Saison 1933/34

Liga: Bezirksklasse Lausitz

 

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgte eine beispiellose Gleichschaltungs- bzw. Verbotswelle gegen Vereine, Institutionen und Verbandsstrukturen. So wurde u.a. der Arbeitersport komplett zerschlagen und nur der Deutsche Fußball Bund (DFB) als Verband sowie Vereine der Turnerschaft und der katholischen Kirche (DJK) durften zunächst noch unter dem Dach des "Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen" (DRA) weiteragieren. Aber auch dem DRA war sein Ende beschienen. Am 5. Mai 1933 löste sich dieser Dachverband auf Druck der Nazis auf und machte damit den Weg frei für eine neue nationalsozialistische Organisationsstruktur im Sport, die sich zunächst in 15 Fachämter widerspiegelte, ehe sich diese Fachämter am 9. März 1934 zum "Deutschen Reichsbund für Leibesübungen" (DLR) zusammenschlossen. Als Vorsitzender des DLR wurde der SA-Gruppenführer Hans von Tschammer und Osten eingesetzt, der dann ab dem 19. Juli 1933 zum Reichssportführer ernannt wurde. Trotz aller Schwüre und Unterwerfungen den neuen Machthabern gegenüber (z.B. die reichsweite Einführung des Hitlergrußes vor Spielbeginn ab dem 7. August 1933) zog das Gleichschaltungsgesetz vom 31. März 1933 dem DFB schlichtweg den Teppich unter den Füßen weg. Aufgrund dessen fand am 9. Juli in Berlin ein außerordentlicher Bundestag des DFB statt, bei dem der Vorsitzende Felix Linnemann beauftragt wurde, alle Maßnahmen durchzuführen, um den DFB an die neuen Strukturen anzupassen. Damit war auch das vorübergehende Ende des DFB besiegelt, der zwar auf dem Papier formal noch bis 1940 weiterexistierte, aber in der Praxis keinen Wirkungseinfluss mehr besaß. Aber was bedeuteten nun diese Umstrukturierungen konkret? Die dem DFB untergeordneten Regionalverbände verschwanden, an ihre Stelle wurden die Vereine nun den territorial neu gegründeten Gauen zugeordnet. Das hatte zur Folge, dass große Teile der Region Lausitz, bis dahin zum "Südostdeutschen Fußballverband" gehörend, nun in den Gau Berlin-Brandenburg eingegliedert wurden. Der Kreis Hoyerswerda kam dagegen zum Gau Sachsen. Die Organisationsstruktur sah jeweils eine eingleisige Gauliga vor, deren Unterbau die Bezirksklassen bildeten, während die einzelnen Kreise ihre Ligen in Kreisklassen aufteilten. Für den Gau Berlin-Brandenburg bedeutete dies in der Folgezeit eine sehr berlinlastige Gauliga, die nur ab und zu von einem "Provinzverein" vervollständigt wurde. Darunter wurden die Unterbezirke Potsdam/Berlin (I) und Frankfurt (Oder)/Lausitz (II) geschaffen, die jeweils eigene Bezirksklassen bildeten. Den Unterbezirk II gliederte man für die Saison 1933/34 in die Bezirksklassen Frankfurt/Oder und Lausitz auf. Aufgrund des starken zweiten Platzes in der Gau-A-Klasse Senftenberg der Vorsaison stieg der FC Alemannia Großräschen quasi nachträglich noch auf, wurde in die Bezirksklasse Lausitz eingereiht und konnte nun seine Kräfte mit den starken Vereinen aus Cottbus und Forst messen. Dazu aber später mehr. Zunächst stand noch die Frage im Raum, was man mit den vielen Fußballern aus dem Arbeitersport machen sollte? Denn da waren teilweise richtig gute Kicker bei, auf die die gestandenen bürgerlichen Vereine natürlich mehr als scharf waren. In fast jedem größeren Ort gab es nämlich sowohl einen DFB- als auch einen Arbeitersportverein. In Großräschen waren das bekanntlich Alemannia (DFB) und Vorwärts (ATSB), in Annahütte SVgg 1924 (DFB) und "Sturm" (ATSB), in Zschipkau BV (DFB) und Askania (ATSB), in Neupetershain Corona (DFB) und Vorwärts (ATSB) und in Marga der SV (DFB) sowie "Sturm" (ATSB). Diese Liste könnte man noch beliebig weiterführen. Laut einer DFB-Empfehlung sollten keine Vereine aus dem Arbeitersport in den DFB-Spielbetrieb aufgenommen werden. Dies wurde in der Niederlausitz auch größtenteils so umgesetzt. Nur wenige Vereine blieben in ihrer Existenz bestehen, benannten sich aber später um (z.B. SV Vorwärts Petershain in SV 1919 Petershein oder die TuSVgg Harmonie Senftenberg 2 in SC Senftenberg 2). Zumeist kam es zu innerörtlichen Vereinsübertritten. Zwar galt auch hier offiziell eine Richtlinie die besagte, dass der neu in den Verein eintretende Spieler ein entsprechendes Erklärungsformular (Bekenntnis zum Nationalsozialismus) ausfüllen- und zwei Bürgen, die schon vor dem 1. Januar 1933 einer NS-Organsiation angehörten, vorweisen müsste, aber offensichtlich nahm man diese Richtlinie zumindest "auf dem Lande" nicht all zu genau, denn wer nicht gerade politisch im extremen Kontra zu den neuen Machthabern stand, konnte relativ problemlos in den bürgerlichen Verein überwechseln. Dies beweist auch die große Anzahl an neuen, teilnehmenden Mannschaften am Spielbetrieb 1933/34. So trat der FC Alemannia Großräschen gleich mit 5 Mannschaften zu den Meisterschaften an, der VfB Senftenberg 1910 brachte es sogar auf 7! Für die Spielerwechsel in Großräschen sollen hier stellvertretend die Spieler Rumstich und Jannaschk genannt werden, die es im Arbeitersport beim SC Vorwärts Großräschen sogar zu Auswahlehren geschafft hatten. Beide wirkten beispielsweise in einer Lausitzer Kreisauswahl bei einem Spiel in Dresden gegen eine Sachsenauswahl mit. Rumstich wurde zudem auch noch einmal gegen die Olympiaauswahl Polens (2:3 in Annahütte vor 2000 Zuschauern) berufen und zählte dort zu den Besten. Da Vorwärts Großräschen in den Jahren bis zum Verbot der Arbeitersportbewegung auch zu den fußballerischen Schwergewichten in der Lausitz zählte (u.a. Bezirksmeister in der Saison 1930/31), bekam der FC Alemannia Großräschen demnach also viel sportliche Qualität hinzu und profitierte in dieser Hinsicht zugegebenermaßen vom politischen Machtwechsel. Dies traf, nebenbei erwähnt, auch ganz klar auf den Fußball in Marga zu, denn die stärkste Mannschaft der Lausitz im Arbeiterfußball zu jener Wendezeit war unumstritten "Sturm" Marga, die nach dem Verbot fast vollständig zum bürgerlichen SV Marga überwechselten und diesen Verein alsbald in die Beletage des Lausitzer Fußballs führen sollten.

Der FC Alemannia Großräschen nun also überregional! Aber wie kam es nun zu der Zusammensetzung der neuen Bezirksklasse? Aus der Bezirksliga Niederlausitz der Vorsaison blieben nur noch der FV Brandenburg 1899 Cottbus, der FC Askania 1901 Forst und der SC Wacker 09 Ströbitz übrig. Da in Cottbus und Forst Pläne zur Bildung von Großvereinen gegen jeden Widerstand durch die lokalen Nazigrößen durchgesetzt wurden, (zwangs)fusionierten in der Sommerpause 1933 der Niederlausitzer Meister Cottbuser FV 1898 und der Cottbuser SC Friesen zum FV Cottbus-Süd und wurde als Lausitzer Vertreter in die neugeschaffene Gauliga Berlin-Brandenburg eingegliedert. Die Vereine FV Brandenburg 1899 Cottbus und SC Viktoria 1897 Cottbus sowie der SC Union 1905 Cottbus und der SC Wacker 09 Ströbitz bildeten zunächst Spielgemeinschaften, die aber nur wenige Wochen hielten und dann nach internen Streitigkeiten wieder zerbrachen. Ähnlich sah es in Forst aus. Hier schlossen sich Deutschland und Amicitia Forst sowie Viktoria und Fortuna Forst zu Spielgemeinschaften zusammen. Zum eigentlichen Zusammenschluss kam es jedoch nur bei Viktoria und Fortuna, die ab dem 25. März 1934 unter dem Namen FC 1901 Forst weiterspielten. Die restlichen beiden verbliebenen Bezirksligisten wechselten die Spielklasse bzw. das Zuständigkeitsgebiet. Der SV Hoyerswerda 1919 wurde in den Spielbetrieb des Gaues Sachsen integriert, der 1. FC Guben wechselte in die Bezirksklasse Frankfurt/Oder. Aus der Gau-A-Klasse Senftenberg rückten neben dem FC Alemannia Großräschen auch noch der Meister VfB Klettwitz 1913 sowie der VfB Senftenberg 1910 zur Bezirksklasse auf. Komplettiert wurde das Teilnehmerfeld durch die SpVgg Calau und die SpVgg Finsterwalde. Auf welchem Wege die beiden letztgenannten Vereine den Sprung in das Oberhaus schafften, bleibt aufgrund der fehlenden Unterlagen für das Jahr 1933 ("Senftenberger Anzeiger") noch unklar.

Gegen diese namhafte Konkurrenz und unter den weiter oben geschilderten Umständen startete der FC Alemannia Großräschen nun in das große unbekannte Abenteuer Bezirksklasse. Bis zum Jahresende 1933 zeigte man wohl noch etwas Nerven und ließ auch einige unnötige Punkte liegen, so dass nach dem 10. Spieltag ein Platz im unteren Mittelfeld zu Buche stand. Zu diesem Zeitpunkt hätte keiner im Großräschener Lager zu träumen gewagt, welch dramatischer Saisonverlauf noch folgen sollte. Nach einem Spielausfall gegen Wacker Ströbitz empfing Alemannia eine Woche später am 12. Spieltag den bis dahin führenden Spitzenreiter SpG Viktoria/Fortuna Forst. Vor 600 begeisterten Zuschauern besiegten die Hausherren den großen Favoriten mit 6:5 und starteten damit eine grandiose Siegesserie. In den nächsten Wochen wurden die SpVgg Calau (4:0), Brandenburg Cottbus (3:2), VfB Klettwitz (2:0 vor 1500 Zuschauern!) und die SpVgg Finsterwalde (4:1) geschlagen vom Feld geschickt und sich auf den 5. Platz vorgekämpft. Zwar gab es danach im Nachholespiel bei Wacker Ströbitz eine 1:2-Niederlage, jedoch sorgten die Erfolge in den beiden darauffolgenden Partien beim VfB Senftenberg (9:1!!!) und bei der SpG Deutschland/Amicitia Forst (3:2) für eine weitere Verbesserung der Tabellensituation. Die Konstellation vor dem letzten Spieltag hätte spannender nicht sein können. Der FC 1901 Forst und der FC Alemannia Großräschen standen mit 11 Minuspunkten an der Tabellenspitze, allerdings hatte Alemannia ein Spiel weniger ausgetragen. Und auch der VfB Klettwitz und Askania Forst rechneten sich bei 12 Minuspunkten noch Chancen auf die Meisterschaft aus. Der Ansetzer hätte die Dramaturgie nicht spannender gestalten können, denn genau an diesem alles entscheidenden Spieltag trafen diese vier Konkurrenten aufeinander. Großräschen musste bei Askania Forst ran, der FC 1901 Forst erwartete den VfB Klettwitz. Vor 700 Zuschauern führte Alemannia bereits mit 3:1, kassierte dann jedoch zwei Handelfmeter gegen sich, in Folge dessen die Platzbesitzer zum 3:3-Ausgleich kamen. Die Gäste gaben aber nicht auf und in der letzten Minute zeigte der Unparteiische erneut auf den Punkt. Diesmal Handelfmeter für den FCA. Jochmann, der erst kurz zuvor von den Sportfreunden Seiffersdorf nach Großräschen gewechselt war und bereits im Sommer zum VfB Klettwitz weiterzog, versagten jedoch die Nerven und es blieb nach 90 Minuten beim 3:3-Unentschieden. Nun schaute alles gebannt zum Forster Stadtnachbarn FC 1901. Große Erleichterung, als die Kunde vom ebenfalls 3:3-Remis gegen Klettwitz eintraf. Somit waren Askania Forst und der VfB Klettwitz aus dem Rennen um die Meisterschaft ausgeschieden und nur der FC Alemannia Großräschen hatte noch die Chance, den FC 1901 Forst vom Thron zu stoßen. Um dies zu schaffen, musste im letzten Meisterschaftsspiel ein hoher Sieg gegen Wacker Ströbitz her, um durch das bessere Torverhältnis doch noch Platz 1 zu erobern. 1700 erwartungsvolle Zuschauer strömten am 29. April 1934 auf den Alemannen-Platz, um das mögliche Fußballwunder live zu erleben. Aber wie meist bei solch wichtigen Partien spielten die Nerven bei den Gastgebern nicht richtig mit. Mit einer eher bescheidenen Leistung gewann man zwar mit 3:1, es fehlte jedoch genau ein Treffer, um im Torverhältnis die Nase vorn zu haben. So kam es zu der seltenen Konstellation, dass sowohl der FC 1901 Forst als auch der FC Alemannia Großräschen dasselbe Punkt- sowie Torverhältnis (damals im Divisionsverfahren ermittelt, beide lagen bei 1,5) hatten. Das hieß nach den damaligen Regularien Entscheidungsspiel. Dieses fand dann zu Himmelfahrt am 10. Mai 1934 in Guben statt und wurde zu einer eindeutigen Sache für den Favoriten. Mit 4:1 setzte sich der FC 1901 Forst schlussendlich verdient durch und wurde somit inoffizieller Lausitzer Fußballmeister. Er scheiterte dann allerdings in den Aufstiegsspielen zur Gauliga am Meister der Bezirksklasse Frankfurt/Oder, dem 1. FC Guben (0:3, 4:1 und 2:4), und verblieb somit in der Bezirksklasse Lausitz.

In der 1. Kreisklasse Senftenberg wurde der SV Marga mit den starken Neuzugängen aus dem Arbeitersport (siehe weiter oben) mit 7 Punkten Vorsprung auf den FC Ilse 1930 souveräner Meister und stieg als Senftenberger Vertreter zur Bezirksklasse auf.

Wie zu dieser Zeit üblich, absolvierte der FC Alemannia Großräschen zum Abschluss der Saison noch einige Gesellschaftsspiele. Beim Sportfest der DJK Großräschen besiegte man die DJK Wittichenau mit 4:0, gewann auch in Calau (3:1) und beim Ortsnachbarn FC Ilse 1930 (3:0) und patzte beim Heimspiel gegen die SpuSVgg Döbern (2:5). Mit einer letzten Partie vor dem Sommerspielverbot am 01.07.1934 gegen den Großenhainer FV (Ergebnis leider unbekannt) verabschiedete sich der FC Alemannia Großräschen von seinen treuen Fans mit dem guten Gefühl, die bisher erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte absolviert zu haben.

 

 

Trainer: /

 

Spiele:

Daten aus dem Jahr 1933 liegen leider noch nicht vor!

07.01.34 MS VfB Klettwitz 1913 - Alemannia 6:4
14.01.34 MS Alemannia - SC Wacker 09 Ströbitz ausgef.
28.01.34 MS Alemannia - SpG Viktoria/Fortuna Forst 6:5
11.02.34 MS Alemannia - SpVgg Calau 4:0
18.02.34 MS FV Brandenburg 1899 Cottbus - Alemannia 2:3
25.02.34 MS Alemannia - VfB Klettwitz 1913 2:0
04.03.34 MS Alemannia - SpVgg Finsterwalde 4:1
11.03.34 MS SC Wacker 09 Ströbitz - Alemannia 2:1
18.03.34 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia 1:9
30.03.34 TS

Alemannia - FC Ilse 1930

(Benefizspiel)

2:0
02.04.34 TS Alemannia - Polizei-SV Berlin 2:3
08.04.34 MS SpG Deutschland/Amicitia Forst - Alemannia 2:3
22.04.34 MS FC Askania 1901 Forst - Alemannia 3:3
29.04.34 MS Alemannia - SC Wacker 09 Ströbitz 3:1
10.05.34 ES

FC 1901 Forst - Alemannia

(in Guben)

4:1
13.05.34 TS

Alemannia - DJK Wittichenau

(Sportfest der DJK Großräschen)

4:0
27.05.34 TS Alemannia - SpuSVgg Döbern 2:5
03.06.34 TS SpVgg Calau - Alemannia 1:3
16.06.34 TS FC Ilse 1930 - Alemannia 0:3
01.07.34 TS Alemannia - Großenhainer FV 1897  

 

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften                                      Sp Tore Punkte
01. FC 1901 Forst                             18 66:44 24:12
  FC Alemannia Großräschen 18 60:40 24:12
03. VfB Klettwitz 1913 18 53:38 23:13
04. FC Askania 1901 Forst 18 48:39 23:13
05. VfB Senftenberg 1910 18 42:46 22:14
06. SpG Deutschland/Amicitia Forst 18 41:23 20:16
07. FV Brandenburg 1899 Cottbus 18 44:28 17:19
08. SC Wacker 09 Ströbitz 18 26:43 12:24
09. SpVgg Calau 18 28:52 10:26
10. SpVgg Finsterwalde 18 29:73 5:31

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Statistiken und Spielberichte

FC Alemannia Großräschen

Daten aus dem Jahr 1933 liegen zur Zeit leider noch nicht vor...

10. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 07.01.1934

VfB Klettwitz 1913 - FC Alemannia Großräschen 6:4 (3:3)

Mit diesem Spiel hat der VfB die 1. Serie beendet und durch den 6:4-Sieg über Räschen die Spitzenführung behauptet. Räschen war eine vollkommen gleichwertige Mannschaft. Die 500 Zuschauer erlebten einen rassigen Kampf, der von Anfang bis Ende mit aller Zähigkeit durchgeführt wurde. Dem Schiedsrichter Henry Meyer, Cottbus, stellten sich folgende 22 Spieler:

VfB: Hamann; Popiol, W. Mackowiak; Ballus, Stef. Müller (Ersatz), Hartnick; Rich. Müller (Ersatz), Leo und drei Gebr. Mackowiak.

Räschen: Erm; Hildebrandt, Krüger; Kraft, Rumstich, Brychci I; Brychcy II, Langhammer, Priem, Katsch und Lehmann.

Vom Gästeanstoß weg wird ein flottes Tempo ins Spiel getragen, doch beiden Mannschaften fehlt der Zusammenhalt. Der Ersatz-Mittelläufer von Klettwitz arbeitet unverwüstlich und versorgt den Sturm mit weiten Vorlagen. Rich. Müller nimmt auf der Außenlinie auf, arbeitet sich gut durch, flankt sauber zur Mitte, wo Leo Posten steht, und obwohl er von drei Räschenern bedrängt ist, zieht er das Leder über sich ins Netz. Das in der 4. Minute! Die nächste Ausbeute des Platzbesitzers sind 2 Ecken, die aber Erm im Gästetor mit größter Ruhe klärt. Räschen mcht sich allmählich frei und kann wiederholt gefährlich werden. In der 12. Minute glückt dem Mittelstürmer dann auch der Ausgleich. Trotz der schlechten Platzverhältnisse wird das Tempo noch schärfer und beide Mannschaften geben ihr Bestes her. In der 26. Minute glückt Räschen sogar der Führungstreffer. Nach einem Eckball verlässt Hamann sein Heiligtum, um die Situation zu klären. Er faustet einem Gästespieler vor die Füße, der aus der Luft aufs Tor knallt. Der Ball springt von Ballus ins eigene Tor. Durch diesen billigen Erfolg angespornt, legt sich Räschen mächtig ins Zeug. Auch Klettwitz geht ganz aus sich heraus, immer wieder dringt der Sturm nach vorn, doch nichts will gelingen. Räschen verwirkt einen Strafstoß. Der "Spezialist" Hartnick setzt einen hohen Bogenschuss aufs Tor, den Erm nur noch mit den Fingerspitzen berührt und den Ball zum zweiten Male aus dem Netz holen muss. Den Wiederanstoß fängt Menne ab, geht auf und davon und sein prächtiger Alleingang ist vom dritten Erfolg gekrönt. Erm wirft sich dem Schuss entgegen, doch zu spät. Räschen gelingt noch vor dem Pausenpfiff der Ausgleich.

Das flotte Tempo setzt auch in der zweiten Halbzeit ein. Klettwitz wird abermals überlegen und im Anschluss an zwei weitere Ecken kann der Halblinke Mackowiak den 4. Erfolg erzielen. Räschen kämpft unentwegt weiter. Schuss auf Schuss folgt auf Erms Heiligtum, doch er meistert in jeder Lage. In der 25. Minute kann Räschen nochmals den Gleichstand herstellen. Klettwitz will unbedingt gewinnen, denn der Endspurt lässt noch einmal die ganze Fußballkunst aufspielen. Die Kombinationsmaschine der Fünferreihe kommt auf volle Touren. Leo gelingt das 5., Menne das 6. Tor kurz danach. Damit ist das Schicksal der Gäste besiegelt. Der Sieg der Klettwitzer ist verdient. Eckenverhältnis 14:8 für den VfB. Henry Meyer leitete streng, aber gerecht.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Priem

1:2

3:3

4:4

 

Zuschauer: 500


Schiedsrichter: H. Meyer (Cottbus)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Krüger, Kraft, Rumstich, Brychcy I, Brychcy II, Langhammer, Priem, Katsch, Lehmann

11. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 14.01.1934

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker 09 Ströbitz ausgef.

12. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 28.01.1934

FC Alemannia Großräschen - SpG Viktoria/Fortuna Forst 6:5 (3:3)

Alemannia Räschen oho!

 

Annähernd 600 Zuschauer erlebten am gestrigen Sonntag auf dem Alemannen-Sportplatz einen grandiosen Kampf, bei dem es einen reichen Torsegen gab. Räschen musste noch auf seinen Linksaußen Jannaschk verzichten. Für ihn spielte Priem II. Bei den Gästen fehlte Röseler. Den Mittelläuferposten nahm der lange Leopold ein.

Dem Kampf wohnte Gaurechtswart Wolz und Kreisführer Fiekas bei. Unter der Führung des Schiedsrichters Schneider, Wacker Ströbitz, betraten die Mannschaften den Platz.

Mit einem flotten Tempo eröffnen die Räschener das Spiel. Kaum sind zwei Minuten Spielzeit vergangen, da klingelte es schon im Forster Heiligtum. Smantek, der linke Verteidiger der Gäste, will einen halbhohen Ball abwehren, rutscht dabei aus, und im Nachsetzen schießt Langhammer ein. Doch es währt nicht lange, da kommt Forst zu einem billigen Ausgleich. Aus einem Gewühl vor dem Räschener Tor rollte der Ball plötzlich in die linke Torecke. Wer der Torschütze war, konnte man nicht feststellen. Räschen ist gleich wieder im Angriff, aber bei den Gästen zeigt die Verteidigung gute Abwehrarbeit. Der Gästerechtsaußen erhält in einem unbewachten Augenblick den Ball, startet schnell und seine hohe Flanke köpft der Halblinke famos zum Führungstor ein. Die Forster kommen bald zum dritten Erfolg. Wieder ist der Rechtsaußen ungedeckt, abermals Flanke zur Mitte und der zweite Kopfball des Gästehalblinken sitzt zum dritten Erfolg im Räschener Tor. Wuchtiger werden die Räschener Angriffe. Langhammers Schuss saust neben den Pfosten. Das andere Mal hält der Gästetorwart einen Schuss von Priem. Dann plötzlich gelingt es den Räschenern, in einer Minute zwei Tore zu schießen. Der Linksaußen Priem II ist einer weiten Vorlage nachgeeilt. Der Forster Tormann ist aber um den Bruchteil einer Sekunde eher am Ball und kann das Leder nur kurz wegschlagen. Da taucht Langhammer auf, und ehe der Hüter zwischen den Pfosten ist, saust der Ball ins leere Tor. Noch hat sich der Beifall nicht gelegt, da ist es der Mittelstürmer Priem, der noch in derselben Minute den Ausgleich schafft. Bald ertönt der Pausenpfiff.

Nach dem Wechsel wird das Spiel immer spannender. Die Forster stoßen an, Räschen fängt ab, und in vollem Lauf knallt Katsch einen 20-Meter-Brummer in die Forster Maschen (2. Minute). Das war das schönste Tor des Tages! Von nun an lässt Räschen etwas nach und die Gäste geben auf kurze Zeit den Ton an. Der Ausgleich gelingt, wieder ist der Halblinke Sand der Schütze. Aber schon in der nächsten Minute kann der Linksaußen Priem II den Alemannen abermals die Führung geben. Tosender Beifall! Plötzlich schlägt es im Forster Tor zum sechsten Male ein. Ein Weitschuss von Katsch geht an dem verdutzten Gästetorwart dicht neben dem Pfosten ins Netz. Bei den Gästen sieht man lange Gesichter, aber sie denken gar nicht daran, sich geschlagen zu bekennen. Leopold ist immer wieder am Ball. Seine weiten Vorlagen nach rechts schaffen brenzliche Situationen vor dem Räschener Tor. Und tatsächlich, den Gästen gelingt noch ein fünftes Tor. Leopold gibt eine Vorlage zum Rechtsaußen, dieser flankt genau zu dem Halblinken, und schon ist es passiert. Noch sind fünfzehn Minuten zu spielen. Es gelingt der Räschener Deckung (Hildebrandt, Krüger und Erm standen ihren Mann). Der Schlusspfiff ertönt und als verdienter Sieger verlässt Räschen den Platz, umjubelt von seinen Anhängern. Eckenverhältnis 6:5 für die Gäste.

Das Spiel wurde mit dem größten sportlichen Anstand durchgeführt, so dass der Schiedsrichter wenig Arbeit hatte.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Langhammer (02.min.)

2:3 Langhammer

3:3 Priem I

4:3 Katsch (47.min.)

5:4 Priem II

6:4 Katsch

 

Zuschauer: 600


Schiedsrichter: Schneider (Ströbitz)

 

FC Alemannia:

Erm -

13. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 04.02.1934

FC Alemannia Großräschen ===> spielfrei

14. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 11.02.1934

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Calau 4:0 (2:0)

Alemannia konnte am gestrigen Sonntag vor ungefähr 500 Zuschauern gegen die Spielvereinigung Calau einen weiteren Sieg erkämpfen. Räschen musste für seinen Stammtorhüter Erm Ersatz einstellen. Für ihn stand der alte Kämpe Kurzawa in jeder Weise seinen Mann. Auch die Gäste spielten mit Ersatz. Dafür aber war der gute Verteidiger Winter, der am vergangenen Sonntag wegen Krankheit pausieren musste, wieder dabei. Den Gästen wollte der schwere Boden nicht behagen. Dagegen fanden sich die Räschener besser ab. Sie waren beweglicher und stets schneller am Ball als der Gegner. Der starke Seitenwind beeinflusste den Spielverlauf.

Die Räschener eröffnen das Spiel mit einem flotten Tempo. Schon die zweite Minute bringt den Räschenern den ersten Erfolg. Der Rechtsaußen Brychcy war durchgebrannt und jagt den ersten Treffer ins Netz. Im weiteren Spiel zeigt sich dann deutlich die Überlegenheit des Platzbesitzers. Die rechte Seite, Langhammer-Brychcy, bringt immer wieder den Ball nach vorn. Und nur mit dem ganzen Kräfteeinsatz kann das Gästeschlussdreieck die Angriffe abwehren. Auf der Gegenseite ist es ebenfalls der Rechtsaußen, der saubere Vorlagen zur Mitte gibt, die aber von dem zu zaghaften Innensturm nicht verwertet werden. Nach einem wunderbaren Kombinationszug kommt Räschen durch Priem I in der 17. Minute zum zweiten Erfolg. In der 23. Minute wird der Räschener Langhammer im Strafraum gelegt. Der Schiedsrichter gibt einen indirekten Freistoß. Diesen macht der Gästetorwart zunichte. Bei weiter überlegenem Spiel des Platzbesitzers geht es in die Pause.

Nach dem Wechsel sind die Calauer erst im Angriff, doch kann sich der Innensturm nicht durchsetzen. Immer wieder sind die Räschener schneller am Ball. Der Platzbesitzer ist durch sein flüssiges Angriffsspiel weit gefährlicher. Und schon in der 10. Halbzeitminute kracht es zum dritten Male im Calauer Tor. Der Linksaußen Priem war der Schütze. Dann eine kurze Drangperiode. Es folgen für Calau hintereinander drei Ecken, die aber nichts einbringen. Bei der zweiten Ecke verhindert Kraft einen fast sicheren Erfolg. Als dann Räschen wieder das Kommando übernimmt, haben die Gäste nichts mehr zu bestellen. Einen saftigen Schuss von Langhammer kann der Gästetorwart gerade noch zur Ecke ablenken. Im Anschluss daran schießt Katsch hoch über das Tor. Bei einem weiteren Angriff ist für Räschen die 10. Ecke fällig. Gut wird sie vor das Tor getreten. Aus dem Gedränge kommt das Leder zu Rumstich und aus dem Hinterhalt saust dessen Bombe über viele Köpfe hinweg zum 4. Treffer ins Netz. Nur noch einmal wurden die Gäste gefährlich und zwar bei einem schnellen Durchbruch, als die Räschener Verteidigung zu weit aufgerückt ist. Der Gästemittelstürmer steht allein vor dem Tor und hat nur noch den Räschener Torwart vor sich. Seinen scharfen Schuss aber meistert Kurzawa ganz hervorragend. Beim Schlusspfiff steht das Eckenverhältnis 10:5 für Räschen. Das Spiel leitete Steglich, Lautawerk.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Brychcy (02.min.)

2:0 Priem I (17.min.)

3:0 Priem II (55.min.)

4:0 Rumstich

 

Zuschauer: 500


Schiedsrichter: Steglich (Lauta)

 

FC Alemannia:

Kurzawa -

15. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 18.02.1934

FV Brandenburg 1899 Cottbus - FC Alemannia Großräschen 2:3 (0:2)

In der ersten Halbzeit verteiltes Feldspiel. Räschen war etwas mehr im Angriff. In den ersten 20 Minuten der ersten Halbzeit schossen Priem I und Katsch je ein Tor für Räschen. Mit diesem Resultat ging es in die Halbzeit. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit konnte Brandenburg durch einen Elfmeter, den Kossack verwandelte, ein Tor aufholen. Räschen legte sich mächtig ins Zeug, drückte über eine Viertelstunde gewaltig und erzielte durch Langhammer ein 3. Tor. Brandenburg versuchte, das Resultat zu verbessern, drängte während der letzten halben Stunde und erzielte noch ein 2. Tor.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Priem I

0:2 Katsch

1:3 Langhammer

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Kahra (Forst)

 

FC Alemannia:

 

16. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 25.02.1934

FC Alemannia Großräschen - VfB Klettwitz 1913 2:0 (1:0)

Annähernd 1500 waren erschienen. Die Räschener Vereinsleitung hatte für beste Organisation gesorgt. Leider brachte das Spiel nicht das, was erwartet wurde; denn beide Mannschaften spielten unter Form, vor allem waren die Stürmerleistungen schwach. Es wurde viel zu engmaschig gespielt. Die Klettwitzer hatten das Pech, dass sie schon lange vor der Pause den Linksaußen Mackowiak wegen einer Verletzung verloren und das Spiel mit 10 Mann zu Ende führen mussten. Das wirkte auf die Mannschaft deprimierend. Aber trotzdem führten die Gäste das Spiel in der ersten Halbzeit leicht überlegen, konnten aber gegen die gut aufgelegte Hintermannschaft der Räschener zu keinem Erfolge kommen. In der zweiten Hälfte ließen die Klettwitzer nach, so dass Räschen immer mehr an Boden gewann. Der Schiedsrichter Meier vom SV Cottbus-Süd leitete das Spiel gerecht. Unterseiner Führung betraten folgende Spieler, mit lebhaftem Beifall begrüßt, das Spielfeld:

Räschen: Erm; Hildebrandt, Krüger; Kraft, Rumstich, Brychcy I; Priem II, Katsch, Priem I, Langhammer, Brychcy II.

Klettwitz: Hamann; Popiol, Mackowiak; Hartnick, Müller, Ballus; Nitsche, Andrejewski, drei Gebrüder Mackowiak.

Beide Mannschaften spielen zuerst ziemlich nervös, so dass keine Einheit zustande kommt. Erst nach und nach werden die Parteien ruhiger und die Gäste werden leicht überlegen, aber der Innensturm kann durch sein enges Spiel keine Schüsse anbringen. Stets klärt die Räschener Verteidigung. Als dann Räschen im Angriff ist und der Klettwitzer Torwart sich bei einem scharfen Schuss werfen muss, wird er von Langhammer, der in vollem Lauf ist, verletzt. Hamann muss auf eine Viertelstunde abtreten. Andrejewski hütet nun das Tor. Kaum ist er zwischen den Pfosten, hat ihn Langhammer das erstemal überwunden. Als das Spiel wieder in Gang ist, muss auch noch der Gästelinksaußen einer alten Verletzung wegen für immer abtreten. Zehn Minuten vor der Pause erscheint Hamann wieder, vom Publikum mit lebhaftem Beifall begrüßt.

Nach dem Wechsel Angriffe von beiden Seiten. Bald aber hat Räschen die Oberhand gewonnen und die Gäste werden nur noch selten gefährlich. Hildebrandt ist in großer Form, an ihm scheitern die meisten gegnerischen Angriffe. Das Spiel wird nun eintönig. Räschen ist dauernd im Angriff, aber das Gäste-Schlussdreieck arbeitet sicher. Aber in der 36. Minute hat sich der Räschener Rechtsaußen durchgewunden und schießt zum 2:0 ein. Damit ist das Schicksal der Gäste besiegelt. Kurz vor Schluss muss von den Parteien wegen Unsportlichkeit je ein Mann auf Geheiß des Schiedsrichters unter die Zuschauer. Eckenverhältnis 7:7.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Langhammer

2:0 Brychcy II

 

Zuschauer: 1500


Schiedsrichter: H. Meyer (Cottbus)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Krüger, Kraft, Rumstich, Brychcy I, Priem II, Katsch, Priem I, Langhammer, Brychcy II

17. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 04.03.1934

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Finsterwalde 4:1 (3:0)

Alemannia Räschen siegt weiter.

 

Auf dem Alemannia-Platz hatten sich wiederum annähernd 700 Zuschauer eingefunden. Sie erlebten von vornherein eine Enttäuschung. Die zweiten Mannschaften beider Vereine waren mit ihrem Spiel zu Ende, und es setzte hierauf eine lange Pause ein. Vergeblich wartete man auf den angesetzten SchiedsrichterHenry Meyer aus Cottbus. Dieser Vorfall ist einfach unverständlich, und dies sogar noch bei einem Bezirksklassenspiel!

Kreissportwart Hertwig griff ein und beauftragte den Schiedsrichter Kramer vom FC Dobristroh mit der Leitung des Spiels als Pflichtspiel.

Unter der Leitung von Kramer, Dobristroh, nahm das Spiel sodann mit halbstündiger Verspätung seinen Anfang. Alemannia hatte für Langhammer Kraft II und für Priem II den wieder genesenen Jannaschk eingestellt. Finsterwalde trat mit Ersatz an. Sofort nach Anpfiff gibt es ein flottes Spiel und Alemannia übernimmt das Kommando. Brenzliche Situationen entstehen vor dem Finsterwalder Heiligtumund nach sieben Minuten steht es bereits 1:0 für Räschen. Bei einem Gedränge vor dem Tor rollt der Ball über die Linie. Räschen bleibt weiter im Angriff und drei Minuten später ist bereits der zweite Erfolg erzielt. Der Finsterwalder Torhüter hatte sein Heiligtum verlassen und mühelos konnte Priem den Ball unterbringen. Finsterwalde unternimmt einige Vorstöße, aber Alemannias Hintermannschaft steht wie eine Mauer. Nach dreißig Minuten ist der dritte Erfolg erzielt und Räschen steuert einem sicheren Siege zu. Das Tempo lässt nach, jedoch hält die Überlegenheit von Alemannia bis zur Pause an.

Nach der Pause kommt Räschen durch den kleinen Brychcy mit wunderbarem Schrägschuss zum vierten Erfolg, und damit ist das Schicksal für Finsterwalde besiegelt. Der Alemannia-Sturm lässt sich viel Zeit, denn es wird von jetzt an zuviel mit dem Ball gespielt. Einige sichere Sachen werden ausgelassen, darunter sogar ein Handelfmeter. In den letzten fünfzehn Minuten werden die Finsterwalder lebhafter und übernehmen zeitweilig das Kommando, aber der Sturm spielt zu hilflos. Kurz vor Schluss kommt Finsterwalde zum Ehrentor.

Der Ersatzschiedsrichter Kramer machte seine Sache tadellos.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 (07.min.)

2:0 Priem I (10.min.)

3:0 (30.min.)

4:0 Brychcy

 

Zuschauer: 700


Schiedsrichter: n.a. / i.V. Kramer (Dobristroh)

 

FC Alemannia:

 

Nachholespiel der Bezirksklasse Lausitz am 11.03.1934

SC Wacker 09 Ströbitz - FC Alemannia Großräschen 2:1 (1:1)

Alemannia Räschen musste in Ströbitz gegen Wacker doch beide Punkte dem Platzbesitzer überlassen. Damit sind die Aussichten auf das Halten der Bezirksklasse für Wacker gestiegen. Ein Elfmeter für die Ströbitzer brachte den knappen Sieg.

 

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

19. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 18.03.1934

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen 1:9 (1:3)

Auf dem Sportplatz an der Spremberger Straße fand am gestrigen Sonntag das Spiel der 2. Serie statt. Bekanntlich musste der VfB in der 1. Serie in Räschen eine empfindliche Niederlage einstecken. Man musste nun annehmen, dass die VfBer auf eigenem Platze das verlorene Spiel wettmachen würden. Die Chancen für Senftenberg stiegen, als die Gäste mit zwei Mann Ersatz anrückten, denn es fehlten Rumstich und Langhammer. Aber man hatte sich gewaltig getäuscht. Die Senftenberger hatten den schwärzesten aler Spielsonntage. Die gesamte Mannschaft versagte. Die Alemannen zeigten einen Rieseneifer, erstklassiges Zusammenspiel, Schussfreudigkeit und einen Kampfgeist, wie man ihn wohl selten von einer Mannschaft der Niederlausitz sieht. Hier waren elf Spieler eine Einheit. In großer Form befand sich der Mittelstürmer Katsch und der Rechtsaußen Brychcy II. Dem Kampf wohnten 800 Zuschauer bei. Unter der Führung des Schiedsrichters Kahra, Forst, betraten folgende 22 Spieler den Platz:

Senftenberg: Noatnick I; Woydt, Fritz; Schiffner, Förster, Höntsch; Noatnick II, Grandt, Puschmann, Kmiezick, Dutschmann.

Räschen: Erm; Hildebrandt, Krüger; Kraft, Keipus, Brychcy I; Brychcy II, Priem I, Katsch, Strobel, Priem II

Mit einem fabelhaften Tempo beginnen die Gäste das Spiel und schon in der ersten Spielminute kommt Räschen zum ersten Erfolg. Aus einem Gedränge schießt Katsch im Bogenschuss unter die Latte. Hier hatte sich Noatnick schlecht postiert, so dass der Ball über ihm ins Tor fiel. Im weiteren Spiel hat der Kampf offenen Charakter. In der 5. Minute gelingt nach Flanke von Dutschmann dem Halbrechten Grandt im Nachschuss der Ausgleich. Nicht lange währt es und Räschen hat die Führung. Ein Elfmeter wird vom Räschener Priem II verschossen. Der flinke Rechtsaußen spurtet nach innen, und es ist passiert. Im weiteren Spiel stoppt Erm mit viel Glück einen Schuss von Dutschmann. Im Anschluss daran wird eine VfB-Ecke über die Latte gehoben. Dann folgt wieder ein raffinierter Angriff der Gäste. Für Räschen folgen hintereinander zwei Ecken, die aber nichts einbringen. Aber schon der nächste Gästeangriff bringt den 3. Erfolg. Wieder ist Katsch der Schütze. Nach weiter verteiltem Spiel geht es in die Pause.

Nach dem Wechsel muss Senftenberg gegen den noch immer stärker werdenden Wind kämpfen. Räschen kommt immer mehr auf und belagert das VfB-Tor. Schon in der 7. Minute schießt der Linksaußen Priem den 4. Treffer. Senftenberg lässt nun immer mehr nach und die Gäste beherrschen das Feld. Noch einmal hat Senftenberg Gelegenheit, das Torverhältnis zu verbessern, als Puschmann die Verteidigung überlaufen hat, aber sein Schuss geht darüber. Nun setzt der Generalangriff der Räschener ein und in kurzen Abständen sind weitere 5 Tore erzielt. Nummer 5 schießt der Halbrechte Priem (10. Minute). In der 27. Minute macht der Halblinke Strobel das halbe Dutzend voll. Fünf Minuten später ist es wieder der Halbrechte, der das 7. Tor in die Maschen setzt. Bei Senftenberg geht nun Noatnick I in den Sturm, während sein Bruder zwischen die Pfosten geht. Aber es nützt alles nichts. Auch Noatnick II muss das Leder noch zweimal aus dem Netz holen. Von der Mitte folgt das 8. Tor und kurz vor Schluss fällt durch den Halblinken der 9. Treffer. Bald trennt der Schlusspfiff die Gegner. Eckenverhältnis 10:7 für die Gäste. Schiedsrichter Kahra leitete gerecht.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Katsch (01.min.)

1:2 Brychcy II

1:3 Katsch

1:4 Priem II (52.min.)

1:5 Priem I (55.min.)

1:6 Strobel (72.min.)

1:7 Priem I (77.min.)

1:8 Katsch

1:9 Strobel

 

Zuschauer: 800


Schiedsrichter: Kahra (Forst)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Krüger, Kraft, Keipus, Brychcy I, Brychcy II, Priem I, Katsch, Strobel, Priem II

20. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 25.03.1934

FC Alemannia Großräschen ===> spielfrei

Testspiel am 30.03.1934

FC Alemannia Großräschen - FC Ilse 1930 3:0

Für das Ehrenmal in Großräschen

 

In Großräschen soll demnächst ein Ehrenmal für die Gefallenen im Weltkriege und des Dritten Reiches errichtet werden. Die beiden Nachbarvereine Räschen und Ilse ließen es sich nicht nehmen, auch ihr Schärflein dazu beizutragen und veranstalteten daher am Karfreitag ein Freundschaftstreffen. Annähernd 1000 Zuschauer waren erschienen. Von herrlichem Fußballwetter begünstigt, und unter lebhaftem Beifall der Zuschauer betraten die Mannschaften, geführt von Schiedsrichter Schadewitz, Senftenberg, den Platz. Nachdem beide Mannschaften die Hände zum Hitlergruß erhoben hatten, sprach der Gemeindevorsteher von Räschen, Pg. Momberg, einige markige Worte und wies auf die Bedeutung dieses Freundschaftstreffens hin. Er dankte beiden Vereinen, dass sie sich in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Er dankte auch den Zuschauern für ihr so zahlreiches Erscheinen. Als Zeichen der Freundschaft überreichte der Spielführer der Räschener Mannschaft dem des FC Ilse einen herrlichen Nelkenstrauß. Dann begann das Spiel. Wenn auch die Räschener das Spiel für sich entscheiden konnten, reichten die Leistungen nicht an die sonstige Form heran. Sie spielten technisch wohl besser als der Gegner, aber dieser glich dies durch kolossalen Eifer aus. Auch hatte Ilse mehr Torgelegenheiten als Räschen, verstand es aber nicht, diese auszunutzen. Selbst zwei Elfmeter konnte Ilse nicht verwandeln. Räschen dagegen verstand es besser, die Chancen auszunutzen. Beide Mannschaften hatten in ihren Torhütern die besten Leute.

Das Spiel wird mit einem fabelhaften Tempo der Gäste eröffnet. Bald aber macht sich doch die reifere Spielweise des Platzbesitzers bemerkbar und die Gästehintermannschaft hat ein riesiges Pensum Arbeit zu verrichten. Hier zeigt der Ilse-Torwart einige glänzende Paraden. Eine Bombe vom Linksaußen Priem und einen Freistoß macht er sicher zunichte. Dann faustet er eine Ecke, als er in arger Bedrängnis ist, weit ins Feld. Von nun an leitet auch Ilse Angriffe ein. Ilses erste Ecke kommt gut vor das Tor. Der Räschener Torwart läuft dem Ball entgegen, aber ein Ilsespieler ist schneller und köpft präzise aufs Tor, doch hier hat sich schon Hildebrandt zwischen die Pfosten gestellt und köpft den Ball ins Feld. Bei einem erneuten Angriff der Gäste fast derselbe Spielvorgang, nur mit dem Unterschiede, dass der Räschener Kraft ein sicheres Tor mit der Hand abwehrt. Den gegebenen Elfmeter, von Künzer geschossen, pariert Erm. Bis zur Pause hat Räschen das Heft wieder in der Hand, ohne aber zu Erfolgen zu kommen, und so endet die erste Halbzeit torlos.

Nach dem Wechsel übernimmt dann Räschen gleich das Kommando. In der 10. Minute schießt Priem I das erste Tor, indem er eine Vorlage von links verlängert. Von nun an wird es in den Räschener Reihen lebendiger als zuvor. Angriff auf Angriff rollt auf das Ilsetor, doch immer wieder rettet die Verteidigung, oder die Bälle werden eine Beute des Ilsetorwarts. Auf der anderen Seite dasselbe Bild. Bei einem schnellen Ilseangriff meistert Erm einen saftigen Schuss des Linksaußen. Genau nach einer Spielzeit von 30 Minuten fällt für Räschen das zweite Tor. Wieder ist Priem I der Schütze. Eine Flanke von seinem Bruder leistet die Vorarbeit. Ilse kämpft nunmehr verzweifelt, um wenigstens jetzt noch den Ehrentreffer zu erzielen. Kurz vor Schluss bietet sich auch die Gelegenheit dazu in Form eines Handelfmeters. Kraft ist wieder der Handspieler. Diesmal hatte man Michel als Schützen auserkoren. Auch er hat kein Glück, denn sein scharfer Schuss landet in den Händen des Räschener Torwarts. Noch ein kurzes Hin und Her und der Schiedsrichter Schadewitz pfeift zum Schluss. Eckenverhöltnis 7:5 für die Gäste.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Priem I (55.min.)

2:0 Priem I (75.min.)

 

Zuschauer: 1000


Schiedsrichter: Schadewitz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 02.04.1934

FC Alemannia Großräschen - Polizei-SV Berlin 2:3

Eine knappe Niederlage

 

Am Ostermontag hatte die Räschener Fußballgemeinde auf sportlichem Gebiete sein bisher größtes Ereignis. Kein Geringerer als der Polizei-Sportverein Berlin spielte mit seiner 1. Mannschaft gegen Alemannia. Durch Vermittlung eines ehemaligen Mitgliedes des Polizei-Sportvereins, das jetzt beruflich in Senftenberg tätig ist, war es gelungen, diesen bekannten Gegner zu verpflichten. Die Knaben von Hörlitz und Räschen lieferten das Vorspiel (7:1 für Räschen) zu diesem mit Spannung erwarteten Kampf. Die Knabenmannschaften bildeten Spalier und unter starkem Beifall der Zuschauer betraten beide Mannschaften, geführt vom Schiedsrichter Mühle, Senftenberg, den Platz. Die Polizeimannschaft, kräftige und große Gestalten, und dagegen die kleinen Alemannia-Leute! Nach dem deutschen Gruß sprach der Vereinsführer Wilde kurze Worte. Der Berliner Reisebegleiter Schacht begrüßte die Alemannen aufs herzlichste und dankte für die freundliche Aufnahme in Großräschen. Hildebrandt, der Räschener Spielführer, überreichte seinem Berliner Kollegen einen Blumenstrauß.

Berlin nimmt den ziemlich starken Wind und die Sonne in den Rücken.

Die Mannschaften nehmen dann Aufstellung und formierten sich wie folgt:

Polizei Berlin: Plonka; Alsdorf, Hallonga; Keller, Schulz, Steinbrück; Böhmert, Lehmann, Wolter, Fischer, Müller.

Alemannia Räschen: Erm; Hildebrandt, Krüger; Kraft, Keipus, Brychcy I; Brychcy II, Priem I, Katsch, Jochmann, Priem II.

Der Anstoß der Räschener wird vor das Berliner Tor getragen, aber abgewehrt. Es folgt ein weiterer Vorstoß der Alemannen, dieser wird durch Abseits zunichte gemacht. Jetzt geht die Polizei zum Angriff über. Sie bevorzugt das Flügelspiel. Die Räschener Hintermannschaft muss schwer schaffen und gar bald naht das Verhängnis. In der 5. Minute ist die Polizei wiederum vorbildlich im Angriff. Hildebrandt wehrt zu schwach ab, der Halbrechte Lehmann erwischt den Ball und unhaltbar saust sein Schuss in die Maschen. Die Räschener stoßen an und der Ball wandert zum kleinen Brychcy. Dieser umspielt 2 Berliner, flankt zur Mitte, wo Katsch auf der Lauer steht und blitzschnell zu Priem I gibt, dessen Schuss ist nicht zu halten. Räschen hat ausgeglichen unter tosendem Beifall der Zuschauer! Jetzt setzen die Mannschaften Dampf auf und hart wird um die Führung gekämpft. Es macht sich eine leichte Überlegenheit der Alemannen bemerkbar, aber sie spielen zu eifrig und verschießen sehr oft. Freistehend bekommt der Berliner Rechtsaußen den Ball, geht durch, flankt zur Mitte, der Mittelstürmer Wolter ist zur Stelle und seinem Schmetterball steht Erm machtlos gegenüber. Von nun an sind die Räschener nicht mehr zu halten und kämpfen wie die Löwen, haben aber reichlich Pech. Die Berliner Verteidigung mit dem alten Haudegen Hallonga steht wie eine Mauer. Alle Angriffe der Räschener zerschellen an diesem Bollwerk. Die Räschener versuchen es mit Weitschüssen, aber hier zeigt sich der Berliner Torhüter als Meister. Ganz groß spielt heute bei Räschen der kleine Brychcy. Von der Mitte aus umspielt er im rasanten Lauf 3 Berliner, steht urplötzlich vor dem Tor, aber seinen Schuss hält Plonka im Liegen. Räschen ist jetzt groß in Fahrt. Katsch versucht einen Alleingang, seinen Schuss stoppt der Verteidiger Alsdorf und in höchster Not wehrt er zur Ecke ab. Die Ecken bringen den Räschenern nichts, da die viel größeren Berliner die Gefahr durch Kopfstöße klären. Die Polizei unternimmt nur vereinzelte Durchbrüche, aber die Räschener Hintermannschaft kann die Gefahr stets bannen. Trotz starker Überlegenheit gelingt den Alemannen bis zur Pause der Ausgleich nicht und mit 2:1 für die Polizei und einem Eckenverhältnis von 6:1 für Räschen werden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause kommt die Polizei sogleich zur 2. Ecke, die jedoch nichts einbringt. Räschen ist wieder im Angriff, es folgen 2 Ecken. Katsch schießt haarscharf über die Latte. Jochmann hat mehrfach Pech mit seinen Schüssen und Brychcy kämpft hervorragend unter Anfeuerung des Publikums gegen den dicken Hallonga. Priem II flankt sehr schön zur Mitte, aber wieder vergebens, die Verteidigung ist zur Stelle. Nach 20 Minuten wird die Polizei besserund das Blatt scheint sich zu wenden. Erm hat bange Minuten zu überstehen, aber hervorragend stellt er seinen Mann, erntet immer wieder erneut den Beifall der Zuschauer. Räschen hat eine schwache Viertelstunde. Die Mannschaften sind schon stark mitgenommen von dem scharfen Tempo der 1. Hälfte. Die Polizei übernimmt nunmehr das Kommando und einen überraschenden Schuss des Halblinken muss Erm passieren lassen. Die Polizei kommt jetzt erst richtig in Fahrt und alles bangt schon um die Räschener. Aber tapfer überstehen die Alemannen diese Zeit und die letzten Minuten bringen sogar noch den längst verdienten 2. Erfolg durch Priem I.

Ehrenvoll mit 3:2 unterlegen, bei einem Eckenverhältnis von 15:7 für Räschen, gegen den Meister der Bezirksklasse Berlin-Potsdam, Abt. Ost! Kein schöneres Ostergeschenk konnte sich die tapfere Alemannia-Elf und seine treue Anhängerschaft wünschen. Die Berliner Gäste hinterließen einen tadellosen Eindruck und hoffentlich haben wir recht bald wieder Gelegenheit, einen so starken Gegner der Reichshauptstadt zu sehen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Priem I (06.min.)

2:3 Priem I

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: Mühle (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Krüger, Kraft, Keipus, Brychcy I, Brychcy II, Priem I, Katsch, Jochmann, Priem II

21. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 08.04.1934

SpG Deutschland/Amicitia Forst - FC Alemannia Großräschen 2:3 (0:1)

Alemannia Räschen hat zwei wichtige Punkte aus Forst heimgebracht. Obwohl die Forster fast während des ganzen Spiels leicht überlegen waren, hefteten die tapferen Alemannen doch den Sieg an ihre Fahne. Katsch gelang in der 1. Halbzeit der Führungstreffer. Die Forster ließen einen Elfmeter aus. Nach dem Wechsel erhöhte Priem I auf 2:0. Ein direkter Freistoß brachte die Vereinigten auf 2:1 heran. Dem Ersatzmann Alfred Langhammer gelang ein dritter Treffer. Nun ließen die Forster nach. Erst in der letzten Minute fiel nach einem Eckball ein zweites Tor für die Platzherren.

Alemannia musste den Kampf mit Ersatz aufnehmen. Der alte Haudegen Kurzawa hütete das Tor und der brave Wächter Erm sprang als Ersatzlinksaußen ein.

Alemannia Räschen, lockend grüßt das Ziel. Jetzt heißt es: "Eiserner Wille zum Siege!"

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Katsch

0:2 Priem I

1:3 Langhammer, A.

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

Kurzawa -

22. Spieltag der Bezirksklasse Lausitz am 22.04.1934

FC Askania 1901 Forst - FC Alemannia Großräschen 3:3 (1:2)

Mit großer Zuversicht trat Alemannia die Reise nach der Tuchstadt Forst an, denn erstmalig nach langen Wochen war es den Räschenern vergönnt, die stärkste Vertretung in den Kampf zu schicken. Hochstimmung herrscht auf dem Askania-Platz. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, das unser Gauführer, Obersturmbannführer Prof. Glöckler aus Berlin, in Begleitung des Geschäftsführers Birlem eingetroffen ist, um den beiden wichtigen Treffen in Forst als Gast beizuwohnen. Kurz vor dem Spiel wurden beide Mannschaften dem Gauführer vorgestellt und bald darauf führte Schiedsrichter Butz, BSV 92 Berlin, die stärksten Vertretungen beider Vereine auf den Platz. Bei Räschen sah man erstmalig die Neuerwerbung Jochmann (früher Sportfreunde Seifersdorf) als Linksaußen mitwirken.

Inzwischen hatten sich annähernd 700 Zuschauer eingefunden, aber die Konkurrenz war zu groß, denn das Spiel im Forster Stadion nahm die Zuschauer weg!

Den größten Teil der Zuschauer stellten die Räschener Sportanhänger. Alle verfügbaren Transportmöglichkeiten wurden ausfindig gemacht, um die zahlreichen Anhänger nach Forst zu befördern. Auf Fahrrädern, Motorrädern, Personenwagen und Personenlastkraftwagen waren die Räschener herbeigeeilt, um ihrer Mannschaft den Rücken zu stärken.

Nach dem deutschen Gruß nahm das Spiel seinen Anfang. Askania hat die Wahl, die Alemannen führen den Anstoß aus und kommen gleich in den ersten Minuten zu drei Ecken, jedoch bringen diese nichts ein. Askania macht sich frei und ist im Angriff. Forst kommt ebenfalls zur ersten Ecke. Erm macht den Schuss im großartigen Stil zunichte. Die Räschener Hintermannschaft muss schwer kämpfen, jedoch machen sich die Alemannen allmählich frei und hier fällt der Mittelläufer Rumstich durch sein genaues Abspiel auf. Eine Vorlage von Rumstich kommt zum Rechtsaußen Brychcy, dieser geht durch, umspielt zwei Gegner, gibt an Langhammer und unhaltbar zappelt der Ball im Netz. Großer Jubel bei den Räschener Anhängern. Noch ehe der Beifall verrauscht ist, geht der Kampf weiter. Räschen bleibt weiter im Angriff, der Sturm führt ein wunderbares Spiel vor, präzise von Mann zu Mann wandert der Ball. Erfolge können da nicht ausbleiben. Wieder ist es der kleine Brychcy. Er bringt den Ball gut nach vorn, flankt zum Linksaußen Jochmann, aber sein scharfer Ball geht daneben. Nach einigen Minuten Mittelfeldspiel kommt Alemannia erneut zu einer großen Chance. Die Forster Verteidigung ist überspielt, Langhammer steht allein vor dem Tor, aber sein Schuss geht darüber. Die Askanen greifen nunmehr an und kommen zur 2. Ecke. Es erfolgt ein neuer Angriff der Räschener. Jochmann, ganz auf dem Außenposten, erwischt den Ball und unverhofft bringt er einen scharfen Schuss an, unhaltbar landet dieser in der rechten Torecke. Großer Jubel im Räschener Lager. Alemannia führt 2:0!!

Aber die Askanen lassen sich nicht ins Bockshorn jagen, kämpfen erbittert weiter und übernehmen nunmehr wieder das Kommando. Erm jedoch steht seinen Mann, er rettet verschiedentlich in höchster Not. Ein Räschener Angriff wird durch Abseits verdorben. Der Freistoß kommt zum Forster Sturm, die Räschener Verteidiger werden überspielt und unhaltbar bringt Askanias Mittelstürmer den 1. Treffer an. Askania drängt weiter, jedoch ist bald Pause!

Inzwischen verabschiedet sich der Gauführer und spricht dem Vereinsführer von Alemannia, Wilde, seine Anerkennung aus und gratuliert zu der jungen, erfolgreichen Mannschaft.

Nach der Pause drückt zunächst Askania. Räschen macht sich allmählich frei und die Stürmer greifen verschiedentlich an, aber das genaue Zuspiel wird von den jetzt viel eifriger kämpfenden Askanen unterbunden. Katsch, jetzt Mittelstürmer, bekommt den Ball von Brychcy gut vorgelegt und mit bombigem Schuss ist der 3. Erfolg erzielt.

Aber dieser 3. Erfolg für Räschen macht Askania nunmehr erst richtig stark.

Räschen hat schwer zu kämpfen und wird jetzt in die eigene Hälfte gedrängt.

Und das Unglück schreitet schnell.

Krüger läuft zurück, der Ball ist hinter ihm, streift seine Hand. Der Schiedsrichter entscheidet allzu hart "Elfmeter" (keine absichtliche Hand!) und Askania ist glücklich auf 3:2 heran. Das war für die Forster das Signal zum Angriff und bei Räschen entsteht Verwirrung in den Reihen. Angriffe von Askania werden abgewehrt. Es scheint so, als ob es den Räschenern glücken sollte, das Ergebnis zu halten. Da bricht erneut das Verhängnis herein. Hildebrandt macht in der Hitze des Gefechts Hand und der zweite Elfmeter bringt für die Askanen den Ausgleich.

Alemannia reißt sich noch einmal zusammen, die Anhänger feuern ihre Leute immer wieder an. In den letzten 15 Minuten ist Räschen wieder im Angriff, aber auch die Forster wehren sich eisern. Die letzte, ja die allerletzte Minute naht. Gedränge vor dem Forster Tor. Hand! Elfmeter! Totenstille herrscht auf dem Platz. Jochmann setzt zum Schuss an, aber zu schwach geschossen, kann der Forster Hüter die Gefahr abwenden!

Der Schlusspfiff macht diesem dramatischen Kampf ein Ende. Eckenverhältnis 7:7!

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Langhammer, A.

0:2 Jochmann

1:3 Katsch

 

Zuschauer: 700


Schiedsrichter: Butz (Berlin)

 

FC Alemannia:

Erm -

Punktspiel der Bezirksklasse Lausitz am 29.04.1934

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker 09 Ströbitz 3:1 (1:0)

Keine Entscheidung in der Fußball-Bezirksklasse!

 

Alemannia Räschen besiegt Wacker Ströbitz "nur" 3:1 und hat mit diesem Siege den FC 01 Forst erreicht - Der Tordurchschnitt beträgt 1,50 bei beiden Meisterschaftsanwärtern

 

Die Trockenheit machte sich gestern besonders unangenehm bemerkbar auf dem Alemannia-Platz in Räschen, wo Zuschauer und Spieler erheblich viel Staub schlucken mussten.

Der Massenbesuch war da. Über 1700 Besucher hatten sich zu dem letzten, für die Räschener so wichtigen Kampf um die Punkte - und die Tore! - eingefunden. Mit Recht schaute die Menge erwartungsfroh drein und sah ungeduldig das Vorspiel der 2. Elf gegen dieselbe des VfB Klettwitz an. Die Gäste verloren 2:6.

Schiedsrichter Anders, Bewag Berlin, der aufmerksame und sachliche Leiter des Spiels, führte folgende 22 Spieler aufs Feld:

Alemannia: Erm; Hildebrandt, Krüger; Kraft, Rumstich, Edmund Brychcy; Franz Brychcy, Jochmann, Priem I, Katsch, Priem II.

Wacker: Kutscher; Drabow, Schadow; Gehlert, Schemel, Ernst; Busse, Klauk, Schulz, Koal, Funk.

Alemannia musste eine Umstellung des Angriffs vornehmen, da Langhammer infolge einer Verletzung nicht spielfähig war. Jochmann stand halbrechts, als Ersatz wurde Priem II als Linksaußen genommen.

Während des Spiels tauschten Mittelstürmer und rechter Verbindungsstürmer mehrere Male die Plätze. Wacker stellte auch um, war zeitweise dazu gezwungen, da es einige Verletzungen gab.

Es ist zunächst einmal festgestellt, dass Alemannia Räschen die große Gelegenheit, die sich ihr bot, nicht ausgenutzt hat. Stand die Sache schon dadurch günstig, dass man auf gewohntem Platze vor heimischem Publikum antreten konnte, so wurde es im Verlaufe des Kampfes noch günstiger. Wacker musste nämlich schon in der ersten Halbzeit fast eine viertel Stunde mit 10 Mann spielen, der Halbrechte Klauck schied verletzt aus. Nach dem Seitenwechsel erschien er wieder, wurde jedoch abermals verletzt und verließ den Platz reichlich 25 Minuten vor Schluss. Während der ersten Halbzeit rannten bei einem Gedränge Torwart Kutscher und Verteidiger Drabow zusammen. Sie schieden ebenfalls für einige Minuten aus.

Der gesamte Verlauf des Kampfes zeigte, dass Alemannia die stärkere Elf stellte. Aber Wacker spielte überaus eifrig und hielt auch das Tempo einigermaßen mit.

Bei Beginn zeigten sich beide Parteien recht aufgeregt, zumindest war das bei den Räschenern verständlich. Alemannia hat im Verlaufe der Meisterschaftskämpfe bedeutend bessere Spiele gezeigt als gestern. Der jungen Mannschaft mangelt es an Erfahrung bei so schwerwiegenden Entscheidungen, wie sie der Kampf gegen Wacker forderte. Es ist ohne weiteres einzusehen, dass eine solche Probe die Leistungen in besonderem Maße beeinflusst. Die fünf Stürmer, auf die es hier in allererster Linie ankam, zeigten kein ideenreiches Zusammenspiel, sie machten fast immer dasselbe, spielten sich im Innensturm mit schrägen Vorlagen durch und taten das zum größten Teil auf zu engem Raum, wobei halbhoch bevorzugt wurde. Die Ströbitzer Abwehr stand vor wenigen Rätseln. Die Läuferreihe von Alemannia war der beste Teil der Elf, aber nur in Einzelleistungen. Mittelläufer Rumstich verfügt über einen wundervoll weichen Pass, ihn trifft jedoch der Vorwurf, dass er die Flügelstürmer zu wenig bediente. Die Außenläufer zeigten in der Abwehr saubere Arbeit, aber im Aufbau ging es stets nach einem Schema. Beim Angriffsspiel auf das Ströbitzer Tor gab es fast nie ein Zuspiel auf den freien Raum. Wollte es der Zufall, dass der Ball auf einen solchen kam, dann lief totsicher kein Stürmer. Auf beiden Seiten zeigte das mäßige Stürmerspiel die typische Folge. Es entstand häufig Gedränge vor den Toren. Die Räschener Verteidiger waren solider Durchschnitt, allerdings baute man mehrere Kisten. Torwart Erm machte einen guten Eindruck. Er blieb stets sachlich. Der Torwart Kutscher von Ströbitz bewährte sich durchaus, ihn trifft keine Schuld an den drei Treffern.

Das erste Tor fiel erst nach halbstündiger Dauer durch Priem I, der eine Vorlage als Halbrechter einschoss, die ihm Jochmann als Mittelstürmer vorlegte. Mit diesem knappen Vorsprung ging es in die Pause. Eine Überlegenheit von Räschen war während der 45 Minuten zu verzeichnen.

Nach dem Torwechsel zog Wacker mächtig los. Mit Mühe und Not wurden manchmal Treffer verhindert. Der Ausgleich kam aber doch, aus kurzer Entfernung schoss ein Ströbitzer Stürmer aus halbrechter Stellung unhaltbar ein. Alemannia musste zunächst noch abwehren, dann setzte sie den Ströbitzern in ihrer Hälfte zu. In diesem Abschnitt gab es nun wirklich einmal Flanken von den Flügeln zu sehen, wobei sich der Ersatzmann Priem II auszeichnete. Aus einem Gedränge fiel (Ströbitz nur noch 10 Mann) das 2. Tor durch Priem I. Schließlich gelang es Jochmann, das 3. Tor zu erzielen. Im Endspurt setzten dann die Ströbitzer noch einmal ihren ganzen Ehrgeiz ein - und Alemannia Räschen hatte Glück.

Der für die Meisterschaft nötige 4. Treffer blieb aus.

 

Der FC 01 Forst hat einen Tordurchschnitt von 1,50 und Alemannia Räschen hat ihn jetzt eingeholt (60:40 0 1,50). Ein Entscheidungsspiel muss nun stattfinden, vielleicht gibt es ein Hin- und Rückspiel.

Die günstige Gelegenheit für die Räschener ist vorüber. Mit dem FC 01 Forst fertig zu werden, dürfte nicht ganz einfach sein.

Mit der Größe der Aufgabe wächst aber der Ehrgeiz. Also, Alemannia, es ist noch nichts verloren!

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Priem I

2:1 Priem I

3:1 Jochmann

 

Zuschauer: 1700


Schiedsrichter: Anders (Berlin)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Krüger, Kraft, Rumstich, E. Brychcy, F. Brychcy, Jochmann, Priem I, Katsch, Priem II

Entscheidungsspiel um die Bezirksklassen-Meisterschaft in Guben am 10.05.1934

FC 1901 Forst - FC Alemannia Großräschen 4:1 (3:1)

FC 01 Forst Fußballmeister der Bezirksklasse Süd

 

Alemannia Räschen unterliegt im Entscheidungskampf in Guben - 1. FC Guben Nordabteilungsmeister

 

2000 Zuschauer in Guben. Birlem, Berlin, führt die Mannschaften aufs Spielfeld. Beide Vertretungen erscheinen in der stärksten Besetzung.

Forst legt sofort ein flottes Tempo vor. Räschen muss schwer kämpfen. Nach 10 Minuten führt Forst 1:0. Ein Durchbruch von links führt zum ersten Erfolg. Das Spiel wird noch lebhafter. Forst ist weiter im Vorteil. Die Räschener finden sich erst allmählich, ihre Hintermannschaft kämpft tapfer. In der 20. Minute Durchbruch der Räschener. Katsch schießt den Ausgleich! Großer Jubel bei den hundert Räschener Schlachtenbummlern. Aber auch das Gubener Publikum ist auf Seiten der Räschener. Forst wird von seinen Anhängern angefeuert und bleibt auch weiterhin überlegen. Bald gelingt den Forstern der zweite Treffer und blau-weiße Fähnchen werden begeistert geschwungen (Forst hatte seine Anhänger mit blau-weißen Fähnchen ausgerüstet). Der Altmeister Forst bleibt immer noch im Vorteil. Die Räschener halten die Nervenprobe nicht aus und kurz vor dem Pausenpfiff wird das Schicksal der Alemannen besieglt. Leopold, der Mittelläufer der Meistermannschaft, schießt unverhofft aus dem Hinterhalt, in der Deckung entsteht ein Irrtum und unhaltbar für den braven Erm geht der Ball ins Netz.

Nach der Pause wird in den ersten Minuten das Spiel bereits endgültig entschieden. Die Forster kommen überraschend zum 4. Erfolg und damit auch verdient zum Meistertitel. Sie verstärken jetzt die Hintermannschaft. Trotzdem Räschen während der zweiten Halbzeit fast dauernd vor dem Forster Tor spielt, bleiben die Erfolge aus. Das schwache Stürmerspiel der Alemannen und die verstärkte Hintermannschaft der Forster sorgen dafür, dass an dem Ergebnis nichts mehr geändert wird.

Schiedsrichter Birlem, Berlin, hatte wenig Veranlassung, in das Geschehen einzugreifen, da der Kampf im sportlichen Rahmen blieb.

Ein Schiedsrichter vom 1. FC Guben und Schiedsrichter Salomon, Berlin, amtierten als Linienrichter.

Als stellvertretender Gauführer leitete Wolz die Tagung der Kreisführer. Der Gaukassenwart Schmidt war ebenfalls anwesend.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 Katsch (20.min.)

 

Zuschauer: 2000


Schiedsrichter: Birlem (Berlin)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Krüger, Kraft, Rumstich, E. Brychcy, F. Brychcy, Jochmann, Priem I, Katsch, Priem II

Testspiel anlässlich des Sportfestes der DJK Großräschen am 13.05.1934

FC Alemannia Großräschen - DJK Wittichenau 4:0

Räschen tritt in folgender Aufstellung an: Erm; Hildebrandt, Krüger; Noack, Rumstich, Brychcy; Langhammer, Priem, Fialla, Jochmann, Katsch. Die Gäste ebenfalls in bester Aufstellung. Als Schiedsrichter amtierte Richter, Marga.

Räschen hatte also Kraft und Brychcy II aus der Mannschaft herausgenommen und dafür Noack und Fialla eingestellt. Technisch war Alemannia bedeutend besser und was Wittichenau davon fehlte, glich es durch Schnelligkeit aus. Das Spiel war immerhin spannend und interessant.

Räschen hat Platzwahl und nimmt den Wind in den Rücken. Innerhalb 10 Minuten geht Alemannia durch Jochmann in 2:0-Führung. Der Kreismeister kommt besser in Fahrt. Einige Torchancen kann der Sturm nicht verwandeln und Erm hält auch verschiedentlich schöne Torschüsse. Einen Elfmeter, verschuldet durch Krüger, knallt der Wittichenauer Tormann daneben. Zeitweise ist Räschen überlegen, aber den größten Teil des Spieles hält Wittichenau vollkommen offen. Bis zur Halbzeit zählt Wittichenau vier Ecken, die nichts einbringen. Die Grün-Weißen drängen nach der Pause. Hildebrandt und Krüger klären die wenigen Angriffe der Wittichenauer mit weiten Abschlägen. Im Alleingang schießt Langhammer unhaltbar den 3. Treffer. Bei einem großen Gedränge am Alemanniator ist Erm in letzter Sekunde der Retter. Auf beiden Seiten fallen noch mehrere Ecken und zehn Minuten vor Schluss ist Katsch zum 4. Mal erfolgreich. Ein kurzes Hin und Her und der Schlusspfiff ertönt. Räschen erhielt zum Andenken eine Plakette. Die Sieger der übrigen Kämpfe bekamen herrliche Lorbeerkränze. Besucht war die Veranstaltung von mehreren hundert Personen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Jochmann

2:0 Jochmann

3:0 Langhammer, A.

4:0 Katsch (80.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Richter (Marga)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Krüger, Noack, Rumstich, E. Brychcy, A. Langhammer, Priem, Fialla, Jochmann, Katsch

Testspiel am 27.05.1934

FC Alemannia Großräschen - SpuSVgg Döbern 2:5

Auf dem Alemannia-Sportplatz wurde am Sonnabend und Sonntag die Gesellschaftsspielsaison eröffnet. Zum Hauptspiel war die Spv. Döbern (Meister des Kreises Forst) verpflichtet worden.

Die Mannschaften unter Führung von Schadewitz, Senftenberg, betraten lebhaft von den Zuschauern begrüßt den Platz. Bei der Räschener Mannschaft waren verschiedene Umstellungen vorgenommen worden, die sich im Verlauf des Spieles als verfehlt erweisen sollten. Der Sturm spielte vollkommen planlos und dadurch wurde auch die Hintermannschaft stark in Mitleidenschaft gezogen, zumal sich der als rechter Läufer aufgestellte Noack als zu schwach erwies. Räschen nahm auch von allem Anfang an das Spiel viel zu leicht. Döbern, eine äußerst flinke Mannschaft mit 2 gefährlichen Außenstürmern und einer stabilen Verteidigung, kann auf diesen Erfolg stolz sein. Frisch wurde drauflos gespielt und ehe die Alemannen sich versahen, war eine sichere 3:0-Führung erreicht. Den ersten Erfolg erzielte der Halblinke bereits nach 10 Minuten mit äußerst scharfem Schuss, welcher unhaltbar für Erm in der rechten Ecke landet. Bald kommt Döbern zum 2. Erfolg durch ein Selbsttor der Räschener Hintermannschaft. Erm hatte sein Heiligtum verlassen und musste zusehen, wie Hildebrandt sicher den Ball im eigenen Tor unterbringt. Das gibt den Gästen erst recht Mut und die Verwirrung der Räschener nutzen die Döberner aus und erzielen sogar den 3. Erfolg. Die Alemannen stellten im Sturm um, Jochmann geht Linksaußen und Brychcy II auf seinen angestammten Rechtsaußen-Platz. Das Spiel wird besser und kurz vor dem Pausenpfiff bringt Jochmann mit wunderbarem Schrägschuss den ersten Erfolg für seine Farben an.

Nach der Pause übernimmt Alemannia das Kommando, aber die Döberner Hintermannschaft ist auf dem Posten; sicher verstehen Verteidigung und Torhüter die schwierigsten Situationen zu klären. Nach viertelstündigem überlegenen Spiel gelingt es Priem, den 2. Treffer anzubringen. Räschen bleibt weiterhin überlegen. 15 Minuten vor Schluss gelingt es den Döbernern überraschend, den 4. Erfolg zu erzielen. Der gute Linksaußen bekommt den Ball von der Verteidigung vorgelegt; Noack kann den Spieler nicht halten, wird überspielt und schon kracht es im Netz. Döbern drückt die letzten Minuten stark. Ein Missverständnis in der Räschener Hintermannschaft führt zum 5. Erfolg, und damit wurden die Gäste auch verdienter Sieger. Eckenverhältnis 5:4 für Räschen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:3 Jochmann

2:3 Priem (60.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schadewitz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 03.06.1934

SpVgg Calau - FC Alemannia Großräschen 1:3

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 16.06.1934

FC Ilse 1930 - FC Alemannia Großräschen 0:3

Räschen ist mit dem Neuaufbau der Mannschaft immer noch nicht fertig. So wurden wieder neue Spieler ausprobiert, und zwar Paulick, Drogla und Brenzke, die schon früher in der 1. Mannschaft spielten.

Die Mannschaft hatte am Sonnabend folgendes Aussehen: Erm; Hildebrandt, Drogla; Krüger, Keipus, Noack; Paulick, Brenzke, Fialla, Katsch, Brychcy II.

Beim Platzbesitzer fehlten Widschinsky und Rinza. Die Elf hatte folgendes Aussehen: Kursawe; Schwager, Hartmann; Michael, Schneider, Brenzke; Matuscheck, Urbansky, Altenburg, Habitz, Riemer.

Ilse muss gegen die grelle Abendsonne anstoßen. Aus nur einigen Metern Entfernung schickt Brychcy II das Leder ganz knapp über die Latte. Auch die Blau-Weißen leiten gefährliche Angriffe ein und schaffen recht kritische Momente am Räschener Tor. Die Räschener Deckung lässt aber den einheimischen Sturm fast gar nicht zum Schuss kommen. Die 1. Alemannia-Ecke köpft Brychcy II scharf über den Querpfosten, die zweite landet im Aus. Nach 10 Minuten fällt durch Katsch das 1. Tor. Gegenüber bringt Riemer zwei brenzliche Schüsse für Erm an, und nur die Latte ist der Retter für Alemannia. Der Räschener Paulick macht sich gut, er gibt immer wieder saubere Flanken zur Mitte. Einen seiner Flankenschüsse kann Kursawe nur zur 3. Ecke für Räschen abwehren. Wieder hat Erm große Mühe, einen saftigen Schuss Urbanskys unschädlich zu machen. Katsch wird am Schuss gehindert. Nach der vierten Ecke für Räschen verpasst Brychcy II eine sichere Sache. Eine Flanke von Paulick verpasst der gesamte Alemannia-Innensturm. Noch vor dem Pausenpfiff erhöht Brychcy II auf 2:0. Anschließend bombardiert Katsch die Latte. Auf beiden Seiten müssen die Torwächter noch eingreifen. Halbzeit!

Nach der Pause ist der Platzbesitzer lange Zeit überlegen. Räschen ist eingeschnürt. Der Ilsener Angriff kombiniert vielzuviel. Der Kampf wird wieder offener, und durch den Staub und die Hitze werden große Anforderungen an jeden Spieler gestellt. In der 25. Minute fällt für die Gäste durch Fialla der 3. Treffer. Eine Vorlage von Brenzke nimmt er aus der Luft auf und schießt unhaltbar ein. Das war das schönste Tor des Tages. Der Sieg Alemannias steht fest, aber die Ilsener kämpfen tapfer weiter. Zum dritten Male kann Ilse den Ball von der Ecke aus schießen, und in den Schlussminuten sieht es noch einmal brenzlich für Räschen aus. Nach ritterlichem Kampfe blieb den Blau-Weißen das Ehrentor versagt, obwohl es mehrmals in der Luft hing und auch bestimmt verdient gewesen wäre. Bei einem Eckenverhältnis von 7:3 für Alemannia pfeift Schadewitz, Senftenberg, der sicher leitete, zum Schluss. - Vorher spielten Ilse 2 - Räschen 2 1:2.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Katsch (10.min.)

0:2 Brychcy II

0:3 Fialla

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schadewitz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm - Hildebrandt, Drogla, Krüger, Keipus, Noack, Paulick, Brenzke, Fialla, Katsch, Brychcy II

Testspiel am 01.07.1934

FC Alemannia Großräschen - Großenhainer FV 1897

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Schiedsrichter gesucht!

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