Saison 1950/51

Liga: DS-Liga / Staffel Nord

 

Mit der Gründung der DDR am 07.10.1949 wurde auch die Klassenstruktur im Fußball neu gestaltet. Als oberste Liga fungierte nun die landesweite Oberliga und als Unterbau wurden ebenfalls zwei überregionale Ligen eingeführt. Als Landesmeister, jedoch in der Aufstiegsrunde zur Oberliga gescheitert, spielte die ZSG Großräschen nun in der Staffel Nord. Mit nur 10 Mannschaften blieb die Meisterschaft übersichtlich. Allerdings wurden die Fahrten nochmals weiter. Reisen an die Ostseeküste nach Schwerin und Wismar standen nun auf der Tagesordnung. Aufgrund der zunehmenden Unterstützung der Vereine durch sogenannte Trägerbetriebe kam es Anfang Oktober 1950 zur Gründung der BSG Chemie Großräschen. Die Saison selber verlief relativ unspektakulär. Man agierte zumeist im Mittelfeld der Tabelle und kam am Ende auf einem guten 4. Endrang ein.

 

 

Trainer: H. Friedrich

 

Spiele:

05.08.1950 PS BSG Bewag Berlin - ZSG 3:4
13.08.1950 PS BSG Märkische Volksstimme Babelsberg - ZSG 9:1
20.08.1950 TS BSG KWU Cottbus - ZSG 7:4
26.08.1950 TS BSG Union Leipzig - ZSG 5:1
27.08.1950 TS BSG Krietsch-Werke Wurzen - ZSG 1:2
03.09.1950 MS Hohenschönhausener SC - ZSG 1:4
10.09.1950 MS ZSG - BSG Lokomotive Cottbus 3:0
17.09.1950 MS SG Deutsche Volkspolizei Potsdam - ZSG 4:3
24.09.1950 MS ZSG - SG Vorwärts Wismar 0:0*
01.10.1950 MS ZSG Burg - ZSG 5:1
22.10.1950 MS ZSG Anker Wismar - ZSG 3:0
29.10.1950 MS Chemie - SSV Köpenick 08 2:1
05.11.1950 MS Chemie - ZSG Textil Cottbus 3:0
12.11.1950 MS SG Vorwärts Schwerin - Chemie 4:2
19.11.1950 TS BSG Carl Zeiss Jena - Chemie 6:0
14.01.1951 MS BSG Einheit Wismar - Chemie 2:2
21.01.1951 MS Chemie - SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 0:3
28.01.1951 MS BSG Lokomotive Cottbus - Chemie 3:1
11.02.1951 MS Chemie - ZSG Anker Wismar 1:1
18.02.1951 MS SSV Köpenick - Chemie 0:2
25.02.1951 MS Chemie - BSG Einheit Burg 2:1
11.03.1951 MS ZSG Textil Cottbus - Chemie 3:2
18.03.1951 MS Chemie - Hohenschönhausener SC 3:3
23.03.1951 MS Chemie - BSG Einheit Schwerin 3:1
  TS BSG Empor Lauter - Chemie 5:1
19.05.1951 TS Chemie - BSG Empor Lauter 4:1
27.05.1951 TS Chemie - SC Westend 01 Berlin 2:1

* Die SG Vorwärts Wismar durfte aufgrund einer Sperre nicht antreten und verlor die Begegnung mit 0:0 Toren und 0:2 Punkten

 

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
01. SG Deutsche Volkspolizei Potsdam            18 55:23 28:8
02. ZSG Anker Wismar 18 41:15 28:8
03. BSG Einheit Burg 18 55:25 26:10
04. BSG Chemie Großräschen 18 34:35 19:17
05. Hohenschönhausener SC 18 41:47 19:17
06. BSG Lokomotive Cottbus 18 35:35 16:20
07. BSG Einheit Schwerin 18 30:40 13:23
08. ZSG Textil Cottbus 18 22:42 12:24
09. BSG Einheit Wismar 18 25:41 11:25
10. SSV Köpenick 08 18 18:51 8:30

==============================================

Statistiken und Spielberichte

 

 

FDGB-DDR-Pokal / 1. Hauptrunde am 05.08.1950

BSG Bewag Berlin - ZSG Großräschen 3:4 (2:2)

Der große Favorit aus der Liga hat den von Hallex trainierten Bewagleuten recht wenig Respekt eingeflößt. Mit erstaunlicher Lebendigkeit und guten Kombinationsansätzen drangen diese von Beginn an immer wieder in das keineswegs vollkommene Abwehrgeflecht der Brandenburger ein. Nach 17 Minuten brachte solche Kombination durch Krüger II den ersten Erfolg. Schon zwei Minuten später senkte sich der Ball wiederum vor dem gegnerischen Gehäuse. Briese köpfte gegen den Pfosten, Hermann I hob, fast auf der Grundlinie stehend, den Ball über den Torwart nochmals gefährlich vor das Tor und Brillat brauchte nur noch mit dem Kopf zum 2:0 zu vollenden. Doch wenige Minuten danach ging durch zwei zweifelhafte Tore Großräschens der Nymbus des Favoritensturzes zu Ende. Beide Male war Ferenz der Vollender.

Nach der Halbzeit begannen die Brandenburger mächtig zu drücken. Einmal noch konnte der wuchtig durchgebrochene Brillat seinen Nebenmann Hermann den Ball zum führenden Einschuss servieren. Diesem 3:2 aber folgte durch K. Ferenz das 3:3, und ein Elfmeter nahm den Bewagsportlern den Mut ganz. Gegen Werschkes platzierten Schuss gab es nichts zu bestellen. 

 

Quelle: Neue Fußball-Woche (Ausgabe Berlin)

 

 

Schwerer als erwartet hatte es Groß-Räschen bei der Bewag. Der Sturm der Stromlieferanten war anfangs überraschend stark und erzielte eine 2:0-Führung. Mit zunehmender Spielzeit fanden sich die Ligisten und konnten bis zur Pause den Gleichstand erzielen. Nach dem Wechsel brachten sie mit Hilfe des Windes die Spielführung immer mehr an sich, gingen 3:2 in Führung, mussten sich aber noch einmal den Ausgleich gefallen lassen, ehe sie durch eine umstrittene Elfmeterentscheidung den vierten, siegbringenden Treffer anbringen konnten.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche (Ausgabe DDR)

 

Torschützen:

2:1 Ferenz, W.

2:2 Ferenz, W.

3:3 Ferenz, K.

4:3 Werschke, G. (Foulelfmeter)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schade (Königs Wusterhausen)

 

ZSG:

W. Hanisch - G. Jankowiak, Th. Riesner, M. Mudra, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, K. Fehrenz, Brigulla, W. Fehrenz, G. Werschke

FDGB-DDR-Pokal / 2. Hauptrunde am 13.08.1950

BSG Märkische Volksstimme Babelsberg - ZSG Großräschen 9:1 (3:0)

Ein Schützenfest feierten die Babelsberger am Sonnabend auf ihrem Platz. Mit großer Sorgfalt haben die Sportler der BSG Märkische Volksstimme ihr Stadion in ein wahres Schmuckkästchen verwandelt. Auf dem vorbildlichen, neu hergerichteten Rasen blieb der Erfolg auch nicht aus. Neunmal musste der Torwart Großräschens hinter sich greifen. Der Neuling der DS-Liga, Großräschen, lieferte keineswegs eine gute Partie, jedoch drückt das Resultat etwas zu deutlich die zweifellose Überlegenheit der Babelsberger Oberligisten aus. Für die Märkische Volksstimme zeichneten Schöne (3), Wolfrum (3), Titz (2) und Giesler II für die Tore verantwortlich. Erst kurz vor Spielschluss schossen die Gäste den schon längst fälligen Ehrentreffer.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

 

Es rollt bei der Märkischen Volksstimme

 

Der Babelsberger Platz ist zu einem kleinen Fußball-Paradies geworden. Die gepflegte Rasenfläche ist wohl zur Zeit als eine der besten in unserer Republik anzusehen, und alle Sportfreunde werden begreifen, dass nur im Frieden weitere derartige Stadien entstehen können.

Die meisten Fußballanhänger wurden schwer enttäuscht, denn über große Strecken, vor allem nach dem Wechsel, waren die weißblauen Gäste nur Sparringspartner. Man hatte allgemein von dem "Aufstiegskandidaten", der dem schnellen Babelsberger Spiel nicht gewachsen war, mehr erwartet. Den Gästen muss allerdings hoch angerechnet werden, dass sie trotz der Übermacht des Gegners immer wieder zu Gegenangriffen übergingen. Die gesamte Läuferreihe jedoch wurde von Beginn an in die Defensive gedrängt und konnte den Sturm beim Aufbau nicht unterstützen. Das "Stürmchen" selbst war ohne diese Unterstützung niemals in der Lage, den Abwehrriegel der Einheimischen zu durchbrechen. Ständig dominierten die Babelsberger Stürmer, bei denen vor allem das Innentrio Wolfrum-Schöne-Tietz herausragte.

Bei den Babelsbergern gab es bis auf Behrend und Barthel keinen Versager. Bei Groß-Räschen gefiel Torwart Müller in der ersten Halbzeit durch herrliche Paraden.

Schiri Wutzig (Wurzen) erstickte bei der fairen Begegnung jede strafbare Handlung im Keime.

Kurzer Spielfilm: In der 4. Minute konnte Wolfrum eine Vorlage von Schöne aufnehmen und zum ersten Male einsenden. Tietz erhöhte in der 22. Minute, als er ins linke Dreieck einschoss, auf 2:0. 13 Minuten vor dem Pausenpfiff schoss wiederum Tietz im Anschluss an eine Ecke durch die vielbeinige Verteidigung zum drittenmal ein. Nach dem Wechsel war es Schöne, der in der 59. Minute das 4. und in der 62. Minute das 5. Tor erzielte. Gießler II schoss in der 74. Minute das schönste Tor, als er gekonnt aus vollem Lauf das Leder unhaltbar in die Maschen jagte. Postwendend jedoch verstanden die Groß-Räschener eine sich bietende Chance auszunutzen und Fehrenz, K. zeichnete für den Ehrentreffer. Verdutzt schaute Wildner drein, als der von Wolfrum angeschossene Ball im eigenen Netz landete. Noch zweimal musste Müller hinter sich greifen, denn Wolfrum erzielte Nr. 8 und 60 Sekunden vor dem Abpfiff war es Schöne, der durch einen herrlichen Schuss den Ball unter die Latte setzte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche (Ausgabe DDR)

 

Torschütze:

6:1 Ferenz, K. (75.min.)

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Wutzig (Wurzen)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, Th. Riesner, G. Jank, S. Wildner, H. Nowak, J. Wienicke, K. Fehrenz, G. Franke, G. Werschke, W. Fehrenz

Testspiel am 20.08.1950

BSG KWU Cottbus - ZSG Großräschen 7:4

Groß-Räschen erschien mit zweiter Garnitur

 

Erbost waren am Sonntag die 2000 Cottbuser Fußballfreunde, als sie im Stadion der Freundschaft feststellen mussten, dass im Freundschaftstreffen KWU Cottbus gegen Groß-Räschen die Gäste nur mit einer zweiten Mannschaft erschienen und nicht, wie es in der Presse angekündigt war, mit der Meisterelf der brandenburgischen Landesklasse. So fiel der Sieg klar und verdient an die schussfreudigen Einheimischen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

4:1 Jankowiak, G. (42.min.)

4:2 Brigulla (48.min.)

6:3 Brigulla (77.min.)

7:4 Jankowiak, G. (89.min.)

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel am 26.08.1950

BSG Union Leipzig - ZSG Großräschen 5:1

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

Testspiel am 27.08.1950

BSG Krietsch-Werke Wurzen - ZSG Großräschen 1:2

Wenig überzeugende Leistungen gab es von beiden Mannschaften am Sonntag im Spiel zwischen Wurzen und Groß-Räschen. Nowak war der Schütze beider Tore, während der Ehrentreffer aus einem verwandelten Elfmeter von Hinneburg resultierte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: Nowak, H. (2)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

ZSG:

 

1. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 03.09.1950

Hohenschönhausener SC - ZSG Großräschen 1:4 (1:0)

Hohenschönhausen hatte einen schlechten Start

 

Als beide Mannschaften den gepflegten Rasen in der Buschallee betraten, begrüßte sie herzlicher Beifall, der besonders Heini Behnke galt, der sich vom Westberliner Vertragsfußball distanziert hatte in der Erkenntnis, dass dieser allen anderen, nur nicht dem Sport dient. Man war durch diese Verstärkung in Hohenschönhausen etwas zu selbstsicher geworden und hatte schon vor Beginn beide Punkte auf das Pluskonto verbucht. Die Ernüchterung kam schnell. Schon nach drei Minuten wurde Laß durch einen Pressschlag so unglücklich verletzt, dass er für die Restzeit nur noch als Statist seiner Mannschaft zur Verfügung stand. Trotzdem übernahm Hohenschönhausen sofort das Spielgeschehen, um mit teilweise recht ansprechenden Kombinationszügen oft einem Torerfolg nahe zu sein. Aber schon jetzt machte sich Konditionsmangel bemerkbar. Es fehlte stets die berühmte Zehntelsekunde, um in den Ballbesitz zu kommen. Großräschen dagegen konnte ihre Befangenheit nicht abstreifen. Aber es war hier schon klar zu erkennen, dass mit Dauer der Spielzeit ihre Stärke wachsen würde. Noch blieben alle Züge im Ansatz stecken, und Behnke konnte mit schönen Vorlagen seinen Sturm immer wieder in den gegnerischen Strafraum werfen. Er war es auch, der in der 40. Minute dem leider viel zu wenig beschäftigten Boffing die Gelegenheit gab, seine Farben mit schönem Schrägschuss in Führung zu bringen.

Nach der Halbzeit war die Kraft der Hohenschönhausener verbraucht und Großräschen kann nun das Spielgeschehen ganz an sich reißen, und es zeigt sich, was in dieser jungen Mannschaft wirklich steckt. Mit weitmaschigen Kombinationen bringen sie die Hintermannschaft des Gegners in Verwirrung. Schon in der 50. Minute kann Jankowiak, allerdings aus klarer Abseitsstellung, den Ausgleich erzielen. Nun bringt Hohenschönhausen eine harte Note ins Spiel, die der nicht immer glücklich amtierende Schiedsrichter nie ganz unterbinden kann. So kann sich Meyer ungestraft ein grobes Foul an Riesner erlauben, und als dieser im Fallen Meyer mit sich reißt, wird dieser zu Unrecht vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen. Meyer ist es auch, der mit zunehmender Spielzeit die Übersicht verliert und so seiner Hintermannschaft den letzten Halt nimmt, und es spielen sich in seinem Strafraum turbulente Szenen ab. Nur durch hervorragende Paraden von Trau entgeht Hohenschönhausen schon jetzt drohenden Torverlusten. Aber auf die Dauer sind diese nicht zu vermeiden. Rechtsaußen Wienicke kann Großräschen das erstemal in Führung bringen. Ihm bleibt es auch vorbehalten, durch einen schönen Flachschuss das dritte Tor zu erzielen. Hohenschönhausen befindet sich nun klar auf der Verliererstraße und muss sich sogar noch einen vierten Treffer von Jankowiak gefallen lassen. 

 

Quelle: Neue Fußball-Woche (Ausgabe Berlin)

 

 

Kondition ist die Stärke Großräschens

 

Die auf eigenem Platz unterlegene Berliner Mannschaft wird sich nach dem 1:4 ihre Gedanken über die Spielstärke der künftigen Gegner in der Republik gemacht haben, und sie wird die Einsicht haben müssen, dass deren spielerische Klasse wohl nicht die beste ist, aber stabile Kondition, Ausdauer und Härte viel bedeuten! An diesen Eigenschaften der Räschener Elf scheiterte sie eindeutig, und der Eindruck blieb, dass der Hohenschönhausener SC in der augenblicklichen Verfassung nicht weit kommen wird, wenn auch eine so gute Kraft wie der von Alemannia 90 "übernommene" Halbstürmer Heini Behnke am Sturm der Berliner viel verbessern kann. Den Hauptwert in der Trainingsarbeit sollten sie in der Zukunft auf die Verbesserung ihrer Kondition legen, denn in der zweiten Halbzeit wurde die Elf des HSC auf Grund ihrer geringen körperlichen Bereitschaft völlig in die Defensive gedrängt!

Nicht selten sind die Fußballfreunde (und auch die Kritiker!) gern geneigt, das Stärkeverhältnis zweier Gegner und den Spielverlauf nach dem Halbzeitresultat zu beurteilen, aber in diesem Falle gehen sie nicht fehl in solcher Annahme. Die technische Überlegenheit der Berliner Mannschaft reichte nur für die ersten 45 Minuten, dann setzte sich die weitaus stärkere Kondition des brandenburgischen Gastes erfolgreich durch. Schon in den Anfangsminuten ging ein anerkennendes Raunen durch die leider nur sehr spärlich anwesenden Zuschauer, als die ZSG Räschen die vorgetragenen Angriffe des HSC energisch zurückschlug. Uns scheint, als habe die Berliner Elf einen entscheidenden Aufstellungsfehler begangen, nämlich den Halbstürmer-Zubringer Kohlschmidt herauszulassen, der aus dem Mittelfeld die Angriffsaktionen gemeinsam mit Behnke hätte durchführen können, gemäß seiner Veranlagung. So aber stürmten beim HSC drei Mittelstürmer nebeneinander, das ging leider schief! Die Hintermannschaft arbeitete sicher, allerdings hätten bei größerer Aufmerksamkeit zwei Tore verhindert werden können. Noch immer ein guter Spieler ist Stopper Meier, er muss sich aber befleißigen, im Gebrauch seiner Mittel sauberer zu werden. Bester Mann war der linke, unermüdlich schaffende VerteidigerSperner.

Die ZSG Groß-Räschen hinterließ einen sehr guten Eindruck, namentlich durch ihren ungebrochenen kämpferischen Einsatz und die ungewöhnliche Fähigkeit, zwei Halbzeiten in unvermindertem Tempo durchzustehen. Alle vier Tore spielte die Elf heraus - es ist also durchaus nicht so, dass ihr Spiel ausschließlich vom kämpferischen Moment bestimmt ist! Bestens aufgelegt präsentierte sich Mittelstürmer Riesner, der früher für Groß-Räschen verteidigt hat. Er wurde noch drei Minuten vor dem Schlusspfiff wegen eines sehr umstrittenen Fouls vom Platz gestellt. Der Riesner ständig mit unsauberen Mitteln bearbeitende Meier lief auf den Brandenburger auf und wurde im Fallen getroffen - Esko erkannte auf absichtliches Foul, allerdings schließen wir uns dieser Meinung nicht an! - Die Deckung der Räschener war in ihrer harten Art den Berlinern sichtlich unangenehm, sie erfüllte wacker ihre Aufgabe.

Schönstes Tor schoss der Hohenschönhausener Linksaußen Boffing nach einer Bilderbuchvorlage von Behnke mit halbhohem Schuss in die lange Ecke. Jankowiaks Ausgleichstreffer nach der Pause entsprang einem klaren Fehler von Meier, das wenig später folgende Führungstor Wienickes war aus sonnenklarer Abseitsstellung erzielt, was die Menge dem Stralsunder Schiedsrichter sehr übelnahm. Das dritte Tor Wienickes war mustergültig erzielt - scharfer trockener Schuss nach einer Ecke, der vierte Treffer Jankowiaks eines der üblichen Kombinationstore.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche (Ausgabe DDR)

 

Torschützen:

1:1 Jankowiak, G. (50.min.)

1:2 Wienicke, J. (60.min.)

1:3 Wienicke, J. (82.min.)

1:4 Jankowiak, G. (88.min.)

 

Zuschauer: 1200


Schiedsrichter: Esko (Stralsund)

 

ZSG:

E. Müller - E. Kockro, G. Jank, H. Bergmann, W. Nagel, H. Nowak, J. Wienicke, G. Jankowiak, Th. Riesner, S. Wildner, G. Werschke

2. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 10.09.1950

ZSG Großräschen - BSG Lokomotive Cottbus 3:0 (0:0)

Der Platzvorteil war entscheidend

 

Der Industrieort Groß-Räschen ist schon immer als heißes Fußballpflaster bekannt gewesen. Die einheimische Elf besitzt eine stabile Kondition, Härte und Ausdauer. Diese Eigenschaften der Groß-Räschener, dazu ein sehr schmaler Platz, der ein gutes Kombinationsspiel nur bedingt zulässt, haben schon vielen Fußballmannschaften der DDR zu Niederlagen verholfen. Auch die BSG Lokomotive Cottbus musste dies am Sonnabend erfahren, obwohl sie mit ihrer besten Besetzung gekommen war. Sogar die neue Verstärkung, der rechte Verteidiger Geppert aus Forst, wirkte erstmalig bei den Rot-Blauen mit, während Groß-Räschen auf den in Berlin vom Platz gestellten Riesner verzichten musste.

Ja, Sie haben richtig gelesen, die BSG Lokomotive Cottbus hat wieder Spielerzuwachs erhalten. Die Betriebssportgemeinschaft hat mit dem neuen rechten Verteidiger Geppert einen guten Griff getan. "Max" hat sich im ersten Spiel bei den Cottbusern gut eingespielt und war in Groß-Räschen einer der Besten seiner Elf. Reaktionsschnell, fair, schlagsicher, diese Eigenschaften brachte er mit und hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Cottbuser Elf bereits vor der Pause vor Toren bewahrt blieb.

Bester Spieler der ZSG Groß-Räschen war der linke Läufer Nowak, der mit seinen befreienden Schlägen viel zum Erfolg der Einheimischen beigetragen hat. Schlussmann Müller hielt mehrere gefährliche Schüsse und war seiner Mannschaft ein guter Rückhalt.

Mit guten Kombinationen der Einheimischen beginnt das Spiel. Bedingt durch die bereits erwähnten schmalen Platzverhältnisse spielen die Cottbuser hoch, und nach 10 Minuten sind auch die Einheimischen beim Stoßfußball angelangt. Sie haben sich die Spielweise der Gäste aufzwingen lassen. Bereits in der 16. Minute muss Müller eingreifen und wirft sich Muschick direkt in den Schuss. Auch sein Gegenüber Mannigel kann gerade noch im letzten Augenblick Schüsse von Wildner und Jankowiak abwehren.

Die 2. Halbzeit bringt anfangs keine Änderung. Es sieht fast so aus, als ob es 0:0 bleiben würde. Aber weit gefehlt! Mit dem Kampfgeist der Einheimischen hatte niemand mehr gerechnet, und doch trat er plötzlich zutage. Als Mittelstürmer Fehrenz - übrigens der schwächste Stürmer der Einheimischen - in der 68. Minute aus dem Hinterhalt zum 1:0 für Groß-Räschen einschießt, ist "alles drin". Die Verblüffung der Cottbuser Gäste nutzt Fehrenz eine Minute später nochmals aus, und wieder schießt er aus 16 Meter Entfernung zum 2:0 ins Cottbuser Tor. Jetzt sind aber auch die Cottbuser wieder da, und die einheimische Hintermannschaft hat alle Mühe, das eigene Tor vor Erfolgen der Gäste zu schützen. Dies gelingt ihr auch, und in der 77. Minute fällt dann die endgültige Entscheidung. Rechtsaußen Wienicke bekommt von Nowak einen Querpass zugespielt, und aus 18 Meter Entfernung schießt Wienicke zum 3:0 ein.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Ferenz, K. (68.min.)

2:0 Ferenz, K. (69.min.)

3:0 Wienicke, J. (77.min.)

 

Zuschauer: 2500


Schiedsrichter: Kladeck (Berlin)

 

ZSG:

E. Müller - E. Kockro, G. Jank, H. Nowak, W. Nagel, H. Bergmann, J. Wienicke, G. Jankowiak, K. Fehrenz, S. Wildner, G. Werschke

3. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 17.09.1950

SG Deutsche Volkspolizei Potsdam - ZSG Großräschen 4:3 (1:1)

Verdienter Sieg des Tabellen-Letzten

 

Nur wenig Überzeugendes leistete die Volkspolizei-Potsdam in ihren ersten Punktespielen, die mit zwei glatten Niederlagen endeten. Mit wesentlich verjüngter Mannschaft stellte sich Potsdam diesmal vor, und im dritten Anlauf gelang der große Wurf. Der Spitzenreiter Groß-Räschen wurde nach schnellem, wechselvollem Kampf mit 4:3 niedergerungen, wobei das ideenreichere Angriffsspiel der Volkspolizisten den Ausschlag gab. Allzu durchsichtig operierte Groß-Räschen mit Steildurchbrüchen, die von der aufmerksamen Potsdamer Deckung oft abgefangen wurden. Wenn auch zwei Elfmeter am Potsdamer Erfolg mithalfen, so fielen den Polizisten die Punkte nicht unverdient zu. Aufopfernd kämpfend von der ersten bis zur letzten Minute, ließen sie schon jetzt eine sich anbahnende Mannschaftsharmonie erkennen.

Nicht von seiner stärksten Seite zeigte sich der bisherige Spitzenreiter Groß-Räschen. Im Sturm ohne den nötigen Zusammenhang liegt seine Stärke im übertriebenen Kampffußball, wobei die beiden Außen oft vernachlässigt wurden. Die Hintermannschaft, aufopfernd kämpfend, war dem Gegner nicht immer gewachsen und konnte oftmals nur im letzten Einsatz retten. Die übertriebene Härte Groß-Räschens führte zu mehreren Verwarnungen und schließlich zur Herausstellung des wiederholt unsauber spielenden Mittelstürmers Riesner.

Die Experimente der Volkspolizei glückten vollauf. Als spritziger, schussfreudiger Rechtsaußen entpuppte sich Henseke, der nur noch etwas genauer schießen müsste. Gut der gesamte Innensturm, doch fehlt allen der resolute Torschuss. Zschernagk fühlte sich auf Linksaußen noch nicht so recht wohl, verspricht aber auch hier zu großer Form aufzulaufen. Gut im Aufbau wie in der Zerstörung beide Außenläufer.

Im ersten Anrennen gelingt Groß-Räschen durch seinen diesmal äußerst agilen Fehrenz das 1:0, aber gut kommt Potsdam über diesen schweren Schlag, und hin und her wogt das Kampfgeschehen. Von beiden Außenläufern gut unterstützt, kombiniert der Potsdamer Sturm über die ganze Breite des Spielfeldes, und Rechtsaußen Henseke zeigt gute Flankenläufe. Gegen die stabile Hintermannschaft der Gäste kann sich der Sturm aber nicht durchsetzen. Erst ein Handelfmeter, zwar berechtigt, aber doch etwas hart, für zum Ausgleich. Ein Missverständnis in der Potsdamer Deckungsreihe lässt Groß-Räschen erneut in Führung gehen. Als Pape 10 Minuten nach Wiederbeginn für Potsdam gleichzieht, ist die Kampfkraft des Spitzenreiters gebrochen. Er gibt sich mit der Punkteteilung zufrieden und spielt auf Zeit, sehr zum Unwillen der Zuschauer. Potsdam hat klare Torchancen, aber überhastet verschießt Henseke aus günstigen Positionen. Dem erneuten Führungstreffer Groß-Räschens und dem Gleichstand durch Verwandlung eines Foulelfmeters folgt in der 83. Minute der Siegestreffer für Potsdam. Einen Eckball von Zschernagk verlängert der bewegliche Merbs mit dem Kopf, und Henseke überwindet mit Bombenschuss den in der Sicht behinderten Torwart Müller.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

0:1 Fehrenz, K. (01.min.)

1:2 Riesner, Th. (52.min.)

2:3 Fehrenz, K. (63.min.)

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter: F. Illig (Chemnitz)

 

ZSG:

E. Müller - E. Kockro, G. Jank, H. Bergmann, W. Nagel, H. Nowak, J. Wienicke, S. Wildner, Th. Riesner, K. Fehrenz, G. Werschke

4. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 24.09.1950

ZSG Großräschen - SG Vorwärts Wismar 0:0 (Sportgericht)

Die SG Vorwärts Wismar durfte aufgrund einer Sperre nicht antreten und verlor die Begegnung mit 0:0 Toren und 0:1 Punkten.

5. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 01.10.1950

ZSG Burg - ZSG Großräschen 5:1 (2:0)

An Kegel scheiterte der Gästesturm

 

Im Kampf um die Tabellenspitze der DS-Liga Nord behauptete sich die ZSG Burg über Erwarten sicher gegen den brandenburgischen Landesklassen-Meister, die ZSG Groß-Räschen. Die Burger hatten die Lehren aus ihrer Schweriner Niederlage gezogen, Kampfgeist und Technik waren diesmal gepaart mit einem gesunden Torschuss. Dieses schuf die Voraussetzung für einen derart glatten Erfolg über die Gäste, die in der 2. Halbzeit nach dem dritten Treffer Burgs vorzeitig resignierten und sich dadurch völlig an die Wand spielen ließen. - In der 1. Halbzeit wurde das Spiel unterbrochen, und die Spielführer beider Mannschaften wiesen am zweiten Jahrestag der Demokratischen Sportbewegung auf die erzielten Erfolge hin, mahnten aber auch gleichzeitig die Zuschauer, diese Erfolge durch einen vollen Wahlsieg zu sichern.

Während die Burger Mannschaft erstmals neben ihrem technischen Können auch einen Schuss Kampfkraft mitbrachte und so durch ihre geschlossene Leistung vollauf befriedigte, verloren sich die Groß-Räschener in Einzelaktionen. Bei Burg ragten besonders die Gebrüder Henning aus dem sicheren Abwehrblock heraus, während im Sturm Thielitz unter seiner sonstigen Form blieb. Bei Groß-Räschen war besonders Wildner in der Abwehr ausgezeichnet, doch hätte er als Stopper weit wirkungsvoller sein können. Aus dem Sturm ragte lediglich Nowak heraus, sonst bot die Fünfer-Reihe nur Stückwerk. Einige totsichere Sachen machte der ausgezeichnete Torhüter Kegel zunichte. Voigt war ein großzügiger, umsichtiger Leiter dieses fairen Spiels.

Schon in der 5. Minute hatte der schnelle Morawitz die Deckung der Gäste aufgerissen, und nach einer herrlichen Kombination mit Dobritz war er der Vollstrecker, unhaltbar für Müller. Dieses Tor gab den Burgern nicht den erwarteten Auftrieb, die Verwirrung der Gäste auszunützen, sondern die Gäste setzten alles auf eine Karte, den Gleichstand zu erzielen. Die Deckung der Rot-Schwarzen war aber fast unüberwindlich, oftmals erwies sich Kegel als letzter Retter in der Not. Die Druckperiode der Groß-Räschener verlief ohne Erfolg für sie, und als wieder eine vorbildliche Kombination durch Morawitz erfolgreich abgeschlossen wurde, war Groß-Räschen angeschlagen. Nach dem Wechsel ließen sich die Platzherren das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen. Immer mehr schnürten sie die resignierenden Gäste ein. Rietz schaffte im letzten körperlichen Einsatz das 3:0, dann vergab der Gäste-Sturm einige gute Tor-Chancen, erzielte aber doch durch Wienicke den Ehrentreffer. Einen Dobritz-Schuss konnte der sonst ausgezeichnete Müller nicht festhalten, im Nachschuss vollendete Morawitz zum 4:1, und in den letzten Spielminuten stellte Müller nach guter Vorarbeit von Thielitz das Endergebnis her.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschütze:

3:1 Wienicke, J. (72.min.)

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Voigt (Dresden)

 

ZSG:

E. Müller - G. Jankowiak, K. Katsch, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, K. Fehrenz, H. Nowak, W. Fehrenz, G. Werschke

6. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 15.10.1950

ZSG Großräschen ===> spielfrei

7. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 22.10.1950

ZSG Anker Wismar - ZSG Großräschen 3:0 (1:0)

Torschützen: /

 

Zuschauer: 5000


Schiedsrichter: Schönebeck (Berlin)

 

ZSG:

E. Müller - H. Nowak, E. Kockro, S. Wildner, W. Nagel, H. Bergmann, J. Wienicke, G. Jankowiak, Th. Riesner, G. Werschke, R. Fünfert

8. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 29.10.1950

BSG Chemie Großräschen - SSV Köpenick 08 2:1 (1:0)

Es war ein überaus hartes Spiel, was sich Großräschen und die Berliner am gestrigen Sonntag lieferten. Leider führte diese oft die Grenzen der Fairness überschreitende Begegnung zu zwei Verletzten, die spielentscheidend sein konnten. Beide Torhüter wurden Opfer dieser harten Spielnote. Köpenicks Schlussmann musste von der 25. Minute bis zum Beginn der zweiten Halbzeit aussetzen. Den Torwächter der Gastgeber traf es härter. Gleich zu Anfang der zweiten Halbzeit wagte er eine unvorsichtige Abwehr und wurde dabei noch unglücklich von Trappe getreten. Mit schweren Verletzungen wurde er vom Platz getragen. Die technisch bessere Spielweise der Gäste glich Großräschen durch größeren Kampfeinsatz aus. Wienicke hatte Chemie in der ersten Halbzeit in Führung gebracht. Fünfert baute nach dem Wechsel den Vorteil auf 2:0 aus. Erst zwei Minuten vor Spielschluss gelang es Schilske, den Ehrentreffer zu erzielen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche (Ausgabe Berlin)

 

 

Harte Gangart - zwei Verletzte

 

Noch lange werden die 22 Akteure an dieses Spiel zurückdenken, das von beiden Mannschaften in zu harter Gangart durchgefochten wurde. Die folgen blieben auch nicht aus. Schon in der 25. Spielminute musste Köpenicks Schlussmann Kampe durch einen vermeidbaren Zusammenprall mit einem Groß-Räschener Spieler verletzt ausscheiden und erschien erst nach der Pause wieder. Nun hatte es aber den Groß-Räschener Schlussmann Müller erwischt. Im Hechtsprung landete er vor den Füßen des Gäste-Halbrechten Trappe, der zuschlug und Müller schwer verletzte. Dieses gefährliche Spiel kostete Müller mehrere ausgeschlagene Zähne. Dieses sind Aktionen, die wir nicht gern auf den Sportplätzen unserer DDR sehen. Beide Vorfälle waren vermeidbar und haben das Ansehen der Demokratischen Sportbewegung schwer geschädigt.

Mit zügigen Kombinationen der Groß-Räschener beginnt das Spiel. Angriff auf Angriff rollt vor das Tor der Gäste, aber Knüppel und Röpel erweisen sich als Türme in der Schlacht und sind nicht zu überwinden. Nach und nach kommt Köpenick auf, und besonders der Halbrechte Trappe, der beste Stürmer der Gäste, schafft gefährliche Situationen im Strafraum Groß-Räschens. 20 Minuten vor der Pause wird Kampe verletzt, Röpel wird Schlussmann und hält gut. Das Spielgeschehen leidet unter diesen Zwischenfällen. Groß-Räschen wird zusehends besser, aber erst in der 40. Minute gelang nach Vorarbeit von Fünfert die 1:0-Führung durch Kopfball Wienickes. Nach dem Wechsel spielen zunächst wieder elf gegen elf. Aber nur für eine Minute, dann scheidet Torwart Müller verletzt aus. Die zehn Groß-Räschener - für Müller geht Nowak ins Tor - wehren sich verzweifelt gegen die nun überlegenen Köpenicker. Mehr als einmal sind Fouls der letzte Ausweg, und Schiedsrichter Trumm hat ein schweres Amt. Der Platz gleicht einem Hexenkessel, und erst als LA Fünfert mit Pressschlag zum 2:0 erhöht, besänftigen sich die aufgeregten Gemüter. Noch gibt sich Köpenick nicht geschlagen, aber lediglich die Resultatsverbesserung gelingt in der vorletzten Spielminute durch RA Schilske.

Die vermeidbaren Unfälle beeinträchtigten das Spielgeschehen. Die Groß-Räschener haben ihr Formtief noch immer nicht überwunden, vor allem der Sturm zeigte sich nicht durchschlagskräftig genug. - Die Köpenicker Mannschaft gefiel durch ihr solides technisches Können. Die harte Gangart in Groß-Räschen hemmte den Kombinationsfluss, was aber nicht das Verschulden der Gäste war.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche (Ausgabe DDR)

 

Torschützen:

1:0 Wienicke, J. (40.min.)

2:0 Fünfert, R. (74.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Trumm (Dresden)

 

BSG Chemie:

E. Müller - Th. Riesner, H. Nowak, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, E. Kockro, J. Wienicke, K. Fehrenz, G. Werschke, R. Fünfert

9. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 05.11.1950

BSG Chemie Großräschen - ZSG Textil Cottbus 3:0 (1:0)

Missglückte Revanche

 

Eine alte Rechnung hatte Textil-Cottbus in Groß-Räschen zu begleichen. Die 0:2-Endspielniederlage in der Landesmeisterschaft sollte wieder gutgemacht werden. Aber auch diesmal siegte Groß-Räschen dank einer besseren Gesamtleistung. Cottbus war zwar durch das unerklärliche Fehlen eines Spielers gehandikapt, aber das allein kann die schwache Leistung nicht erklären. Der Gastgeber fand sich mit den irregulären Bodenverhältnissen erstaunlich gut ab. Obwohl er zwar ebenfalls keine überragende Leistung bot, war doch das explosive Sturmspiel weit produktiver, und das gab den Ausschlag. Der Cottbuser Angriff stellte den fast kaum beschäftigten Ersatztorwart Zinnert vor keine schwere Aufgabe. Drei seiner vielen Chancen nützte Groß-Räschen aus und siegte unangefochten.

Vom Ampfiff an gefährdete Groß-Räschen das Tor der Textil-Elf durch zügige, raumgreifende Aktionen und schuf immer wieder Verwirrung im Cottbuser Strafraum. Der Gästesturm dagegen kam nicht zur vollen Entfaltung, sein Spiel blieb Stückwerk. Die Mannschaftsumstellung - Popp spielte jetzt LV, Jurth RL und Scholtka HR - brachte zwar mehr Ruhe in die Hintermannschaft, der Sturm aber blieb auch weiterhin blass. Aus dem Gesamtbild der Groß-Räschener verdient Mittelläufer Nagel hervorgehoben zu werden. Hätte der Sturm in der zweiten Halbzeit sein Spiel nicht zu betont in die Mitte verlagert, wäre das Ergebnis wohl noch höher ausgefallen.

Fünf Ecken in den ersten Minuten für Groß-Räschen brachten keine zählbaren Erfolge. In der 35. Minute sah man viele Beine im Cottbuser Strafraum. Rechtsaußen Fehrenz war der Schnellste und schoss zum 1:0 ein. Auf der Gegenseite brachte ein Weitschuss des Mittelstürmers Christoph beinahe den Ausgleich, Zinnert aber war auf der Hut. Auch Schlussmann Lehmann musste wiederholt rettend eingreifen. In der zweiten Halbzeit tanzte eine Flanke von Kockro auf der Torlinie entlang, es fehlte aber der Vollstrecker. Der Platzverweis Scholtkas (Schiedsrichterbeleidigung) warf Textil weiter zurück, denn wenig später erzielte Wildner mit kraftvollem Weitschuss das 2:0. Nachdem Wienicke nur die Latte getroffen hatte, brachte die letzte Spielminute doch noch das 3:0 durch Fehrenz, der Lehmann keine Abwehrmöglichkeit ließ. Ob der nun wenig überzeugende Unparteiische in den letzten Minuten bei der einbrechenden Dunkelheit das Spielgeschehen klar überblicken konnte??

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Fehrenz, K. (35.min.)

2:0 Wildner, S. (70.min.)

3:0 Fehrenz, K. (90.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Lambert (Berlin)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, E. Kockro, H. Nowak, J. Wienicke, G. Werschke, K. Fehrenz

10. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 12.11.1950

SG Vorwärts Schwerin - BSG Chemie Großräschen 4:2 (1:1)

Um den Anschluss an die Spitzengruppe

 

Schwer, sehr schwer hatte es die einheimische Elf, ehe sie sich durchsetzte und doch noch einen so klaren Sieg errang. Die erste Viertelstunde gehörte klar den Gästen, und nur ganz allmählich fand Schwerin den Anschluss. Dann aber, und vor allem in der zweiten Halbzeit, setzte sich das spielerische Können der Schweriner durch, und die Gäste hatten diesem kaum mehr als ihre nicht erlahmende Kampfkraft entgegenzusetzen. Trotz zweifachen Ersatzes auf beiden Seiten zeigten beide Mannschaften ein ansprechendes Spiel. Das technische Können der Platzherren gab den Ausschlag.

Auch ohne den verletzten Torwart Müller und Wildner bot Groß-Räschen eine mannschaftlich geschlossene Leistung. Dem Sturm mangelte es an Durchschlagskraft, um die sich bietenden Gelegenheiten auszuwerten. Sonst aber kombinierte er oft recht zügig und brachte die Schweriner Abwehr wiederholt in arge Verlegenheit. Aus der Abwehr ragten Ersatztorwart Zinnert und Mittelläufer Nagel heraus.

Eine halbe Stunde brauchte Schwerin, um sich auf den Gegner einzustellen. Der Sturm fand sich sogar erst lange nach der Pause zu erfolgreichem Kombinationsspiel zusammen. Bester Mannschaftsteil war die stabile Abwehr, in der Gau eine besonders gute Partie lieferte. Beide Außenläufer bemühten sich um den Spielaufbau, hatten aber erst Erfolg, als auch der Sturm erwacht war und hundertprozentig mitmachte. Das Fehlen des Halblinken Krüger mag den erst spät zustandegekommenen Kontakt der Schweriner Fünferreihe entschuldigen.

Überraschend stark startete Groß-Räschen, der Führungstreffer in der 17. Minute war der Ausdruck einer eindeutigen Überlegenheit. Als sich Schwerin besser mit dem Gegner abfand, ließ der Ausgleich noch lange auf sich warten. Die zweite Halbzeit sah Schwerin fast durchweg im Angriff. Innerhalb einer Viertelstunde enteilte es auf 4:1, und auch, als Groß-Räschen sich noch einmal gegen die Niederlage aufbäumte, reichte es für die Gäste nur zu einem weiteren Treffer, der das Ergebnis etwas günstiger gestaltete.

Den Schiedsrichter hätte man gern etwas energischer gesehen. Allzu häufiges Handspiel (der Gäste) kann unterbunden werden! Auch auftretende Härten hätten sich vermeiden lassen. Die minutenlangen Proteste der Gäste nach dem vierten Treffer Schwerins waren ebenfalls unschönes, durchaus vermeidbares Beiwerk.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

0:1 Fehrenz, W. (17.min.)

4:2 Jankowiak, G. (84.min.)

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: Lipke (Berlin)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, H. Nowak, E. Kockro, W. Fehrenz, J. Wienicke, G. Werschke, K. Fehrenz

Testspiel am 19.11.1950

BSG Carl Zeiss Jena - BSG Chemie Großräschen 6:0

Die Brandenburger Gäste waren der technischen Spielanlage der Saalestädter in keiner Phase der 90 Minuten gewachsen. Ihre wenigen Durchbrüche wurden von der souverän spielenden Hintermannschaft der Jenaer sicher abgefangen. Beste Spieler bei Jena: Speerschneider, Lindig, Jakob und Weber, bei Groß-Räschen Nagel, Riesner und Krining.

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 6000


Schiedsrichter: Friedling (Blankenburg)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - H. Bergmann, Th. Riesner, G. Jankowiak, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, H. Krining, H. Nowak, G. Werschke, K. Fehrenz

11. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 14.01.1951

BSG Einheit Wismar - BSG Chemie Großräschen 2:2 (2:1)

Torschützen:

0:1 Wienicke, J. (08.min.)

2:2 Nowak, H. (79.min.)

 

Zuschauer: 3000


Schiedsrichter: Bolte (Berlin)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, S. Wildner, J. Wienicke, H. Nowak, G. Schönrock, K. Fehrenz, R. Fünfert

12. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 21.01.1951

BSG Chemie Großräschen - SG Deutsche Volkspolizei Potsdam 0:3 (0:0)

Über weite Strecken der 90 Minuten diktierten die Gastgeber das Spielgeschehen, kamen aber zu keinen zählbaren Erfolgen. Kurz nach dem Wechsel gingen die Gäste durch Zschernagk 1:0 in Führung. Dennoch blieb Chemie tonangebend. Zwei weitere Treffer von Merbs und Zschernagk stellten das Endergebnis her. Ein recht glücklicher Sieg!

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

13. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 28.01.1951

BSG Lokomotive Cottbus - BSG Chemie Großräschen 3:1 (2:0)

Torschütze:

3:1 Wildner, S. (63.min.)

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter: Schmidt (Schönebeck)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, H. Bergmann, S. Wildner, H. Nowak, E. Kockro, W. Nagel, G. Schönrock, K. Fehrenz, R. Fünfert

14. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 11.02.1951

BSG Chemie Großräschen - ZSG Anker Wismar 1:1 (1:0)

Torschütze:

1:0 Fehrenz, K. (12.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Kittler (Markranstädt)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, R. Zschiesche, G. Jankowiak, W. Löben, S. Wildner, K. Fehrenz, R. Fünfert

15. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 18.02.1951

SSV Köpenick 08 - BSG Chemie Großräschen 0:2 (0:2)

Nun heißt es ade, Köpenick!

 

Wenn man nur weinen könnte! Alle auf den Rängen würden bittere, mitleidsvolle Tränen vergossen haben. Es ist faktisch zu einem Unabwendbaren geworden, von der zuweilen klar besseren Spielweise der Berliner Mannschaften und von dem damit verbundenen Pech, Sonntag für Sonntag berichten zu müssen. Der schwere Kampf, den fast alle Berliner Gemeinschaften um den Klassenerhalt führen, lässt diese Möglichkeiten gar zu oft offen, weil, und das müssen wir betonen, die Berliner gar nicht so schlecht sind, wie es aussieht. Das dennoch fast immer das kürzere Ende gezogen werden muss, liegt - und das nicht nur bei den Köpenickern - am oft zitierten Sorgenkind, dem Sturm.

Recht düster sah es für die Köpenicker Jungens aus, als schon nach wenigen Spielminuten der Ball gegen den Pfosten krachte und nachfolgend sich turbulente Szenen im Strafraum abspielten. Mit Glück und Geschick wurde dieser überfallartige Angriff abgewehrt. Schon um diese Zeit entging es dem aufmerksamen Beobachter nicht, dass sich die Köpenicker Hintermannschaft wohl ehrgeizig einsetzte und hart an den Mann ging, von einer konsequent deckenden Abwehr und ihren Vorteilen offenbar aber keine Vorstellung hatte. Und das nicht allein. Manchmal hatte man den Eindruck, als ob Phlegma und Spielbesessenheit sich wie zu einem gordischen Knoten verwickelten, der den Zuschauern wie Aktiven auf dem Spielfeld unlösbare Rätsel aufgab. Dann plötzlich waren es die Köpenicker, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Zeitweise spielten sie sogar so schön zusammen, dass Ausrufe der Bewunderung einfach nicht ausblieben. Hätten sie diesen Weg, der klar zum Erfolg führen musste, beibehalten, die Gäste aus dem Braunkohlenrevier wären um eine Niederlage herumgekommen. Leider riss der Faden wieder gar zu schnell ab. Eben noch eindrucksvolle Szenen vor dem Tor der Gäste gehabt, mussten die Mannen um Knüppel den ersten Verlusttreffer hinnehmen. Wie zu Salzsäulen erstarrt, standen alle fünf Abwehrspieler im Strafraum und schauten zu, wie der LA der Gäste das Leder an den sonst hervorragenden Kampe vorbei zum 1:0 platzierte. Das war in der 31. Minute. Fünf Minuten später ergab sich dasselbe Bild in noch krasserer Form. Der sensible Fischer hatte eine großartige Ausgleichschance für die Köpenicker vergeben, als die Lausitzer urplötzlich auf der linken Seite durchbrachen und nach wechselvollem Hin und Her einen erneuten Deckungsfehler durch LA Fünfert zum zweiten Treffer ausnutzten. Enttäuschung malte sich darauf auf den Gesichtern aller ab, wozu die 2. Halbzeit, in der sich das gleiche Geschehen abspielte, nicht unwesentlich beitrug. Es ist nun mal so, gespielt und doch verloren. Man muss sich damit abfinden.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

0:1 Fünfert, R. (31.min.)

0:2 Fünfert, R. (36.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Paul (Dessau)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, G. Jankowiak, K. Fehrenz, W. Löben, S. Wildner, W. Fehrenz, R. Fünfert

16. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 25.02.1951

BSG Chemie Großräschen - BSG Einheit Burg 2:1 (1:1)

Die Burger, die nach Abschluss der ersten Serie schon als sicherer Meister angesehen wurden, erlaubten sich am Sonntag eine erneute Niederlage, so dass ihr Vorsprung gegenüber dem eifrigsten Verfolger, den Potsdamer Volkspolizisten, bis auf einen Punkt zusammengeschmolzen ist. Gestern war es Großräschen, das die Burger mit 2:1 geschlagen nach Hause schickte. Die Platzherren gingen in der vierten Minute durch Löben 1:0 in Führung, doch konnten die Gäste in der 37. Minute durch Dobritz ausgleichen. Den Siegestreffer erzielte wiederum Löben, und zwar in der 54. Minute.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Löben, W. (04.min.)

2:1 Löben, W. (54.min.)

 

Zuschauer: 2800


Schiedsrichter: Jakob (Chemnitz)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, G. Jankowiak, W. Nagel, H. Bergmann, W. Fehrenz, W. Löben, S. Wildner, K. Fehrenz, R. Fünfert

17. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 11.03.1951

ZSG Textil Cottbus - BSG Chemie Großräschen 3:2 (3:1)

Die Abstiegsgefahr gebannt

 

Das Cottbuser Stadion war eine einzige glitschige Spielfläche. Diese irregulären Bodenverhältnisse entschuldigen vieles. Hinzu kommt noch, das Textil unbedingt Punkte gegen den Abstieg benötigte und schließlich auch gewann, wobei ihnen eine nicht stabile Gästeabwehr sehr entgegen kam. Auf technische Feinheiten musste man auch heute verzichten. Es sah so aus, als hätten sich die Cottbuser einen Überrumpelungsversuch vorgenommen, der dann auch vollkommen gelang. Großräschens Abwehr war konsterniert gegen die leider nur anfangs schnellen und steil angelegten Angriffe der Gastgeber. Zinnert wirkte sehr unsicher.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

2:1 Wildner, S. (09.min.)

3:2 Wildner, S. (55.min.)

 

Zuschauer: 3500


Schiedsrichter: Bolte (Berlin)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, H. Bergmann, W. Nagel, G. Jankowiak, W. Fehrenz, W. Löben, S. Wildner, K. Fehrenz, R. Fünfert

18. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 18.03.1951

BSG Chemie Großräschen - Hohenschönhausener SC 3:3 (2:3)

Nach 20 Minuten 3:0 für Hohenschönhausen

 

Ein klassearmes Spiel, das keineswegs DS-Liga-Niveau hatte, erlebten die 1500 Zuschauer. Sie waren enttäuscht von den Leistungen ihrer Elf, die sich während der ganzen 90 Minuten nicht zu einem geschlossenen Mannschaftsspiel zusammenfand. Dagegen schufen die Gäste besonders in der ersten Halbzeit durch ihre gefährlichen Steilvorlagen immer wieder Verwirrung in der Abwehrreihe Großräschens, die viele Lücken aufwies. Von Anfang an machte sich bei beiden Mannschaften eine Nervosität bemerkbar, die die Gäste jedoch bald ablegten, als sie in der 15. Minute durch Boffing den Führungstreffer erzielten. Bereits eine Minute später hieß es 2:0. Rechtsaußen Last hatte in die Mitte geflankt, und Machalinski schob das Leder platziert in die Maschen. In der 20. Minute zogen dann die Gäste durch einen Abwehrfehler - auch der Schlussmann war hier nicht ganz schuldlos - auf 3:0 davon, verstanden es aber nicht, diesen Vorsprung erfolgreich zu verteidigen. Der in der 30. Minute durch Wildner erzielte erste Gegentreffer war das Zeichen zum Generalangriff für die Platzherren. In der 35. Minute verwandelte Fünfert einen Freistoß zum 2:3. Kampf war nun die Parole. Trotz mehrfacher Torchancen beider Mannschaften gelang nur noch den Platzbesitzern ein Treffer und damit der Ausgleich. Spielerisch haben die Berliner, die technische Feinheiten zeigten, auf Grund ihres schnellen und raumgreifenden Angriffsspieles gefallen. Sie hatten im Torwart und in Linksaußen Boffing die besten Leute. Bei Großräschen gab man sich die größte Mühe, es wollte jedoch nichts glücken. Nur Bergmann, der überall auftauchte, wusste zu gefallen.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:3 Wildner, S. (30.min.)

2:3 Fünfert, R. (35.min.)

3:3 Löben, W. (85.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Voigt (Dresden)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - E. Kockro, Th. Riesner, G. Jankowiak, W. Nagel, H. Bergmann, W. Fehrenz, W. Löben, S. Wildner, K. Fehrenz, R. Fünfert

19. Spieltag der DS-Liga / Staffel Nord am 23.03.1951

BSG Chemie Großräschen - BSG Einheit Schwerin 3:1 (0:0)

Die zweite Halbzeit entschied

 

Es war eines der spannendsten Treffen, die in letzter Zeit in Großräschen ausgetragen wurden. Bei böigem Wind und nassen Bodenverhältnissen lieferten sich die gleichwertigen Mannschaften einen Kampf, der erst in der zweiten Halbzeit entschieden wurde. 55 Minuten brauchte der Platzbesitzer zum Führungstreffer, der vom unverwüstlichen RA Nagel erzielt wurde. Löbens 2:0 folgte wenige Minuten später der Schweriner Anschlusstreffer durch Petersen, und noch war der Kampf nicht entschieden. Die Ausgleichschance nahm Westphal seiner Elf, als er kurz vor Schluss einen harmlosen Ball ins eigene Tor verfälschte.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Nagel, W. (55.min.)

2:0 Löben, W. (65.min.)

3:1 Eigentor (87.min.)

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: Paul (Dessau)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, S. Wildner, H. Bergmann, H. Nowak, W. Nagel, W. Löben, W. Fehrenz, K. Fehrenz, R. Fünfert

Testspiel

BSG Empor Lauter - BSG Chemie Großräschen 5:1

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Testspiel am 19.05.1951

BSG Chemie Großräschen - BSG Empor Lauter 4:1

Chemie Großräschen glückte die Revanche

 

Am Sonnabend glückte Chemie Großräschen vor 2500 Zuschauern die volle Revanche für die vor wenigen Wochen durch Empor Lauter erlittene 1:5-Niederlage. Mit 4:1 fiel der Sieg diesmal recht eindeutig aus, ein Zeichen, dass die Chemie-Elf aus ihrer Niederlage gelernt hat und die Hintermannschaft wesentlich konzentrierter spielte. Trotz schönen Kombinationsspiels kamen die Gäste nur zu einem zählbaren Erfolg. Bei Großräschen gefiel das Flachpassspiel, ein erster Erfolg der harten Trainingsarbeit. Nach überraschend starkem Start der Großräschener kam Lauter mehr und mehr auf, die Hintermannschaft der Platzherren, in der sich Zinnert wiederholt auszeichnete, war jedoch zunächst nicht zu überwinden. Erst nach dem 4:0 gelang den Gästen der Ehrentreffer, der aus einem Gewühl vor dem Tor erzielt wurde.

 

Quelle: Neue Fußball-Woche

 

Torschützen:

1:0 Nagel, W. (11.min.)

2:0 Ratajczak, B. (20.min.)

3:0 Fünfert, R. (25.min.)

4:0 Kockro, E. (60.min.)

 

Zuschauer: 2500


Schiedsrichter: Spiegel (Sedlitz)

 

BSG Chemie:

H. Zinnert - G. Jankowiak, Th. Riesner, E. Kockro, S. Wildner, Erdmann, K. Fehrenz, B. Ratajczak, W. Nagel, W. Fehrenz, R. Fünfert

Testspiel am 27.05.1951

BSG Chemie Großräschen - SC Westend 01 Berlin 2:1

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

BSG Chemie:

 

Schiedsrichter gesucht!

Besucher seit 03/2012

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© SV Großräschen e. V. - Abteilung Fußball - 2012