Saison 1931/32

 

FC Alemannia Großräschen

FC Alemannia Großräschen im Februar 1932

von links: Brenzke, Haberland, Lieback, Neumann, K. Noack, Erm, K. Keipus, A. Paulick, R. Strobel, Hamann, G. Strobel

Liga: Gau-A-Klasse Senftenberg

 

Beim FC Alemannia Großräschen hatte sich mittlerweile eine gesunde Mischung aus alten und neuen, jungen Akteuren gebildet. Spieler wie Brenzke, Lieback oder auch Torhüter Erm harmonierten einträglich mit den erfahrenen Haudegen wie Keipus, Noack oder die Strobel-Brüder. Dies war auch dringend notwendig, um den immer höher werdenden Leistungsanforderungen der höchsten Gauspielklasse gerecht zu werden. Da die Anzahl der aktiven Mannschaften auch durch die Kooperation mit dem Deutschen Turnerbund (DTB) zunahm, kam es in der Sommerpause zu einer erneuten Umstrukturierung des Ligensystems im Gau Senftenberg. Der Name "Gauliga" wurde abgeschafft und durch die Bezeichnung "Gau A-Klasse" ersetzt. Die unteren Ligen erhielten darauf basierend dann die Namen B-Klasse, C-Klasse usw.. Dies reichte in der Saison 1931/32 bis zur E-Klasse. Der FC Alemannia Großräschen trat erstmals mit drei Mannschaften an und konnte so eine weitere positive Mitgliederentwicklung vorweisen. Die Vorbereitung auf die neue Meisterschaftsserie verlief sehr vielversprechend. Gegen die Ligarivalen aus Naundorf, Senftenberg und Hörlitz gab es ausnahmslos Siege und auch der Auswärtserfolg beim SC Vetschau ließ aufhorchen. Das solche Ergebnisse in der Vorbereitung aber oftmals Muster ohne Wert darstellen, musste Alemannia bereits im ersten Saisonspiel feststellen, denn da setzte es zu Hause gegen den SC Corona 1910 Neupetershain eine nicht eingeplante 0:2-Heimpleite. Somit fuhr man eine Woche später schon gleich mit ordentlichem Druck zum Aufsteiger nach Ruhland. Auch dort lief noch längst nicht (wieder) alles rund, es reichte aber zu einem glücklichen 3:2-Erfolg. Als in der nächsten Partie auch noch der Gegner aus Hörlitz in Großräschen knapp mit 4:3 geschlagen werden konnte, sah die Welt doch schon wieder positiver aus. Diese Punktgewinne waren auch notwendig, denn nun warteten Gegner, die man vor der Saison zu den Favoriten auf den Gaumeistertitel zählte. Beim VfB Senftenberg hielt Alemannia lange dagegen, verlor am Ende aber dennoch mit 1:2. In Annahütte blieb man dagegen ohne Torerfolg und musste sich schließlich mit 0:2 geschlagen geben. Dies bedeutete nach dem 6. Spieltag den 6. Platz. Zum Glück für die anderen Mannschaften entpuppte sich Aufsteiger Germania Ruhland doch wieder als zu schwach für die höchste Gauklasse und rangierte mit 0:12 Punkten am Tabellenende. Es war aber bereits zu dieser Zeit schon abzusehen, dass das gleiche Schicksal dem Vorjahres-Meister VfB Klettwitz in der Bezirksliga drohte und somit die Rückkehr in die Gau A-Klasse schon sehr wahrscheinlich war. Dies bedeutete nun im Umkehrschluss, dass auch der Vorletzte der A-Klasse absteigen müsste. Diese Position hatte nach dem 6. Spieltag Hertha Hörlitz inne, der bis dahin drei Pluspunkte ergattern konnte. Der Vorsprung des FC Alemannia Großräschen auf die Abstiegszone betrug also nur ein mickriges Pünktchen. Die Mannschaft rappelte sich aber wieder auf und füllte in den nächsten Wochen das eigene Punktekonto. Gegen Wacker Naundorf gab es einen 2:1-Heimerfolg, auch der BV Zschipkau musste mit einer 2:3-Niederlage die Heimreise antreten. Das es auch auswärts klappen kann, zeigte der 3:1-Sieg in Neupetershain. Mit dieser kleinen Erfolgsserie wuchs der Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf fünf Pluspunkte an. Nun sollte mit einem Heimsieg gegen Schlusslicht Germania Ruhland der vorzeitige Klassenerhalt endgültig eingetütet werden... aber denkste, nach einer unterirdischen Leistung verlor man zu Hause mit 3:4. Das darauffolgende 1:1-Unentschieden bei Hertha Hörlitz diente dann wohl der Stabilisierung, denn nur eine Woche später gelang gegen den designierten Meister VfB Senftenberg die Sensation und man konnte die Kreisstädter mit einer 3:4-Niederlage wieder nach Hause schicken. Damit war aber scheinbar die Luft raus, denn in den letzten drei Partien gab es zum Teil harsche Niederlagen (2:7 zu Hause gegen Annahütte, 3:6 in Zschipkau und 2:4 in Naundorf). Somit landete der FC Alemannia Großräschen in der Endabrechnung auf dem 5. Abschlussrang. Überlegener Gaumeister wurde wie bereits erwähnt der VfB Senftenberg, der aber in der anschließenden Aufstiegsrunde an den Meistern der Gaue Forst (1. FC Guben) und Cottbus (SC Union 1905 Cottbus) scheiterte. Nach einjährigem erfolglosen Gastspiel in der Bezirksliga Niederlausitz kehrte der VfB Klettwitz 1913 in die Gau A-Klasse zurück. Da es die Vorstellung von zwei direkten Absteigern zur damaligen Zeit noch nicht gab, wurde eine Relegationsrunde um die Ligazugehörigkeit angesetzt. Daran nahmen der Tabellenletzte Germania Ruhland, der Vorletzte Hertha Hörlitz und der B-Klassen-Meister FC 1930 Ilse teil, um den letzten freien Platz in der Gau A-Klasse zu ermitteln. Diese Runde wurde allerdings bis zum Sommerspielverbot noch nicht beendet, so dass die Ermittlung des letzten Teilnehmers in die Saison 1932/33 vertagt werden musste.

Der FC Alemannia Großräschen bestritt nach Beendigung der Meisterschaft ab Ende Januar insgesamt noch 18 Freundschaftsspiele gegen zum Teil auch Gegner aus anderen Gauen. Hier sind noch Erfolge bei Germania Lübben (3:1) und zu Hause gegen den SC Spremberg (3:1) erwähnenswert, aber auch klare Niederlagen in Bockwitz (4:7) oder bei der SpVgg Finsterwalde (1:4). Alles in allem ein Durchschnittsjahr für den FC Alemannia Großräschen im Hintergrund immer dunkler aufziehender Wolken auf politischer Ebene.

 

Trainer: /

 

Spiele:

02.08.31 TS

Alemannia - SC Wacker Naundorf

(Sportfest in Hörlitz)

4:1
09.08.31 TS SC Vetschau - Alemannia 1:4
16.08.31 TS Alemannia - SC Spremberg 1896 ausgef.
23.08.31 TS Alemannia - VfB Senftenberg 1910 2:0
30.08.31 TS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz 2:1
06.09.31 MS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 0:2
13.09.31 MS SC Germania 1910 Ruhland - Alemannia 2:3
20.09.31 MS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz 4:3
27.09.31 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia 2:1
04.10.31 MS SVgg 1924 Annahütte - Alemannia 2:0
11.10.31 MS Alemannia - BV Zschipkau verlegt
18.10.31 MS Alemannia - SC Wacker Naundorf 2:1
25.10.31 MS Alemannia - BV Zschipkau 3:2
08.11.31 MS SC Corona 1910 Neupetershain - Alemannia 1:3
15.11.31 MS Alemannia - SC Germania 1910 Ruhland 3:4
22.11.31 MS SC Hertha 1915 Hörlitz - Alemannia 1:1
29.11.31 MS Alemannia - VfB Senftenberg 1910 4:3
06.12.31 MS Alemannia - SVgg 1924 Annahütte 2:7
13.12.31 MS BV Zschipkau - Alemannia 6:3
10.01.32 MS SC Wacker Naundorf - Alemannia 4:2
31.01.32 TS Alemannia - SC Germania 1910 Ruhland 7:1
07.02.32 TS SVgg 1924 Annahütte - Alemannia 1:4
21.02.32 TS SC Germania Lübben - Alemannia 1:3
28.02.32 TS SpVgg 1908 Bockwitz - Alemannia 7:4
06.03.32 TS Alemannia - SC Spremberg 1896 3:1
13.03.32 TS Alemannia - SpVgg 1908 Bockwitz ausgef.
20.03.32 TS SVgg 1922 Weißagk - Alemannia 4:3
27.03.32 TS SpVgg Finsterwalde - Alemannia 4:1
03.04.32 TS SC Germania 1910 Ruhland - Alemannia 2:4
10.04.32 TS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz ausgef.
17.04.32 TS Alemannia - SpVgg Calau ausgef.
17.04.32 TS Alemannia - Alemannia I 5:0
23.04.32 TS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 4:3
01.05.32 TS Alemannia - SVgg 1924 Annahütte 5:4
08.05.32 TS TV Jahn Grube Erika - Alemannia 6:1
16:05.32 TS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia 2:0
05.06.32 TS

Alemannia - SpVgg Calau

(Sportfest Alemannia, Halbfinale)

1:0
05.06.32 TS

Alemannia - BV Zschipkau

(Sportfest Alemannia, Finale)

0:1
12.06.32 TS Alemannia - SV Hoyerswerda 1919 I 4:3
18.06.32 TS SC Corona 1910 Neupetershain - Alemannia 1:1
19.06.32 TS SV Hoyerswerda 1919 I - Alemannia 5:4
25.06.32 TS Alemannia - SC Wacker Naundorf 3:1

 

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
01. VfB Senftenberg 1910               14 47:14 23:5
02. BV Zschipkau 14 39:25 19:9
03. SVgg 1924 Annahütte 14 42:41 16:12
04. SC Wacker Naundorf 14 32:24 13:15
05. FC Alemannia Großräschen 14 31:40 13:15
06. SC Corona 1910 Neupetershain 14 29:44 12:16
07. SC Hertha 1915 Hörlitz 14 22:24 9:19
08. SC Germania 1910 Ruhland 14 15:55 3:25

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Statistiken und Spielberichte

FC Alemannia Großräschen

Testspiel anlässlich des Sportfestes in Hörlitz am 02.08.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker Naundorf 4:1

Naundorf hatte zu Beginn nur 10 Mann zur Stelle, doch bald erschien Bruntsch. Auch Reiher fehlte, aber auch dieser erschien bald und wurde mit dem Ersatzspieler ausgetauscht. Räschen hatte seine volle Elf. Die Alemannen lieferten den Wackeranern ein überlegenes Spiel.

Den Anstoß eröffnet Naundorf eigentlich vielversprechend; denn schon in der ersten Minute saust die Kugel, scharf geschossen, ganz dicht über die Latte. Auf der anderen Seite werden ebenfalls Schüsse daneben und darüber geknallt, dann ein Lattenschuss! In der 15. Minute kann der Halbrechte von Räschen durch schlechte Abwehr des Naundorfer Torhüters das erste Tor erzielen. In Räschens Reihen wird es nun lebhafter als sonst, sie haben jetzt mehr vom Spiel. Durch die schnellen Angriffe des schwarz-weißen Sturms wird Naundorfs Verteidigung reichlich nervös. Schoin in der 18. Minute schießt der Halblinke von Räschen das zweite Tor. Der linke Läufer ist an diesem Tor nicht ganz schuldlos; denn er versperrt dem Torhüter jegliche Aussicht. Gleich nach Wiederanstoß setzt Tamm einen scharfen Schuss über die Latte. Im weiteren Spiel bleibt Räschen tonangebend. In der 30. Minute kann dann bei einem gut eingeleiteten Angriff die Mitte von Räschen durch Flanke von links das dritte Tor erzielen. Doch schon drei Minuten später schießt auf der anderen Seite Tamm durch unverhofften Schuss das erste Tor für Naundorf. Es sollte auch zugleich das letzte sein. Kurz vor der Pause kommt Naundorf etwas auf, doch die gegnerische Verteidigung steht wie eine Mauer.

Nach der Pause wurde Naundorf besser, ohne aber weitere Erfolge zu erzielen; der Rechtsaußen verdarb manche gute Chance. Räschen versucht, die Torzahl zu erhöhen, doch Fink hält Schuss auf Schuss. Erst in der 68. Minute gelingt es dem Räschener Mittelstürmer, durch Nachschuss das vierte Tor zu erzielen. Noch einmal wird es vor dem Naundorfer Tor brenzlich, als Bruntsch ein Loch in die Luft haut, doch Fink ist schneller als der gegnerische Stürmer. Bald darauf ist Schluss. Eckenverhältnis 4:3 für Räschen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0

2:0

3:0

4:0

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 09.08.1931

SC Vetschau - FC Alemannia Großräschen 1:4

Alemannia Räschen siegte im Freundschaftsrückspiel in Vetschau glatt und überzeugend.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 16.08.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Spremberg 1896 ausgef.

Testspiel am 23.08.1931

FC Alemannia Großräschen - VfB Senftenberg 1910 2:0

Nach langer Zeit hatte Alemannia wieder mal Hochbetrieb auf seinem Platze. Und zwar auf ihrer, durch fleißige Mitgliederarbeit geschaffenen Platzanlage. Die alte schöne Platzanlage liegt nun brach. Leider ist die neue Spielfläche nicht so beschaffen, wie es der Fußball heute verlangt. Der neu aufgeschüttete Sandboden ist noch sehr weich, so dass er große Anforderungen an die Spieler stellt. So manche spielstarke Mannschaft wird diesem schweren Boden zum Opfer fallen. Mit drei Spielen wurde die neugeschaffene Spielanlage am vergangenen Sonntag eingeweiht. Die beiden 1. Mannschaften von Räschen und Hohenbocka, welche in der C-Klasse spielen, eröffneten den Reigen. Der Platzbesitzer gewann 3:1 (2:0). Im zweiten Spiele begegneten sich die 3. Mannschaften von Räschen und Senftenberg. Hier gingen die Gäste mit 4:1 als Sieger hervor.

 

Räschen A-Klasse - Senftenberg A-Klasse 2:0 (0:0)

 

Da sich beide Mannschaften schon von jeher spannende Kämpfe lieferten, blieben auch in diesem Spiel die Zuschauer nicht aus. Räschen trat mit seiner z. Zt. besten Besetzung an, wogegen Senftenberg mit zwei Ersatzleuten antreten musste. Räschen hat dieses Spiel dank seiner besseren Stürmerleistungen verdient gewonnen.

Den Anstoß eröffnen die Gäste sehr vielversprechend, denn einen saftigen Schuss vom Linksaußen kann der Räschener Torwart nur mit Mühe im letzten Moment zur ersten Ecke ablenken. Zu kurz wird sie herein gegeben, so dass die Verteidigung von Räschen klärt. Der flinke Sturm des Platzbesitzers hat sich bald durchgespielt, doch der Halbrechte schießt ins Aus. Jetzt folgt eine 20 Minuten lange Drangperiode der Blau-Gelben, doch der Sturm ist im Schießen zu zaghaft und ungenau. Kaiser schießt, allein vorm Tor, dem Hüter in die Hände. In der 12. Minute gibt es wegen Nachschlagens Elfmeter für Senftenberg, doch Dutschmann knallt die Kugel in Lattenhöhe daneben. Auch im weiteren Spiel bleibt Senftenberg tonangebend. Hintereinander werden sechs Ecken erzielt, doch alle ohne Erfolg. Die fünfte Ecke köpft Schmidt, die sechste Dutschmann darüber. Nach 30 Minuten Spielzeit tritt Brenzke, Räschens bester Stürmer, ein, und der Ersatzmann muss abtreten. Der Sturm gewinnt nun noch mehr an Durchschlagskraft. Die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit gehört nun Räschen. Die VfB.-Verteidigung, in welcher Woidt alles überragt, hat ein schweres Pensum Arbeit zu verrichten. Die erste Bombe von Brenzke wird eine Beute von Schitting. Eine schöne Flanke von Noack köpft Brenzke über die Latte. Kurz vor dem Pausenpfiff schießt halbrechts eine große Chance daneben. Auf der Seite der Gäste setzt Schmidt, als der Torhüter sein Heiligtum verlassen hatte, die Kugel neben dem Pfosten.

Nach der Pause lassen die Gäste nach. Räschens junge Stürmerreihe schafft kritische Momente. In der 60. Minute wird Schitting zum ersten Male überwunden. Nach Zuspiel Strobel-Brenzke schießt letzter zum ersten Erfolg ein. Räschen drängt. Bei den Gästen wird Gallinat verletzt und bleibt Statist. In der 75. Minute kann dann der Mittelstürmer Strobel durch unverhofften Schuss das zweite Tor erzielen. Die letzte Viertelstunde gehört nun wieder den Gästen. Rataiczak, Senftenbergs bester Stürmer, unternimmt einen Alleingang, doch sein Schuss geht an die Latte. Den abspringenden Ball kann der Torhüter noch zur rechten Zeit wegbefördern. Dann gibt es dicht vor der Strafraumgrenze direkten Freistoß für die Gäste, doch auch dieser wird von Räschens Verteidigung zunichte gemacht. Kurz vor Schluss knallt Deutschmann aus ganz kurzer Entfernung darüber. Eckenverhältnis 10:4 für Senftenberg. Leiter war Peikert, Petershain.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Brenzke (60.min.)

2:0 Strobel, G. (75.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 30.08.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz 2:1

Der FC Alemannia hatte am vergangenen Sonntag vier Mannschaften zu Gaste; von Dobristroh zwei und von Hörlitz zwei. Aus drei Spielen ging Alemannia als Sieger hervor und nur eins ging verloren. Und zwar war es gleich das erste Spiel. Die D-Klasse von Dobristroh konnte die gleiche von Räschen mit 4:2 schlagen. Die 2. Mannschaft von Räschen, die in der C-Klasse spielt, schlug die 1. Mannschaft von Dobristroh, die in der B-Klasse spielt, hoch mit 6:1. Im dritten Spiel trafen sich dann die Jugendmannschaften von Räschen und Hörlitz. Auch hier konnte der Platzbesitzer einen hohen 6:3-Sieg feiern.

 

Gau A-Klasse Räschen - Hörlitz 2:1 (2:1)

 

Dieses Spiel konnte der Platzbesitzer dank der besseren Stürmerleistungen, wenn auch knapp, so hoch verdient gewinnen. Der Anstoß der Gäste wird von der Räschener Verteidigung abgestoppt. Mit einem unheimlichen Tempo geht der Platzbesitzer ans Werk. Die Gäste werden vollkommen eingeschnürt, doch kann Räschen vorläufig Tore nicht erzielen, da bei den Blau-Gelben Lehmann und Hummel ganz groß in Form sind. Gleich zu Anfang hält Hummel eine Bombe von Strobel. Dann bekommt er einen saftigen Schuss vom Mittelläufer zu spüren. Auch die Gäste kommen vereinzelt vor das Räschener Tor, doch ihre Angriffe sind selten gefährlich, da sich der Sturm nicht durchsetzen kann. Räschen bleibt weiter tonangebend. Strobel pfeffert einen saftigen Schuss übers Gehäuse. Bald darauf bringt Brenzke einen gefährlichen Drehschuss an, doch Hummel meistert. Dann gibt es auf der 16-Meter-Linie einen direkten Freistoß für den Platzbesitzer. Hummel hatte sich noch gar nicht richtig platziert, da fegt der scharf geschossene Ball zum ersten Male ins Netz (12. Minute). Doch schon fünf Minuten später muss Hummel den Ball zum zweiten Male aus dem Tor holen. Eine saubere Flanke von Noack verwandelt der Mittelstürmer Strobel mit schönem Kopfstoß. Vergeblich wartet man auf das Erscheinen von Schramm. Für ihn wird Ersatz eingestellt. Sofort geht es dem Räschener Tor zu, doch Kruczona verdirbt durch zu langes Zögern. Die 20. Minute bringt den Hörlitzern den Erfolg. Durch Schrägschuss wird Schiemanski zum ersten Male überwunden. Zähe wird weitergekämpft. Einmal setzt Brenzke eine unverschämte Bombe auf das Hörlitzer Tor, doch Hummel zeigt sich als Meister. Bald darauf ist Pause.

Die zweite Halbzeit bringt ein ganz anderes Bild. Räschen lässt etwas nach. Die Gäste gewinnen immer mehr an Boden, doch Erfolge werden in der zweiten Halbzeit nicht erzielt. Beiderseits wird zähe verteidigt. Der Räschener Rechtsaußen Noack hat sich einmal gut durchgearbeitet. Alles wartet auf den Torschuss. Doch aus kurzer Entfernung schießt er mit unheimlicher Wucht an den Pfosten. Auf der anderen Seite wird ein direkter Freistoß verschossen. Bald knallt auch der Halblinke ein saftiges Ding an den Pfosten. Den Nachschuss setzt der Halbrechte daneben. Hörlitz bleibt nun weiter im Angriff. Wegen Haltens im Strafraum gibt es in der 70. Minute Elfmeter für Hörlitz, doch Kruczona schießt weit daneben und verschenkt den verdienten Ausgleich. Bald darauf kann Hummel einen Weitschuss von Hildebrandt nur mit Mühe und Not zunichte machen. Auch Brenzke setzt noch mal einen seiner gefährlichen Drehschüsse auf die Kiste, doch der Ball saust übers Gehäuse. Eckenverhältnis 4:4. Das Spiel wurde von Peikert, Petershain, geleitet.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 (12.min.)

2:0 Strobel, G. (17.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Schimansky -

1. Spieltag der Gau A-Klasse am 06.09.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Corona 1910 Neupetershain 0:2 (0:1)

Die Verbandsserie 1931/32 wurde in Räschen am Sonntag mit dem Spiel der C-Klasse gegen die gleiche Klasse der Turnermannschaft Erika eröffnet. Erika ist glücklicher Sieger mit 5:4 Toren.

Das Hauptspiel der Spitzenmannschaft von Räschen und Petershain brachte den Räschenern eine arge Enttäuschung. Alemannias Mannschaft, die in den letzten Wochen von Sieg zu Sieg geeilt ist, musste eine bittere Pille schlucken. Was heute von Räschen gezeigt wurde, war nichts als große Fummelei. Nichts wollte gelingen und alle noch so gut gedachten Angriffe zerschellten an dem Eifer der Coronaleute.

Recht gemütlich nahm das Spiel seinen Anfang und beide Mannschaften tasteten sich erst behutsam ab. Aber viel wurde verschossen, nichts gelang daher vorläufig einer Mannschaft. Corona wird allmählich eifriger und schafft kritische Situationen vor Räschens Heiligtum. Ein Weitschuss von Petershain kracht auf Räschens Tor und Schimansky, Räschens Hüter, kann den Ball halten, jedoch rutscht er durch die Beine ins Tor. Petershain führt, aber Räschen besinnt sich immer noch nicht, denn es wird weiter Galerie gespielt. Die Pause rückt immer näher. Auf beiden Seiten wird nichts mehr erreicht und mit 1:0 für Corona werden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause hatte man angenommen, dass sich die Alemannen besser finden würden, aber leider wurde man schwer enttäuscht. Alle noch so gut gemeinten Angriffe wurden eine sichere Beute der Coronaverteidigung oder des guten Torwächters Eis. Unnötige Umstellungen bei Alemannia machten das Spiel noch zerfahrener, und langsam wird man nervös und mutlos. Corona versucht mit aller Macht, den errungenen Vorsprung durch doppelten Eifer zu halten. Räschens Verteidiger Hildebrandt macht bei einem Freistoß im Strafraum Hand und der von Klein, Petershain, geschossene Elfmeter wird sicher zum 2:0-Ergebnis eingesandt. Eine abermalige Umstellung bei Alemannia wird vorgenommen, und nun erst recht wird Corona überlegen, denn durch die dauernden Umstellungen bei Räschen wird das Spiel nur zerrissen. Damit nichts mehr passiert, geht Klein von Corona als 3. Verteidiger nach hinten und Alemannias Schicksal ist besiegelt. Als der Schlusspfiff ertönt, verlässt Corona als Sieger das Spielfeld. Eckenverhältnis 5:1 für Räschen!

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

Schimansky -

2. Spieltag der Gau A-Klasse am 13.09.1931

SC Germania 1910 Ruhland - FC Alemannia Großräschen 0:2 (0:1)

Das Ruhlander Sportpublikum hatte am vergangenen Sonntag eigentlich mit einem Sieg der einheimischen Mannschaft gerechnet, was durchaus im Bereich der Möglichkeit lag. Bei schlechtem Wetter kommen die Germanen nun einmal nicht zurecht und durch das äußerst schwache Spiel des linken Ruhländer Verteidigers wurden die Punkte verschenkt. Schiedsrichter Raum leitete den Kampf.

Räschen hat Platzwahl und nimmt den starken Wind zum Bundesgenossen. Mit dem Anspiel kommt Ruhland zur ersten Ecke, die Wolf ins Aus schießt. Dann ist Räschen leicht überlegen, jedoch stattet Ruhland dem Räschener Tor öfters recht gefährliche Besuche ab. 35 Minuten sind vergangen, ohne dass ein Treffer gelungen ist, als der linke Ruhländer Verteidiger unnützerweise im Strafraum Hand macht. Den folgenden Elfmeterball berührt Hendrischk wohl, kann ihn aber infolge der Glätte nicht halten. 1:0 für Räschen. Mit diesem Resultat werden die Seiten gewechselt.

In der zweiten Halbzeit ist Ruhland stets im Vorteil und schon in den ersten Minuten ist der Ausgleich geschafft. Einen hohen Ball hält der Räschener Tormann schlecht, er rutscht ihm aus den Händen und Franke besorgt das Leder über die Linie. Wenige Zeit später kommt Ruhland zum 2. Tor. Eine Steilvorlage nimmt Poeschke auf und schießt flach unhaltbar in die linke Ecke. Die Freude soll jedoch nicht lange dauern. Bei einem Durchbruch der Räschener sperrt Schüppel vorschriftsmäßig, Hillger läuft jedoch nicht, sondern lässt den Gegner ruhig an den Ball kommen und den erneuten Ausgleich erzwingen. Die Germanen werden ob dieser groben Fehler in der Deckung lustlos und als Steimann im Verein mit Hillger wieder einmal den gefährlichen rechten Flügel von Räschen nicht decken, kommen die Gäste auch noch zum 3. Tor. Alle verzweifelten Anstrengungen, wenigstens noch einen Punkt zu retten, bleiben erfolglos. Ruhland hat 2 wertvolle Punkte verschenkt!

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 (Handelfmeter)

2:2

2:3

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Raum (Hörlitz)

 

FC Alemannia:

 

3. Spieltag der Gau A-Klasse am 20.09.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz 4:3 (3:1)

Unter der Leitung von Heinrich, Annahütte, traten die Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel an. Hörlitz hatte zum Anfang nur neun Mann zur Stelle, jedoch bald traten die fehlenden zwei ein. Räschen trat mit mit der zur Zeit besten Besetzung an und eine stattliche Zuschauerzahl hatte sich eingefunden, als der Schiedsrichter den Ball frei gab. Hörlitz hat Wahl und Räschen muss gegen den Wind spielen. Ein unheimliches Tempo wird von den Räschenern vorgelegt und Hörlitz wird in der eigenen Hälfte festgehalten. Hummel, der gute Torwächter, muss öfters eingreifen, ehe seinem Gegenüber ein Besuch der Hörlitzer Stürmer abgestattet wird. Hummel und R. Lehmann müssen schwere Arbeit verrichten. Nach viertelstündigem Spiel wird Hörlitz das erste Mal überwunden. Haberland, der neu eingestellte Halbrechte der Räschener, erzielt nach einer Masselei vor dem Hörlitzer Tor den ersten Erfolg. Weiter greifen die Räschener unentwegt an und nach einem Freistoß erzielt der Halbrechte Brenzke den zweiten Erfolg. Allmählich finden sich jetzt auch die Herthaleute, aber nichts gelingt den Gelben. Räschens Linksaußen Strobel bekommt den Ball gut vorgelegt, er startet, gibt eine wunderbare Flanke auf das Hörlitzer Heiligtum und der Ball landet im Netz, unhaltbar für Hummel. 3:0 führt Räschen schon. Aber die Herthaleute werfen die Flinte nicht ins Korn. Die Alemannen geben sich mit dem Erfolg anscheinend schon zufrieden, denn Hörlitz wird jetzt zusehends besser. Eine leichte Überlegenheit der Hörlitzer ist ohne Zweifel eingetreten und dem Halblinken gelingt es kurz vor der Pause, den ersten Erfolg für Hertha zu erzielen.

Nach der Pause sind die Räschener nicht wiederzuerkennen. Hörlitz schnürt Räschen vollkommen ein und bange Minuten sind zu überstehen. Die Alemannen sind ihrem eigenen Tempo zum Opfer gefallen, Tore für Hörlitz hängen dauernd in der Luft. Nach schönem Durchspiel bringt der Hörlitzer Halblinke abermals einen unverhofften Schuss an, Räschens Hüter hatte anscheinend damit gar nicht gerechnet und das Spiel steht 3:2. Das gibt den Hörlitzern wieder neuen Mut und die Herthaleute bleiben weiter überlegen. Der Ausgleich lässt auch tatsächlich nicht lange auf sich warten; denn nach weiteren fünf Minuten steht das Spiel 3:3! Die Hoffnungen der Räschener auf einen Sieg sehen sehr gering aus und man versucht es bei Räschen eine Viertelstunde vor Schluss mit einer Umstellung, die sich auch bewährt. Keipus geht in den Sturm, Haberland wird Läufer und die Alemannen reißen sich noch einmal zusammen. Sie werden zehn Minuten vor Schluss wieder überlegene Partei, aber es gelingt nichts, denn Herthas Hintermannschaft ist ja bekanntlich der beste Mannschaftsteil. Zwei Minuten vor Schluss und unter unbeschreiblichem Beifall des Publikums sendet der kleine Mittelstürmer Strobel zum Siegestor ein. Anstoß. Herthas Mannen sind kopflos und bald darauf pfeift der Schiedsrichter das Spiel ab. Beide Mannschaften lieferten sich einen grandiosen Kampf, fair und ruhig, wie es immer beim Fußballspiel sein sollte. Der Glücklichere hat gewonnen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Haberland (15.min.))

2:0 Brenzke

3:0 Strobel, R.

4:3 Strobel, G. (88.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Heinrich (Annahütte)

 

FC Alemannia:

 

4. Spieltag der Gau A-Klasse am 27.09.1931

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen 2:1 (1:0)

Dieses Spiel hatte in Senftenberg seine Anziehungskraft nicht verfehlt; denn nach langer Zeit hatten sich wieder einmal annähernd 200 Zuschauer eingefunden. Als der Schiedsrichter Heinrich (Annahütte), der seine Sache gut machte, anpfiff, hatten beide Parteien ihre stärksten Waffen zur Stelle. Die Gäste wählen den Wind als Bundesgenossen. Den Anstoß eröffnet Senftenberg vielversprechend; denn schon wird die erste Ecke erzielt, die aber nichts einbringt. Doch bald hatten sich die Gäste gefunden, und schon in der vierten Minute muss Schitting in Aktion treten. Auf der anderen Seite gibt Hollask einen Ball nach links, doch Lewandowski knallt über die Latte. Bald darauf ist es Hollask, welcher eine feine Vorlage von Dutschmann daneben schießt. Damit hatten in der ersten Halbzeit die Angriffe des VfB-Sturmes so ziemlich ihr Ende erreicht. Was der Sturm dann zeigte, war mehr als jammervoll. Schleppend und ohne System wurde gespielt, so dass die Gastverteidigung leichtes Spiel hatte. Räschen ist nun die überlegenePartei, aber Erfolge werden nicht erzielt, da die Senftenberger Läufer und das Schlussdreieck nicht zu schlagen sind. Woidt lieferte wieder ein großes Verteidiger-Spiel. Bei einem Freistoß für Räschen hält Schitting den Ball, doch er rutscht ihm aus den Händen. Woidt ist zur Stelle und rettet auf der Linie. Auf der anderen Seite wird ein Strafstoß von rechts verpasst. Wieder ist Räschen im Angriff. Bei einem verfehlt Gallinat den Ball, der Halblinke der Gäste läuft durch, schießt, doch Schitting hält. Trotzdem Räschen dauernd mehr vom Spiel hat, verpassen seine Stürmer viele Gelegenheiten. VfB hat dann Glück. In der 42. Minute kann Nowack aus einem Gedränge den ersten Treffer ins leere Tor schicken.

In der zweiten Halbzeit hat der Wind etwas nachgelassen. Wechselvoll gestalten sich die Angriffe. In der 3. Halbzeit-Minute kann Räschen durch Halblinks die Partie remis stellen. Nach Wiederanstoß legt sich nun der Platzbesitzer mächtig ins Zeug. Doch von den Gästen wird zähe verteidigt. Einen Strafstoß von Pohl köpft Dutschmann dem Gästetorhüter in die Hände. Drüben fegt ein Schuss vom Rechtsaußen über die Latte. In der 34. Minute begeht ein Verteidiger der Gäste einen groben Fehler, indem er dem Torhüter zu schwach zurückschiebt. Räschens Hüter zögert, der Rechtsaußen von Senftenberg ist schnell zur Stelle und schiebt zum siegbringenden Tor ein. Die restlichen Minuten ist Senftenberg im Angriff. Fünf Minuten vor Schluss schießt Pohl einen Strafstoß, doch wieder köpft Dutschmann dem Gästehüter in die Hände. In der 43. Minute feuert Pohl einen Schuss aus dem Hinterhalt auf die Kiste, er wird abgeschlagen. Ecken 2:1 für Senftenberg.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 (48.min.)

 

Zuschauer: 200


Schiedsrichter: Heinrich (Annahütte)

 

FC Alemannia:

 

5. Spieltag der Gau A-Klasse am 04.10.1931

SVgg 1924 Annahütte - FC Alemannia Großräschen 2:0 (1:0)

Bei herrlichstem Fußballwetter nahm dieses Treffen den erwarteten Ausgang. Die bessere Spielerfahrung brachte dem Platzbesitzer einen glatten Sieg. Bei Annahütte sah man Krawattka wieder in der Verteidigung. Den alten und langbewährten Verteidiger Eichler hat man aus der Verteidigung herausgenommen. Die Sportvereinigung stellt zur Zeit eine durchtrainierte Mannschaft. Auf allen Teilen ist sie gut besetzt. Die Gäste spielten einen eifrigen und schlagkräftigen Fußball.

Annahütte eröffnet mit einem unheimlichen Tempo. Es macht sich auch bald eine Überlegenheit des Platzbesitzers bemerkbar, doch hinten arbeitet das Schlussdreieck der Gäste sehr sicher. Ein Strafstoß von Franke wird eine Beute des Gästetorwarts. Bald wird eine präzise Flanke von Hänzka ausgelassen. Schon Sekunden später schießt Pniok eine Flanke von Nitsche neben den Pfosten und auch im Anschluss an eine Ecke daneben. Trotz Überlegenheit des Platzbesitzers hätten die Gäste beinahe das erste Tor erzielt, doch im Übereifer schießt der Halblinke, allein vor dem Tor stehend, dem Annahütter Torhüter in die Hände. Pniok geht rechtsaußen und Hänzka nach innen. Mit scharfem Schuss erzielt Hänzka das erste Tor (30. Minute). Nach einem Freistoß für die Gäste verdirbt ihr Halblinker durch abseits. Trotz Drängens nach der Pause bleibt die linke Sturmseite der Gäste zu zaghaft. Ein scharfer Schuss des Linksaußen fegt über die Latte. Als dann Annahütte das Kommando wieder übernimmt, gibt der Linksaußen Nitsche eine haushohe Flanke nach rechts. Der Gästetormann läuft dem Ball entgegen. Aber auch Pniok ist gestartet und ehe der Hüter die Kugel sicher hat, schießt der Annahütter ins leere Tor. Der Platzbesitzer bleibt weiter tonangebend. Schneider hebt aus ganz kurzer Entfernung über die Latte. Bald darauf ist es Pniok, der eine Bombe übers Tor setzt. Bei einem Durchbruch der Gäste gibt es plötzlich einen lauten Knall. Dem Ball ist die Puste ausgegangen. Mit dem Ersatzball scheint sich Räschen besser abzufinden, denn zeitweise sah es sehr brenzlich aus vor dem Annahütter Tor; doch zähe wird verteidigt. Kurz vor Schluss lässt der Rechtsaußen das Ehrentor aus, indem er, frei stehend, hoch darüber knallt. Eckenverhältnis 6:2 für Annahütte. Schiedsrichter Peikert, Petershain, leitet zufriedenstellend.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

 

6. Spieltag der Gau A-Klasse am 11.10.1931

FC Alemannia Großräschen - BV Zschipkau verlegt

7. Spieltag der Gau A-Klasse am 18.10.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker Naundorf 2:1 (1:1)

Die Gäste eröffnen, stoßen an, doch Hohmann fängt den Anstoß ab. Ein kurzes Geplänkel im Gästestrafraum, bis Bruntsch die Lage klärt. Wieder erwischt Hohmann den Ball. Er schiebt zum Linksaußen, der zur Mitte flankt, Keipus schießt aus kurzer Entfernung ein (2. Minute). Nach Wiederanstoß ist Räschen gleich wieder vorn, die erste Ecke wird von Strobel mit voller Wucht darüber geknallt. Erm macht einen Schuss von Noack unschädlich und rettet wenig später durch Herauslaufen. Räschen bleibt dauernd überlegen, doch werden vor der Kiste die leichtesten Sachen ausgelassen. Einmal verpasst Noack eine todsichere Sache, indem er drei Meter vor dem Tore über das Leder haut und einmal zögert Keipus zu lange. Die zweite und dritte Ecke ist fällig, aber auch ohne Erfolg. Der Druck auf das Gästetor wird immer stärker, doch zähe verteidigt Naundorf. Immer wieder schickt Hohmann seinen Sturm nach vorn, doch meistens wird darüber oder daneben geknallt. In der 28. Minute unternimmt dann der Naundorfer Hirsch einen fabelhaften Alleingang. Alles hat er hinter sich gelassen, doch mit voller Wucht schießt er daneben. In der 40. Minute schießt dann Noack, nach schneller und guter Vorbereitung von Hirsch, mit Bombenschuss den Ausgleich. Kurz vor der Pause köpft Hirsch eine Flanke von links darüber.

Nach dem Wechsel gibt es in den ersten 10 Minuten einen Kampf, welcher abwechselnd beide Tore in Gefahr bringt. Einen Schuss von Hirsch hält Erm im Liegen. Auf der anderen Seite macht Fink einen Schuss von Brenzke zunichte. In der 55. Minute fällt für Räschen der Siegestreffer. Der Rechtsaußen flankt zur Mitte, Brenzke nimmt den Ball aus der Luft und feuert unhaltbar ins Netz. Von jetzt an spielen die Gäste dauernd überlegen. Nur selten wird der Platzbesitzer gefährlich. Das Schlussdreieck von Räschen hat ein großes Pensum Arbeit zu verrichten. Naundorf will mit aller Macht das Resultat verbessern. Schuss auf Schuss wird auf das Räschener Tor gejagt, doch Erm hält famos. Hintereinander hält er zwei Schüsse von Hirsch ganz großartig. Dann holt Naundorf drei Ecken auf, die aber immer wieder von Erm unschädlich gemacht werden. Bei der vierten Ecke verliert er den Ball und beinahe hätten die Gäste den Ausgleich erzielt, doch Hildebrandt rettet im letzten Moment auf der Linie. Naundorf drückt weiter, zeitweise nimmt das Spiel eine harte Form an und der Schiedsrichter Heinrich hat alle Hände voll zu tun, um die Gemüter zu beruhigen. Kurz vor Schluss gibt es noch einen direkten Freistoß, doch im Hechtsprung hält Erm den hohen Ball. Bald darauf ertönt der Schlusspfiff. Eckenverhältnis 4:4.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Keipus (02.min.)

2:1 Brenzke (55.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Heinrich (Annahütte)

 

FC Alemannia:

Erm

Nachholespiel vom 6. Spieltag der Gau A-Klasse am 25.10.1931

FC Alemannia Großräschen - BV Zschipkau 3:2 (1:1)

Am vergangenen Sonntag gab es in der Gau-A-Klasse nur ein Spiel und zwar in Räschen. Hier traf der Platzbesitzer auf den noch ungeschlagenen Ballspielverein. Räschen brachte es fertig, den Zschipkauern die erste Niederlage beizubringen. Der Kampf, der vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit sehr spannend verlief, hatte einige hundert Zuschauer angelockt. In Punkto Kasse für Räschen ein großer Erfolg. Als der Schiedsrichter Peikert, Petershain, anpfiff, hatte der Platzbesitzer die z. Zt. stärkste Elf zur Stelle, während bei Zschipkau der Verteidiger Füssel fehlte.

Die Gäste stoßen an, und gleich legen sich beide Parteien mächtig ins Zeug. Hohmann holt sich jeden Ball und schickt den Rechtsaußen auf die Reise, doch seine Flanke kommt zu scharf, so dass sie auf der anderen Seite ins Aus trudelt. Bald darauf verschießt Hohmann einen direkten Freistoß. Auf der anderen Seite gibt es einen gefährlichen Lattenschuss. Wieder ist Zschipkau vor dem Räschener Tor. Einen gefährlichen Drehschuss von Bielagk lenkt Erm zur ersten Ecke, die aber nichts einbringt. Räschen spielt überlegen. Brenzke führt immer wieder den Sturm vor. Er ist der beste Techniker in Räschens Fünferreihe. Bei einem erneuten Angriff schießt Keipus aus ganz kurzer Entfernung dem Tormann in die Hände. In der 35. Minute kommt dann Räschen, durch seinen Rechtsaußen, der nach innen gelaufen ist, zum ersten Tor. Nach Wiederanstoß sind die Gäste tonangebend. Einen Strafstoß von Paschke macht der Räschener Torwart zunichte. Bei einem gut eingeleiteten Angriff der Gäste knallt Bielagk an die Latte, dann hält Erm seinen Kernschuss. Kurz vor der Pause kommt Zschipkau zur zweiten Ecke. Gut wird sie getreten und vom Halbrechten zum Ausgleichstor verwandelt (42. Min.). Bald darauf ertönt der Pausenpfiff.

Abwechselnd sind in der zweiten Hälfte die Angriffe und immer spannender wird der Kampf. Die Verteidigung von Räschen wird nervös. Bielagk pfeffert ein saftiges Ding übers Gehäuse. Drüben schießt Strobel haarscharf neben den Pfosten. In der 8. Halbzeit-Minute bekommt das Spiel plötzlich eine andere Wendung. Durch einen Fehler der Räschener Verteidigung erzielen die Gäste das Führungstor, doch schon eine Minute später stellt Brenzke den Ausgleich wieder her. Gleich nach Wiederanstoß gibt es im Gästestrafraum eine brenzliche Situation. Der Zschipkauer Tormann will den hoch hereingegebenen Ball wegfausten, doch in demselben Augenblick schlägt auch der rechte Verteidiger Grabowski zu und trifft seinen eigenen Kameraden so unglücklich, dass er nicht mehr weiterspielen kann. Die Gäste spielen nun mit zehn Mann. Kaum ist der Ersatztorhüter zwischen den Pfosten, da schießt Keipus das dritte und siegbringende Tor für Räschen (25. Min.). Trotzdem die Gäste den Kampf stark geschwächt bestreiten müssen, halten sie das Spiel offen, ja zeitweise spielen sie sogar überlegen, doch der Platzbesitzer versteht es, den kleinen Vorsprung zu halten. Bielagk hat mit seinen Schüssen Pech. Nichts will ihm gelingen. Das Spiel nähert sich dem Ende. Zschipkau drückt, doch immer wieder rettet Erm im Räschener Tor. Fünf Minuten vor Schluss muss von beiden Parteien je ein Mann vom Platz. Räschen hat noch bange Minuten zu überstehen, bis endlich der Schlusspfiff ertönt. Eckenverhältnis 5:4 für Räschen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 (35.min.)

2:2 Brenzke (54.min.)

3:2 Keipus (65.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Erm

8. Spieltag der Gau A-Klasse am 08.11.1931

SC Corona 1910 Neupetershain - FC Alemannia Großräschen 1:3 (0:2)

Soviel Widerstand wie Räschen erwartet hatte, gab es auf dem Coronaplatz nicht. Das Spiel beider Mannschaften war lebhaft und wurde mit sportlichem Anstand ausgetragen. Alemannia hatte schon in der ersten Halbzeit ein Mehr und drückte dies auch mit zwei Treffern aus. Jede Partei erzielte dann nach dem Torwechsel noch einen Erfolg. Die beiden wertvollen Punkte errangen die Räschener verdient.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Heinrich (Annahütte)

 

FC Alemannia:

 

9. Spieltag der Gau A-Klasse am 15.11.1931

FC Alemannia Großräschen - SC Germania 1910 Ruhland 3:4 (0:2)

Der Quell der Überraschungen, aus dem bisher allsonntäglich die Meisterschaftsspiele im Fußball geschöpft haben, ist nicht versiegt. Mit ungebrochener Kraft hat es am vergangenen Sonntag wieder daraus gesprudelt. Der Tabellenletzte, Germania Ruhland, leistete sich ein Husarenstück und schlug die gefürchtete Alemannia-Mannschaft ganz verdient. Die Ruhlander zeigten zwar keinen technischen Fußball, aber dafür legten sie einen Eifer an den Tag, den man selten von einer Mannschaft sieht. Und dieser Eifer, den die Gäste trotz des schweren Bodens bis zum Schluss durchhielten, brachte der Mannschaft einen verdienten Sieg. Der Platzbesitzer war nicht wiederzuerkennen. Die Mannschaft machte einen ganz müden Eindruck. Nur Hildebrandt in der Verteidigung stand seinen Mann. Auch den Torhüter Erm kann man für die Niederlage nicht verantwortlich machen. Als der Unparteiische zur Wahl pfiff, hatte Räschen nur zehn Mann zur Stelle. Erst nach zwölf Minuten, als es schon 2:0 für Ruhland stand, trifft Hildebrandt ein.

Gleich vom Anstoß an legt sich Germania mächtig ins Zeug. Kaum sind zwei Minuten Spielzeit vergangen, heißt es schon 1:0 für die Gäste. Als die Gäste in der in der zwölften Minute das zweite Tor erzielten, wurde man unter den Zuschauern schon unruhig. Im weiteren Spiel, bis zur Pause, war Ruhland stets tonangebend. Räschen fand sich einfach nicht zurecht. Der Sturm ganz zerfahren, wenn geschossen wurde, dann haushoch darüber! Kurz vor der Pause wurde der Platzbesitzer besser. Verschiedene Schüsse wurden angebracht, aber man hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht; denn der Gästetormann zeigte sich von der besten Seite.

Nach der Pause dreht Räschen mächtig auf. Die Zuschauer feuern die Spieler an. Dadurch werden die Gäste etwas aus dem Konzept gebracht. Räschen gewinnt immer mehr an Boden. Und siehe da, schon in der vierten Halbzeitminute schießt Brenzke nach Flanke von rechts das erste Tor für seine Farben. Aber mutig und mit frischem Geist geht Germania ans Werk. Aber trotzdem ist der Platzbesitzer weiter im Vorteil. In der dreißigsten Minute schießt der Linksaußen Strobel mit Schrägschuss den Ausgleich. Ruhland greift wieder an. Schnelle Vorstöße bringen das Tor des Platzbesitzers öfters in große Gefahr. In der fünfunddreißigsten Minute startet der wieselflinke Linksaußen der Gäste dem gegnerischen Tor zu. Und fast auf der Linie flankt er doch zur Mitte, der Halbrechte steht auf der Lauer und mit voller Wucht setzt er den Ball aus der Luft zum dritten Male in den Kasten (Das schönste Tor des Tages!). Das Spiel wird nun immer lebhafter. Auf und ab wogt der Kampf. In der vierzigsten Minute wird im Gästestrafraum Hand gemacht. Den Elfmeter schießt Keipus zum Ausgleich ein. Große Freude bei Räschen. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn schon drei Minuten später kann wiederum der Halbrechte von Ruhland nach Flanke von links das vierte und siegbringende Tor schießen. Räschen gibt sich nun geschlagen. Der Schlusspfiff ertönt. Als verdienter Sieger verlässt Ruhland das Feld. Eckenverhältnis 5:4 für Ruhland.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:2 Brenzke (49.min.)

2:2 Strobel, R. (75.min.)

3:3 Keipus (85.min.) (Handelfmeter)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Pawlik (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm

10. Spieltag der Gau A-Klasse am 22.11.1931

SC Hertha 1915 Hörlitz - FC Alemannia Großräschen 1:1 (0:0)

Unter der Leitung des Schiedsrichters Schoradt-Zschipkau lieferten sich beide Mannschaften ein ruhiges und flottes Spiel, das die Zuschauer bis zum Schluss im Banne hielt. Die Gäste-Elf hinterließ den besten Eindruck. Ihre Stützen hatte sie im Mittelläufer und Tormann, die beide prächtige Arbeit leisteten. Erm bewahrte seine Elf vor einer Niederlage. Wie er hielt, war ausgezeichnet. Beifall belohnte seine Leistungen. Mit den Hörlitzern konnte man zufrieden sein. Jedenfalls war der Sturm beweglicher als sonst. Doch war Kallert im Mittelsturm auf seinem Posten nie zu finden.

Mit einer Ecke für Hörlitz beginnt der Kampf. Wohl hat Hertha mehr vom Spiel, doch der Sturm kann sich zu einem entscheidenden Schlage nicht finden. König schießt öfter drüber weg. Groschke bearbeitet die Latte. Doch die Gäste sind nicht untätig. Auch sie erringen eine Ecke. Hummel vermag hier in jedem Falle zu klären. Auch einen Strafstoß für die Gäste macht er zunichte. Dennoch bleibt Hertha tonangebend. Es reicht aber nur zu zwei weiteren Ecken. Unentschieden geht es in die Pause.

Nun werden die Gäste besser. Nachdem sie zunächst Hertha eine Weile in ihrer Hälfte festhalten, wird das Spiel wieder offener. Doch ihre schnellen Vorstöße bleiben immer gefährlich. Nur fehlt als Abschluss der sichere Torschuss. Wiederholt gelingt es Hertha, die Verteidigung zu überrumpeln. Sie arbeiten sich die denkbar günstigsten Schussgelegenheiten heraus, die aber im letzten Moment nicht ausgenutzt werden. Dazu hält Erm gute Wacht. So reißt er den Ball, aus kürzester Entfernung geschossen, in seine Arme, wo schon jeder ein sicheres Tor sah. Erst 20 Minuten vor Schluss gelingt es Gorschke, der schon öfter in günstiger Position stand, Erm zu überwinden. Sein flacher Schuss geht an ihm vorbei ins Netz. Doch die Freude darüber war nur von kurzer Dauer. Räschen legt mächtig los. Ihr Eifer erzwingt nach weiteren 10 Minuten den Ausgleich. Ungedeckt kann der Halbrechte aus kurzer Entfernung einsenden. Die Verteidigung ist hieran nicht ganz schuldlos. Beide Parteien machen noch die größten Anstrengungen, einen Sieg herbeizuführen, doch der Pfiff trennt sie bald. Räschen ist mit diesem Ausgange zufrieden. Hertha auch? Ecken 5:3 für den Platzbesitzer.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

1:1 (80.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schoradt (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

Erm

11. Spieltag der Gau A-Klasse am 29.11.1931

FC Alemannia Großräschen - VfB Senftenberg 1910 4:3 (4:0)

V.f.B. Senftenberg in Räschen geschlagen

 

Die Zugkraft dieser Begegnung ließen etwa 400 Zuschauer, die trotz des kalten Wetters erschienen waren, erkennen. Alemannia brachte es fertig, dem Meisterschaftsanwärter V.f.B. Senftenberg die erste Niederlage beizubringen.

Als der Unparteiische Kruhl, Cottbus, der mit größter Umsicht leitete, zur Aufstellung pfiff, traten die Gäste mit ihrer z. Zt. stärksten Aufstellung an, während der Platzbesitzer für den verletzten Strobel Ersatz einstellen musste. Räschen beginnt mit einem fabelhaften Tempo, und schon schickt der Linksaußen eine Bombe daneben. Der Halblinke des Platzbesitzers knallt aus nächster Nähe daneben. Eine Flanke von Fritz nimmt Derling gut auf, und mit scharfem Schuss geht das Leder dicht am Pfosten vorbei. Bald darauf ist es Kmiezik, der einen Kernschuss neben das Tor setzt. Der Kampf geht auf und ab. Der Linksaußen von Räschen ist durchgebrannt, doch sein Schuss saust über die Latte. Auf der anderen Seite ist es Dutschmann, der ebenfalls darüber knallt. Bald macht sich eine kleine Überlegenheit des Platzbesitzers bemerkbar. Aber trotzdem kommt Senftenberg zur ersten und zweiten Ecke, die nichts einbringen. In der 20. Minute ist Schitting aus dem Tor. Den Schuss von halbrechts kann er nur schwach nach links ablenken. Schnell ist der Linksaußen zur Stelle und Nummer 1 sitzt. In der 26. Minute bietet sich den Gästen das Ausgleichstor in Form eines Elfmeters, doch, o weh, Dutschmann schießt daneben! Eine Minute später kann der Halbrechte von Räschen eine Flanke von links zum zweiten Tor einschießen. Räschen bleibt tonangebend. Wieder ist der Linksaußen durch. Seine präzise Flanke wird von der Mitte zum dritten Tor verwandelt. Die Gäste kommen ganz aus dem Konzept. Kmiezik macht einen Alleingang, doch wird er am Schuss gehindert, und der Ball landet in des Torwächters Händen. Kurz vor der Pause erzielt Räschen durch einen groben Fehler von Schitting das 4. Tor.

Nach der Pause ein ganz anderes Bild! Der VfB ist erwacht. In die ganze Mannschaft kommt unter Temporufen ihrer Anhänger Siegeswille, vor dem die schon etwas ausgepumpten Alemannen kapitulieren müssen. Ihr Drang nach dem Tor wird immer mächtiger. Räschen wird in seine Spielhälfte zurückgedrängt. Senftenbergs Sturm kombiniert ganz vorzüglich, doch Räschen verteidigt stark. Erst die 7. Ecke bringt für die Gäste durch Dutschmann den ersten Erfolg. Auch im weiteren Spiel bleibt Senftenberg überlegen. Wieder ist es Dutschmann, der nach guter Vorbereitung von Kmiezik durch scharfen Schuss das zweite Tor für seinen Verein schießt. Nach Wiederanstoß schießt Pohl einen saftigen Strafstoß dem Torhüter in die Hände. Als dann Dutschmann in der 38. Minute noch ein drittes Tor für Senftenberg erzielt, ist man schon im Lager der Räschener Anhänger etwas ruhiger geworden. Bis zum Schluss drücken die Gäste, doch zum Ausgleich reicht es nicht mehr. Kurz vor Schluss schießt Pohl noch einen Strafstoß darüber. Eckenverhältnis 10:3 für Senftenberg.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 (20.min.)

2:0 (27.min.)

3:0

4:0

 

Zuschauer: 400


Schiedsrichter: Kruhl (Cottbus)

 

FC Alemannia:

Erm

12. Spieltag der Gau A-Klasse am 06.12.1931

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1924 Annahütte 2:7 (1:3)

Als die Annahütter Elf am Sonntag auf dem Alemannia-Sportplatz den Kampf mit drei Mann Ersatz gegen Alemannia eröffnete, hatten die Gäste wohl am wenigsten mit einem solchen Siege zu rechnen gewagt. Um so überraschender kam infolgedessen auch das nicht alltägliche Ergebnis für die Zuschauer, zumal am vorletzten Sonntag der VfB. Senftenberg hier Federn lassen musste.

Als um 14 Uhr der Schiedsrichter Schoradt, Zschipkau, zur Aufstellung ruft, hat Räschen, bis auf den noch immer verletzten Strobel I, alles zur Stelle. Bei Annahütte fehlen Trepte, Pniok und Eichler. Die Ersatzspieler Höhne, Schwabe und Drobek erfüllten ihre Aufgabe so gut es ging. Der Gästeanstoß wird sofort unterbunden und Alemannia geht zum Angriff vor. Brenzke versiebt die erste Chance. Mit Volldampf ergreifen die Gäste die Offensive. Ein ganz schweres Kaliber schickt Wenslawsky gegen den Pfosten und der Nachschuss von Höhne sitzt. Der Unparteiische entscheidet aber wegen Hand Abstoß. Das Alemanniator wird weiter belagert. Erm ist außerhalb und Hildebrand kann einen Schuss Schneiders nicht anders als mit der Hand auf der Torlinie abwehren. Den folgenden Elfmeter verwandelt Franke zum Führungstor für Annahütte. Jetzt legt sich Räschen mächtig ins Zeug, aber der Gästetormann hält. Noacks Weitschuss geht knapp, den Pfosten noch berührend, ins Aus. Zwischendurch stößt Annahütte vor und der Halbrechte Matschke verwandelt eine Vorlage von Wenslawsky zum zweiten Treffer. Alemannia drückt weiter. Einen scharfen Schuss von Brenzke hält Urbansky kniend. Räschen tritt vier Ecken. Matschke sendet dann zum dritten Erfolge ein. Noch gibt sich Räschen nicht geschlagen und ehe die Halbzeit herannaht, werden ihre Bemühungen mit dem ersten Tor belohnt. Eine Flanke von links drückt Noack mühelos ein.

Nach dem Seitenwechsel rettet Urbansky durch blitzschnelles Herauslaufen. Noch in derselben Minute rückt der Sturm der Gäste wieder vor und Schneider erhöht das Ergebnis auf 4:1. Hildebrand verlässt ohne Grund das Spielfeld. An den vier Toren der Gäste hatte die Räschener Verteidigung die meiste Schuld. Die Sportvereinigung erzielte ihre einzige Ecke. Mit zehn Mann spielend, holt der Platzbesitzer durch Strobel ein Tor auf. In der weiteren Spielfolge gewinnt Annahütte immer mehr die Oberhand. Durch den Ausfall von Hildebrand muss Alemannia mit vier Stürmern weiter spielen. Annahütte zieht ganz unvermittelt einen Mann in die Verteidigung zurück! Wäre das nicht geschehen, dann stand das Endergebnis bestimmt noch höher. Wenslwasky schießt zwei weitere Tore und mit Nr. 7 beendet Matschke den Torreigen. In der letzten Viertelstunde erfolgte Schuss auf Schuss aufs Räschener Tor. Der Innensturm der Gäste war heute besonders gut aufgelegt. Auch Franke war in Hochform. Schoradt leitete gerecht, wenn auch das Publikum oftmals reklamierte.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:3 Noack, K.

2:4 Strobel, G.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schoradt (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

Erm

13. Spieltag der Gau A-Klasse am 13.12.1931

BV Zschipkau - FC Alemannia Großräschen 6:3 (3:2)

Vor annähernd 250 Zuschauern lieferten sich beide Mannschaften einen flotten Kampf. Der schlüpfrige Platz stellte große Anforderungen an die Spieler. In der ersten Halbzeit hatte Räschen mehr vom Spiel, während die zweiten 45 Minuten dem Platzbesitzer gehörten. Schon in der zehnten Minute kommt der Platzbesitzer durch ein Selbsttor eines Gästeverteidigers zum ersten Erfolg. Die Alemannen lassen sich aber deshlab nicht ins Bockshorn jagen; denn schon wenige Minuten darauf gleicht der Rechtsaußen von Räschen aus. Die Gäste bleiben weiter im Angriff. Schwer muss die Zschipkauer Verteidigung arbeiten. Füssel ist gut in Form. Aber trotzdem geht Räschen nach einem schnellen Durchbruch in Führung. Aber es dauerte auch nicht lange, und Bielagk kann durch schönes Kopftor den Ausgleich erzielen. Eine Minute vor der Pause ist es wieder Bielagk, der durch Alleingang seiner Mannschaft die Führung gibt.

Nach dem Wechsel ändert sich das Bild. Der Platzbesitzer ist meistens tonangebend. Und schon in der fünften Minute schießt der Halblinke des Platzbesitzers das vierte Tor. Im Anschluss an eine Ecke erzielt Zschipkau dann das fünfte Tor. Das wird den Gästen nun doch zu viel. Noch einmal reißen sich die Räschener zusammen, und nach einem schnellen Durchbruch gelingt es ihnen auch, das dritte Tor zu erzielen. Nach Wiederbeginn ist der Platzbesitzer gleich wieder im Angriff. Und vier Minuten vor Schluss macht Zschipkau das halbe Dutzend voll. Eckenverhältnis 5:3 für Zschipkau.

Schiedsrichter Schadewitz, Senftenberg, hatte ein leichtes Amt, da das Spiel stets mit sportlichem Anstande durchgeführt wurde.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1

1:2

5:3

 

Zuschauer: 250


Schiedsrichter: Schadewitz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

 

14. Spieltag der Gau A-Klasse am 10.01.1932

SC Wacker Naundorf - FC Alemannia Großräschen 4:2 (3:1)

Als Kruhl, Union Cottbus, zur Aufstellung pfeift, sind beide Mannschaften vollzählig. Naundorf spielt in neuer Aufstellung. Hirsch als Verteidiger, Bruntsch hat anfangs den Mittellauf übernommen und Arnold fungiert als Sturmführer. Räschen wählt die Sonne im Rücken und nimmt den Wind als Helfer. Naundorf stößt an und sofort entwickelt sich ein Höllentempo. Auf und ab wogt der Kampf, beide Torhüter müssen dazwischen fahren. Fink zeigt sich sicher. In der 15. Minute gehen die Gäste in Führung. Naundorf spielt an und schon ist der Ausgleich hergestellt. Der Platzbesitzer übernimmt nun das Kommando und setzt sich in der Hälfte der Gäste fest. Der Torhüter von Räschen hält ausgezeichnet. Dem Platzbesitzer gelingt der zweite Treffer; der dritte folgt. Der Gästeanstoß wird sofort abgestoppt und Naundorf spielt ganz überlegen. Die Räschener bringen ihren zweiten Treffer durch einen Bogenschuss an. Man sieht Naundorf sofort wieder im Angriff und schon sitzt Nummer 4. Beide Mannschaften lassen im Tempo nach. Der Rasenplatz ist sehr glatt. Vor den Toren ist nur dicke Pampe. Die Gäste kommen nicht über ihre Spielhälfte hinaus. Das Spiel geht dem Ende zu. Naundorf schießt die achte und neunte Ecke, die beide nichts einbringen. Die gesamte Wackermannschaft zeigte ein gutes Aufbauspiel. Die Gesamtmannschaft zeigte gutes, flottes Kombinationsspiel und hatte keinen Versager. Der Gästetormann bewahrte seine Mannschaft vor einer noch weit höheren Niederlage. Eckenverhältnis 9:0 für Naundorf. Das Spiel wurde sehr fair durchgeführt und der Schiedsrichter hatte ein leichtes Amt.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1

3:2

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Kruhl (Cottbus)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 31.01.1932

FC Alemannia Großräschen - SC Germania 1910 Ruhland 7:1

Wohl selten kommt es vor, dass die Fußballspiele im Monat Januar vom Wetter so begünstigt werden wie in diesem Jahre! Es war daher kein Wunder, wenn sich gleich zu Beginn der Gesellschaftsspiele auf dem Alemanniaplatz einige hundert Zuschauer eingefunden hatten. Die Vereinsleitung hatte Germania Ruhland zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. In den Verbandskämpfen hatte Räschen durch Ruhland eine knappe 3:4-Niederlage einstecken müssen. Diesmal drehte Alemannia den Spieß um und revanchierte sich mächtig. Allerdings kamen die Gäste mit drei Mann Ersatz, während Räschen seine zur Zeit beste Vertretung zur Stelle hatte.

Unter Leitung von Peikert-Petershain stößt Ruhland mit der Sonne im Rücken an. Gar bald verliert aber Germania den Ball. Der Platzbesitzer kommt in den gegnerischen Strafraum und Strobel köpft knapp über die Latte. Hohmann als Mittelläufer wirft seinen Sturm immer wieder nach vorn. Die erste Alemanniaecke ist fällig und nach wenigen Minuten kann der Linksaußen Lieback das 1. Tor schießen. Nach und nach macht sich Ruhland frei, leitet gute Angriffe ein und die Räschener Hintermannschaft hat vollauf zu tun. Auch die Gäste erzwingen ihre 1. Ecke, und kurz danach stellt der Halbrechte Ruhlands die Partie 1:1. Die Gäste lassen nicht locker, und Erm im Alemanniator muss angestrengt arbeiten. Der Halbrechte der Germanen verpasst eine sichere Sache. Dabei wird er noch verletzt und muss einige Minuten pausieren. Während dieser Zeit übernimmt Räschen wieder das Kommando, und auch der Gästetormann zeigt sich von der besten Seite. Erst kurz vor der Halbzeit gelingt es Brenzke, aus einem Gedränge das 2. Tor zu schießen. In der Schlussminute schafft Germania am Räschener Tor noch einige kritische Situationen. Der abschließende Torschuss trifft aber die Latte.

In der 1. Halbzeit waren sich beide Mannschaften ebenbürtig. Erst im Verlauf des 2. Teiles bricht das Verhängnis über Germania herein. Innerhalb 25 Minuten nach dem Wechsel steht das Spiel 7:1 für Räschen. Das 3. und 4. Tor kommen aufs Konto des technisch sehr guten Brenzke. Den 5. Erfolg erzielt Strobel, Use macht das halbe Dutzend voll und Lieback beschließt mit Nr. 7 den Torreigen. In der letzten Viertelstunde hat Ruhland wieder mehr vom Spiel. Hildebrand ist jetzt ins richtige Fahrwaser geraten, er unterbindet fast jeden Angriff der Gäste. Einmal hat Germania eine Chance, aber sie wird verpasst. Eckenverhältnis 5:2 für Räschen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Lieback

2:1 Brenzke

3:1 Brenzke

4:1 Brenzke

5:1 Strobel, G.

6:1 Use

7:1 Lieback

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 07.02.1932

SVgg 1924 Annahütte - FC Alemannia Großräschen 1:4

Auf dem Sportplatz an der Heye-Siedlung trugen die Gau-A- und die Gau-E-Klasse je ein Freundschaftsspiel gegen die gleichen Mannschaften von Alemannia Räschen aus. Beide Kämpfe gewannen die Gäste. Beim Spiel der unteren Mannschaften lautete das Resultat 4:2 (1:2) für Räschen.

Erst gegen 153/4 beginnt das Hauptspiel mit dem Anstoß der Sportvereinigung. Alemannia ist in derselben Aufstellung wie am Vorsonntage, also vollzählig, erschienen. Die Aussichten des Platzbesitzers auf Sieg sind ziemlich gering, da Franke, Schneider, Leske und Nitsche nicht zur Stelle sind. Der Ersatz genügte nur zum Teil. Aber trotzdem hat Annahütte zu Beginn des Kampfes ein kleines Plus. Nach acht Minuten holt Wenslawsky durch prächtigen Schuss für seine Farben die Führung heraus. Es winkt sogar der 2. Erfolg, aber den Elfmeter schießt derselbe Spieler auf den Mann. Durch ein Selbsttor von Eichler nach einer reichlichen Viertelstunde kommen die Gäste billig zum Ausgleich. Bis zur Halbzeit wird Alemannia immer besser und durch Brenzke geht es mit 2:1 in die Pause.

Nach Wiederanstoß hält die Überlegenheit der Räschener weiter an. In kurzen Abständen erhöht Strobel auf 3:1 und Use schraubt das Ergebnis auf 4:1. Damit ist den Gästen der Sieg auch nicht mehr zu nehmen, zumal das Schlussdreieck der Räschener gut in Form ist. Annahütte spielt auf Resultatsverbesserung und der Kampf nimmt harte Formen an. Der linke Läufer der Annahütter, Owzarek, muss auf Geheiß des Unparteiischen unter die Zuschauer. Wenslawsky bedeckt mit einigen Bombenschüssen das Alemanniator, aber Erm bleibt Herr der Lage. Einige Ecken sind alles, was Annahütte noch erreicht. Am Ende leitet Alemannia noch einige gute Angriffe ein und auch hier zeigt sich nun Urbansky von der besten Seite. Ein Saftschuss von Brenzke wird vom Pfosten aufgehalten. Eckenverhältnis 4:4. Mit diesem Siege konnte sich Alemannia nun auch für die seinerseits erlittene Niederlage von 2:7 revanchieren. Schiedsrichter Treutschke, Ruhland, leitete den Kampf. Infolge des schönen Wetters hatte sich eine stattliche Anzahl von Fußballfreunden eingefunden.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Eigentor (16.min.)

1:2 Brenzke

1:3 Strobel, G.

1:4 Use

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Treutschke (Ruhland)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 21.02.1932

SC Germania Lübben - FC Alemannia Großräschen 1:3

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 28.02.1932

SpVgg 1908 Bockwitz - FC Alemannia Großräschen 7:4

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 06.03.1932

FC Alemannia Großräschen - SC Spremberg 1896 3:1

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 13.03.1932

FC Alemannia Großräschen - SpVgg 1908 Bockwitz ausgef.

Testspiel am 20.03.1932

SVgg 1922 Weißagk - FC Alemannia Großräschen 4:3

Alemannia Räschen in Weißagk geschlagen

 

Am Sonntag weilte die 1. und 2. Mannschaft von Räschen in Weißagk, um dort Freundschaftsspiele auszutragen. Um 131/2 Uhr stellten sich die 2. Mannschaften beider Vereine dem Schiedsrichter. Nach schönem flotten Spiel trennten sich beide 3:3. Räschen hatte 5 Mann Ersatz.

Gegen 16 Uhr beginnt das Spiel der beiden ersten Garnituren unter Leitung eines Vetschauer Schiedsrichters. Bei Räschen fehlen beide Verteidiger, der linke Läufer und der verletzte Halbrechte. Schon 5 Minuten nach Anstoß wird auch Jurk verletzt. Strobel schießt eine Bombe an die Latte, gleich darauf schießt Brenzke dicht am Torpfosten ins Aus. In der 24. Minute gibt es eine Ecke für die Heimischen, der Ball wird ins Tor geköpft. 2 Minuten später schießt der Mittelstürmer das 2. Tor für seinen Verein. Lieback leitet einen Angriff ein, den Schuss hält der Torwächter. Das Resultat steht dann durch Elfmeter 3:0 für Weißagk. In der 35. Minute gibt Noack an Strobel und das Ehrentor ist erreicht. Bis zur Halbzeit passiert nichts Besonderes. Schon 8 Minuten nach der Pause gibt Noack an den freistehenden Lieback und Nummer 2 ist eingesandt. In der 22. Minute schießt Lieback eine Ecke zum 3. Treffer direkt ein. Der Ausgleich ist da, beide Mannschaften kämpfen um den Sieg. In der 31. Minute gelingt nun dem Weißagker flotten Sturm das Siegestor. Es gibt vor dem Tore des Platzbesitzers drei Torschüsse hintereinander, die vom Pfosten und der Querlatte abprallen. Räschen hat mit seinen Schüssen Pech. Beim Schlusspfiff steht das Resultat 4:3 für Weißagk.

Der Schiedsrichter war in seinen Entscheidungen sehr zaghaft. Eckenverhältnis 5:3 für Räschen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

3:1 Strobel, G. (30.min.)

3:2 Lieback (53.min.)

3:3 Lieback (67.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:  (Vetschau)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 27.03.1932

SpVgg Finsterwalde - FC Alemannia Großräschen 4:1

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 03.04.1932

SC Germania 1910 Ruhland - FC Alemannia Großräschen 2:4

Bei schönstem Fußballwetter trugen die beiden ersten Mannschaften auf dem Germania-Sportplatz in Ruhland ein Freundschaftsspiel aus. Räschen trat mit kompletter Mannschaft an, während bei Ruhland John, Basan und Tenscher I fehlen, für die Ersatzleute der zweiten Elf spielen. Vom Anstoß weg entwickelt sich ein flottes, verteiltes Spiel. Durch eine Flanke von rechts, die der Halblinke aus kurzer Entfernung verwandelt, kommen die Gäste zum ersten Tor. Jedoch recht schnell erzielen die Germanen den Ausgleich. Franke II hat sich gut durchgespielt und sein scharfer Schrägschuss flitzt zwischen die Pfosten. Gegen Ende der ersten Halbzeit ist Räschen überlegen und die Ausbeute sind zwei weitere Tore. Sehr oft hat Ruhland Torchancen, jedoch der schwache Sturm ist vor dem Tore zu hilflos und unentschlossen. Auch der Anfang der zweiten Spielhälfte steht im Zeichen der Überlegenheit der Gäste. Brenzke kann mit schönem Spitzenschuss den Vorsprung der Gäste auf 4:1 erhöhen. Von nun an übernimmt Ruhland das Kommando, Räschen wird eingeschnürt. Franke hat mit seinen Schüssen reichlich Pech, indem er zweimal den Pfosten trifft. Bei einem Durchbruch der Ruhlander lässt sich der Gästetormann zu einer Unfairneß hinreißen. Den verhängten 11-Meter-Ball verwandelt Franke II sicher. Obwohl Ruhland bis zum Schluss mächtig drückt, können weitere Erfolge nicht erzielt werden.

Die Gäste zeigten ein flottes, verständnisvolles Spiel. Der beste Teil der Mannschaft war der Sturm, in dem Brenzke die treibende Kraft ist. Auch der Tormann konnte gefallen; er hatte recht großes Glück. Bei Ruhland ist und bleibt der Sturm das Sorgenkind. Die Ersatzleute geben sich alle Mühe, sind aber den Anforderungen noch nicht gewachsen. Der beste Spieler auf dem Platze war Franke II, der sich fabelhaft entwickelt hat. Die Hintermannschaft konnte gefallen. Mit den Entscheidungen des Schiedsrichters waren beide Parteien nicht immer zufrieden.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1

1:2

1:3

1:4 Brenzke

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 10.04.1932

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz ausgef.

Testspiel am 17.04.1932

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Calau ausgef.

Testspiel am 17.04.1932

FC Alemannia Großräschen - FC Alemannia Großräschen II 5:0

In Räschen wartete Alemannia wiederum vergeblich auf den Gegner. Die Spielvereinigung Calau wollte mit 3 Mannschaften erscheinen, jedoch sagte Calau unverständlicherweise die Spiele ab. Der Schiedsrichter Peikert war erschienen und auch Alemannia hatte seine Mannschaften vollzählich zur Stelle. Damit die Zuschauer nicht gar zu arg enttäuscht wieder nach Hause gehen mussten, trugen Alemannias 1. und 2. Mannschaft unter der Leitung von Peikert (Neupetershain) ein Trainingsspiel aus. Bis zur Pause stand das Spiel 0:0, aber dann setzten die Ligaleute ihr Können unter Beweis und schlugen ihre Kollegen mit 5:0.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0

2:0

3:0

4:0

5:0

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 23.04.1932

FC Alemannia Großräschen - SC Corona 1910 Neupetershain 4:3

Am Sonnabendnachmittag bekamen wir erstmalig in Räschen ein Wochenendspiel zu sehen. Eine ansehnliche Zuschauermenge hatte sich eingefunden. Der angesetzte Schiedsrichter hatte abgesagt, so dass Peikert, Petershain, einspringen musste. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an, aber trotzdem führten sich die Ersatzleute auf beiden Seiten gut ein. Bei Petershain sah man erstmalig nach Jahren den von R. R. W. Berlin zurückgekehrten Großmann wieder. Aber leider ist Großmann heute nur noch ein Schatten einstiger Größe. Vom Anstoß weg ist Räschen zunächst etwas überlegen und es gelingt auch schon nach 5 Minuten durch Brenzke der 1. Erfolg. Sofort greift Corona energisch an, ein Eckball wird erzielt und in der nächsten Minute zum Ausgleich verwandelt. Wieder ist Räschen im Vorteil, eine wunderbare Flanke vom Linksaußen Lieback kann der Räschener Innensturm nicht verwerten. Langsam wird jetzt auch Petershain besser und Erm im Räschener Tor muss gefährliche Sachen meistern. Die Überlegenheit der Coronaleute hält an und verschiedene sichere Torchancen werden versiebt, bis es den Petershainern gelingt, durch ein Selbsttor des linken Räschener Läufers in Führung zu gehen. Der Spieß wird jetzt umgedreht. Mittelstürmer Brenzke bekommt den Ball gut vorgelegt, bricht durch und Großmann wird überwunden. Der Ausgleich ist durch wunderbaren Schuss hergestellt. Nach Anstoß wird sofort durch den Rechtsaußen Noack das 3. Tor erzielt, nachdem Großmann sein Tor verlassen hatte. Nachdem ist Halbzeit und ohne Pause geht es weiter. Die Überlegenheit der Räschener hält an und der Coronasturm versucht es nur noch mit Durchbrüchen. Einer dieser Durchbrüche führt zu einer großen Masselei vor dem Räschener Tor und tatsächlich gelingt es dem Halblinken Coronas, den Ausgleich zu erzielen. Jetzt werden die Zuschauer lebhafter und Anfeuerungsrufe für beide Parteien ertönen. Schwer wird um die Führung gekämpft. Räschens Rechtsaußen scheidet verletzt aus, und trotz der Schwächung im Sturm wird nach einem Eckball wiederum durch Brenzke der 4. Erfolg errungen. Kurz vor Schluss hatte Petershain noch eine Gelegenheit zum Ausgleich, ein Elfmeter wird verschossen. Bald darauf ist Schluss und als glücklicher Sieger verlässt Räschen das Spielfeld. Ecken 5:4 für Petershain.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Brenzke (05.min.)

2:2 Brenzke

3:2 Noack, K.

4:3 Brenzke

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 01.05.1932

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1924 Annahütte 5:4

Unter Leitung von Peikert, Petershain, fand in Räschen ein torreiches Treffen statt. Vom Anstoß weg wird von beiden Parteien sofort ein mörderisches Tempo vorgelegt, was aber nachher bald abflaute. Annahütte kommt zur ersten Ecke, welche von Erm im Räschener Tor unschädlich gemacht wird. Annahütte ist in den ersten zehn Minuten leicht überlegen, jedoch nach Ablauf dieser Zeit wird auch Räschen lebhafter. Eine Ecke für Räschen wird verschossen. Weiter greifen die Räschener unentwegt an, die Annahütter Verteidigung verpasst den Ball, der Linksaußen Lieback ist zur Stelle und sendet unhaltbar zum 1. Erfolg für Räschen ein. Bald darauf kommt Annahütte gut durch und der Halblinke erzielt nach 2 Minuten den Ausgleich. Auf und ab wogt nun der Kampf und schwer wird auf beiden Seiten um die Führung gekämpft. Räschen wird allmählich überlegen und Annahütte unternimmt plötzliche Durchbrüche. Aber den Alemannen gelingt trotz überlegenem Spiel nichts. Einen wunderbaren Schuss von Lieback hält der Torpfosten und der Nachschuss von Brenzke geht daneben. Aber kurz vor der Pause gelingt es wiederum Lieback, für seinen Verein die Führung zu erringen. Kurze Zeit ist annahütte im Angriff und Erm muss verschiedene Schüsse meistern. Der Pausenpfiff ertönt.

7 Minuten nach dem Wechsel geht Noack-Räschen von rechtsaußen gut vor und durch einen hervorragenden Schrägschuss ist der 3. Erfolg erzielt. Alsbald geht der Annahütter Sturm zum Angriff über und Wenzlawski kann den 2. Treffer erringen. Ein sicher scheinendes Tor für räschen vergibt der Halbrechte Use. Bald jedoch kann der Mittelstürmer Brenzke durch schönen Kopfball den 4. Erfolg für Räschen buchen. Jetzt übernimmt Annahütte das Kommando, aber Wenzlawski hat verschiedentlich Pech mit seinen Schüssen. Der 3. Erfolg für Annahütte ist fällig. Erm lässt den Ball aus der Hand ins Tor fallen. Durch Wenzlwaski, den besten Annahütter Stürmer, wird durch einen schönen Flachschusszum 4. Tor und zum Ausgleich eingesandt. Das Tempo lässt auf beiden Seiten sichtlich nach, der warme Sonnenschein und der schwere Boden haben es den Spielern angetan. Räschens unverwüstlicher Linksaußen Lieback kann aber durch schönen Schuss den 5. Erfolg erringen und damit für seinen Verein den Sieg sicherstellen, denn bald darauf trennt der Schlusspfiff die Mannschaften. Annahütte hatte seine zur Zeit beste Mannschaft zur Stelle. Bei Räschen war im Mittellauf der aus der Jugend hervorgegangene Spieler Steuer erstmalig aufgestellt und führte sich gut ein.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Lieback

2:1 Lieback

3:1 Noack, K. (52.min.)

4:2 Brenzke

5:4 Lieback

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 08.05.1932

TV Jahn Grube Erika - FC Alemannia Großräschen 6:1

Man ist einfach sprachlos, wenn man die Serie von Erfolgen der Turnermannschaft aus Grube Erika hört. Es steht fest, dass diese Mannschaft seit 11/2 Jahren ohne Niederlage dasteht und manch großer Sieg ist errungen worden, so dass die Augen aller Sportsleute auf diese "Wundermannschaft" gerichtet sind. Auch Alemannia Räschen musste am Sonntag ins Gras beißen. Dabei kann man noch gar nicht sagen, dass die Räschener schlecht gespielt haben. Es wurde von beiden Mannschaften ein schönes, abwechslungsreiches Spiel gezeigt, wobei die Schnelligkeit und Ausdauer der Erikaner den Ausschlag gaben und die Tore wie reife Früchte in der 2. Halbzeit der Erika-Stürmer fielen. Mit Interesse darf man daher die weiteren Spiele dieser Mannschaft verfolgen.

Unter umsichtiger Leitung von Schadewitz-Senftenberg wurde der Kampf durchgeführt. Anfangs hat Räschen ein kleines Plus, aber langsam wird auch Erika stärker. Etwa in der 30. Minute kann Erika den 1. Treffer erzielen, unter ungeheurem Beifall der trotz des schlechten Wetters ziemlich zahlreich erschienenen Sportfreunde. Der Räschener Mittelläufer Keipus, der sein erstes Spiel nach seinem Wiedereintritt machte, schickt seinen Sturm immer wieder nach vorn, aber nichts gelingt gegen die starke und ballsichere Verteidigung der Turner.

Mit 1:0 Toren für Erika werden die Seiten gewechselt, dann bricht das Unglück für die Alemannen herein. Ein 2. Erfolg für Erika wird erzielt. Aber noch wird Alemannia nicht mutlos. Der Halbrechte Use kann für Räschen den 1. und einzigen Erfolg erringen. Bald jedoch kommt Erika zum 3. Tor und dann gibt Alemannia den Kampf für verloren. Die Mannschaft lässt sichtlich nach. Die Turner werden dagegen unter Anfeuerungsrufen der einheimischen Zuschauer immer eifriger. Der 4. und bald darauf der 5. Treffer werden erzielt. Die sich tapfer zur Wehr setzende Hintermannschaft der Alemannen ist machtlos, denn die Turner schießen aus jeder Lage. Durch ein Missverständnis in der Räschener Verteidigung muss Erm den 6. Treffer passieren lassen. Der Torhüter trägt keinerlei Schuld an den 6 Erfolgen. Bald darauf ist Schluss und ein schönes Spiel, das keinesfalls eintönig wirkte, hat sein Ende erreicht.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

2:1 Use

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Schadewitz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 16.05.1932

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen 2:0

Am zweiten Pfingstfeiertage weilte Alemannia Räschen in Senftenbergs Mauern, um das noch fällige Rückspiel vom vorigen Jahre auszutragen. Senftenberg spielte in der stärksten Besetzung. Fritz wieder im Sturm, der Angriff wurde dadurch bedeutend verstärkt. Die Verteidigung war wieder mit Woidt, Gallinat besetzt. Auch die Gäste waren in der z. Zt. stärksten Besetzung erschienen. Unter der einwandfreien Leistung von Peikert eröffnet der Platzbesitzer das Spiel. Bald ist eine Überlegenheit der VfB.er unverkennbar. Senftenberg spielt fast die ganze erste Halbzeit nur in des Gegners Hälfte. Noatnick im Tore der Blaugelben bekommt nur selten etwas zu tun. Trotz starker Überlegenheit des Gaumeisters gelang es ihm nicht, in den ersten 45 Minuten Erfolge zu erzielen, da der Gästetorhüter Erm seinen Mann stand.

Nach dem Wechsel hatte erst Räschen mehr vom Spiel, und drückte in den ersten zehn Minuten ganz gewaltig, doch das Schlussdreieck von Senftenberg war auf dem Posten. Senftenberg machte sich dann von der Umklammerung frei und der Sturm unternahm wuchtige Angriffe. Es gelang auch dem Gaumeister, in der 20. Minute in Führung zu gehen. Eine Flanke vom Rechtsaußen Noatnick nahm Derling auf. Seinen harten Schuss konnte der Gästetorhüter nur abklatschen, Fritz kam herangesaust und schoss unhaltbar ein. Nach Wiederanstoß war Räschen wieder im Angriff. Ein Strafstoß wurde von den Gästen darübergeschossen. Bei einem hohen aufs Tor gegebenen Ball kam Noatnick in arge Bedrängnis, als ihm der Ball entfiel. Durch blitzschnelle Wendung beseitigt er die Gefahr. Bei einem raschen Vorstoß des VfB-Sturmes war die dritte Ecke für Senftenberg fällig. Noatnick gab sie herein, Skoring erwischte den Ball und flankte nochmals hoch zur Mitte, wo Nowack mit Kopfball das zweite Tor für Senftenberg erzielt. Eckenverhältnis 3:1 für Senftenberg.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Erm -

Turnier des FC Alemannia Großräschen - Halbfinale am 05.06.1932

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Calau 1:0

Alemannia zieht vom Anstoß an gleich mächtig los, aber die Schüsse gehen alle darüber oder knapp daneben. Dann übernimmt Calau das Kommando und Erm hält Bombenschüsse vom Mittelstürmer und Linksaußen. Die beste Chance verknallt der Rechtsaußen aus nur vier Meter Entfernung. Beim Platzbesitzer verdirbt Kschiwan durch Handspiel und Use durch Abseits sichere Torgelegenheiten. Nach dem Seitenwechsel spielt Räschen mit dem Winde und ist dadurch stark im Vorteil. Eine Vorlage Kschiwans kann Use bald durch Kopfball zum ersten Treffer verwandeln. Zwei Ecken für Alemannia folgen und Use findet nicht das leere Tor. Gegen Ende sind die Gäste wieder dauernd im Angriff, aber Räschen versteht das 1:0 zu halten, um sich somit für das Endspiel zu qualifizieren. Auf beiden Seiten waren die Hintermannschaften gut in Form.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze: 

1:0 Use

 

Zuschauer: 300


Schiedsrichter: 

 

FC Alemannia:

Erm -

Turnier des FC Alemannia Großräschen - Finale am 05.06.1932

FC Alemannia Großräschen - BV Zschipkau 0:1

Der Kampf wurde äußerst hart geführt und der Hoyerswerdaer Schiedsrichter hätte von Anfang an viel energischer durchgreifen müssen. Alemannia hat zuerst mehr vom Spiel und erzielt zwei ergebnislose Ecken. Nach einem gut eingeleiteten Angriff der Gäste kann Hiller I Erm im Tor überrumpeln. Es steht 1:0 für die Grün-Weißen. In der zweiten Hälfte sind die Räschener besser, aber Koschak und Grabowsky sind nicht zu überwinden. Fünf Minuten vor Schluss bricht der Schiedsrichter ab, weil ein Spieler Alemannias auf sein Geheiß das Spielfeld nicht verlässt. Das Wetter war bis auf das Schlussspiel, das leider verregnete, gut. Mit dem Besuch konnte der gastgebende Verein auch zufrieden sein. Ungefähr 300 Zuschauer waren anwesend. Um 20 Uhr fand im Lunapark die Siegerverkündigung und Preisverteilung statt. Zschipkau erhielt als Juniläumspreis einen Fußball.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer: 300


Schiedsrichter: (Hoyerswerda)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 12.06.1932

FC Alemannia Großräschen - SV Hoyerswerda 1919 I 4:3

Nach langer Zeit konnte man endlich wieder einmal eine Mannschaft aus der Fußballstadt Hoyerswerda begrüßen. Die Mannschaft aus Hoyerswerda erschien mit dem Torhüter Jando, außerdem mit Kowalick, Rehn und Kamella (früher Preußen Chemnitz), sowie einigen Spielern aus der früheren Jugend. Alemannia hatte ebenfalls seine zur Zeit beste Mannschaft auf dem Platze, nur war der Halblinke Ersatz.

Hoyerswerda ist sofort im Angriff und Erm im Räschener Tor muss einige schwere Schüsse meistern. Langsam wird jedoch auch Alemannia lebhafter. Eine wunderbare Flanke vom Rechtsaußen Noack verpasst der gesamte Innensturm. Räschen wird sogar zeitweilig überlegen und Tore hängen in der Luft, aber Jando ist nicht zu überwinden. Allmählich wird auch Hoyerswerda wieder besser und bei einer Masselei vor dem Räschener Tor wird durch ein Selbsttor von Räschen der erste Erfolg für Hoyerswerda erzielt. Sofort nach dem Anstoß ist Räschen wieder im Angriff und nach zwei Minuten kann der Linksaußen Lieback mit scharfem Schuss den Ausgleich erzielen. Der Mittelstürmer Kamella erzielt den zweiten und bald darauf den dritten Treffer. Die Angriffe wechseln auf beiden Seiten und kurz vor dem Pausenpfiff kann Use für Alemannia den zweiten Treffer erzielen.

Nach der Halbzeit wird Alemannia sofort überlegen und Angriff auf Angriff rollt auf Jandos Heiligtum. Eine Ecke wird gut hereingegeben und Jando ist zum dritten Male überwunden. Nach dem Anstoß greift Hoyerswerda ungestüm an, aber nur zwei Ecken sind die Ausbeute. Das Tempo lässte jetzt nach und der Hoyerswerdaer Sturm lässt die geschlossene Einheit nunmehr fast ganz vermissen. Der Rechtsaußen Kowalick fällt fast ganz aus, er macht einen ermüdeten Eindruck. Das Spiel in Breslau liegt ihm noch in den Gliedern. Beide Parteien ringen schwer um den Führungstreffer, aber auf beiden Seiten macht sich die kolossale Hitze bemerkbar, denn nichts will gelingen. Räschen kommt gut vor, der Mittelstürmer Brenzke bekommt, frei stehend, den Ball vorgelegt und schießt unhaltbar zum vierten Erfolge für Räschen ein. Von nun an wird das Spiel wieder lebhafter und auf beiden Seiten werden sicher erscheinende Erfolge ausgelassen. In den letzten fünf Minuten hat Alemannia noch schwer zu kämpfen, denn Hoyerswerda will mit Macht ausgleichen. Alemannia kann den Vorsprung halten und mit 4:3 Toren als glücklicher Sieger den Platz verlassen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:1 Lieback

2:3 Use

3:3

4:3 Brenzke

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 18.06.1932

SC Corona 1910 Neupetershain - FC Alemannia Großräschen 1:1

Auf dem Corona-Sportplatz trafen sich am Sonnabendabend um 181/2 Uhr unter Leitung von Siefridt, Hoyerswerda, die 1. Mannschaften dieser beiden Vereine. Während Corona den Kampf in Räschen knapp mit 3:4 verlor, konnte Petershain diesmal ein ehrenvolles Unentschieden herausholen, trotzdem die Gäste fast dauernd im Angriff waren. Beide Mannschaften treten mit drei Mann Ersatz an. Bei Corona fehlen Berger I, Koch und Gröschel, bei Alemannia Hildebrand, Haberland und Brenzke.

Vom Anstoß der Petershainer kommt Kussok auf halblinks zweimal zum Schuss, aber Erm hält in bekannter Manier. Nach und nach gewinnen die Gäste mehr an Boden, so dass auch Wehnert, der wieder das Tor hütet, verschiedentlich seine ganze Kraft aufbieten muss. Der sicheren Verteidigung mit Kaiser und Großmann ist es zu danken, dass Alemannia nicht zu Erfolgen kommt. In gleichen Abständen kommt Räschen zu drei Ecken, die nichts einbringen. Die nächsten Vorstöße des Platzbesitzers sind sämtlich ungefährlich. Ihr Innensturm steht dauernd zusammen, und vor allem ist Kohl kein Mittelstürmer. Kussok operiert sehr unglücklich und Seifert ist viel zu langsam. In der 35. Minute geht Räschen durch ein Selbsttor Großmanns in Führung. Kaiser kann den heranstürmenden Räschener Linksaußen Paulick nicht halten. Dessen Flankenschuss wird von Großmann ins eigene Tor gelenkt. Die restlichen Minuten bis zur Halbzeit gehören ebenfalls den Gästen. Ein Saftschuss Noacks geht ganz knapp am Pfosten vorbei ins Aus und Strobel II knallt die Bälle mehrmals freistehend haushoch darüber. Seitens der Spieler und des Publikums muss der Schiedsrichter dauernd Reklamationen über sich ergehen lassen. Strafstöße halten beide Torwächter sicher.

Ohne Pause werden die Seiten gewechselt. Keipus II wird mit Haberland, der inzwischen eingetroffen ist, als rechter Läufer ausgetauscht. In der ersten Viertelstunde hat Corona bedeutend mehr vom Spiel als vor der Halbzeit. Von links werden gute Angriffe eingeleitet. Endlich verwandelt Seifert eine Vorlage vom Linksaußen Koch zum Ausgleich in der 13. Minute. Corona tritt die erste und letzte Ecke. Wieder gewinnt Räschen die Oberhand. Die Verteidigung rückt oft bis zur Mittellinie auf. Strobel findet nicht den leeren Kasten. Auch rettet einmal für Petershain die Latte. Die ganze Ausbeute sind drei weitere Ecken, die hinter dem Tore landen. Petershain kommt nur noch zu gelegentlichen Durchbrüchen. Eckenverhältnis 6:1 für die Gäste.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze:

0:1 Eigentor

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Siefridt (Hoyerswerda)

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 19.06.1932

SV Hoyerswerda 1919 I - FC Alemannia Großräschen 5:4

Am Sonntag standen sich die beiden Mannschaften auf dem Adlersportplatz in Hoyerswerda zum fälligen Rückspiel gegenüber. Die erschienenen 200 Zuschauer erlebten einen schönen Kampf, der bis zum Abpfiff spannend blieb. Vor allem verlief das Spiel recht fair, so dass der gut amtierende Schiedsrichter Paulick ein leichtes Amt hatte. Die Leistungen bewegten sich auf einem beachtlichen Niveau. Die Gastgeber haben nunmehr eine Mannschaft als zweite Garnitur herausgebracht, die in unserm Gau sehr schwer zu schlagen sein wird. Die Spieler mit dem weißen Ring sind technisch nicht so gut wie die Sportvereinler; sie sind aber mit einem Eifer bei der Sache, der restlose Anerkennung verdient. Ihr Auftreten in Hoyerswerda brachte ihnen viele Sympathien ein.

Die ersten Minuten zeigten zunächst ein ausgeglichenes Geschehen. Dann muss Erm im Tor Alemannias mitunter recht energisch zufassen. Den ersten Treffer (11. Min.) erzielen die Gäste durch den energischen Linksaußen, Lieback, der nach gutem Lauf geschickt einschießt. In der 17. Minute hat Bramborg im Alleingang unhaltbar ausgeglichen. Der Sturm des Sportvereins wird nun immer besser. Einen Hand-Elfmeter jagt Philipp gegen den Pfosten, im Nachschuss schießt Pohle scharf unter die Latte zur 2:1-Führung. Nach weiteren 6 Minuten wandert der Ball in kurzem Flachschuss zu Schiemank, der einen tadellosen Schrägschuss vom Stapel lässt, somit auf 3:1 erhöhend. Bald darauf steht es 4:1 durch Bombenschuss aus 20 Meter Entfernung durch Bromborg. Wenig später geht ein ähnlicher Schuss von ihm gegen die Latte. Noch vor der Halbzeit fällt der fünfte Treffer, den Erm verhüten konnte, denn der Ball, den Gröger geschickt eindrehte, war trotz des Effets haltbar.

Nach der Pause sieht man zunächst Räschen im Angriff, bald läuft aber wieder das gute Kombinationsspiel der Schwarzgelben, allein Torerfolge sind den Sportvereinlern nicht mehr beschieden. Die Hintermannschaft der Gäste zeigt sich recht sicher. So vergehen die Minuten, bis dann die letzte Viertelstunde eine Wendung zugunsten der Gäste bringt. Der Mittelstürmer Keipus schießt einmal knapp über die Latte, um aber dann kurz darauf (80. Min.) seinem Halblinken Strobel durch saubere Vorlage scharf unter die Latte auf 2:5 verbessern zu lassen. Die Räschener sind jetzt nicht mehr zu halten. Einmal sieht es zwar noch nach einem 6. Tor des Sportvereins aus, doch findet der gute Schuss des Halbrechten Gröger am Pfosten seinen Widerstand. Im Gegenangriff setzt Alemannia ebenfalls einen Schuss an die Latte, der abspringende Ball wird aber glatt eingeschossen. 2 Minuten vor dem Abpfiff fällt dann das vierte Tor für Räschen. Der sonst gute Torhüter Stockmann verliert einen schon aufgenommenen Ball, der prompt über die Linie gelenkt wird.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

0:1 Lieback (11.min.)

5:2 Strobel (80.min.)

5:3 

5:4 (88.min.)

 

Zuschauer: 200


Schiedsrichter: Paulick

 

FC Alemannia:

Erm -

Testspiel am 25.06.1932

FC Alemannia Großräschen - SC Wacker Naundorf 3:1

Die Spitzenmannschaft von Wacker Naundorf, die längere Zeit nichts von sich hören ließ, hatte einer Einladung Alemannias nach Großräschen zum Wochenendspiel Folge geleistet. Leider fehlte bei den Gästen der gute Verteidiger Kockrick. Für ihn verteidigte Hirsch und der Ersatzmann spielte  erst halbrechts, dann rechtsaußen. Beim Platzbesitzer war Erm wegen Arbeit verhindert. Seine Stelle nahm der alte Keipus ein. Außerdem fehlte Use. Halbrechts spielte Keipus I, der sonstige Mittelläufer, und dessen Posten versah der jugendliche Steuer. Alemannia kommt nach Anstoß nicht weit. Die Gäste sind weit überlegen. Einmal lässt Keipus einen schon gehaltenen Ball wieder fallen. Das Leder springt an den Pfosten und von da wieder in die Hände Keipus' zurück. Bei einem Vorstoß der Räschener geht Liebacks Nachschuss knapp neben das Tor. Bei Alemannia klappt es gar nicht. Da übernimmt Keipus wieder den Mittellauf und Steuer stürmt halbrechts. So geht es besser. Bruntsch, sonst sicher und entschlossen, verpasst den Ball. Brenzke gibt ihn an den freistehenden Strobel und nach halbstündigem Spiel schießt dieser das Führungstor. Hart an der Strafraumgrenze verwirkt Hirsch einen Strafstoß, der von ihm zur 1. Ecke für Räschen abgewehrt wird. Lieback und Steuer bringen scharfe Schüsse aufs Wackertor an, die Fink meistert. Aber auch das Räschener Tor wird durch die Gäste in arge Bedrängnis gebracht. Eine Flanke von links verpasst Lieschke. Brenzke schießt an die Latte.

Nach der Pause bekommt Alemannia einen Strafstoß zugesprochen, den Keipus zum zweiten Treffer verwandelt. Wacker geht ganz aus sich heraus und drückt Alemannia in die Hälfte zurück. Einen scharfen Schuss Arnolds hält Keipus. Zwei Ecken für die Gäste, von jeder Seite eine, folgen; und endlich kann Tamm nach einer Vorlage von Arnold ein Tor aufholen. Steuer scheidet wegen Verletzung aus, ebenfalls Kubisch, der aber nach einigen Minuten als Linksaußen wieder erscheint. Wacker drückt weiter und der Ausgleich liegt wiederholt in der Luft. Bei einem Vorstoß Alemannias erhöht Lieback auf 3:1. Eckenverhältnis 2:2.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0 Strobel, G. (30.min.)

2:0 Keipus

3:1 Lieback 

 

Zuschauer: 


Schiedsrichter: 

 

FC Alemannia:

Keipus -

 

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