetzen. Der eingestellte Ersatz passte sich aber gut dem Mannschaftsrahmen an und ließ die Stammspieler kaum vermissen. Großräschen, erst gegen den Wind spielend, hat das Spiel jederzeit in der Hand, doch die ersten Chancen werden ausgelassen. Der gute Brandenburger Sturm kann gegen das anerkannt tüchtige Schlussdreieck der Räschener nicht viel ausrichten, so dass es mit 0:0 in die Pause geht.

Nach dem Wechsel diktierten die Räschener eindeutig das Spielgeschehen. In der 68. Minute landet eine Flanke von Nowack auf den Kopf von Wienicke, dieser verwandelt unhaltbar zum 1:0. Drei Minuten später unternimmt Nowack einen Alleingang und gegen seinen aus 12 Metern abgefeuerten Schuss ist Zippel machtlos. Wiederum ist es Nowack, der in der 77. Minute das 3:0 herstellt und somit den Sieg sichert. In den letzten 20 Minuten wird Großräschen eindeutig überlegen. Brandenburg verteidigt fast mit seiner gesamten Mannschaft!

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:  

1:0 Wienicke, J. (68.min.)

2:0 Nowack, H. (71.min.)

3:0 Nowack, H. (77.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Krüger (Spremberg)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, G. Werschke

22. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 19.02.1950

BSG Einigkeit Forst - ZSG Großräschen 0:1 (0:0)

Der Anstoß der Gäste wird von der Forster Läuferreihe abgefangen und der eigene Angriff berennt im Gegenzug das Gästetor. Erst in der 15. Minute aber ergibt sich die erste klare Torchance, doch Groß-Räschens Torwart pariert. Forst hat in der ersten Hälfte bedeutend mehr vom Spiel, kommt aber zu keinem Torerfolg. Somit geht es 0:0 in die Pause.

Die zweite Halbzeit beginnt Forst erneut mit stürmischen Angriffen. Groß-Räschen hat mächtig zu verteidigen. Überhaupt beherrschen die starken Hintermannschaften das Spielgeschehen. Groß-Räschen macht sich wieder frei und erzielt ein offenes Spiel. 6 Min. vor Schluss gelingt Groß-Räschen sogar der einzige und siegbringende Torerfolg durch den rechten Läufer. Sein Flankenball wird vom Forster Torhüter Bayer ins eigene Tor gefaustet. Damit ist das Spiel entschieden. Forst gelingt es nicht mehr, den verdienten Ausgleich zu erzielen. Die besten Spieler bei Forst der Läufer Ullrich sowie der Verteidiger Geppert. Bei Groß-Räschen der Torwart sowie der linke Läufer. Zuschauer etwa 2300. Schiedsrichter Grunert (Cottbus), der die Zuschauer nicht immer befriedigte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

0:1 (84.min.)

 

Zuschauer: 2300


Schiedsrichter: Grunert (Cottbus)

 

ZSG:

 

23. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 26.02.1950

ZSG Großräschen - ZSG Textil Cottbus 3:2 (1:1)

Gr.-Räschen Schrittmacher für Potsdam!

 

Die Cottbuser Gäste waren durch das Fehlen ihres gesperrten Rechtsaußen Wohlfahrt und des verhinderten Linksaußen Adam schwer gehandicapt. Das bewies auch der Spielverlauf. Der sonst so schlagkräftige Sturm, das Glanzstück der Mannschaft, fiel vollkommen aus. Klose, der am Sonntag seinen 24. Geburtstag feierte (auch Kohl wurde am gleichen Tag 24) versagte völlig, gleichfalls die Neuerwerbung Scheppan. Läuferreihe und Schlussdreieck arbeiteten zufriedenstellend, wenn auch Lehmann im Tor einen Treffer hätte verhindern können. Die auf eigenem Platz kaum zu bezwingenden Groß-Räschener bewiesen wieder einmal, dass ihre Hintermannschaft zu den besten des Landes zählt. Läuferreihe und der Sturm lieferten eine ansprechende Partie, ohne dass sich einer der Abwehrspieler besonders auszuzeichnen wusste.

Der Spielverlauf: In den ersten zehn Minuten hat Groß-Räschen das Spielgeschehen in der Hand, dann aber spielt sich Cottbus frei und hat, mit dem Wind im Rücken spielend, leichte Vorteile. Aber der Sturm ist zu ungefährlich, um irgendwelche Gefahren vor dem gegnerischen Tor heraufzubeschwören. In der 22. Minute gelingt es Ferenz, bei einer Flanke von Linksaußen Werschke, den Ball zum Führungstreffer für die Räschener einzuschießen. Die Cottbuser antworten mit stürmischen Gegenangriffen, aber lediglich ein von Schöne unhaltbar verwandelter Elfmeter ist die Ausbeute (Jankowiak hatte das Leder mit der Hand berührt). Beim Stand 1:1 und einem Eckenverhältnis von 7:2 für Textil werden die Seiten gewechselt. Im zweiten Spielteil erspielte sich Räschen eine immer stärkere Überlegenheit. Cottbus zieht seine Halbstürmer zurück und spielt auf Halten. In der 60. Minute schießt Piesche aus 30 Meter aufs Tor und Lehmann, der zu weit im Felde steht, gleitet der Ball über die Hände ins Netz. Die Cottbuser sind durch diesen haltbaren Treffer sichtlich deprimiert und in der 75. Minute ist es wiederum Piesche, der erst einen Ball an die Latte knallt, aber im Nachschuss doch noch das Tor findet und somit die Führung auf 3:1 erhöht. Derselbe Spieler hätte drei Minuten später das 4:1 herstellen können, aber aus günstiger Position schießt er knapp neben den Pfosten. Textil setzt zum Schluss noch einmal alles auf eine Karte und stürmt mit allen Kräften. Aber die Groß-Räschener Hintermannschaft ist dicht. Drei Minuten vor Schluss gelingt es Popp, auf 3:2 zu verkürzen. Die Räschener haben diesen Sieg auf Grund ihrer besseren Gesamtleistung verdient.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:  

1:0 Ferenz, K. (22.min.)

2:1 Piesche, H. (60.min.)

3:1 Piesche, H. (75.min.)

 

Zuschauer: 4000


Schiedsrichter: Drescher (Frankfurt/Oder)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, S. Wildner, G. Jank, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, G. Werschke

24. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 05.03.1950

ZSG Großräschen - BSG TEWA Luckenwalde verlegt

25. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 12.03.1950

ZSG Hennigsdorf - ZSG Großräschen 1:4 (1:1)

Bis zur Halbzeit mit Wind spielend, konnten die Platzherren das Treffen einigermaßen ausgeglichen gestalten. Aber nach der Pause war es mit ihrem Fußball-Latein am Ende. Mit 4:1 verließ der Meisterschaftsanwärter Großräschen als sicherer Sieger das Feld. Die erneute Niederlage kann entscheidend für den Abstieg sein.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:  

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Wolf (Brandenburg)

 

ZSG:

 

26. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 19.03.1950

ZSG Großräschen - ZSG Neuruppin 9:2 (2:0)

Technik, Kampfgeist, Härte und ein gutes Spielsystem haben die Elf aus dem Kohlenpott zu einem geschlossenen Ganzen werden lassen. Neuruppin erzwang bis zur 27. Minute auf Grund der ausgezeichneten Leistungen des Sturms ein fast ausgeglichenes Spiel, aber mit der Zeit zeigte es sich, dass die Vorderreihe nicht allein gegen eine Mannschaft ankämpfen kann, zumal die Großräschener Hintermannschaft zu den stärksten des Landes zählt. In der 27. Minute erzielte Piesche aus 12 Metern den unhaltbaren ersten Treffer, drei Minuten später erhöhte er auf 2:0. Trotz dauernder Feldüberlegenheit blieb es bei diesem Ergebnis bis zum Seitenwechsel. In der 55. Minute zeichnete Nowack für den dritten und 5 Minuten später wieder Piesche für den 4. Treffer verantwortlich. Sorglos sicher mit dem 4:0-Vorsprung wurde die Räschener Hintermannschaft etwas leichtsinnig in ihrem Deckungsspiel. Der schnelle Sturm der Neuruppiner nutzte das zu zwei Treffern von Brauer und Lüthy aus. Für Großräschen war nun Anlass genug, wieder konzentriert zu spielen, und zwei Kopftore von Jankowiak nach Vorlage von Werschke erbrachten das 6:2. Weitere Treffer erzielten Werschke, Piesche (Handelfmeter) und Wienicke (eine Minute vor Schluss). Mit dem überzeugenden Spiel in der zweiten Hälfte verdienten sich die Großräschener Titelaspiranten diesen Mammut-Sieg.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:  

1:0 Piesche, H. (27.min.)

2:0 Piesche, H. (30.min.)

3:0 Nowack, H. (55.min.)

4:0 Piesche, H. (60.min.)

5:2 Jankowiak, G.

6:2 Jankowiak, G.

7:2 Werschke, G.

8:2 Piesche, H. (Handelfmeter)

9:2 Wienicke, J. (89.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Neumann (Forst)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, G. Werschke

27. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 26.03.1950

ZSG Großräschen - ZSG Welzow 3:1 (2:0)

Fast 3000 begeisterte Anhänger hatten sich in dem kleinen Kohlenpott der Lausitz eingefunden, um ihrer Mannschaft in den letzten Spielen um die Meisterschaft den Rücken zu stärken. Sie wurden allerdings etwas enttäuscht, denn die Kumpels führten ein regelrechtes Stoßspiel nach altem Muster vor. Technische Feinheiten bekam man überhaupt nicht zu sehen. Welzow spielte in der zweiten Hälfte ohne Tordrang. In dieser Form dürfte Großräschen bei evtl. Meisterschaft und Teilnahme an den Aufstiegsspielen nur eine geringe Chance haben. Der Spielfilm: In der ersten Hälfte haben die Räschener etwas mehr vom Spiel. Eine Kombination zwischen Nowack und Werschke führt durch letzteren zur 1:0-Führung in der fünfen Minute. Zehn minuten später sind es wiederum die gleichen Spieler, die sich durchsetzten, aber jetzt verwandelt Nowak. Mit 2:0 wurden die Seiten gewechselt. Nun kommt Welzow mächtig auf. Aber ganu überraschend, aus der Abwehr heraus, erzielt Piesche in der 67. Minute das 3:0. Welzow steckt nicht auf. Räschen nimmt die Halbstürmer zurück und spielt auf Halten. Lehser erzielt den Ehrentreffer. 

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:  

1:0 Werschke, G. (05.min.)

2:0 Nowack, H. (15.min.)

3:0 Piesche, H. (67.min.)

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: Schade (Königs Wusterhausen)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, G. Werschke

28. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 02.04.1950

ZSG Großräschen - ZSG Eintracht Eberswalde 3:0 (0:0)

Schon vor der Pause war der Favorit, ZSG Großräschen, gegen Eintracht Eberswalde die klar bessere Mannschaft, aber die Eberswalder Gäste bemühten sich, durch guten Kampfgeist ein ehrenvolles Ergebnis zu erzielen. So blieb die Partie bis zur Pause 0:0. Eberswaldes talentierter Torwart Will war der Held des Tages und machte auch die zwingendsten Torchancen zunichte. Die zweiten 45 Minuten brachten dann schon kurz nach Wiederbeginn das 1:0 von Mittelstürmer Piesche und in den folgenden Minuten weitere Treffer durch Rechtsaußen Wienicke und Piesche (prachtvoller 20-m-Schuss). Eberswalde zog seine Stürmer weit mit in den eigenen Strafraum zurück und wehrte sich mit vielbeiniger Abwehr gegen weitere Verlusttreffer. Die einheimische Spitzenmannschaft gab sich auch mit dem erzielten Ergebnis zufrieden und spielte verhalten, um Kräfte zu schonen für die kommenden Ereignisse. Sollte das letzte Spiel am Karfreitag gegen Luckenwalde siegreich ausgehen, so tritt Großräschen am Ostermontag im entscheidenden Spiel gegen den punktgleichen Tabellenführer Textil Cottbus auf dem neutralen Reichsbahnplatz in Cottbus an. 

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:  

1:0 Piesche, H. (47.min.)

2:0 Wienicke, J.

3:0 Piesche, H.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Krüger (Cottbus)

 

ZSG:

 

Nachholespiel vom 24. Spieltag der Landesklasse Brandenburg am 07.04.1950

ZSG Großräschen - BSG TEWA Luckenwalde 4:1

Torschützen:  

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Entscheidungsspiel um die Brandenburgische Landesmeisterschaft am 10.04.1950

ZSG Textil Cottbus - ZSG Großräschen 0:2 (0:1)

Landesliga-Meistertitel an Großräschen

 

Cottbus stand wieder einmal im Blickpunkt der brandenburgischen Fußball-Freunde, denn die Grubenelf ZSG Großräschen äußerte in der Woche vor dem Entscheidungsspiel gegen Textil den Wunsch, das Endspiel auf dem dortigen Reichsbahnplatz auszutragen. Nach dem 4:1-Sieg gegen TEWA Luckenwalde am Karfreitag ging man recht optimistisch in das Endspiel, und so lieferten auch die Gäste gegen die favorisierten Textilleute eine große kämpferische Leistung, waren sogar technisch klar überlegen. Textil, eine Woche in Cottbus zu einem Trainingslager zusammengezogen unter Leitung des Läufers Lüddecke, der in Leipzig auf der Sportschule beim II. Fußball-Lehrer-Kursus als einziger das Prädikat "Sehr gut" erhielt, erlaubte sich den größten Schnitzer des brandenburgischen Nachkriegsfußballs. Fast 10000 waren mehr wie überrascht, als sich Textil mit folgender Elf stellte: Lehmann; Popp, Kraitzeck; Noack, Kohl, Adam; Schulz, Schöne, Lüddecke (!), Klose, Wohlfahrt. Räschen bot auf: Müller, Jankowiak, Riesner, Bergmann, Katsch, Wildner, Wienicke, Ferenz, Piesche, Nowack, Werschke. Gerhard Schulz (Dresden) pfiff einmal mehr ausgezeichnet. Die Textilbesetzung war also mehr als ein Experiment. Noack hatte wegen Verletzung längere Zeit pausieren müssen, Klose wurde in den letzten vier Spielen nicht eingesetzt und Lüddecke in der Mitte - das war das große Minus, kostete den Landesmeistertitel.

Von Beginn an zeigte die Schöne-Elf ein zerfahrenes System, hervorgerufen durch den zurückfallenden Mittelstürmer, der sich teils sogar in der Verteidigung betätigte. Nowack, in der 8. Minute wunderbar freigespielt von Wildner, schießt 6 m vor dem Textiltor ab, doch Lehmann wirft sich dem Leder entgegen. Wienicke taucht in der Strafraumhöhe auf, zieht an Popp vorbei und setzt das Leder scharf in die linke untere Ecke. 700 Räschener Fußballfreunde, die per Sonderzug gekommen waren, rasen. Textil erkennt nicht die verfehlte Aufstellung und zeigt weiterhin Stückwerk. Aus einem Gewühl verschießt Schöne, kurz danach macht Torwart Müller eine Lüddecke-Hereingabe zunichte und Wohlfahrt schießt über das Gebälk. Nachdem beide Schlussmänner ihr Können mehrmals unter Beweis stellten, kommt Textil kurze Zeit groß auf, doch der Ausgleich bleibt aus.

Alles erwartet eine Wendung in der zweiten Hälfte, doch nein - weiterhin bleiben die Kumpels stets schneller am Leder. Schöne wird angeschlagen und geht auf LA, Schulz auf halbe Position und Wohlfahrt in die Mitte. Nach kurzer Textil-Druckperiode deprimieren die Spreestädter, nur Adam zeigt außergewöhnlichen Einsatz. Nun spielt die Räschener Läuferreihe groß auf und in der 72. Minute wird der Sieg sichergestellt. Werschke, nach innen gelaufen, schießt unhaltbar ein. 74. Minute: Klose wird gefoult, den Elfmeter schiebt Wohlfahrt kraftlos dem sich nach rechts werfenden Müller in die Arme. Auf den Schultern ihrer Anhänger wurde der Meister vom Platz getragen. Im Räschener Lager wird man eine große Portion an Technik hinzulernen müssen, um den kommenden Aufgaben gewachsen zu sein.

Nach dem Spiel forderten die enttäuschten 9000 Cottbuser den Mann zu nennen, der für Textils Aufstellung verantwortlich zeichnete. Nicht einmal die Spartenleitung wurde vor dem Spiel mit der verfehlten Aufstellung vertraut gemacht. Einer wollte experimentieren, das kostete die Meisterkrone!

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

0:1 Wienicke, J. (08.min.)

0:2 Werschke, G. (72.min.)

 

Zuschauer: 9700


Schiedsrichter: G. Schulz (Dresden)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, G. Werschke

1. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 16.04.1950

BSG Eisenhüttenwerk Thale - ZSG Großräschen 1:0 (0:0)

Im Treffen um den Aufstieg zur DS-Liga kam es in dem idyllisch gelegenen Harzstädtchen Thale vor 5000 Zuschauern zur Auseinandersetzung zwischen dem Sachsen-Anhalt-Meister BSG Thale und dem brandenburgischen Meister ZSG Groß-Räschen. Die Gastgeber siegten knapp aber verdient 1:0. Obwohl die Thalenser Elf in der ersten Hälfte technisch überlegen spielte, fiel lediglich in der 84. Spielminute durch eine zweifelhafte Elfmeter-Entscheidung das einzige Tor des Tages. Oberländer spielte dabei die Rolle eines Schauspielers! Als er mit Jankowiak im Strafraum zusammenprallte und bewegungslos liegen blieb, gab Schiedsrichter Schaub (Leipzig), der sonst einwandfrei leitete und das Spiel fest in der Hand hatte, einen Elfmeter. Helmuth setzte den Strafstoß 6 Minuten vor Schluss in die Maschen.

Wenn auch Thale als Favorit galt, so wurde der Sieg doch sehr schwer erkämpft. Den Kumpels aus dem Niederlausitzer Kohlenrevier gelang es, jeden Thale-Stürmer konsequent abzudecken und somit dem Gegner keine Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten. Oberländer, Durchreißer mit einem unerhörten Tordrang, fand in Katsch einen Bewacher, der ihm keinen Zoll freien Raum ließ. So blieb die Arbeit des Angriffs nur Stückwerk.

In der zweiten Halbzeit kamen die Groß-Räschener, durch den Wind begünstigt, besser zum Zuge, jedoch machte sich hier das Fehlen des Mittelstürmers Piesche sehr bemerkbar. So fehlte der Durchreißer und Vollstrecker. Auch Nowack, der überall auftauchte, konnte nichts Positives erreichen. Die letzten 20 Minuten brachten dann noch einmal Spannung in das Spiel.

Gropp, der an einer Kopfverletzung laboriert, musste pausieren. Weichler fügte sich ganz gut ein, wirkte aber noch etwas zu nervös und zerfahren. Weitkuhn war blitzschnell und schaffte oft Verwirrung im gegnerischen Strafraum. Apel und auch Helmuth gefielen durch Kampfeseifer. In der Abwehr waren der im Aufbau und als Störer gut gefallende Trolldenker und der ein großes Laufpensum absolvierende Feuerberg hervorzuheben. Bei Groß-Räschen muss man dem kaum zu durchbrechenden Abwehrriegel mit dem Schlussmann Müller ein Sonderlob aussprechen, denn trotz verzweifelter Angriffe gelang dem gegnerischen Sturm bis fast zum Schluss kein zählbarer Erfolg. Erst 6 Minuten vor Schluss wurde es 1:0.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: W. Schaub (Leipzig)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Franke, H. Nowack, G. Werschke

2. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 23.04.1950

ZSG Großräschen - SG Vorwärts Wismar 5:1 (3:0)

In den Anfangsminuten sind die Groß-Räschener im Angriff und Ferenz schießt in der 2. Minute das erstemal auf den Wismarer Kasten. Streng hält, und an dieser Parade kann man schon erkennen, dass er ein Torwart von gutem Format ist. Eine Minute später flankt Nowack zu Piesche, dessen Scharfschuss kann von Reinke gerade noch auf der Linie abgefangen werden. Die 16. Minute bringt den ersten Groß-Räschener Treffer durch den Halbrechten Ferenz. In der 35. Minute erhöht Piesche auf 2:0, drei Minuten später auf 3:0.

In der zweiten Halbzeit haben die Gäste einige Druckminuten, aber Luftmangel macht sich im Sturm bemerkbar. So verläuft das Spiel wechselhaft hin und her bis zur 60. Minute. Nun verübt der Linksaußen der Gäste an einem Groß-Räschener Spieler ein Foul, was seinen Platzverweis zur Folge hat. Sechs Minuten später fällt der vierte Treffer, das verdiente Ehrentor für Wismar durch den Halbrechten Rauch. Nowack und Riesner können dann noch in der 67. und 82. Minute den 5:1-Endstand herstellen. Die Chance eines zweiten Tores vergibt die Vorwärts-Elf in den Schlussminuten. Hirschberger wird vom Groß-Räschener Verteidiger Riesner im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter schießt Hirschberger ins Aus!

ZSG Groß-Räschen: In der Mannschaft gab es kaum einen Versager. Beide Gegner waren durch die Witterungsverhältnisse stark gehemmt. Torwart Müller wie immer gut, die Verteidiger Jankowiak und Riesner schlagsicher.Bester Läufer war Wildner. Jank und Bergmann standen ihm nicht viel nach. Der Sturm wendig und schnell und insgesamt als gut zu bezeichnen.

SG Vorwärts Wismar: Streng, einer der Besten seiner Mannschaft, war jedoch am zweiten und dritten Tor nicht ganz schuldlos. Mundt und Rosenow hatten viel mit ihren beiden Außen zu tun und konnten sich nicht immer recht durchsetzen. Reinke, ein überragender Stopper, der Beste seiner Elf, während sich die Außenläufer Röger und Hennig fast nur mit der Deckung befassen konnten. Der Sturm allgemein schwach, viel lernen muss noch der Nachwuchsspieler Hiltfreter (17 Jahre).

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Ferenz, K. (16.min.)

2:0 Piesche, H. (35.min.)

3:0 Piesche, H. (38.min.)

4:1 Nowack, H. (67.min.)

5:1 Riesner, Th. (82.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Klengel (Dresden)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, G. Jank, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, G. Werschke

3. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 30.04.1950

SG Dresden-Mickten - ZSG Großräschen 4:1 (3:0)

Das Fassungsvermögen des Micktener Stadions an der Elbe war erschöpft, und die Micktener, die ab 1. Mai der BSG Sachsenverlag angehören, werden sich wohl entschließen, ihre Anlage zu vergrößern. Ihre spielerische Veranlagung konnte sich auf dem trockenen und ebenen Rasen im Gegensatz zu den unwetterbedingten Platzverhältnissen in Wismar gut entwickeln. Die Angriffsreihe zeichnete sich durch Schnelligkeit und gutes Stellungsspiel aus. Ihre Hüftwendigkeit machten ihnen die Brandenburger nicht nach. Außerdem dauerte es 30 Minuten, ehe die abwehr der Kumpels zu einer Formation kam. Ihr Fehler: ungenaues Decken und Unsicherheit beim Ballabschlagen. Das Fehlen der um die bewusste Zehntelsekunde schnelleren Startgeschwindigkeit wird ihnen auch bei anderen Begegnungen zu schaffen machen. Ihr Einsatzwille musste also dem technisch gekonnten Spiel des Gegners Konzessionen machen. Ihr Bester: Torwart Müller, der das dreifache Pensum seines Kameraden zwischen den gegenüberliegenden Pfosten leistete und weitere Torerfolge verhinderte. Bis zu seiner Herausstellung in der 75. Minute war der Turm in der Abwehr der linke Läufer Wildner, der aber noch vor Ende der ersten 45 Minuten seinen Platz mit Mittelläufer Jank tauschte.

Wie die fünf Tore fielen. In der dritten Minute brachte Findeisen eine halbhohe Vorlage zu Vogel, der unerreichbar für Müller das Leder ins rechte obere Eck setzte. Die Micktener lagen ständig in der Spielhälfte der Groß-Räschener, und Berner konnte einen Abwehrschlag Janks abfangen, bis 20m vors Tor dribbeln und scharf in die linke Ecke einschießen. Das geschah in der zehnten Minute. Neun Minuten später wehrte Müller einen Schuss von Thieme nur ab, und Nicklist erzielte aus 5m Entfernung für seine Mannschaft das dritte Tor.

Nach dem Seitenwechsel hatten sich die Brandenburger allerhand vorgenommen (und auch im Sturm umgestellt!). Wienicke wechselte mit Ferenz und Nowack mit Werschke. In ihre Angriffsaktionen kam Schwung, und ihr Bemühen um einen Torerfolg wurde in der 70. Minute belohnt, als Wienicke nach einem Abpraller von Ritter, dem die Sicht verhindert war, den Ehrentreffer anbringen konnte. Das Spiel beider Mannschaften bekam Auftrieb. Es wird fair gekämpft, wenn auch Wildner in der 75. Minute sich ein Foul an Findeisen zuschulden kommen ließ, ohne in Ballnähe zu sein. Die Zuschauer wanderten bereits ab, als Nicklist eine Vorlage von Peterson aufnahm und eine Minute vor dem Abpfiff das Ergebnis auf 4:1 schrauben konnte. Eckenverhältnis 9:2 für Mickten.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

3:1 Wienicke, J. (70.min.)

 

Zuschauer: 8000


Schiedsrichter: Huhn (Schwaan)

 

ZSG:

E. Müller - Th. Riesner, S. Wildner, G. Jankowiak, H. Bergmann, G. Jank, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Piesche, H. Nowack, G. Werschke

4. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 07.05.1950

ZSG Großräschen ===> spielfrei

5. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 14.05.1950

ZSG Großräschen - BSG KWU Weimar 2:3 (1:0)

Mit großer Spannung wurde im Industrieort Groß-Räschen die Auseinandersetzung zwischen den beiden Fußball-Landesmeistern Brandenburg und Thüringen erwartet. Die einheimische Elf hatte in diesem Spiel ein kleines Minus aufzuweisen. Der Mannschaftskapitän Wildner konnte leider nicht mitwirken, da er im Spiel zwischen Groß-Räschen und Sachsenverlag in Dresden vor 14 Tagen vom Platz gestellt wurde und so noch seine Sperre absolvieren musste.

Kurzer Spielfilm: Der linke Verteidiger Riesner der Groß-Räschener ist in der 5. Minute erfolgreich, als er aus 35m Entfernung direkt ins rechte Dreieck der Weimarer trifft.

In der 2. Halbzeit dominierten anfangs nur die Weimarer Gelbhemden. Unaufhörlich berannten sie das Groß-Räschener Tor. Wenn das Spiel in den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit klar an die Weimarer ging, und die Groß-Räschener Elf während dieser Zeit einen müden Eindruck machte, so bekam das Spiel in der 60. Minute endlich wieder Farbe. Ein Kopfballtor Langethals nach einer Ecke von Griese bedeutete das 1:1, eine Minute später war es wiederum Griese, jetzt auf Rechtsaußen spielend, der einen Ball zur Mitte flankte. Ziehn konnte ihn gerade noch erreichen und schob zum 2:1 ein. Nun plötzliches Aufbäumen der Groß-Räschener! 70. Minute: Ein Freistoß des Groß-Räschener Linksaußen Fünfert konnte von Torwart Schuster nur bis zum Torraum zurückgefaustet werden, wo Wienicke den Ball aufnahm und unhaltbar zum 2:2 einschoss. Dieses war das Alarmsignal für Weimar, und als der in der 2. Halbzeit auf Linksaußen spielende Reichardt in der 73. Minute einen Ball aus dem Mittelfeld auf halblinker Position aufnahm, war das 3:2 hergestellt.

Kurze Einzelkritik: Groß-Räschens Müller im Tor ohne Tadel. Die Verteidiger Jankowiak und Riesner und auch die Läuferreihe Bergmann, Katsch und Nowack sehr gut. Der Sturm äußerst schwach! Die Weimarer Elf war technisch besser; sie hatte ihren besten Mann im Torwart Schuster. Die Verteidigung ohne Tadel. In der Läuferreihe spielte Büchner am besten, jedoch standen ihm Eidner und Fierle nicht viel nach. Die besten Stürmer waren die beiden Außen Reichardt und Griese sowie Ziehn.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Riesner, Th. (05.min.)

2:2 Wienicke, J. (70.min.)

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Winkler (Dresden)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, H. Nowack, G. Jank, J. Wienicke, H. Piesche, G. Werschke, R. Fünfert

6. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 21.05.1950

ZSG Großräschen - BSG Eisenhüttenwerk Thale 3:1 (2:0)

ZSG Groß-Räschen schaffte nun doch den Anschluss

 

Es wird kritisch für Thale

 

Ein unbändiger Siegeswille hatte am Sonntag die Groß-Räschener Elf erfasst. Mit einer Energieleistung und einem neu besetzten Sturm hat es die Elf verstanden, die BSG Thale auszuspielen.

Mit einem Überraschungstreffer in der vierten Minute fing es an. Der Halbrechte Nowack hatte auf der 16-m-Linie einen Ball aufgenommen und schoss unhaltbar für Bernhardt ein. Die 31. Spielminute brachte das 2:0-Halbzeit-Ergebnis. Der Halbrechte Nowack hatte einen Steilpass zu Werschke gegeben, der den Ball unhaltbar am rechten Pfosten ins Netz setzte. 2:0 - ein schöner Erfolg der Groß-Räschener Elf bis zur Pause, und man muss sagen, dass die Thalenser Elf, die während der ersten 45 Minuten eine sehr unglückliche Partie lieferte, auch nach dem Wechsel nicht voll zur Geltung kam. Wenn auch der Halbrechte Oberländer seinen Sturm ankurbelte, so erwiesen sich die beiden Außenstürmer als zu schwach. Auch in der Hintermannschaft wollte es nicht so recht klappen, und als in der 55. Minute der Groß-Räschener Linksaußen Ferenz nach einer Vorlage von Rechtsaußen Wienicke zum 3:0 eingeschossen hatte, war das Rennen für die Groß-Räschener gelaufen. Den verdienten Ehrentreffer der BSG Thale schoss der schlagkräftige Oberländer in der 60. Spielminute.

Schiedsrichter Franke hat sich das Spiel etwas aus der Hand nehmen lassen. So war es nicht verwunderlich, dass der Halbrechte Nowack von der ZSG Groß-Räschen bereits vor der Pause für zwölf Minuten verletzt das Spielfeld verlassen musste, und auch Torwart Bernhardt von der BSG Thale mehrmals schweren unfairen Angriffen des Groß-Räschener Spielers Nagel ausgesetzt war. Abschließend ist zu sagen, dass ZSG Groß-Räschen sich durch diesen Sieg weiterhin berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die DS-Liga machen kann. Versager gab es in der Elf nicht, obwohl der Linksaußen Ferenz und Mittelstürmer Nagel erstmalig in der Ligaelf eingesetzt wurden. BSG Thale hatte in ihrem Torwart Bernhardt eine Stütze, jedoch darf es nicht passieren, dass er bei einer Niederlage in den letzten Minuten die Lust verliert. Bester Mann der BSG Thale: Halbrechter Oberländer.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Es war die letzte Hoffnung des brandenburgischen Landesbesten, mit einem Erfolg gegen den Tabellendritten BSG Thale sich die Möglichkeit zu verschaffen, selbst auf den dritten Platz zu kommen. Was man sich vorgenommen hatte, das gelang! Mit diesem 3:1-Erfolg sind die Aussichten der in einem Lehrgang zusammengezogenen Mannschaft von Großräschen beachtlich gute. Als in der vierten Minute der Halbrechte Nowack unhaltbar einschoss, und nach einem halbstündigen Verlauf der Halblinke Werschke auf 2:0 erhöhte, war mit einer Änderung des Spielverlaufes zugunsten der Gäste nicht mehr zu rechnen. Tatsächlich glückte auch in der 55. Minute Großräschens Linksaußen Ferenz der 3:0-Stand. Wenn auch der vorzügliche Halblinke Thales, der bekannte Oberländer, auf 1:3 verkürzte, blieb doch der Erfolg der Brandenburger unangetastet.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschützen:

1:0 Nowak, H. (04.min.)

2:0 Werschke, G. (30.min.)

3:0 Ferenz, K. (55.min.)

 

Zuschauer: 4000


Schiedsrichter: E. Franke (Jahnsdorf)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, S. Wildner, G. Jank, J. Wienicke, H. Nowack, W. Nagel, G. Werschke, K. Ferenz

7. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 04.06.1950

SG Vorwärts Wismar - ZSG Großräschen 1:0 (1:0)

Stark enttäuscht von den nur mäßigen Leistungen des brandenburgischen Besten, aber angenehm überrascht von der einheimischen Elf verließen die trotz der sengenden Sonne bis zum Schlusspfiff nicht weichenden Zuschauer die Sportplatzanlage am Wendorfer Weg und nahmen die Gewissheit mit nach Hause, dass die Arbeit des Landestrainers Siegert gute Fortschritte macht.

Das bei großer Hitze durchgeführte Treffen stellte an beide Mannschaften erhöhte Anforderungen. Dass es dennoch bis zum Schlusspfiff in sich ständig steigendem Tempo durchgeführt wurde, ist der Einsatzfreudigkeit beider Mannschaften zuzuschreiben.

Zwei grundverschiedene Halbzeiten rollten vor den Augen des sehr kritischen Wismarer Publikums ab. Während in der ersten Halbzeit die einheimische Mannschaft stark tonangebend war und das Tor der Gäste stark unter Druck setzte, kam die Gästemannschaft in der zweiten Halbzeit überraschend stark auf. Doch die konsequent abdeckende Wismarer Abwehr vereitelte alle noch so gut gemeinten Ansätze des gegnerischen Sturmes. In der 25. Spielminute fiel durch den Halbrechten Schlorff, der eine Innenkombination des gesamten Sturmes mit einem prachtvollen Torschuss abschloss, das einzige Tor des Tages, das beim Publikum reichen Beifall auslöste. Mehrere gute Gelegenheiten bis zur Pause blieben infolge mangelnder Schussfreudigkeit der Stürmerreihe ohne Erfolg. Die zweite Halbzeit sah Groß-Räschen völlig verändert. Mit erhöhtem Tempo schnürten sie die einheimische Mannschaft, die sich in der ersten Halbzeit stark verausgabt hatte, in ihrem Strafraum ein und nur der rastlos kämpferische Einsatz bewahrte die Mannschaft vor dem in der Luft liegenden Ausgleichtreffer. Zwar kam die einheimische Elf in den Schlussminuten noch einmal auf, aber selbst frei vor dem Tor stehend, traf Linksaußen Roloff nicht ins Schwarze und so blieb es beim 1:0, das die gezeigten Leistungen am besten widerspiegelt. Die Besten der Elf waren bei dem Sieger mit Abstand Rosenow und Henning und im Sturm der Halbrechte Schlorff. Eine völlig unmögliche Partie lieferte der Halblinke Hirschberger, der durch seine dauernden Meckereien die Mannschaft völlig aus dem Konzept brachte und selbst den kämpferischen Einsatz noch vermissen ließ. Bei der Gästemannschaft überragte lediglich die Abwehr, während der Sturm nur durchschnittliche Leistungen zeigte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Die bedeutungsvollste Entdeckung in Wismar bei der Begegnung zwischen Vorwärts und Großräschen war, dass die Platzbesitzer trotz der schlechten Bodenbeschaffenheit jetzt stark versuchen, ein schönes, gefälliges Schlagballspiel aufzuziehen. Die Wismarer steigern sich von Sonntag zu Sonntag, und auch die mannschaftliche Harmonie wird ständig besser. Beide Hintermannschaften zeichneten sich durch konsequente Deckungsarbeit aus. Das Angriffsspiel der Brandenburgerwar zu durchsichtig, als dass man damit hätte die Abwehr des Gastgebers durchdringen können. Das Tor des Tages fiel in der 25. Minute durch den Halblinken Schlorff.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 2500


Schiedsrichter: Lorenz (Planitz)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, S. Wildner, G. Jank, J. Wienicke, H. Nowack, W. Nagel, G. Werschke, K. Fehrenz

8. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 11.06.1950

ZSG Großräschen - BSG Sachsenverlag Dresden 1:1 (0:1)

Die beste Gelegenheit, dem Aufstieg in die DS-Liga einen Schritt näher zu kommen, verpasste am Sonntag die Elf der ZSG Groß-Räschen. Auf heimischem Boden, allerdings mit einigem Ersatz antretend, gelang ihr trotz offensichtlicher Überlegenheit in der zweiten Spielhälfte nur ein Remis gegen den in den ersten 45 Minuten technisch besseren, nach der Pause aber stark abbauenden Sachsenvertreter.

Im Vorspiel standen sich die beiderseitigen Jugendvertretenden gegenüber. Obwohl die Einheimischen bis zur Pause mit 3:1 vorn lagen, gelang es den mit großem Einsatz spielenden, körperlich unterlegenen Dresdnern mit zwei geschickt herausgespielten Toren, den Endstand von 3:3 herzustellen.

Schon in den Anfangsminuten merkt man, dass sich die Platzbesitzer etwas vorgenommen haben. Aber schon hier zeigt sich, dass mit primitivem Stoßspiel gegen eine gewitzte Abwehr wie die der Dresdner nicht anzukommen ist. Schon in der 13. Minute ist der Führungstreffer fällig, doch eine halbhohe Flanke von rechts verpasst der Mittelstürmer Jungnickel, drei Meter allein vor dem Tor stehend. Kurz darauf brennt es noch einmal vor Ritters Gehäuse, doch den von Werschke platziert getretenen Ball kann der sichere Tormann der Dresdner zur Ecke ablenken. In den nun folgenden Minuten geben die Gäste den Ton an. Sie verstehen es, mit zügigen Kombinationen Verwirrung in der Hinterreihe der Blau-Weißen zu bringen. Aber in dieser Abwehr steht ein Mann, der den Angriffsmotor der Gäste, den wendigen Mittelstürmer Forke, beherrscht, und an dem sich die ganze Mannschaft aufrichtet: der erst 23jährige Mittelläufer Wildner.

In einer kurzen Druckperiode der Einheimischen hinein fällt überraschend der Führungstreffer der Dresdner. Einen Scharfschuss von Ferenz haltend, schlägt Torwart Ritter den Ball sofort zu dem freistehenden Forke, dieser setzt seinen Rechtsaußen mit einer Steilvorlage ein, die sehr schön hereingegebene Flanke "tippt" der mitgelaufene Peterson zum 1:0 ins Netz.

Wer gedacht hat, dass in der zweiten Hälfte die Dresdner mit dem Wind im Rücken ihre Gegner ausspielen werden, sieht sich schwer getäuscht. Groß-Räschen hat zwei Umstellungen vorgenommen, die sich vorteilhaft auswirken. Werschke geht auf seinen gewohnten Außenstürmerposten, und Wildner rückt auf die Position des linken Läufers. Mit dieser Umstellung von Wildner kommt Zug in die Angriffsaktionen der Einheimischen, es wird jetzt der Ball konsequent flach gehalten und die Außenstürmer bedient. Zumal die Dresdner ihren ausgezeichneten Halblinken Vogel durch Verletzung kurz vor der Pause eingebüßt hatten, und somit die gesamt zweite Hälfte mit zehn Mann durchstehen mussten. In der 53. Minute der erste Erfolg der nun guten Fußball spielenden Gastgeber. Linksaußen Werschke ist zur Mitte durchgelaufen, den steil gespielten Ball nimmt er kurz an, umspielt noch einen Verteidiger und schießt flach zum Ausgleichstreffer ein. Eine Ermüdung der Gästemannschaft ist nicht zu übersehen, die einzelnen Spielern zu grotesken Szenen Anlaß gibt. Aber Schiedsrichter Ehmann geht auf diese "Schauspielermanieren" nicht ein und lässt sich das Spiel in keiner Phase aus den Händen nehmen. In der 83. Minute ergibt sich für die Gastgeber die letzte große Chance, den Sieg an sich zu reißen, doch den durch absichtliches Handspiel verursachten Strafstoß kann Werschke nicht verwandeln. Ritter ist auf der Hut und lenkt den Ball zur Ecke ab. Kurz vor Schluss gibt es noch eine heikle Situation vor dem einheimischen Tor. Einem durch herrlichen Schuss erzielten Treffer der Dresdner muss Schiedsrichter Ehmann die Anerkennung versagen, da der Linienrichter bei dem drei Meter abseits stehenden Stürmer eine in das Spiel eingreifende Handlung wahrnimmt.

Besonders Lob verdienen sich neben den famosen Spielern Wildner und Hoegg vor allem beide Tormänner, von denen sich Ritter als sicherer Strafraumbeherrscher zeigte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, DDR-Ausgabe

 

 

Pech für Großräschen

 

Wird Großräschen noch Dritter? Im wichtigen Kampf gegen die BSG Sachsenverlag bewiesen die Brandenburger, dass sie zu Recht einen Anspruch auf den dritten Tabellenplatz geltend machen können. Beide Vertretungen brachten hervorragende Kondition mit, und nur mit Glück überstanden die Gäste gefährliche Situationen. Großräschen hatte eine hervorragende erste Viertelstunde, hielt den Ball flach, zeigte ein gekonntes Stellungsspiel und war dadurch leicht überlegen. Auf dem schwierigen Boden des Platzbesitzers hatte sich aber Mitte der ersten Halbzeit der Sachsenmeister eingespielt und Peterson war nach Ablauf von fünfundzwanzig Minuten der Schütze des einzigen Vorpausentores. Werschke stellte in der 53. Minute das 1:1 her, bei dem es trotz bewegter Szenen vor beiden Toren bis Spielschluss blieb.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche, Ausgabe Berlin

 

 

Torschütze:

1:1  Werschke, G. (53.min.)

 

Zuschauer: 4500


Schiedsrichter: Ehmann (Erfurt)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, S. Wildner, G. Jank, E. Kockro, K. Ferenz, H. Jungnickel, G. Werschke, W. Ferenz

9. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 18.06.1950

ZSG Großräschen ===> spielfrei

Testspiel am 18.06.1950

SG Hohenleipisch - ZSG Großräschen 2:6

Gegen die SG Hohenleipisch trat die ZSG Groß-Räschen mit dreifachem Ersatz an und wackelte in der ersten Halbzeit angesichts des schnellen, flüssigen Spiels und des enormen Kampfgeistes, den der Gegner einsetzte, so berichtet unser Mitarbeiter Teich. Aber in der zweiten Halbzeit fand sich Groß-Räschen, vor allem durch den Einsatz der Außenstürmer, so dass nach dem Pausenstand von 1:2 die den 6:2-Sieg ausmachenden fünf Tore zur Selbstverständlichkeit wurden.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Ein großes Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten. In mächtigem Tempo legten die Hiesigen los. Da kam selbst die bis auf den Linksaußen und Tormann in bester Besetzung angetretene Meisterelf aus Großräschen nicht mit. Immer wieder kamen die Rothosen durch und wirbelten die Verteidigung der Gäste durcheinander. 2 Prachttore waren die Ausbeute dieser Drangperiode. Natürlich war auch Großräschen nicht müßig und trug schöne Angriffe vor. Was aber Läufer und Verteidiger nicht klärten, hielt der in bester Form befindliche Tormann der Rothosen. Erst kurz vor Halbzeit musste er einen Treffer zulassen. Inzwischen hatten aber die rot-weißen Stürmer mehrmals von 4 bis 5 Meter Entfernung mit Wucht nicht in, sondern neben das Tor geschossen.

In der 1. Viertelstunde der zweiten Halbzeit hatte Hohenleipisch noch ein paar schöne Chancen. Dann ließ die Kraft der Hiesigen und damit auch das bis dahin sehr schnelle Tempo des Spieles nach. Großräschen zeigte nun doch, dass Training und damit Aushalten bis zur letzten Spielminute entscheidend sind und schraubte in der letzten Viertelstunde das Resultat auf 6:2.

 

Quelle: Spielbericht aus der Chronik des VfB Hohenleipisch 1912

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

B. Ratajczak - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, K. Katsch, S. Wildner, J. Wienicke, K. Ferenz, W. Ferenz, G. Jank, G. Werschke

10. Spieltag der Aufstiegsrunde zur DS-Oberliga am 25.06.1950

BSG KWU Weimar - ZSG Großräschen 3:4

Siegestor in letzter Minute

 

Gleich zwei Duschen gab es für Weimars Fußballfreunde beim letzten Aufstiegstreffen im Weimarer Stadion. Die eine kam in Gestalt eines recht starken Gewitterregens kurz vor der Pause und die andere war Räschens Siegestor, das fast mit dem Schlusspfiff des sehr sicheren Chemnitzer Schiedsrichters Peterson fiel. KWU Weimar trat ohne seinen bewährten Stopper Eidner und den beim Jenaer Lehrgangsspiel am vergangenen Mittwoch verletzten Reichhard an. Die Hereinnahme von Marx als Außenläufer schlug noch nicht erfolgversprechend ein, aber auch Räschen hatte zwei Leute ersetzen müssen: Mittelläufer Katsch und Mittelstürmer Piesche. Die Hereinnahme von Ferenz, K. und Ferenz, W. in die Angriffsreihe erwies sich aber als sehr wertvoll.

KWU Weimar hatte noch vor der Pause lange Strecken des Spielgeschehens in der Hand, es langte aber nur zu einem Treffer, der nach geschickter Vorarbeit des Mittelstürmers Schleicher von Ziehn in der 26. Minute erzielt wurde.

Nach dem Wechsel fällt auch sofort der Ausgleichstreffer durch Mittelstürmer Nowack, der ohne angegriffen zu werden, aus 16m für Schauer unhaltbar einsandte. Wenige Minuten später nutzte Schleicher einen Kopfball Görings geschickt zur 2:1-Führung für KWU aus. Als bei einer Rechtsflanke der nasse Ball einem KWU-Abwehrspieler "abrutschte", stand auch schon der nach der Pause auf Linksaußen spielende Ferenz bereit, um zum 2:2 einzudrücken. Einen Abwehrschnitzer Schauers, der wiederholt unsichere Ballaufnahme zeigte, nutzte Wienicke in der 77. Minute zum 3:2 für Räschen entschlossen aus. Aber auch diese Führung dauerte nur wenige Minuten, denn dann war es Ziehn, der einen Abwehrfehler des Räschener Torhüters ausnutzte und zum 3:3 einschoss. Schon schicken sich die Tausenden zum Heimweg an in der sicheren Annahme einer Punkteteilung, da kam ein Eckenschuss von links zum Mittelläufer Wildner, der den Ball in die linke obere Ecke zum 4:3 für seine Elf einsandte.

Bei KWU Weimar Licht und Schatten! Zweifellos waren bei den Schwarz-Gelben die technisch besseren Spieler. Eine recht erfreuliche Abwehrarbeit zeigte Büchner in der KWU-Verteidigung, während im KWU-Sturm Göring vor und Schleicher nach der Pause die besten Einzelspieler waren. Bei Räschens sehr stabiler und schlagsicherer Abwehr war Stopper Wildner famos. Im Sturm stand ein sehr bewegliches und ebenso energisches Innentrio in Ferenz (K), Nowack und Werschke, diese nutzten die gegebenen Möglichkeiten prompt aus.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:1 Nowack, H.

2:2 Ferenz, W.

2:3 Wienicke, J. (77.min.)

3:4 Wildner, S. (90.min.)

 

Zuschauer: 6000


Schiedsrichter: Peterson (Chemnitz)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, S. Wildner, G. Jank, J. Wienicke, K. Ferenz, H. Nowack, G. Werschke, W. Ferenz

Testspiel am 28.06.1950

BSG Franz Mehring Marga - ZSG Großräschen 1:1

Nach einer Spielzeit von 20 Minuten wird das Spiel ausgeglichener, und die aus der Deckung heraus vorgetragenen Angriffe der ZSG Groß-Räschen bringen oft kritische Situationen vor dem Franz-Mehring-Tor. In der zweiten Halbzeit haben beide Mannschaften mächtigen Kampfgeist. 64. Minute: bei Lehmanns Handspiel im Strafraum zeigt Schiedsrichter Krüger auf die Elfmeter-Marke. Nowack, der Halbrechte der Groß-Räschener, verwandelt unhaltbar zum 1:0 für seine Elf. Der Jubel der Groß-Räschener Sportanhänger kennt keine Grenzen. Die anfängliche Verblüffung der Mehring-Knappen ist aber schnell überwunden, die letzten Spielminuten gehören eindeutig den Platzbesitzern. Erst drei Minuten vor Schluss glückt nach pausenlosen Angriffen der Ausgleichstreffer durch Mittelstürmer Rieger aus einem Gedränge heraus.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

1:0 Nowack, H. (64.min.) (Handelfmeter)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Krüger (Cottbus)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, S. Wildner, G. Jank, J. Wienicke, H. Nowack, H. Piesche, G. Werschke, K. Ferenz

Sommer-Vierer-Turnier der ZSG Großräschen / Vorrunde am 01.07.1950

ZSG Großräschen - BSG KWU Cottbus 2:1

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Sommer-Vierer-Turnier der ZSG Großräschen / Finale am 02.07.1950

ZSG Großräschen - SG Plauen 1:1

Groß-Räschen nutzte das Wochenende und den letzten Spielsonntag zu einem Pokalturnier aus. Folgende Ergebnisse wurde erzielt: KWU Dresden - SG Plauen 1:4, Groß-Räschen - KWU Cottbus 2:1, KWU Cottbus - KWU Dresden 3:1.

Das Endspiel bestritten vor 2000 Zuschauern Groß-Räschen und Plauen. Bis zur Mitte der zweiten Hälfte führten die Gäste durch einen in der ersten Hälfte erzielten Treffer 1:0, dann aber stellte Nowack durch Verwandlung eines Handelfmeters Ausgleich und Endstand her. Das bessere Torverhältnis entschied zu Gunsten der Gäste.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

1:1 Nowack, H. (Handelfmeter)

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

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