Saison 1932/33

Liga: Gau A-Klasse Senftenberg

 

Die letzte Saison des FC Alemannia Großräschen in der Zuständigkeit der Weimarer Republik verlief klar im Hintergrund der sich anbahnenden gewaltigen politischen Umwälzungen im Land, wurde am Ende aber dennoch sportlich wichtig, da es um notwendige Qualifikationen für das neue Ligensystem ab dem Herbst 1933 ging. Das konnte zum Start der Saison 1932/33 aber noch niemand ahnen. War die gesellschaftspolitische Situation schon schwierig genug, nahm sie mit der Reichstagswahl am 06.11.1932 noch einmal deutlich an Schärfe zu. Nachdem mehrere mögliche Regierungskonstellationen scheiterten, ernannte Reichspräsident Hindenburg am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler, was seitdem in den Geschichtsbüchern als offizielles Datum für die Machtübernahme der Nationalsozialisten gilt. Der Weg von der Demokratie hin zur Diktatur nahm seinen Lauf und von nun an ging es Schlag auf Schlag. Auf Drängen Hitlers erfolgte am 1. Februar 1933 durch Hindenburg die Auflösung des gerade erst gewählten Reichstages und die Ankündigung von Neuwahlen für den 5. März 1933. Am 27. Februar brannte der Reichstag, in Folge dessen Hindenburg einen Tag später Notverordnungen unterschrieb, die die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit mit sofortiger Wirkung massiv einschränkten. Von diesen Maßnahmen profitierte vor allem die NSDAP, die bereits die Schalthebel der Macht besetzt hielt (z.B. Frick als Innenminister oder Göring als preußischer Inneminister, verantwortlich für den Polizeiapparat). Aber trotz größter Repressionen gegen die politischen Gegner langte es für die NSDAP bei den Neuwahlen mit "nur" 43,9% der Stimmen nicht für die absolute Mehrheit. Um dies zu ändern, wurden nur fünf Tage später auf Basis der Notverordnungen die KPD-Sitze im Reichstag (trotz quasi Verbot erhielten sie immer noch 12,3% der Stimmen) annulliert. Damit die absolute Mehrheit erhaltend, setzten die Nationalsozialisten anschließend am 23. März das sogenannte Ermächtigungsgesetz im Reichstag durch und besiegelten somit endgültig den Gang in die Diktatur. Am 31. März folgte das Gesetz zur Gleichschaltung der Länder. Damit wurden alle Länderparlamente aufgelöst. Die Länder wandelte man später in Gaue um. Anfang Mai besetzte die Polizei die Einrichtungen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) und löste diese auf, am 22. Juni folgte das Verbot der SPD. Nach der Ausschaltung der kommunistischen Bewegung hatten die Nazis somit nun auch den politischen Arm der Arbeiterschaft, die ja traditionell eher dem linken Spektrum zugeordnet wird, zerschlagen.

Auch für den sportlichen Bereich und auf Vereinsebene hatten diese Veränderungen gravierende Auswirkungen. Als erstes traf es die kommunistischen KG-Vereine, die gleich nach dem Reichstagsbrand bzw. den einen Tag später erlassenen Notverordnungen verboten und aufgelöst wurden. Mit dem Gleichschaltungsgesetz vom 31. März begannen die Nazis, alle bestehenden Organisationen den Zielen des Nationalssozialismus unterzuordnen, in diese zu überführen oder, wenn dies nicht möglich war, zu verbieten. Bereits am 25. März besetzten Polizisten die ATSB-Geschäftsstelle und weitere dazugehörende Institutionen und leiteten damit das Ende der Arbeitersportbewegung ein. Zwar versuchte der ATSB-Vorstand noch mit einigen Schreiben und Erklärungen an die neuen Machthaber, ihre Daseinsberechtigung zu retten, aber es half alles nichts mehr. Am 28. April verbot das sächsische Innenministerium den ATSB in seinem Zuständigkeitsbereich, in Folge dessen dann am 12. Mai die komplette Selbstauflösung des ATSB stattfand. Damit war der Arbeitersport mit all seinen Betätigungsfeldern endgültig Geschichte und sollte auch bis heute nicht wieder auferstehen.

Unter all den genannten Umständen ist es um so erstaunlicher, dass der regionale Spielbetrieb ohne größere Störungen durchgeführt werden konnte. Die erste Entscheidung folgte nach dem Sommerspielverbot am 31. Juli 1932, als der SC Hertha 1915 Hörlitz in der Relegationsrunde mit einem Sieg in Ruhland noch mit dem B-Klassen-Meister FC Ilse 1930 in der Tabelle gleichzog und so ein Entscheidungsspiel um die Ligazugehörigkeit erzwang. Dieses stieg dann am 21. August in Senftenberg, wo sich Hertha Hörlitz knapp mit 3:2 nach Verlängerung durchsetzen konnte und somit in der Gau-A-Klasse verblieb. Den Platz der abgestiegenen Ruhlander nahm der VfB Klettwitz 1913 ein, der die höhere Bezirksliga Niederlausitz ebenfalls nicht halten konnte und somit wieder eine Etage nach unten rutschen musste.

Für den FC Alemannia Großräschen begann die Saison 1932/33 mit einer klaren 2:9-Testspielniederlage zu Hause gegen die SpVgg Finsterwalde. Es folgten in der weiteren Vorbereitung noch jeweils 3:3-Unentschieden in Naundorf und zu Hause gegen Weißagk sowie ein 1:0-Erfolg beim BV Zschipkau. Zum Meisterschaftsauftakt beim Vorjahresmeister VfB Senftenberg hielt Alemannia die Partie bis zur letzten Minute offen und schnupperte an einer Überraschung, ehe die Hausherren mit dem Schlusspfiff den 3:1-Sieg sicherstellten. Eine Woche später gelang gegen die SVgg 1924 Annahütte mit einem 4:2 der erste Erfolg. In Zschipkau setzte es zwar noch einmal eine deftige 1:6-Pleite, doch anschließend folgten drei Siege in Serie (2:0 zu Hause gegen Hörlitz, 3:2 in Naundorf und 5:1 in Neupetershain), was den Rückstand auf den großen Meisterschaftsfavoriten VfB Klettwitz auf zwei Minuspunkte schrumpfen ließ. Und eben dieser erschien am 16. Oktober zum Punktspiel in Großräschen. Vor über 1000 Zuschauern war der Leistungsunterschied am Ende aber wohl doch zu groß, denn die Gäste errangen einen sicheren 7:1-Erfolg. Die Wiedergutmachung blieb dem FC Alemannia Großräschen zum Rückrundenauftakt in Annahütte verwehrt, denn ein irrtümlich zu spät angesetztes Großfeld-Handballspiel zwischen dem MTV Annahütte und der Turnerschaft Ströbitz führte zur Spielabsage. Dieser Ausfall landete anschließend vor dem Sportgericht, dessen Urteil aber erst 1933 fiel, worüber es bis heute leider noch keine Aufzeichnungen gibt. Ein Woche später setzte es gegen den VfB Senftenberg mir 3:4 die nächste Heimniederlage und bei der Ausgeglichenheit der Mannschaften drohte nun kurzzeitig sogar der Abstiegskampf. Aber die Großräschener zogen selbst den Kopf aus der Schlinge, denn die folgenden vier Partien wurden allesamt gewonnen (3:2 in Hörlitz, 5:2 gegen Zschipkau, 5:1 gegen Neupetershain und 4:0 gegen Naundorf). Dies bedeutete vor dem letzten Meisterschaftsspiel den sicheren zweiten Platz, allerdings mit deutlichem Rückstand (4 Punkte) auf den neuen Titelträger VfB Klettwitz 1913. Und eben zu diesem ging es zum Meisterschaftsfinale am 13. November 1932. Alemannia wollte sich dort natürlich nicht mehr so abschlachten lassen wie noch im Hinspiel und konnte bei der Begegnung tasächlich den Nachweis erbringen, dass es im Saisonverlauf eine deutliche Leistungssteigerung innerhalb der Mannschaft gab. Erst zehn Minuten vor dem Ende gelang dem Gastgeber der 2:1-Siegtreffer. Trotz der abschließenden 1:2-Niederlage beendete der FC Alemannia Großräschen die Saison 1932/33 mit einem sehr guten 2. Abschlussrang.

Einen weiteren Grund zum Feiern gab es für die II. Alemannia-Mannschaft, die in der Gau-C-Klasse groß aufspielte und souverän den Meistertitel holte.

Was dann sportlich noch im ersten Halbjahr 1933 passierte, muss leider noch im Dunkeln bleiben, denn in den lokalen Archiven fehlt das komplette Jahr 1933 des "Senftenberger Anzeigers" und somit die Aufzeichnungen über den Regionalsport diesen Jahres.

Trainer: /

 

Spiele:

07.08.32 TS Alemannia - SpVgg Finsterwalde 2:9
14.08.32 TS

SC Wacker Naundorf - Alemannia

(Sportfest in Naundorf)

3:3
21.08.32 TS BV Zschipkau - Alemannia 0:1
28.08.32 TS Alemannia - SVgg 1922 Weißagk 3:3
04.09.32 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia 3:1
11.09.32 MS Alemannia - SVgg 1924 Annahütte 4:2
18.09.32 MS BV Zschipkau - Alemannia 6:1
25.09.32 MS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz 2:0
02.10.32 MS SC Wacker Naundorf - Alemannia 2:3
09.10.32 MS SC Corona 1910 Neupetershain - Alemannia 1:5
16.10.32 MS Alemannia - VfB Klettwitz 1913 1:7
30.10.32 MS SVgg 1924 Annahütte - Alemannia ausgef.
06.11.32 MS Alemannia - VfB Senftenberg 1910 3:4
13.11.32 MS SC Hertha 1915 Hörlitz - Alemannia 2:3
20.11.32 MS Alemannia - BV Zschipkau 5:2
27.11.32 MS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 5:1
04.12.32 MS Alemannia - SC Wacker Naundorf 4:0
11.12.32 MS VfB Klettwitz 1913 - Alemannia 2:1

Daten aus dem Jahr 1933 liegen leider noch nicht vor!

 

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
01. VfB Klettwitz 1913                              14 78:13 26:2
02. FC Alemannia Großräschen 13* 38:32 16:10
03. VfB Senftenberg 1910 14 31:33 15:13
04. BV Zschipkau 14 43:52 15:13
05. SC Wacker Naundorf 14 31:38 13:15
06. SVgg 1924 Annahütte 13* 29:43 9:17
07. SC Corona 1910 Petershain 14 23:39 9:19
08. SC Hertha 1915 Hörlitz 14 21:49 7:21

* Sportgerichtsurteil, dessen Ausgang aber noch unbekannt ist

 

 

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Statistiken und Spielberichte

FC Alemannia Großräschen

Testspiel am 07.08.1932

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Finsterwalde 2:9

Torschützen:

 

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel anlässlich des Sportfestes in Naundorf am 14.08.1932

SC Wacker Naundorf - FC Alemannia Großräschen 3:3

Das Hauptspiel des Tages bestritten von 5 bis 6 1/2 Uhr die I. Mannschaften Wacker Naundorf und Alemannia Großräschen.

Wacker hat Wahl und der von Alemannia geführte Anstoß führte zum Kampfe bis Naundorfs Torhüter das erste Mal Arbeit zu leisten bekommt. Räschen trat mit nur 10 Mann an. Von Anfang an wird ein lebhaftes Tempo angelegt, bei dem Alemannia Großräschen stark drückt. In der 10. Minute kann Räschens flinker Stürmer Brenske einen Langflachschuss anbringen, so seinem Vereine die Führung gebend. Naundorfs fleißiger rechter Läufer wird verletzt. Diese Schwächung nutzt Großräschens Mannschaft aus und nach einem Gedränge vor dem Naundorfer Tor, wobei der Torhüter eine sichere Beute verpasst, ist der zweite Torerfolg für Großräschen sicher. Danach beginnt das beiderseitige Ringen nach weiteren Erfolgen, jedoch werden nur Ecken erzielt. Naundorf stellt inzwischen die Mannschaft um, jedoch ohne Erfolg. Beim Stande von 2:0 für Alemannia geht es in die Halbzeit.

Nach Wiederanstoß nimmt Naundorf die Uraufstellung der Mannschaft vor, und siehe da, Wacker behauptet sich, hat sogar die ersten 15 Minuten das Heft des Spieles fest in der Hand und in der 5. Minute kann der vollständig freistehende Sturm Wackers den ersten Torerfolg erzielen. Torschüsse Naundorfs gehen entweder an die Latte oder der gut haltende Räschener Torhüter lenkt zur Ecke. Aber Wacker ist nicht zu halten und nach 8 Minuten Spielzeit in der zweiten Halbzeit ist Alemannia zum zweiten Male überwunden. Ein Alleingang von Hirsch bringt das 2. Tor und ein ebensolcher kurz danach des Halbrechten Wackers den 3. Torerfolg. Alles glaubt an einen Sieg des Platzbesitzers, aber der auch gut spielende Linksaußen Alemannias kann durch Bombenschuss den Ausgleich erzielen. Unentschieden trennen sich die Parteien, als der Unparteiische Kubenz-Senftenberg, der sicher und gut leitete, den Schlusspfiff ertönen ließ. Eckenverhältnis 7:6 für Wacker Naundorf.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Brenzke (10.min.)

0:2

3:3

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Kubenz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 21.08.1932

BV Zschipkau - FC Alemannia Großräschen 0:1

Die Zschipkauer Mannschaft musste an den vergangenen Spielsonntagen zwei Niederlagen hinnehmen. So verlor sie am 14. August in Annahütte hoch mit 6:0. Am letzten Sonntag mussten sie auch vor der Räschener Mannschaft, und zwar sogar noch auf eigenem Platze, die Waffen strecken. Für Räschen ist der Erfolg anerkennenswert, zumal Räschen mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft und noch sogar mit nur 10 Mann spielte. Das Resultat stand schon bei Halbzeit fest. Hildebrandt, der im Sturm spielte, schoss eine Flanke von links zum einzigen Tor des Tages ein. Bei Räschen hatte der Torwart Erm einen großen Tag. Er hielt die schwierigsten Sachen. Auf beiden Seiten gab es je einen Elfmeter, der von den Torhütern gehalten wurde. Der Platzbesitzer spielte in stärkster Besetzung.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

0:1 Hildebrandt

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 28.08.1932

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1922 Weißagk 3:3

Als Hauptspiel war das Spiel der beiden I. Mannschaften von Räschen und Weißagk vorgesehen. Alemannia musste für den entrechteten Noack Ersatz einstellen und so bekam der Sturm heute ein ganz anderes Aussehen. Den Verteidiger Hildebrandt sah man als Mittelstürmer und in der Verteidigung wirkte Paulick aus der 2. Mannschaft mit. Außerdem hatte man Strobel herausgenommen und dafür Haberland in den Sturm gestellt und als Läufer war dafür Steuer eingesetzt. Weißagk stellte eine körperlich stabile Mannschaft ins Feld.

Unter Leitung von Peikert-Neupetershain nahm das Spiel einen flotten Anfang. Zunächst kommen beide Tore in Gefahr, aber langsam macht sich die bessere Spielweise der Räschener bemerkbar. Verschiedene gute Angriffe des Räschener Sturms werden durch Abseits verdorben. Hildebrandt macht sich ganz gut als Mittelstürmer. Bei einem erneuten Angriff ist er auch durch einen unhaltbaren Schuss das 1. Mal erfolgreich. Aber Weißagk greift sofort nach Anstoß ungestüm an und kann gleich darauf durch den Halbrechten den Ausgleich erzielen. Weiter geht der Kampf auf und ab und die Alemannen haben verschiedentlich Pech mit ihren Schüssen. Einen wunderbaren Schuss bringt der Linksaußen Lieback an und der Ball zappelt unhaltbar im Netz. Für kurze Zeit muss der Räschener Verteidiger Paulick wegen Verletzung den Platz verlassen; er kommt bald wieder und ist sichtlich benommen von einem Sturz auf den Hinterkopf. Die Pause rückt näher und mit 2:1 für Alemannia werden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause übernimmt Räschen sofort das Kommando und Hildebrandt ist es wieder, welcher aus einem Gedränge den 3. Treffer erzielt. Die Alemannen lassen nun sichtlich nach. Bei einer Masselei vor dem Räschener Tor wird auch schon der 2. Treffer erzielt. Das gibt den Leuten aus dem Gau Cottbus Mut. Aber der Ausgleich gelingt ihnen nicht. Kurz vor Schluss verschuldet Räschens Verteidiger Kurzawa einen Elfmeter und unhaltbar zappelt der Ball zum Ausgleich im Netz.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Hildebrandt

2:1 Lieback

3:1 Hildebrandt

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

 

1. Spieltag der Gau A-Klasse am 04.09.1932

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen 3:1 (2:1)

In Senftenberg fanden auf dem VfB-Platz nicht weniger als vier Verbandsspiele statt, von denen der VfB nur eins, und zwar das Hauptspiel, für sich entscheiden konnte. Zum Hauptspiel konnten beide Mannschaften nicht mit ihrer vollen Elf antreten. Beim Platzbesitzer fehlte der Torhüter Noatnick, der durch den rechten Läufer Nowack ersetzt werden musste. Auch die Gäste mussten für den disqualifizierten Noack Ersatz einstellen. Das Spiel wurde, da der angesetzte Schiedsrichter nicht erschien, von Schoradt-Zschipkau, der schon vorher zwei Spiele leitete, gepfiffen. Allerhand Leistung! Die Aufstellungen:

Senftenberg: Nowack; Gallinat, Fritz; Kaiser, Pohl, Skorina; Schötz, Adamkiewitz, Derling, Dutschmann, Woidt.

Räschen: Erm; Kurzawa, Paulick; Neumann, Steuer, Haberland; Lieback, Brenzke, Hildebrandt, zwei Gebrüder Keipus.

Die Wahl entschied zu Gunsten der Gäste, die sich den Wind zum Bundesgenossen nahmen. Die VfB'er eröffnen den Kampf mit einem fabelhaften Tempo. Der Platzbesitzer bleibt tonangebend. Woidt erzielt mit Schrägschuss das Führungstor. In der zwölften Minute fällt für Senftenberg das zweite Tor. Eine halbhohe Flanke von Schötz nimmt Dutschmann gut auf und Erm ist überwunden. Räschen spielt eifriger. Das Spiel ist jetzt in der Hälfte des VfB. An der Strafraumgrenze gibt es für Räschen einen direkten Freistoß, der an die Latte geknallt wird. Die Angriffe der Räschener mehren sich. Ein flacher Langschuss in der 21. Minute aus dem Hinterhalt findet den Weg ins Senftenberger Netz. Immer wieder kommt das VfB-Tor in Gefahr.

War das Spiel in der ersten Halbzeit ein interessantes, so war der Kampf in der zweiten Hälfte gerade das Gegenteil. Man vermisste das genaue Zuspiel. VfB ist vor der Hand tonangebend. Bei einem schnellen Gästeangriff, mit einem darauf folgenden Torschuss, will Nowack mit dem Fuß abwehren, doch er haut über den Ball. Gallinat ist der Retter in der Not. Eine Viertelstunde vor Schluss wird Pohl verletzt und muss ausscheiden. Die VfB'er müssen den Kampf nun mit zehn Mann bestreiten. Aber trotzdem halten sie das Spiel offen. Es nähert sich dem Ende. In der Schlussminute fällt für Senftenberg der dritte Treffer. Woidt ist am linken Flügel durchgebrannt, seine Vorlage erwischt Adamkiewitz und sendet ein. Eckenverhältnis 7:5 für VfB.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

2:1 (21.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: n.a. / i.V. Schoradt (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

Erm - Kurzawa, Paulick, Neumann, Steuer, Haberland, Lieback, Brenzke, Hildebrandt, Keipus I, Keipus II

2. Spieltag der Gau A-Klasse am 11.09.1932

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1924 Annahütte 4:2 (2:2)

In Räschen standen sich am Sonntag Alemannia und die Sportvereinigung Annahütte im Verbandsspiel gegenüber. Räschen gewann dank seiner besseren Gesamtleistung. Erm im Räschener und Urbanski im Annahütter Tor hielten ganz hervorragend. Das Spiel wurde durch den starken Wind wesentlich beeinträchtigt. Der Platzbesitzer spielte in der ersten Hälfte mit dem Winde im Rücken. Schon in der siebenten Minute konnte Räschen durch seinen Halbrechten in Führung gehen. In der zwölften Minute glichen die Gäste durch den Rechtsaußen aus. Trotzdem die Einheimischen stets weiter mehr vom Spiel hatten, gelang es aber den Gästen in der zweiundzwanzigsten Minute durch den Halbrechten in Führung zu gehen. Räschen verschärfte nun das Tempo. Urbanski zeigte sich von der besten Seite. Erst in der zweiunddreißigsten Minute gelang es Räschen, gleichzuziehen. Wieder war der Halbrechte der Torschütze. Auch nach dem Wechsel blieben die Räschener, trotzdem sie jetzt gegen den starken Wind zu kämpfen hatten, überlegen. Und wieder war es der Halbrechte von Alemannia, der seinen Verein in der einundzwanzigsten Minute in Führung brachte. Die Gäste unternahmen nun verzweifelte Angriffe. Erm im Räschener Tor stand seinem Gegenüber in nichts nach. Räschen dagegen hatte mehr Glück, denn bereits fünf Minuten später schoss Lieback für seinen Verein das vierte Tor. Damit war das Schicksal der Annahütter besiegelt. Eckenverhältnis 7:0 für Räschen. Das Spiel wurde von Schadewitz, Senftenberg, geleitet.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 (07.min.)

2:2 (32.min.)

3:2 (66.min.)

4:2 Lieback (71.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schadewitz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm -

3. Spieltag der Gau A-Klasse am 18.09.1932

BV Zschipkau - FC Alemannia Großräschen 6:1 (4:0)

Der Platzbesitzer wählte die Sonne im Rücken. Räschens Anstoß wurde gleich von der gegnerischen Läuferreihe abgefangen und Zschipkaus Mannschaft war in guter Form und blieb bis zur Halbzeit klar überlegen. Nur selten brachten die Räschener den Ball bis zu Zschipkaus Verteidigung. Besonders der junge grün-weiße Sturm bot Glanzleistungen. Die Gäste, körperlich überlegen, erschienen in stärkster Aufstellung und kämpften tapfer.

Schon in der 4. Minute brachte Olesinski bei einem Gedränge seine Mannschaft in Führung. Noch bis zur 16. Minute erhöhten Gogol und Lehmann mit unhaltbaren Schüssen das Resultat auf 3:0. Der Schiedsrichter pfiff mehrere Male Abseits, einmal, nachdem Gogol bereits ins Tor schoss. Das flotte Tempo hielt weiter an und Hiller erzielte bis zur Halbzeit ein 4. Tor.

Räschen gab den Kampf nicht auf und mit stärkerer Energie wurde das Spiel fortgeführt. Zeitweise blieben die Gäste sogar überlegen. Grabowski hatte einen schlechten Tag und Schüsse von ihm drehten mehrere Male zur Ecke. Auch Koschack machte unnötigerweise eine Ecke. Die Gäste kamen auch hierdurch zu ihrem ersten und zugleich letzten Erfolg - allerdings ein Selbsttor, wobei Pöschk den Ball in die eigene Torecke lenkte. Die letzten 20 Minuten gehörten wieder den Zschipkauern. Nochmals war es Hiller, der durch einen kräftigen Nachschuss das 5. und beste Tor des Tages erzielte. Räschen wurde übermäßig hart. In den letzten 12 Minuten musste durch unfaires Spielen des rechten Verteidigers ein Elfmeter verhängt werden. Mit einem Prachtschuss von Gogol wurde hierdurch das 6. Tor erzielt. Ecken 6:4 für Räschen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

4:1 Eigentor

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Raum (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

 

4. Spieltag der Gau A-Klasse am 25.09.1932

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz 2:0 (1:0)

Nachdem die Räschener 3. Mannschaft die 2. Mannschaft des VfR Zschornegosda überlegen mit 13:0 (6:0) Toren abgefertigt hatte, traten sich die beiden Spitzenmannschaften der beiden obengenannten Vereine, unter Leitung von Schadewitz, Senftenberg, zum Punktekampf gegenüber. Bei Hörlitz vermisste man die Gebrüder Kallert und bei Räschen fehlten Noack und Neumann. Hörlitz hat Anstoß. Er endet im Aus. Die Angriffe wechseln auf beiden Seiten, jedoch zeigen die Räschener im Sturm mehr Verständnis. Einen scharfen Schuss vom Räschener Brenske rettet der Pfosten. Immer noch wechseln auf beiden Seiten die Angriffe. Alle noch so gut gemeinten Angriffe der Räschener Stürmer stoppt der Hörlitzer Standardverteidiger Reinhard Lehmann ab. Aber auch Erm im Räschener Tor stellt heute wieder seinen Mann. Ein sicher erscheinender Erfolg der Hörlitzer, welcher schon mit dem Torruf begleitet war, wird verhindert. Ein guter Abstoß vom Räschener Tor landet beim Linksaußen Lieback. Dieser bricht durch, überspielt R. Lehmann und unhaltbar kann er den 1. Erfolg für seine Farben buchen. Durch diesen Erfolg angespornt, wird der Räschener Sturm eifriger, aber die Hörlitzer Hintermannschaft, übrigens der beste Mannschaftsteil der Herthaleute, ist nicht zu überwinden. Bald ist Halbzeit und mit 1:0 für Alemannia geht's in die Pause.

Nach der Pause stellt Hörlitz um. Kruczona geht aus der Verteidigung in den Sturm; mit Macht will Hertha den Ausgleich erzielen. Das Spiel geht weiter lebhaft auf und ab, aber die Räschener werden wiederum besser. Eine Chance vergibt Strobel und hierauf übernimmt Hörlitz für einige Zeit das Kommando. Alemannia hat bange Minuten zu überstehen, das Spiel nimmt sogar zeitweilig harte Form an, aber der Unparteiische unterbindet jede Unfairness von vornherein. Nach 10 Minuten werden die Alemannen wieder offensiver. Strobel bringt unverhofft einen Weitschuss an, der Hörlitzer Torhüter hält zwar den Ball, aber aus seinen Händen trudelt er ins Netz. Das Schicksal der Hörlitzer ist besiegelt, denn ihr Sturm erweist sich als zu hilflos, um Erfolge zu erringen. Alemannia will das Resultat unbedingt halten und verstärkt die Deckung. Der Kampf flaut langsam ab. Der Schlusspfiff trennt die Parteien und die Alemannen verlassen erfreut über den wichtigen Punktgewinn als glücklicher Sieger den Platz.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Lieback

2:0 Strobel

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schadewitz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm -

5. Spieltag der Gau A-Klasse am 02.10.1932

SC Wacker Naundorf - FC Alemannia Großräschen 2:3 (1:1)

Auf dem Wackersportplatz in Naundorf standen sich am vergangenen Sonntag beide Mannschaften im Meisterspiel gegenüber. Der Kampf war reich an spannenden Momenten und war von ungeheurem Tempo. Der Held des Tages war der Räschener Linksaußen Lieback, der alle drei Tore für Räschen erzielte. Dem Schiedsrichter Ballus, Klettwitz, stellten sich folgende Mannschaften:

Naundorf: Fink; M. Kockrick, Bruntsch; H. Kockrick, Schubert, Tamm; Hirsch, Lieschke, Kubisch, Arnold, Noack.

Räschen: Erm; Hildebrandt, Kurzawa; Steuer, Keipus, Haberland; Langhammer, Priem, Brenske, Strobel, Lieback.

Die Naundorfer hatten ihre zur Zeit beste Formation zur Stelle. Die Räschener müssen immer noch auf den verletzten Neumann und den entrechteten Noack verzichten. Wie aber aus der Mannschaftsmeldung zu ersehen ist, wirkten bei Alemannia zwei neue Leute mit, und zwar wurde durch diese der Sturm verstärkt.

Naundorf hat Anstoß, jedoch wird dieser abgefangen und räschen kommt bis vors Naundorfer Tor. Aber hier stehen die stabilen Naundorfer Verteidiger. Räschen bleibt zunächst überlegen und zwei Chancen werden vergeben. Nach zehn Minuten wird auch Wacker lebhafter, der Sturm geht durch. Ein Wacker-Spieler wird vom Räschener Mittelläufer hart an der Strafraumgrenze gelegt und den Strafstoß hält Erm. Naundorf wird nunmehr überlegen und schwer hat die Räschener Hintermannschaft zu kämpfen. Der Halblinke Arnold umspielt zwei Stürmer und sein guter Schuss sitzt unhaltbar im Räschener Heiligtum. Das Spiel nimmt immer mehr an Tempo zu. Eine Ecke für Naundorf bringt nichts ein. Ein scharfer Schuss von Hirsch verfehlt knapp sein Ziel. Einen schweren Brummer hält Erm ganz hervorragend unter dem Beifall des Publikums. Auf der anderen Seite hält Fink einen Flankenschuss von Lieback. Nach zehn Minuten ein neuer Angriff, eingeleitet von Priem, jetzt Mittelstürmer; der Linksaußen Lieback bekommt den Ball von Priem genau vorgelegt, ein Bombenschuss und der Ausgleich ist hergestellt. Sofort ist nach dem Anstoß Wacker wieder im Angriff und bei einer Masselei vor dem Räschener Tor hält Erm im Liegen in höchster Not auf der Torlinie. Das Spiel nimmt an Schärfe zu, aber Ballus gibt es nicht aus der Hand.

Der Anstoß der Alemannen nach der Pause wird bis vors Wacker-Tor getragen, hier ein Kampf mit der Verteidigung, der Räschener Halblinke Brenske wird von Bruntsch gelegt, Ballus entscheidet Elfmeter. Lieback tritt den Elfmeter, aber Fink hält hervorragend. Nach zwanzig Minuten ein flotter Angriff der Wacker-Leute. Hirsch ist am Ball, schießt und der Ball zappelt im Netz. Wacker ist in Führung gegangen und verstärkt nun die Deckung mit Hirsch als dritten Verteidiger. Das sollte den Wacker-Leuten zum Verderb werden, denn die Verteidigung war auch ohne Hirsch sicher und schlagkräftig genug, aber der Sturm wies bei Wacker ein Loch auf. Trotz durch den Erfolg angespornt, spielte Wacker eine Zeitlang immer noch überlegen, aber sieben Minuten vor Schluss naht das Verhängnis. Lieback, der Räschener Linksaußen, erzielt unhaltbar den Ausgleich. In den Reihen der Wackermannschaft entsteht eine Verwirrung, kopflos wird die Hintermannschaft und die Alemannen gehen mit Feuereifer ans Werk. Nachdem Strobel als Rechtsaußen seit der Pause tätig ist und Langhammer halbrechts spielt, klappt es besser und so kann Alemannia zwei Minuten vor Schluss die stark durcheinandergewürfelte Wacker-Mannschaft zum dritten Male durch den Linksaußen Lieback schlagen. Wacker ist seiner eigenen Spielweise zum Opfer gefallen. Bald ist Schluss und Alemannia verlässt freudestrahlend als Sieger den Platz. Eckenverhältnis 1:1.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Lieback

2:2 Lieback (83.min.)

2:3 Lieback (88.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Kurzawa, Steuer, Keipus, Haberland, Langhammer, Priem, Brenzke, G. Strobel, Lieback

6. Spieltag der Gau A-Klasse am 09.10.1932

SC Corona 1910 Neupetershain - FC Alemannia Großräschen 1:5 (0:3)

Corona trat in bester Besetzung an, bei Alemannia fehlte der Linksaußen Lieback, der erkrankt ist. Strobel musste seinen Posten einnehmen und tat dies auch zur Zufriedenheit. Der Anpfiff von Raum, Hörlitz, sah den Petershainer Anstoß bei der Räschener Läuferreihe enden. Sofort tritt der Räschener Sturm in Tätigkeit, zunächst aber erfolglos. Erm lenkt einen gefährlichen Ball zur Ecke ab, die gehalten wird. Der Räschener Sturm, unter tatkräftiger Unterstützung vom Mittelläufer Keipus, liefert nunmehr ein wunderbares Spiel, so dass bei Corona die Läuferreihe in der Verteidigung aushelfen muss. Eine Chance vergibt Strobel. Bange Minuten hat Corona zu überstehen. Nach zehn Minuten wird die Entscheidung herbeigeführt. Ein Angriff der Alemannen endet kurz vor dem Tor, der Halbrechte Langhammer erwischt den Ball kurz vor dem Aus und gibt ihn zurück, wo der Ball von einem Corona-Verteidiger ins Netz rollt. Jetzt nimmt der Kampf an Schärfe zu, und auch Corona kommt gut vor. Der Räschener Langhammer schießt nach fünf Minuten Nummer 2. Die Räschener Hintermannschaft vereitelt jeden Erfolg. Wehnert im Petershainer Tor muss verschiedene Sachen meistern, jedoch einen Flankenschuss verpasst er, aber im Tor steht noch ein Coronaspieler, der den Ball mit der Hand hält. Den hierauf folgenden Elfmeter schießt Priem in sicherer Manier zum dritten Erfolg für Alemannia ein.

Nach der Pause hat Corona umgestellt und wird überlegen. Die Überlegenheit führt zum Ehrentor. Nach zehn Minuten geht Alemannia wieder aus sich heraus, der Sturm kämpft sich wieder gut durch und der Mittelstürmer Priem schießt unhaltbar den vierten Erfolg für seine Farben ein. Scharf wird der Kampf weitergeführt und Raum muss des öftern die Gemüter beruhigen. Räschens Überlegenheit hält an und Langhammer schießt wundervoll das 5. Tor. Der Rechtsaußen Eis muss wegen grober Unfairness vom Platze. Bald ist Schluss, nachdem Erm noch einige Schüsse meistert. Ecken 4:3 für Räschen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Eigentor

0:2 Langhammer

0:3 Priem (Handelfmeter)

1:4 Priem

1:5 Langhammer

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Raum (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

Erm -

7. Spieltag der Gau A-Klasse am 16.10.1932

FC Alemannia Großräschen - VfB Klettwitz 1913 1:7 (0:?)

Vor über 1000 Zuschauern wurde in Räschen das mit Spannung erwartete Spiel unter Leitung des Schiedsrichters Raum-Hörlitz ausgetragen. Eine Überraschung gab es insofern nicht, als der Tabellenführer einen klaren Sieg errang. In der ersten Halbzeit verschoss Räschen einen Elfmeter, das 7. Tor für den VfB wurde durch Elfmeter erzielt. Kurz vor Schluss erzielten die Räschener ihr Ehrentor.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:7

 

Zuschauer: 1100


Schiedsrichter: Raum (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

 

8. Spieltag der Gau A-Klasse am 30.10.1932

SVgg 1924 Annahütte - FC Alemannia Großräschen ausgef.

9. Spieltag der Gau A-Klasse am 06.11.1932

FC Alemannia Großräschen - VfB Senftenberg 1910 3:4 (1:2)

Wenn der VfB Senftenberg in Räschen zum Spiel erscheint, so sind die Voraussetzungen für einen Großkampftag schon immer gegeben. Mit größter Spannung sah man dem Ausgang entgegen, leider sollte die Veranstaltung mit einem Misston enden. Einige Räschener Spieler und Zuschauer verloren kurz vor Schluss die Nerven. Der Schiedsrichter Raum hatte ja, dies muss zugegeben werden, einen schwarzen Tag, aber trotzdem muss man auch die Fehler eines Schiedsrichters verzeihen.

Raum aus Hörlitz holt die Spielführer zur Mitte und Senftenberg hat die Wahl und nimmt den Wind zum Bundesgenossen. Die Mannschaften stehen wie folgt:

Räschen: Erm; Hildebrandt, Kurzawa; Haberland, Keipus, Steuer; Noack, Langhammer, Priem, Brenzke, Lieback

Senftenberg: Noatnick; Fritz, Woidt; Skoring, Pohl, Nowack; Boges, Dutschmann, Derling, Adamkiewitz, Hollask

Zu Anfang hat Senftenberg nur 9 Mann zur Stelle, aber nach wenigen Minuten ist die Mannschaft vollständig. Senftenberg legt mächtig los, Räschen hat sich noch nicht gefunden. Langsam kommt auch Räschen in Tritt, aber die VfB-Verteidigung klärt sicher. Noack bricht durch, gibt eine schöne Flanke, aber Brenzke verschießt. Gefährlich wird auch Senftenberg, aber zunächst erfolglos. Bei einem Vorstoß der Räschener wird der Torwächter Noatnick verletzt und muss vom Platz getragen werden. Senftenberg spielt mit 10 Mann und in dieser Zeit kommt Räschen zum Führungstor. Bald kommt Noatnick wieder und nimmt seinen Posten ein. Senftenberg liegt wieder im Angriff. Bald ist der Ausgleich erzielt. Nun legen die Alemannen wieder Tempo vor, der Rechtsaußen Noack bricht durch, seine Flanke kommt vors Tor, Brenzkes Kopfball hält Noatnick sicher. Senftenberg kann kurz vor der Pause den 2. Erfolg erzielen.

Nach der Pause führt Alemannia ein besseres Spiel vor. Brenske schafft den Ausgleich. Aber Senftenberg lässt nicht locker und gar bald ist durch einen 3. Treffer die Führung wiederhergestellt. Alemannia wird aus dem Konzept gebracht und im Anschluss an den Führungstreffer kann Boges sogar Nr. 4 für seine Farben erzielen. Räschen wird überlegen. Aus guter Position kann Langhammer den 3. Erfolg erzielen. Weiterhin greift Räschen ungestüm an, während sich die Senftenberger nur auf vereinzelte Durchbrüche verlegen. Nichts will den Alemannen mehr gelingen, trotzdem sich sehr viele Torgelegenheiten bieten. Aber in Noatnick hat Senftenberg einen sicheren Hüter. Nervös werden Spieler und Zuschauer und Langhammer muss den Platz verlassen. Trotzdem bleibt Räschen weiterhin tonangebend, aber nichts gelingt und bei einem Streitfall muss sogar Haberland auf Geheiß des Schiedsrichters vom Platz. Die Zuschauer werden ungeduldig über eine Fehlentscheidung des Unparteiischen und die Platzkommission hat alle Hände voll zu tun. Langsam nähert sich das Spiel dem Ende. Ein Strafstoß in der letzten Minute, von Lieback gut geschossen, wird eine Beute Noatnicks.

Die annähernd 500 Zuschauer verließen unzufrieden den Platz, hatte man doch mehr erwartet, zumal der Schiedsrichter eine recht schwache Leistung bot.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0

2:2 Brenzke

3:4 Langhammer

 

Zuschauer: 500


Schiedsrichter: Raum (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Kurzawa, Haberland, Keipus, Steuer, Noack, Langhammer, Priem, Brenzke, Lieback

10. Spieltag der Gau A-Klasse am 13.11.1932

SC Hertha 1915 Hörlitz - FC Alemannia Großräschen 2:3 (2:1)

Auf dem Herthaplatz in Hörlitz standen sich die beiden Mannschaften im Punktspiel gegenüber. Beide hatten Ersatzleute in ihren Reihen. Räschen trat sogar nur mit 10 Mann an. Der überaus starke Wind beeinträchtigte das Spiel sehr. Hörlitz nimmt den Wind zum Bundesgenossen. Unterstützt durch den starken Wind ist Hertha im Angriff und Alemannias Deckung hat alle Mühe, das Tor rein zu halten. Erm im Tor und Hildebrandt in der Verteidigung müssen schwer kämpfen. Nach 20 Minuten kann Hörlitz die Überlegenheit durch den 1. Treffer zum Ausdruck bringen. Alemannia muss sich nur auf gelegentliche Durchbrüche beschränken. Bald kommt Hertha durch einen Fehler der Räschener Hintermannschaft zum 2. Erfolg. Die Angriffe der Alemannen werden nun gefährlicher. Durch einen Bombenschuss des Räschener Lieback wird der 1. Treffer erzielt.

Nach der Pause übernimmt Räschen, mit dem Winde spielend, das Kommando. 1/4 Stunde nach der Halbzeit tritt bei Räschen der 11. Spieler ein. Ein Zuschauer aus Räschen hatte sich umgezogen, und nun wird Räschen mit der vollen Mannschaft noch besser und der Mittelstürmer Priem erzielt bald den Ausgleich. Immer weiter greift Alemannia ungestüm an und es sieht sehr kritisch für die Hörlitzer aus. Lieback bringt seinen Verein durch einen 3. Erfolg in Führung. Von nun an artet das Spiel aus und Ballus als Schiedsrichter muss des öfteren eingreifen. Alemannia bekommt einen Elfmeter zugesprochen, der aber, von Lieback schwach geschossen, vom Hörlitzer Torwächter gehalten wird. Das Spiel nimmt harte Formen an. Es muss wegen einiger Zuschauer unterbrochen werden und erst nach 3 Minuten wird es fortgesetzt. In den letzten 10 Minuten war Alemannia fertig und Hertha drückt mächtig. Erm hat bange Minuten zu überstehen, aber Räschens Hintermannschaft ist auf dem Posten und der knappe Vorsprung wird gehalten.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

2:1 Lieback

2:2 Priem

2:3 Lieback

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

Erm -

11. Spieltag der Gau A-Klasse am 20.11.1932

FC Alemannia Großräschen - BV Zschipkau 5:2 (2:1)

Glänzend gelang es den Alemannen am Sonntag, für die beim 1. Spiel in Zschipkau erlittene hohe 6:1-Niederlage Revanche zu nehmen. In einem Spiel, so wie wir es immer zu sehen wünschen, fair, ritterlich und reich an spannenden Momenten wurden die zweimal 45 Minuten absolviert und befriedigt verließ jeder den Platz.

Die Zschipkauer mussten auf Paschke als Mittelläufer verzichten, sonst trat die Mannschaft in der üblichen Besetzung an. Die Mannschaft hat sich trotz der Niederlage, das sei hier ausdrücklich gesagt, gut geschlagen.

Die Räschener hatten für zwei Spieler Ersatz einzustellen, jedoch bewährte sich dieser. Großen Anteil an dem Sieg hatte der Mittelläufer Keipus, welcher erneut seine repräsentative Form unter Beweis stellte. Gut schlug sich bei Räschen auch die Verteidigung, wo vor allen Dingen Hildebrandt besonders glänzte. Im Sturm spielte man auch verständnisvoll, zumal die Flügelleute gut bedient wurden und der Mittelstürmer Priem die Bälle gut verteilte. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass durch die gute Leistung von Peikert als Schiedsrichter das Spiel guten Anklang fand.

Reichlich 300 Zuschauer waren erschienen. Zschipkau spielt mit Wind. Der Anstoß von Räschen führt vor das grünweiße Tor und wird sicher abgewehrt. Eine leichte Überlegenheit der Räschener ist zu verzeichnen, aber brenzliche Sachen werden eine sichere Beute der stabilen Verteidiger Koschack und Grabowski. Priem gelingt es, den 1. Treffer zu erzielen. Nach Anstoß der Grünen geht Räschen wieder in die Zschipkauer Hälfte, aber Noack verschießt einen sicher scheinenden Erfolg. Gleich darauf hat Brenzke Pech und findet sein Schuss ebenfalls nicht den Weg ins Netz. Nach 30 Minuten landet Priem einen schwachen Schuss aufs Tor, der Torwächter liegt am Boden und muss zusehen, wie der Ball langsam die Linie überschreitet. Räschen führt bereits 2:0. Jetzt endlich werden die Ballspielleute mobil und die Alemannen werden in ihrer Hälfte eingeschnürt. Schwer wird auf beiden Seiten gekämpft. Zschipkau bleibt überlegen und nutzt die Überlegenheit durch einen Erfolg des Halbrechten aus. Räschen wird immer noch in der eigenen Hälfte festgehalten und der Ausgleich hängt in der Luft. Jedoch bleibt dieser den Grünweißen versagt, denn der Pausenpfiff bringt den Alemannen die Erlösung.

Nach der Halbzeit hat Alemannia die Schwächeperiode überwunden und nimmt sofort wieder das Kommando. 2 Ecken für Alemannia folgen; die erste Ecke wird abgewehrt, aber die 2. Ecke bringt durch Use den 3. Erfolg. Jetzt geht der Verteidiger Koschack von Zschipkau in den Sturm. Schon klappt es besser; es dauert auch nicht lange und Koschack bringt seinen Verein auf 3:2 heran. Damit hatte aber Zschipkau sein Pulver verschossen, zumal Bielagk sehr unter einer Verletzung leidet, und Alemannia wieder mächtig aufdreht. Priem ist es, welcher im Liegen aus ganz spitzem Winkel für seine Farben den 4. Treffer anbringt. Zschipkau gibt sich geschlagen, denn Räschen belagert förmlich das Zschipkauer Heiligtum. Vier Minuten vor Schluss schießt Räschens Mittelläufer Keipus aus dem Hinterhalt Nr. 5 und Alemannia kann als verdienter Sieger den Platz verlassen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Priem

2:0 Priem (30.min.)

3:1 Use

4:2 Priem

5:2 Keipus (86.min.)

 

Zuschauer: 300


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

 

12. Spieltag der Gau A-Klasse am 27.11.1932

FC Alemannia Großräschen - SC Corona 1910 Neupetershain 5:1 (3:0)

Nach den guten Erfolgen, die die Corona-Mannschaft in den letzten Spielen errungen hatte, war man gespannt auf das Spiel gegen die eifrigen Alemannen. Obwohl Alemannia auf Ersatz zurückgreifen musste, gelang den Räschenern ein überzeugender Sieg. Corona trat mit voller Mannschaft, verstärkt durch Klein als Mittelstürmer, an. Aber die Mannschaft der Petershainer bot so mäßige Leistungen, dass das Spiel zuweilen langweilig wirkte. Ballus, Klettwitz, als Schiedsrichter gab sich erdenkliche Mühe, beiden Teilen gerecht zu werden.

Gleich vom Anstoß weg entwickelte sich ein flottes Tempo. Beide Vereine haben zunächst nur zehn Mann zur Stelle. Bei Räschen tritt Use als elfter Mann ein. Ein flotter Angriff der Stürmer und schon sitzt Nr. 1 durch den eben eingetretenen U. Jetzt kommt auch der elfte Coronaspieler. Klein, der Stern der Petershainer, wird gut gedeckt. Nach zehn Minuten wieder ein Vorstoß der Alemannen und Use hat den zweiten Treffer erzielt. Von nun an entwickelt sich Mittelfeldspiel und abwechselnd kommen beide Tore in Gefahr. Viele Chancen der Räschener werden durch Abseits verdorben. Langsam übernimmt Alemannia wieder das Kommando. Die Überlegenheit wird durch einen dritten und vierten Treffer ausgedrückt, aber beide Tore werden wegen Abseits nicht gegeben. Endlich, kurz vor der Pause, ist Räschen wiederum durch Use erfolgreich.

Nach der Halbzeit drängt zunächst Corona mächtig. Die Drangperiode bringt den Petershainern den einzigen Erfolg bei einer Drängelei vor Erms Heiligtum. Use muss wegen einer Unfairness vom Platz. Aber Alemannia lässt sich nicht ins Bockshorn jagen und trotz der vier Stürmer muss sich Corona mächtig strecken. Priem, Alemannias Mittelstürmer, schießt unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer das vierte Tor. Mit zehn Mann schnürt Alemannia die Petershainer ein und Brenzke schießt fünfzehn Minuten vor Schluss das fünfte Tor. Ungestüm greifen die flinken Alemannen an, aber verschiedene sichere Sachen werden vergeben.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Use

2:0 Use

3:0 Use

4:1 Priem

5:1 Brenzke (75.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

13. Spieltag der Gau A-Klasse am 04.12.1932

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker Naundorf 4:0 (3:0)

Das letzte Verbandsspiel der diesjährigen Saison hatte Alemannia am Sonntag auf eigenem Platze auszutragen, da die restlichen Spiele auswärts stattfinden. Über vierhundert Zuschauer hatten sich trotz des regnerischen Wetters eingefunden. Alemannia hatte unter Besetzungsschwierigkeiten zu leiden. Der Standartverteidiger Hildebrandt sagte ab und außerdem musste für zwei entrechtete Spieler Ersatz eingestellt werden.

Wacker Naundorf hatte seine zur Zeit beste Mannschaft aufgeboten und sie hat trotz der Niederlage nicht enttäuscht. Raum, Hörlitz, gibt nach 2 Uhr den Ball frei und das Spiel beginnt mit einem ungeheuren Ansturm der Wackerleute, von der ersten Minute an Tempo im Spielgeschehen. Alemannia braucht ein Weilchen, ehe sich die Mannschaft findet. In den ersten fünf Minuten hat Erm im Räschener Tor bange Minuten zu überstehen und eine recht kritische Situation endet mit der ersten Ecke für Naundorf. Leichtsinniges Spiel des Naundorfer Torhüters kostet beinahe einen Erfolg. Alemannias Läuferreihe kämpft unermüdlich gegen den Ansturm der Wackerleute und auf der Gegenseite ist es die stabile Verteidigung, die Räschens Stürmer in Schach hält. In der fünfzehnten Minute wird der Bann gebrochen. Räschens Fünferreihe geht durch, der Rechtsaußen Noack bekommt den Ball gut vorgelegt und mit wunderbarem Schrägschuss schießt er unhaltbar das erste Tor. Der Naundorfer Hüter zeichnet sich verschiedene Male als Meister seines Faches aus. Drei Minuten vor der Pause ein scharfer Schuss aufs Tor, der Torwächter hält den Ball, lässt ihn aber fallen und der hinzueilende Lieback schießt das zweite Tor für Räschen. Anstoß, und schon haben die Alemannen wieder den Ball und schnüren die Naundorfer wieder ein. Die letzte Sekunde vor dem Pausenpfiff bringt Alemannia durch den Mittelstürmer Priem den dritten Erfolg.

Nach der Pause wieder verteiltes Spiel, denn die Wacker-Mannschaft hat sich wieder erholt. Räschen gibt sich mit dem Vorsprung von drei Toren anscheinend schon zufrieden, denn es wird in der Hintermannschaft vielfach ausgeholfen. Verzweifelt kämpft Naundorf. Nichts gelingt den Wackerleuten und einige Spieler werden mutlos. Alemannia wird nach viertelstündigem Spiel offensiver und der Mittelstürmer Keipus zeigt sich als Führer seiner Mannschaft. Zwei und drei Spieler werden abgeschüttelt und immer wieder gibt er seinen Stürmern den Ball. In der Fünferreihe verteilt Priem die Bälle immer zum freien Mann, aber alle noch so gut gemeinten Angriffe scheitern an der Naundorfer Hintermannschaft. Nach fünfundzwanzig Minuten gelingt den Alemannen der vierte Treffer durch Use nach guter Linksvorlage.

Naundorf gint sich geschlagen und Alemannia bleibt weiter überlegen. Erfolge werden jedoch nicht mehr erzielt und die restlichen zwanzig Minuten schaffen noch kritische Momente auf beiden Seiten. An dem Ergebnis ändert sich nichts mehr, obwohl Wacker Naundorf den Ehrentreffer verdient hätte.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Noack (15.min.)

2:0 Lieback (42.min.)

3:0 Priem (45.min.)

4:0 Use (70.min.)

 

Zuschauer: 400


Schiedsrichter: Raum (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

Erm -

14. Spieltag der Gau A-Klasse am 11.12.1932

VfB Klettwitz 1913 - FC Alemannia Großräschen 2:1 (1:1)

Zum letzten Verbandsspiel des VfB gegen Alemannia, das Klettwitz recht knapp und erst nach hartem Kampfe gewann, erschien der Schiedsrichter Kupsch, Senftenberg, dem sich die Mannschaften in folgender Besetzung stellten:

VfB: Hamann; Mackowiak, Popiol; Klonowsky, Mittich, Hartnick; drei Gebrüder Mackowiak, Leo, Nitsche.

Alemannia: Erm; Hildebrand, Kurzawa; Steuer, Keipus, Homann; Noack, Use, Priem, Brenzke, Lieback.

Beim Platzbesitzer muss Ballus seiner Verletzung wegen immer noch pausieren und bei den Gästen fehlt der halbrechte Stürmer Langhammer sowie der disqualifizierte Haberland. Die beiden Ersatzleute Use und Steuer passen sich dem Mannschaftsgefüge gut ein.

VfB hat Platzwahl und der erste Angriff des rechten Alemannia-Flügels wird vom Anstoß weg von Klonowsky abgeschlagen. Der Platzbesitzer antwortet im Gegenangriff. Josef Mackowiak kommt zum Schuss, den Erm sicher im Sprung pariert. Schon nach fünf Minuten täuscht der Klettwitzer Sturmführer Erm und erzielt das Führungstor. Bald darauf kommt Räschen mehr auf. Einen Schuss von Use pariert Hamann. Auch Erm muss wieder an die Arbeit. Ein kritischer Augenblick entsteht am VfB-Tor, als Hamann außerhalb des Strafraums ist; jedoch können Alemannias Stürmer die Situation nicht ausnutzen. Bei leichter Überlegenheit der Gäste sieht man nun verteiltes Spiel. Räschen kommt zu vier ergebnislosen Ecken, Klettwitz dagegen nur zu einer. Bei einem Gedränge am Klettwitzer Tor drückt Lieback den Ball ins Tor.

Nach der Pause haben Nitsche und der Mittelstürmer gewechselt, aber nicht zum Vorteil, und deshalb gehen sie dann auch wieder nach längerer Zeit auf ihre Stellungen zurück. VfB ist im Angriff und verbessert durch vier aufeinander folgende Ecken das Verhältnis auf 5:4 für sich. Nitsche hebt die Kugel aus drei Meter Entfernung über die Latte. Auf der anderen Seite geht es Priem und Lieback ähnlich. Das Klettwitzer Schlussdreieck steht fest in der Abwehr. Auf beiden Seiten fallen wieder einige Ecken. Beinahe macht Alemannia ein Selbsttor. Klettwitz hat die Offensive wieder ergriffen. In der fünfunddreißigsten Minute schießt Josef Mackowiak auf Vorlage von Nitsche den Siegestreffer. Beiderseits gehen die Spieler in den restlichen Minuten nochmals mit einem Rieseneifer ans Werk. Ein ganz schweres Kaliber setzt Joh. Mackowiak von dreißig Meter an den Pfosten und Priem vergibt auf der anderen Seite, freistehend, den Ausgleich. Der hartgefrorene Boden stellt an die Spieler ganz andere Anforderungen als sonst, auch musste der Ball nach dem Aufschlagen ganz anders berechnet werden, weil er oftmals Effet bekam. Eckenverhältnis 7:6 für Klettwitz.

Mit dem gestrigen Siege hat der neue Meister also die diesjährige Serie ungeschlagen beendet.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 Lieback

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Kupsch (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Kurzawa, Steuer, Keipus, Homann, Noack, Use, Priem, Brenzke, Lieback

Daten aus dem Jahr 1933 liegen zur Zeit leider noch nicht vor...

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