Saison 1928/29

 

FC Alemannia Großräschen

Liga: Gauliga Senftenberg

 

In den Spielbetrieb des Gaues Senftenberg ist nach den Turbulenzen der Nachkriegsjahre mehr und mehr Ruhe eingekehrt und routiniert wurde die neue Saison vorbereitet. Mit dem SC Viktoria 1911 Costebrau musste eine altgediente Mannschaft die Gauliga verlassen und da sich der VfB Klettwitz 1913 in den Liga-Befähigungsspielen gegen den Meister der 1. Gauklasse, den VfR Bernsdorf, erfolgreich behauptet hatte, startete die Gauliga Senftenberg mit den gleichen Mannschaften wie zur Saison 1927/28. Beim FC Alemannia Großräschen gab es eine große Spieler-Fluktuation im Sommer und viele Anhänger waren gespannt, wie die neuformierte Mannschaft die schweren Meisterschaftsspiele bewältigen würde. Es gab sogar nicht gerade wenige Pessimisten, die die Großräschener auf dem letzten Platz sahen. Diese sollten zunächst Recht behalten, denn der FC Alemannia Großräschen startete zum Auftakt gleich mit zwei Heimniederlagen (3:5 gegen den BV Zschipkau und 2:3 gegen Corona Neupetershain). Der Niedergang ging weiter, denn es setzte in Klettwitz eine 0:4-Pleite und anschließend folgte der traurige Tiefpunkt, eine 0:10-Heimklatsche gegen den SV Hoyerswerda 1919. Damit blieb man neben der SVgg 1924 Annahütte weiterhin punktlos. Der erste Zähler gelang dann zwar eine Woche später mit einem überaschenden 1:1-Unentschieden beim Vorjahresmeister VfB Senftenberg 1910, da aber gleichzeitig Annahütte in Klettwitz gewann, blieb die rote Laterne in Großräschen. Es folgte am 6. Spieltag das direkte Kellerduell in Annahütte, welches die Gastgeber hoch mit 8:3 gewannen. Als der FC Alemannia Großräschen das Hinrunden-Finale zu Hause gegen den VfB Klettitz 1913 mit 0:1 erneut vergeigte, wuchs der Abstand zum rettenden Ufer (Platz 7) bereits auf 3 Zähler an. Bei nur noch sieben ausstehenden Partien war dies schon ein schwerwiegender Rückstand. In diesem Moment der größten Niedergeschlagenheit trat nun aber die Glücksgöttin Fortuna in Form der Sportgerichtsbarkeit auf den Plan. Der VfB Senftenberg hatte im Spiel gegen Alemannia einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt und somit wurde das ursprüngliche Remis in eine Niederlage für den VfB und im Umkehrschluss dann natürlich auch in einen Sieg für Großräschen umgesetzt. Diese Entscheidung setzte offensichtlich so viel Energie frei, dass zum Rückrundenauftakt ein starkes 3:3-Unentschieden beim Tabellenzweiten BV Zschipkau gelang. Damit war urplötzlich der Anschluss zu den anderen Mannschaften wieder hergestellt. Diese Aufbruchstimmung nutzte der FC Alemannia Großräschen gleich weiter aus und in Neupertershain gelang mit einem 5:1 der erste Auswärtssieg der Saison. Veredelt wurde dies mit einem anschließenden 3:2-Heimsieg gegen den VfB Senftenberg 1910. Damit hatte man innerhalb kürzester Zeit den Abstand zu eben diesem VfB, der zu diesem Zeitpunkt das Tabellenende bildete, auf drei Zähler ausgebaut. Es war aber bereits hier schon zu erkennen, dass die Mannschaft von Corona Neupetershain von Spieltag zu Spieltag mehr und mehr durchgereicht wurde. Als dem FC Alemannia Großräschen beim designierten Meister SV Hoyerswerda 1919 ein sensationeller Punktgewinn gelang, war der erneute Klassenerhalt so gut wie sicher. Die Eigenart des Ligaspielbetriebes der damaligen Zeit brachte es mit sich, dass der SC Corona 1910 Neupetershain bei Großräschens 1:1 in Hoyerswerda bereits seine sämtlichen Punktspiele absolviert hatte, während die meisten anderen Vereine noch mindestens zwei Spieltage austragen mussten. Und da Neupetershain bereits so viele Negativpunkte angehäuft hatte, die die anderen Mannschaften nicht mehr erreichen konnten, war der Kampf um den Klassenerhalt frühzeitig entschieden. Unter diesem Aspekt lassen sich vielleicht die beiden klaren Heimniederlagen Alemannias zum Saisonschluss gegen die SVgg 1924 Annahütte (0:3) und den SC Hertha 1915 Hörlitz (0:2) erklären. Durch diese beiden Pleiten rutschte der FC Alemannia Großräschen in der Endabrechnung zwar noch auf den vorletzten Platz zurück, echte Abstiegsgefahr bestand aber nicht mehr.

Das Meisterschaftsrennen in der Saison 1928/29 machte diesmal der SV Hoyerswerda 1919, der sich vor dem BV Zschipkau und den überraschend starken VfB Klettwitz 1913 durchsetzte. In der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga, die in diesem Jahr erstmalig in Hin- und Rückspielen ausgetragen wurde, gab es anschließend (leider) das altbewährte Bild. Der Senftenberger Vertreter hatte gegen die Mitbewerber aus den Gauen Forst und Cottbus keine Chance. Immerhin konnte man beim 2:2 beim FC Amicitia 1900 Forst einen Zähler erkämpfen, der schließlich entscheidend für den Ausgang der Aufstiegsrunde werden sollte. Da sowohl der VfB Weißwasser als auch der FC Amicitia 1900 Forst die direkten Duelle gegeneinander auf eigenem Platz gewannen, wurde dieser Punktverlust den Forstern zum Verhängnis. In den folgenden Relegationsspielen zur Bezirksliga gewann der VfB Weißwasser die beiden Duelle gegen den Liga-Letzten VfB 1901 Forst (7:2 und 4:2) und stieg somit zur höchsten Spielklasse auf.

In der 1. Gauklasse Senftenberg setzte sich der SC Germania 1910 Ruhland nach einem harten Zweikampf mit dem SC Viktoria 1911 Costebrau durch, wurde Erster und erwarb die Berechtigung zur Teilnahme an den Liga-Befähigungsspielen gegen den Letzten der Gauliga. Am 14. April 1929 besiegten die Germanen in Neupertershain die favorisierten Gastgeber etwas überraschend mit 4:2 und ließen sich auch eine Woche später beim Rückspiel nicht düpieren und erlangten mit einem 1:1-Unentschieden das Recht zum Aufstieg zur Gauliga, während mit dem SC Corona 1910 Neupetershain eine weitere gestandene Mannschaft in den sauren Apfel des Abstiegs beißen musste.

 

Trainer: /

 

Spiele:

05.08.28 TS

SC Germania 1910 Ruhland - Alemannia

(Sportfest in Bockwitz)

1:4
12.08.28 TS Alemannia - SpVgg Calau 2:1
19.08.28 TS Alemannia - SC Germania 1910 Ruhland 3:2
26.08.28 TS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 1:3
02.09.28 MS Alemannia - BV Zschipkau 3:5
09.09.28 MS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 2:3
16.09.28 MS SC Hertha 1915 Hörlitz - Alemannia 4:0
23.09.28 MS Alemannia - SV Hoyerswerda 1919 0:10
30.09.28 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia 1:11
07.10.28 MS SVgg 1924 Annahütte - Alemannia 8:3
14.10.28 MS Alemannia - VfB Klettwitz 1913 0:1
28.10.28 MS BV Zschipkau - Alemannia 3:3
04.11.28 MS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz ausgef.
11.11.28 MS SC Corona 1910 Neupetershain - Alemannia 1:5
18.11.28 MS Alemannia - VfB Senftenberg 1910 3:2
25.11.28 MS SV Hoyerswerda 1919 - Alemannia 1:1
09.12.28 MS Alemannia - SVgg 1924 Annahütte 0:3
06.01.29 MS VfB Klettwitz 1913 - Alemannia 3:0
13.01.29 MS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz 0:2
28.04.29 TS Alemannia - FC 1926 Dobristroh 5:2
20.05.29 TS Alemannia - Cottbuser SC 1:1
26.05.29 TS

Alemannia - SpVgg Calau

(Sportfest FC 1926 Dobristroh, Halbfinale)

3:2
26.05.29 TS

Alemannia - FC 1926 Dobristroh

(Sportfest FC 1926 Dobristroh, Finale)

2:0
09.06.29 TS

Alemannia - VfB Senftenberg 1910

(Sportfest FC Alemannia Großräschen,

Halbfinale)

0:4

1

 

 

Die Partie ging wegen des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Akteurs auf Seiten des VfB Senftenberg 1910 zwar mit dem erzielten Ergebnis in die Wertung ein, wurde jedoch mit 2:0 Punkten für den FC Alemannia Großräschen als gewonnen gewertet.

Abschlusstabelle:

Pl. Mannschaften Sp Tore Punkte
1. SV Hoyerswerda 1919 14 64:15 24:4
2. BV Zschipkau 14 55:28 23:5
3. VfB Klettwitz 1913 14 30:42 17:11
4. SC Hertha 1915 Hörlitz 14 30:25 14:14
5. VfB Senftenberg 1910 14 26:32 11:17
6. SVgg 1924 Annahütte 14 30:61 9:19
7. FC Alemannia Großräschen 14 21:47 8:20
8. SC Corona 1910 Neupetershain 14 25:48 7:21

==============================================

Statistiken und Spielberichte

FC Alemannia Großräschen

Testspiel anlässlich des Sportfestes in Bockwitz am 05.08.1928

SC Germania 1910 Ruhland - FC Alemannia Großräschen 1:4

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 12.08.1928

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Calau 2:1

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 19.08.1928

FC Alemannia Großräschen - SC Germania 1910 Ruhland 3:2

Torschützen:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 26.08.1928

FC Alemannia Großräschen - SC Corona 1910 Neupetershain 1:3

Torschütze:

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

1. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 02.09.1928

FC Alemannia Großräschen - BV Zschipkau 3:5 (2:0)

Zum ersten Verbandsspiel der Serie 1928/29 trafen sich in Räschen (nicht in Zschi. wie angesetzt) obige Mannschaften. Als der Schiedsrichter Ballus-Klettwitz den Ball freigibt, sieht man, dass Räschen mit der Sonne als Bundesgenossen kämpft. Auf beiden Seiten wird gleich zu Anfang ein mächtiges Tempo angeschlagen und die beiden Tore kommen abwechselnd in Gefahr. Allmählich machten sich doch die Räschener immer mehr frei und können sogar zeitweilig überlegen spielen. Räschen erzielt ein Tor, jedoch der Schiedsrichter entscheidet Abstoß (?). Räschen hat weiterhin große Gelegenheit zum Einsenden, aber kein Glück. Endlich nach harter Arbeit und großer Mühe gelingt es den Räschenern, durch einen gut getretenen Eckball das erste Tor zu erzielen. Auf und ab wogt der Kampf und die Räschener können ihre Überlegenheit durch ein zweites Tor kurz vor der Halbzeit zum Ausdruck bringen.

Die zweite Hälfte beginnt nach einer Pause von 5 Minuten und schon wieder sitzt Räschen vor dem Zschipkauer Tor, kann auch wiederum einsenden, aber der Ball wurde von dem Torschützen mit der Faust eingedrückt und der hierauf folgende Abstoß bringt Leben in die Zschipkauer Mannschaft. Ein guter Durchbruch. Einen Zusammenstoß mit der rechten Verteidigung im Strafraum bestraft Ballus mit einem Elfmeter für Zschipkau. Der Ball sitzt unhaltbar im Räschener Tor. Durch diesen Erfolg angefeuert, erfolgt wieder ein wunderbarer Durchbruch (Zschipkaus bekannte Husaren-Taktik) und schon hat der Mittelstürmer den Ausgleich erzielt. Räschen strengt sich nunmehr an und der Erfolg blieb auch nicht lange aus. Durch den Ersatzrechtsaußen kann Räschen abermals in Führung gehen. Jedoch Zschipkau kann wenige Minuten später wiederum ausgleichen. Lange Zeit steht das Spiel 3:3 und man gewinnt bald den Eindruck als wenn es unentschieden ausgehen sollte. Da naht 4 Minuten vor Schluss das Verhängnis für Räschen. Jurk, anscheinend verletzt, kann nicht mehr mitmachen. Zschipkau drängt und schon macht sich die Schwäche der Räschener bemerkbar, denn bei der Hintermannschaft klappt es nicht mehr. Nummer 4 sitzt und gleich darauf fabriziert die Räschener Verteidigung Nr. 5 zwei Minuten vor dem Abpfiff! Jurk zankt sich deswegen mit einem Mitspieler und muss auf Geheiß des Schiedsrichters den Platz verlassen. Gleich darauf ist Schluss.

Die Zschipkauer traten mit ihrer besten Garnitur an und lieferten ein ausgezeichnetes Spiel bis zur letzten Minute. Die Mannschaft verdient ein Gesamtlob.

Bei Räschen klappte es großartig bis zur 86. Minute. Jurk als Mittelläufer war der Turm der Schlacht. Auch konnte der Sturm bedeutend besser als in den letzten Spielen gefallen. Die Verteidigung war mitunter sehr gut aber manchmal zu langsam und unsicher. Kurzawa rettete was er retten konnte. An den Toren ist er schuldlos. Der Schiedsrichter Ballus konnte gut gefallen, vor allem durch seine schnellen und energischen Entscheidungen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:0

2:0

3:2

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

P. Kurzawa -

2. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 09.09.1928

FC Alemannia Großräschen - SC Corona 1910 Neupetershain 2:3 (1:2)

Überlegen und doch verloren

 

Ein Spiel, auf das anscheinend die Hitze großen Einfluss ausübte, wurde am Sonntag in Räschen von beiden obigen Mannschaften vorgeführt. Räschen hat Wahl und nimmt die gute Seite für sich zuerst in Anspruch. Gleich von Anfang an setzen sich die Räschener vor dem Petershainer Tor fest, jedoch die Stürmer sind nicht wiederzuerkennen. Alles geht ihnen daneben, darüber, oder wird eine Beute des Torhüters. Wo ist das schöne Flügelspiel gegen Zschipkau geblieben? Corona verlässt sich nur auf Durchbrüche und der Erfolg bleibt auch nicht aus. Nr. 1 sitzt bald in Räschens Heiligtum und sogar das 2. Tor erzielt Corona kurze Zeit darauf ebenfalls durch einen schönen Durchbruch. Anscheinend ist Petershain mit diesem Stand zufrieden, denn wiederum schnüren die Räschener den Gegner fast vollkommen ein. Endlich wird eine von den vielen Chancen verwandelt und das längst verdiente Tor für Räschen ist erzielt.

Nach Halbzeit ändert sich nicht viel an der Situation, denn die Überlegenheit der Räschener tritt wiederum hervor, aber die Stürmer können sich nicht finden. Einen Weitschuss kann der Halblinke von Petershain ebenfalls noch anbringen und das 3. Tor ist erreicht. Jetzt verteidigt die ganze Mannschaft der Petershainer, um den Vorsprung zu halten, was ihnen auch gelingt, denn die Überlegenheit der Räschener kann nur noch durch ein Tor zum Ausdruck gebracht werden, trotzdem der Ausgleich verschiedene Male in der Luft hing.

Die Gästemannschaft aus Petershain hat sehr viel von ihrer früheren Form eingebüßt und stützt sich anscheinend nur noch auf Einzelleistungen der Stürmer.

Bei den Räschenern glänzte nur die Läuferreihe, welche immer wieder das Spiel in des Gegners Hälfte verlegte. Schiedsrichter Ballus konnte gefallen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen:

1:2

2:3

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

 

3. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 16.09.1928

SC Hertha 1915 Hörlitz - FC Alemannia Großräschen 4:0 (2:0)

Das glückliche Hertha-Mädchen

 

Hörlitz hatte im Punktekampf Räschen als Gegner, die mit zwei Mann Ersatz - Kurzawa und Kretschmar - antraten. Hertha dagegen ist mit seiner vollen Elf zur Stelle. Sogleich nach dem Anstoß entwickelte sich ein spannender Kampf. Hertha greift an. Kurz hintereinander bieten bieten sich für sie drei Torgelegenheiten. Nur dem Pech im Schuss der Herthastürmer kann es Räschen danken, dass nicht schon in den ersten Minuten einige Sachen saßen. Die Gäste machen sich frei, das Spiel wird offener. Auch die Gäste werden nun gefährlich. Lange, scharfe Schüsse des Halbrechten landen bei Hummel. Kolkwitz muss seine eifrige Arbeit mit einer Verletzung bezahlen. Er scheidet kurze Zeit aus, doch bald sind die Gelben wieder am Gästetor. Da gelingt der erste Wurf. K. Kallert schießt, doch der Ball prallt vom Torwart zurück, den nun Nowack einsendet. Alemannia gibt sich alle Mühe, den Ausgleich zu erzwingen. Immer wieder versorgt Jurk seinen Sturm mit guten Vorlagen. Doch ihm fehlt der sichere Schuss, oder Herthas Verteidiger vereiteln ihm jede Möglichkeit. Nicht lange, da kann Kruczona das 2. Tor erzielen. Der Torwart läuft dem rollenden Ball entgegen, erreicht ihn aber nicht.

Nach Wiederanstoß kommt Hertha zu Nr. 3. Im Alleingang bringt K. Kallert den Ball neben das Tor, eine langsame Flanke von ihm drückt der bereitstehende Sackert in das Netz. Hertha lässt etwas nach. Räschen nutzt dies aus. Herthas Verteidigung und Torhüter leisten gute Arbeit. Alemannia bietet sich das Ehrentor. Der Halblinke steht mit dem Ball vor den Füßen fünf Meter vom Tor entfernt völlig frei. Er schießt flach, doch im Werfen rettet Hummel. Reicher Beifall für diese Glanzleistung. Bald ist die Schwäche überwunden. Wieder geht es vor das Gästetor, wo K. Kallert nach prächtigem Durchspiel Nr. 4 hoch in die linke Ecke setzt. Erst in den letzten 20 Minuten flaut das Spiel ab. Alemannia hätte in der letzten Minute noch das Ehrentor retten können, wenn der Schütze nicht zu ungeschickt gewesen wäre.

Die Hertha-Elf zeigte sich wieder von der besten Seite. Die gesamte Elf verdient ein Lob: Hummel in Hochform, die Verteidigung sicher, Schramm und Kolkwitz als Läufer unverwüstlich, der gesamte Sturm in der Kombination gut. Wenn es nur immer so wäre.

Alemannias Stützen waren Jurk und Lehmann, der Rechtsaußen neben andern am schwächsten. Der Schiedsrichter Majetschak leitet gut, doch hat Alemannia, angeblich wegen einer Fehlentscheidung, Protest eingelegt.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Majetschak (Annahütte)

 

FC Alemannia:

 

4. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 23.09.1928

FC Alemannia Großräschen - SV Hoyerswerda 1919 0:10 (0:6)

Torsegen in Räschen

 

Wie am vergangenen Sonntag gegen Klettwitz hatte der Sportverein in Alemannia einen Gegner, der völlig unterlegen war. Das Punktspiel in Räschen wurde für die Hoyerswerdaer Liga-Elf ein Spaziergang. Zwar fehlten den Räschenern zwei ihrer besten Spieler, trotzdem ist es erstaunlich, dass ein so haushohes Ergebnis zustande kam. Hoyerswerda hatte die komplette Mannschaft zur Stelle. Für Berger wirkte wieder Kubsch mit.

Der Sportverein eröffnet den Kampf und setzt sich gleich in des Gegners Hälfte fest. In der sechsten Minute eröffnet Joppich die Torfeste. In kurzen Abständen läst derselbe zwei weitere Treffer folgen. Die Schärfe der Schüsse macht es Kurzawa unmöglich, irgendwelche Abwehrmaßnahmen zu treffen. Ganz selten kommt Räschen aus seiner Hälfte heraus. Jurk versucht sich als Mittelläufermit vieler Mühe durchzusetzen. Aber der Sturm von Alemannia macht ganz sinnlose Sachen, so dass Aisch und Lehmann leichte Abwehrarbeit haben. Goldmann greift ganz selten ein. Durch Wenk, Joppich und Hantschke werden vor Halbzeit noch je ein Tor erzielt.

Nach dem Wechsel hält die Überlegenheit von Hoyerswerda an.

 

Es ist ein Katz- und Mausspiel!

 

Schneider empfängt, freistehend, das Leder und setzt, an dem entgegenlaufenden Kurzawa vorbei, den siebenten Treffer ins Netz. Kurzawa verlässt hierauf sein Tor, nachdem er sich beim Unparteiischen abgemeldet hat. Ob der Räschener Torwart damit eine Unsportlichkeit begangen hat? (Man sprach von einer alten Verletzung!). Das Spiel verliert an Reiz. Auch der Sieger fängt an, flau zu spielen. Räschen kommt sogar einige Male ganz ansprechend durch. Goldmann bekommt Arbeit. Einen Schuss lenkt er mit Mühe über die Latte. Wie bei einigen Durchbrüchen in der ersten Halbzeit, so zeigt auch jetzt der Räschener Sturm seine große Schwäche. Zwei sichere Sachen werden ausgelassen. Hoyerswerda spielt wieder etwas energischer. Nr. 8 und 9 werden dem Ersatz-Torhüter in den Kasten gejagt. Kubsch schließt dann den Reigen mit dem zehnten Tor. Hoyerswerda spielt zeitweise auch nur mit zehn Mann. Der Unparteiische Richter (Zschipkau) hatte kein schwieriges Amt. Er war energisch, konnte aber dem Spiel körperlich nicht ganz folgen. Deshalb gab er auch ein Tor nicht.

Die Räschener Mannschaft war in dieser Zusammensetzung wohl kaum einem Gegner der 1. Klasse gewachsen. Der beste Mann war zweifellos Jurk. Trotz der hohen Niederlage kämpfte er unentwegt weiter. Kurzawa zeigte oft gute Abwehr.

Die Liga des Sportvereins hat das Zeug dazu, Meister zu werden. Das viele unnötige Reden muss sich aber abstellen lassen! Richter spielte etwas lässig. Joppich war in großer Form.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Richter (Zschipkau)

 

FC Alemannia:

Kurzawa - 

5. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 30.09.1928

VfB Senftenberg 1910 - FC Alemannia Großräschen 1:1 (0:0)

In Senftenberg unentschieden

 

Allgemein nahm man an, dass Räschen auch diesmal beide Punkte an Senftenberg abgeben müsste, aber wieder einmal kam es anders. Technisch waren die VfB.er überlegen, doch der Kampfgeist der Alemannen - mit dem sie von Anfang bis Ende spielten - fehlt den Senftenbergern entschieden. Das entschied auch das Spiel. VfB, trat, wie üblich, mit Ersatz (!!) an, auch Räschen hatte für den verletzten Kurzawa Ersatz zu stellen, der ebenso gut war wie sein Gegenüber. Dem Unparteiischen Luschner-Hoyerswerda stellten sich die Mannschaften:

Senftenberg: E. Bönisch, W. Schulz, Pohl, Schötz, Derling, Wünnenberg, Kmetsch, Roisch, Kassubeck, Dutschmann

Räschen: Matschke, Hildebrand, Kschiwan, Hohmann, Jurk, Neumann, von Bremen, Bender, Noack, Lehmann, Strobel

Räschen hat Platzwahl und nimmt den Wind als Bundesgenossen. Der Senftenberger Anstoß geht nur bis zur Läuferreihe. Nach dem Einwurf zieht S. sofort vor das Alemannen-Tor, doch landet Roisch den ersten Schuss in die Arme des Hüters. Pohl bringt den Sturm wieder vor, aber auch Kassubecks Schuss landet an derselben Stelle. Dutschmann versucht es mit einem Alleingang, doch lässt der schlüpfrige Boden eine einwandfreie Ballbehandlung nicht zu. Mit 10 Leuten (!) halten die VfB.er nicht stand, so dass sich die Gäste in S. Hälfte festsetzen können. Als Skoring endlich erscheint, übernimmt S. die Führung. Ein schöner Schrägschuss von Dutschmann geht an die Latte. Auch der Nachschuss geht daneben. Jurk vereitelt in letzter Sekunde ein Tor von Kassubeck. Die zweite Ecke für VfB. klärt Kschiwan. Dann Mittelfeldspiel bis zur Pause.

Räschen hat jetzt umgestellt, Kschiwan ist im Sturm. Wünnenberg bringt seinen Sturm nach vorn, doch nach guter Flanke von links schießt Roisch, 5 Meter vor dem Kasten stehend, hoch darüber. Auch ein Generalangriff der Alemannen will nicht gelingen. Einen Weitschuss von Schulz nimmt Wünnenberg auf, gibt an Dutschmann, dieser flankt zur Mitte und Roisch bucht das Führungstor. Die Gästegeben noch nichts verloren. Nach beiderseitigem Gegenangriff bucht Senftenberg die 3. Ecke. Die VfB.-Verteidigung rückt zu weit auf, einen scharfen Schuss hält Bönisch gerade noch auf der Torlinie. Einen Niederwurf klärt er ebenfalls. Ecke für Senftenberg. Derling schießt knapp daneben. Nach einer Räschener Ecke nimmt Jurk einen Freistoß auf, gibt an Noack, der durch präzisen Schrägschuss unhaltbar einsendet. Um die Entscheidung wird jetzt noch erbitterter gekämpft, doch erfolglos. Die letzte Viertelstunde bringt ein offenes Feldspiel, dann hat Senftenberg... wieder einen Punkt an Räschen abgeben müssen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze: 

1:1 Noack, K.

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Luschner (Hoyerswerda)

 

FC Alemannia:

Matschke - Hildebrand, H. Kschiwan, Hohmann, R. Jurk, Neumann, von Bremen, Bender, K. Noack, Lehmann, G. Strobel

6. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 07.10.1928

SVgg 1924 Annahütte - FC Alemannia Großräschen 8:3 (5:2)

Der 1. Annahütter Sieg

 

Das Spiel in Annahütte nahm mit 15 Minuten Verspätung seinen Anfang, da 5 Minuten vor dem eigentlichen Beginn der Wettergott seine Schleusen öffnete. Das Spiel selbst war interessant, ruhig und fair, von Kleinigkeiten abgesehen, trotz der großen Spannung beider Mannschaften. Annahütte siegte dank seiner Technik, Ballbehandlung und des schnellen Starts jedes einzelnen Spielers. Doch auch Räschen gab sich nicht ohne weiteres geschlagen. Die abermalige hohe Niederlage hat der Sturm schon in der ersten Halbzeit auf dem Gewissen, da sich keiner der 5 Leute freistellte. Auch der Torwart hat 2 Tore auf dem Gewissen. Im Torschuss waren die Alemannen vom Pech verfolgt.

Als der Unparteiische Pawlick-Senftenberg das Leder freigibt, standen sich beide Mannschaften in ihrer bekannten stärksten Vertretung gegenüber. Platzwahl hat Annahütte, Anstoß Räschen, der gleich zu Matschinkowski getragen wird. Den ersten Schuss hält aber dieser. Räschen drückt, will sich in des Platzbesitzers Hälfte festsetzen. Ein klärender Abstoß eines A. Verteidigers und - der Ball platzt. Einen Freistoß für A. nimmt Pniok I auf, geht allein durch und schießt das 1. Tor. Sein 2. Sologang missglückt; ein guter Durchbruch Räschens endet mit einem Schuss knapp neben das Tor. Den Abstoß nimmt Pniok II auf, gibt an seinen Bruder, welcher damit nach rechts geht. Sein Schuss rollt auf der Torlinie entlang und wird zur Ecke verwandelt. Franke köpft knapp darüber. Nach kurzem Hin und Her schießt Pniok I auf eine Flanke von links durch schnelles Starten das 2. Tor. Beide Mannschaften spielen aufgeregt. Einen Weitschuss von Franke hält Kurzawa, bringt aber den nassen Ball nicht weit fort, so dass der A. Sturm sofort wieder bei ihm ist. An der umspielten Verteidigung vorbei drückt Franke den 3. Treffer ein. Eine 2. gute Gelegenheit für Räschen klärt der Torman auf der Linie. Den 4. Erfolg bucht Pniok I durch Einköpfen einer Ecke.Eine schöne Leistung zeigt dann Kurzawa, der Franke den Ball vom Fuß nimmt. Der darauffolgende Durchbruch bringt Räschen durch Lehmann auf eine präzise Flanke den ersten Erfolg. Abstoß, Durchspiel und Pniok I hat das 5. Tor erzielt. Dann kommt R. zum 2. Erfolg. Ein Drehball geht über den sich werfenden Tormann ins Tor.

Bei Wiederbeginn findet sich der Räschener Sturm besser und hat jetzt manche gute Gelegenheit. Eine Ecke für Annahütte geht aus, ein Strafstoß für Alemannia wird zur Ecke für die Platzbesitzer. Das Spiel bleibt verteilt. Zu einem billigen Erfolg kommt A. dadurch, dass Lindner Kurzawa einen schon gehaltenen Ball beim Wegbringen abnimmt, und zum 6. Tor eindrückt. 3 Minuten später steht es schon 7:2 für Annahütte. Kschiwan schießt eine totsichere Sache daneben. Einen neuen Angriff A. meistert Kurzawa, lässt den Ball aber fallen, und Franke bucht den 8. Treffer. Kschiwan hat gute Gelegenheiten, findet aber keine Unterstützung. Den 3. Erfolg erzielt der Räschener Rechtsaußen durch einen Weitschuss. Alemannia drückt weiter, aber ohne irgend einen Torerfolg. Pawlick war dem Spiel ein gerechter Leiter.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

4:1 Lehmann

5:2

8:3

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Pawlick (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Kurzawa -

7. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 14.10.1928

FC Alemannia Großräschen - VfB Klettwitz 1913 0:1

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

8. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 28.10.1928

BV Zschipkau - FC Alemannia Großräschen 3:3 (1:2)

Die Überraschung in Zschipkau

 

Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine Überraschung, was man in Zschipkau sah; denn der Tabellenletzte Alemannia Räschen zwingt den immer noch auf die Meisterschaft hoffenden Zschipkauern ein 3:3 auf. Und wären die Gäste mit 11 Mann zur Stelle gewesen, dann hätten sie bestimmt auch noch den 2. Punkt mitgenommen. Der Räschener Mannschaft gebührt ein Gesamtlob. Besonders hervorzuheben ist der Torhüter Kurzawa, der eine Klasse für sich war, denn er hielt die unglaublichsten Sachen. Ihm hatten es die Gäste zu verdanken, dass sie nicht haushoch abgefertigt wurden. Bei Zschipkau klappte es nicht gleich. Erst, nachdem Räschen schon mit 2:0 in Führung lag, stellten die Platzbesitzer um und kamen dann erst ins richtige Fahrwasser.

Als der Unparteiische Luschner-Hoyerswerda zum Spiel anpfeift, stehen 8 Räschener 11 Zschipkauern gegenüber. Nach Alemannias Platzwahl stößt Zschipkau an und kommt bis an die R. Verteidigung. Auch der Angriff der Gäste wird zerstört. Trotzdem Räschen den Kampf aussichtslos begann, sollte es anders kommen. Kschiwan erwischt das Leder, bricht durch und kann in der 7. Minute durch scharfen Schuss unhaltbar zum 1. Male einsenden. Gleich darauf muss schon Kurzawa seine Kunst zeigen. Koschak und Bielagk schießen ihm den Ball direkt in die Hände, Noack knallt scharf neben den Pfosten. Aber Zschipkaus Drängen nach vorn bringt nur ihre 1. Ecke. Dann ist Alemannia in der 15. Minute noch ein Erfolg beschieden. Klauke verschuldet einen Elfmeter, den Kschiwan zum 2. Tore verwandelt. Abwechselnd kommen beide Tore in Gefahr; die Verteidigungen klären aber immer wieder. In der 30. Minute tritt Zschiek, Alemannias 9. Spieler, ein, und die Hoffnung auf Sieg wird dadurch noch größer. Nachdem Zschipkaus 3. Ecke hereingegeben ist, erhält der Platzbesitzer ebenfalls einen Elfer zugesprochen, und Paschke erzielt daraus den 1. Treffer für seine Farben. Im Anschluss daran kommt Räschen zur 2. Ecke. Die restlichen 10 Minuten gehören ganz und gar dem Ballspielverein.

Nach der Pause legt der Ballspielverein sofort wieder ein höllisches Tempo vor, und drückt auf den Ausgleich. Die 4. und 5. Ecke ist fällig. Eine gut hereingegebene Flanke des Rechtsaußen nimmt Noack auf, und sicher schießt er zum Ausgleich ein. Auch gegenüber vermag Schuster nur durch rechtzeitiges Verlassen des Tores einen Erfolg zu verhindern. Kaum hat sich Räschen von dem letzten Tor erholt, als Kurzawa zum 3. Mal den Ball aus seinem Netz holen muss. Der Mittelläufer Schulz sendet aus 30 Meter Entfernung in der 10. Minute zum Führungstreffer ein. Das schönste Tor des Tages. Bei Räschen folgt Ecke Nr. 3, 4, 5, 6. Jetzt haben die Gäste eine schwere 1/2 Stunde auszuhalten. Schuss auf Schuss folgt auf Kurzawas Heiligtum. Aber er hält sämtliche Bälle aus jeder Entfernung. Dauernd fallen die Zschipkauer Stürmer auch auf die Räschener Abseitsfalle herein. 5 Minuten vor Schluss ein Durchbruch der Alemannen. Die 7. und letzte Ecke kommt gut vors Tor, und Bender erzwingt den Ausgleich. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

0:1 Kschiwan, H. (07.min.)

0:2 Kschiwan, H. (15.min.) (Foulelfmeter)

3:3 Bender (85.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Luschner (Hoyerswerda)

 

FC Alemannia:

Kurzawa -

9. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 04.11.1928

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz ausgef.

10. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 11.11.1928

SC Corona 1910 Neupetershain - FC Alemannia Großräschen 1:5 (0:2)

Räschen macht sich wieder

 

Abgesehen von vereinzelten Vorstößen der Petershainer, waren die Gäste jederzeit tonangebend und nach den Leistungen am Sonntag zu urteilen, sollte Alemannia noch mehr Punkte einheimsen, wenn ihre Stärke so bleibt. Corona dagegen muss sich in Acht nehmen, nicht an den Tabellenschwanz zu rücken, da sie noch schwere Spiele vor sich haben. Klein und Peikert waren von Anfang bis Ende unermüdlich, auch Els ist nicht zu verachten. An den Toren war er schuldlos.

Als Luschner-Hoyerswerda anpfeift, bemächtigen sich die Gäste sofort des Balles und schon saust ein scharfer Weitschuss von Kschiwan knapp ins Aus. Der Gegenangriff landet in Kurzawas Händen. Alemannia hat sich überraschend schnell gefunden und "Männe" bringt seinen Sturm immer wieder nach vorn. Zweimal rettet Els in höchster Notdurch Hinwerfen. Strobel versiebt aus 5 Metern die erste Torgelegenheit und ein zweites Mal kann der Räschener Sturm das Tor auch nicht finden. In der 20. Minute vervollständigt sich Corona durch den 11. Spieler. 5 Minuten später schießt Kschiwan einen Elfmeter. Petershain spielt nun äußerst hart und besonders Pessulat verwirkt deshalb viele Strafstöße. Derselbe Spieler muss dann auch kurz vor Halbzeit auf Veranlassung seiner Kameraden das Spielfeld verlassen. Für kurze Zeit kommt P. nun etwas mehr auf. Einen ihnen zugesprochenen Strafstoß hält Kurzawa blendend. Bei einer Ecke bleibt diese kurze Überlegenheit. Kschiwan hat dann das Pech, von 3 Metern hoch über die Latte zu schießen, macht diesen Fehler beim nächsten Angriff aber wieder gut, indem er das 2. Tor schießt.

An ein Aufholen war bei Petershain garnicht zu denken: Im Gegenteil, "Männe" schießt sofort nach Wiederanstoß Nr. 3. Els hält den Ball, lässt ihn aber doch fallen und der Torschütze lenkt den Ball über den am Boden liegenden Hüter ins Netz. Dann hätte P. bei einem Vorstoß ein Tor aufholen können, doch den zu schwach getretenen Ball kann Kurzawa gerade noch erwischen. Die 3. Ecke für R. ist fällig. Kschiwan hat heute seinen großen Tag, er schießt auch noch sein 4. Tor. Zu spät wirft sich Eld, über ihn hinweg dirigiert "Männe" das Leder ins Tor. Dann gelingt Klein der Ehrentreffer durch einen Elfmeter. Immer wieder arbeitet Räschen Torgelegenheiten heraus und aus einem Strafstoß bucht Lehmann unhaltbar den 5. Treffer. Bönisch lässt 10 Minuten vor Schluss seine Mannschaft im Stich, er geht ohne Grund vom Platz. Durch gute Abwehr Kleins wird ein noch höherer Sieg der Gäste verhindert. Dem Unparteiischen wurde die Leitung in der ersten Hälfte durch allzu körperliches Spiel von Corona erschwert.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

0:1 Kschiwan, H. (Elfmeter.)

0:2 Kschiwan, H.

0:3 Kschiwan, H.

0:4 Kschiwan, H.

1:5 Lehmann

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Luschner (Hoyerswerda)

 

FC Alemannia:

Kurzawa -

11. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 18.11.1928

FC Alemannia Großräschen - VfB Senftenberg 1910 3:2 (1:2)

Der Glückliche gewann

 

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind stellte hohe Anforderungen an die 22 Kämpfer und auch an die immerhin noch zahlreich erschienen Zuschauer. Nur Glück entschied hier für Räschen den Sieg, denn ebensogut konnte das Resultat umgekehrt oder dem Spielverlauf entsprechend unentschieden lauten. Ein schönes Spiel kam durch den zweitweilig orkanartigen Sturm nicht zustande und so musste sich jede Mannschaft auf Glückstreffer verlassen, wobei den Räschenern der große Wurf aber erst in den Schlussminuten gelang. Komisch mutet es an, dass gerade beide Mannschaften gegen den Wind ein besseres Spiel vorführten, als mit dem Wind.

Als der Unparteiische Luschner zum Spielbeginn ruft, sieht man bei Senftenberg viele neue Gesichter, u.a. auch den ehemaligen Verteidiger Gallinath, welcher diesmal seiner Mannschaft die größte Stütze war. Räschen tritt mit derselben Mannschaft wie am Vorsonntag gegen Petershain an, also in stärkster Aufstellung. S. hat Wahl und spielt zuerst mit dem Wind im Rücken. Der Anstoß der R. wird sofort abgefangen und schon sitzt S. vor dem Räschener Tor, wo Kschiwan im Kasten steht und zeigt, dass er den noch nicht erschienenen Kurzawa gut vertreten kann. Nach wenigen Minuten erscheint der Räschener Torhüter, aber ehe er sich richtig fertig macht, muss er den ersten Treffer für Senftenberg aus dem Netz holen. Von einer Überlegenheit der Senftenberger kann man trotzdem nicht sprechen, denn auch Bönisch im Senftenberger Tor muss des öfteren eingreifen. Gallinath lässt jetzt eine Bombe vom Senftenberger Strafraum auf Räschens Tor los und siehe da, Kurzawa kann den Ball in der linken Torecke nicht erreichen: Nr. 2 ist fertig. Eine Prachtleistung. Aber der R. Sturm ist auch nicht müßig, immer wieder bringt er den Ball vor und sein Bemühen soll auch kurz vor Halbzeit belohnt werden. Bönisch verpasst einen Schuss von Noack und Räschen hat ein Tor erzielt. Diesen Ball hätte der Torwächter halten müssen. Bald ist Halbzeit.

Hatte man geglaubt, dass nach der Pause Räschen mit dem Wind überlegener spielen würde, so war man bitter enttäuscht. Im Gegenteil, Senftenberg führte jetzt ein viel eifrigeres Spiel vor und Tore hingen sogar schon in der Luft, wenn nicht verschiedene Mal der Läufer Zschiek dazwischen gefahren wäre. Die Verteidigung rückte immer zu weit auf. Dem Sturm will anscheinend nichts mehr gelingen, denn verschiedene Schüsse, Strafstöße und Ecken gehen fehl, oder werden eine Beute des Torhüters oder der Verteidigung. Alles glaubt schon an einen Sieg für Senftenberg, bis 5 Minuten vor Schluss das Verhängnis naht. Jurk-Räschen erwischt den Ball und kann ruhig und sicher zum Ausgleich einsenden. Anstoß und Räschen ist wieder vorn. Skoring-Senftenberg verpasst den Ball, der R. Sturm geht durch und der Rechtsaußen Noack kann einen von Bönisch abprallenden Ball zum 3. Treffer verwandeln. Großer Jubel bei den Spielern und Zuschauern. Fast mit dem Wiederanstoß fällt der Schlusspfiff. Der Glücklichere hatte gewonnen.

Eine Leistung von den einzelnen Spielern kann man diesmal nicht beurteilen, da der starke Wind alle Berechnungen über den Haufen warf. Der Schiedsrichter Luschner war sehr gut.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

1:2 Noack, K.

2:2 Jurk, R. (85.min.)

3:2 Noack, K. (89.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Luschner (Hoyerswerda)

 

FC Alemannia:

Kurzawa -

12. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 25.11.1928

SV Hoyerswerda 1919 - FC Alemannia Großräschen 1:1 (0:1)

Hoyerswerda verliert wieder einen Punkt

 

Ein ziemlich starker Seitenwind fegte am Sonntag über den Adlerplatz in Hoyerswerda und machte beiden Mannschaften viel zu schaffen. Im Publikum, das wieder zahlreich erschienen war, herrschte zeitweise große Unruhe. Beinahe wären beide Punkte nach Räschen mitgenommen worden!

Schiedsrichter Krüger-Cottbus pfeift zum Anstoß. Alemannia hat seine komplette Elf zur Stelle. Der Sportverein muss auf Minnichs Mitwirkung verzichten. Von Zschipkau hat er sich eine ziemlich ernste Verletzung am Oberschenkel zugezogen. Der Kampf wird gleich von Anfang an von den Räschenern sehr ernst genommen. Der Sportverein lässt sich von seinem Gegner ein hohes Spiel zudiktieren. Die Gäste sind sehr schnell und eifrig und halten das Spiel völlig offen, zumal da der etwas schräge Seitenwind immer ein wenig den Rücken stützt. Wohl ist eine technische Überlegenheit der Einheimischen nicht zu verkennen, aber der Sturm kombiniert viel zu eng. Schneider steht ganz verlassen auf rechtsaußen und wird selten bedacht. Auch zeigt sich Kurzawa im Tor sehr flink und aufmerksam. Nach 20 Minuten Spieldauer lässt Goldmann einen hohen Schuss des Linksaußen Strobel, der hereingelaufen ist, aus reichlich 20 Meter Entfernung ins Tor. Er hatte Zeit, die Flugbahn zu beobachten, unterließ es aber, sich hinter seine Torlinie zu begeben. Oft sieht es nach Ausgleich aus, aber die Schüsse gehen daneben und darüber. Ebenso ist es am heimischen Tor. Viele Weitschüsse der Räschener Läufer und Stürmer verfehlen ihr Ziel. Alemannia ist zeitweise überlegen. Viel rettet Aisch für Hoyerswerda, der wieder unverwüstlich arbeitet.

Nach dem Torwechsel übernimmt der Sportverein völlig das Kommando. Geschickt versteht es Räschen, durch Ausbälle, weite Schläge und das Zurückgehen einiger Spieler eine Erfolgsmöglichkeit nach der anderen unschädlich zu machen. Kurzawa bekommt ein großes Arbeitspensum zu bewältigenund lässt sich dabei keineswegs aus der Ruhe bringen. Auch Ecken bringen nichts ein.Meistens wälzt sich ein großer Knäuel im Räschener Strafraum umher. Einen Elfmeter schießt Schneider in der Aufregung daneben. Es schwinden die Minuten mit Ausbällen. Ein feiner Kopfball von Joppich verfehlt knapp das Ziel, 4, 5, 6 und mehr Schüsse nacheinander gehen knapp darüber. Von allen Seiten wird Kurzawa befeuert, greift an, wo er kann, obgleich ihm oft die Aussicht versperrt ist. Einen feinen Zieher von Wenk dreht der Wind aus dem leeren Tor am Pfosten ins Aus. Ab und zu kommt Räschen auch noch bis zum Strafraum, ohne aber recht gefährlich zu werden. In der Schlussminute kommt Schneider noch einmal durch, flankt, Joppich läuft auf halblinks und jagt den Ball aus dem Lauf in scharfem Schrägschuss zum Ausgleich ein. Großer Jubel und Schlusspfiff nach einem Einwurf!

Schiedsrichter Krüger war dem Spiel ein gerechter Leiter. Dass Hoyerswerda trotz Feldüberlegenheit nicht siegte, lag am Innensturm. Bei den unzähligen Einwürfen in der zweiten Hälfte waren unzählige Gelegenheiten, die Abseitsregel richtig anzuwenden und die große Chance der Ausnahme der Regel sich zunutze zu machen! Taktik muss mit Technik Hand in Hand gehen. Die Elf von Räschen war sehr eifrig. Jurk zeigte sehr gute technische Einzelleistungen. Kurzawa machte einen besseren Eindruck als Goldmann, trotzdem der Hüter des Sportvereins nicht den vierten Teil der Arbeit seines Gegenübers zu leisten hatte.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze: 

0:1 Strobel, G. (20.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Krüger (Cottbus)

 

FC Alemannia:

Kurzawa -

13. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 09.12.1928

FC Alemannia Großräschen - SVgg 1924 Annahütte 0:3 (0:2)

Annahütte rettet 2 wertvolle Punkte

 

Auf dem Alemannen-Sportplatz in Großräschen trafen sich am Sonntag obige Ligamannschaften zum Rückspiel. Allgemein hatte man Räschen auf eigenem Platze die größeren Siegesaussichten eingeräumt. Aber hier sorgte der Sportverein wieder für eine Überraschung. Großer Kampfeifer und Schnelligkeit gaben den Ausschlag, trotzdem die Gäste mit vier Mann Ersatz antreten mussten. Alemannia war gewiss nicht drei Tore schlechter, aber was nützt die hohe Überlegenheit , wenn der Sturm sichere Sachen verknallt und keine tore erzielt. Dazu hatte Räschen noch eine scheinbare Verstärkung durch Drogla herausgebracht. Man sah aber keine großen Leistungen von ihm. Nach Räschens Platzwahl stößt A. an, der zwar vom Mittelläufer abgefangen wird, aber nicht verhindern kann, dass gleich zu Beginn die Alemannen in ihrer eigenen Spielhälfte festgehalten werden. Schon nach 4 Minuten haben die Gäste durch Pniok von halbrechts, ohne dass die Verteidigung angreift, den Führungstreffer angebracht. Anschließend kann Kurzawa mehrere Male nur mit viel Glück retten. Die 15. Minute bringt beiden Mannschaften die erste Ecke. Annahütte, durch den ersten Erfolg angespornt, spielt immer weiter auf Sieg. Wieder ist es Pniok, dem abermals ein Tor gelingt, somit den Halbzeitstand herstellend. Erst allmählich macht sich Räschen frei. Matschikowsky versteht einige scharfe Bälle von Kschiwan geschickt zu meistern. Schüsse von Strobel und Jurk verfehlen knapp ihr Ziel und Lehmann findet aus 3 Meter Entfernung nicht das Netz. Gegenüber bekommt aber Kurzawa auch wieder Arbeit. Durch rechtzeitiges Verlassen des Tores vermag er einen Erfolg zu verhindern. Ein anderes Mal kann er nur noch zur zweiten Ecke für Annahütte abwehren.

Nach Halbzeit stellt Alemannia um, man sieht Lehmann wieder in der Verteidigung, Drogla im Sturm, und siehe da, es klappt besser. Angriff auf Angriff wird jetzt eingeleitet, die Gäste werden zeitweise in ihrer Spielhälfte festgehalten. "Männe" und Jurk haben wieder mit ihren Schüssen Pech. Sie gehen knapp ins Aus, haarscharf über die Latte, oder werden eine Beute des Torwächters, der einen sehr guten Tag hat. Von den 8 Ecken, die der Platzbesitzer noch nach Halbzeit erzielt, kann nicht eine einzige zum Tor verwandelt werden. Auch vier von Lehmann geschossene Strafstöße aus kurzer Entfernung bringen nichts ein. Bald lässt Räschen sichtlich nach und die Schwächeperiode verstehen die Gäste auszunutzen. Zum dritten Male gelingt es Pniok für seine Farben ein Tor zu buchen. Die restlichen 10 Minuten sieht man Alemannia wieder in der Offensive.

Luschner-Hoyerswerda leitete den zuletzt ziemlich aufgeregten Kampf mit viel Ruhe und Umsicht.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Luschner (Hoyerswerda)

 

FC Alemannia:

Kurzawa -

14. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 06.01.1929

VfB Klettwitz 1913 - FC Alemannia Großräschen 3:0 (2:0)

Trotz Schnee und scharfem Nordostwind wurde am Sonntag in Klettwitz ein schönes und faires Spiel geliefert. Jede Mannschaft setzte alles daran, um die Punkte für sich buchen zu können. Als der Unparteiische Roediger-Cottbus um 1.30 Uhr zum Spiel aufruft, stellen sich beide Mannschaften in voller Stärke, Räschen jedoch mit drei Mann Ersatz. Jurk, Kretschmar und Kurzawa fehlen. Im Tor ist Matschke. Räschen hat Anstoß und wählt den Wind zum Bundesgenossen. Sofort setzt ein flottes Tempo ein; Bald auf, bald ab wogt der Kampf. Hamann meistert trotz der Glätte verschiedene Momente. Als Makowiak II einmal blitzschnell durchgeht und ihn die gegnerische Verteidigung bedrängt, gibt er nach linksaußen. Kurz darauf kann Stegemann nach guter Vorlage von links in der 16. Minute zum ersten Male unhaltbar einsenden. Die Gäste versuchen nun auszugleichen, aber die Klettwitzer Verteidigung stoppt sicher ab. Dann wiederholt sich dasselbe noch einmal, aber diesmal ist es Makowiak II, der den Ball in der 31. Minute zum zweiten Male ins gegnerische Netz befördert. Mit 2:0 geht es in die Pause.

Nach Wiederanpfiff spielt Kl. sichtbar überlegen. Abgesehen von einigen kleinen Vorstößen spielt sich alles nunmehr in der Räschener Spielhälfte ab. Zu wiederholten Malen hört man beim Publikum, natürlich verfrüht, das übliche Tor!!! rufen, aber immer ist der Ball knapp am Pfosten vorbei ausgegangen. So gehen infolge der unsicheren Schüsse weitere Torerfolge für den VfB. verloren. In der 65. Minute erhöht sodann Makowiak IV aus einem Gedränge vor dem R. Tor die Torzahl auf 3. Ein weiterer Erfolg bleibt bis zum Schlusspfiff beiden Mannschaften versagt. Räschen gelingt es auch nicht, trotz unermüdlicher Anstrengung das Ehrentor zu erzielen, obwohl Gorski vom VfB., der allzuviel mit den Händen arbeitet, einige Strafstöße verwirkt.

Schiedsrichter Roediger war gut, hatte aber durch die winterliche Beschaffenheit des Platzes keine leichte Arbeit. Eckenverhältnis 8:1 für Klettwitz.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Roediger (Cottbus)

 

FC Alemannia:

Matschke -

Nachholespiel vom 9. Spieltag der Gauliga Senftenberg am 13.01.1929

FC Alemannia Großräschen - SC Hertha 1915 Hörlitz 0:2

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 28.04.1929

FC Alemannia Großräschen - FC 1926 Dobristroh 5:2

Torschützen: 

 

Zuschauer:


Schiedsrichter:

 

FC Alemannia:

 

Testspiel am 20.05.1929

FC Alemannia Großräschen - Cottbuser SC 1:1

Der Fußballverein Alemannia hatte für den 2. Feiertag den CSC. zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Aber durch die Ausflüge und Reisen, die gerade Pfingsten unternommen werden, mussten beide Mannschaften stark mit Ersatz antreten. Trotzdem bekam man einen von schönstem Frühlingswetter begünstigten spannenden Kampf zu sehen, der mehrere hundert Zuschauer angelockt hatte. Der Schiedsrichter Ballus, Klettwitz, konnte gefallen, er brauchte nicht oft einzugreifen. Die zweiundzwanzig Spieler stellten sich wie folgt:

Alemannia: Schimansky, Kretschmar, Hildebrand, Drogla, Homann, Neumann, Strobel, Kuharsky, Hertrich, Lehmann, Noack.

CSC.: Bruns, Schubert, Stock I, Buder, Grabecke, Schumpich, Diethelm, Krüger, Stock II, Kluge, Schulze.

 

Der Spielverlauf

 

Die Gäste spielten zuerst mit der Sonne im Rücken gegen den Wind. Räschen findet sich überraschenderweise sofort gut zusammen und zwei gut eingeleitete Angriffe bringen das Cottbuser Tor in schwere Bedrängnis. Bruns (CSC.) musste wiederholt eingreifen. Die erste Ecke für Räschen ist fällig. Auf der anderen Seite zieht Cottbus aufs Räschener Tor los, und hier kann der Torhüter einen scharfen Schuss nur zur ersten Ecke für die Gäste ablenken. Anschließend ihre zweite Ecke. Sofort merkt man, dass zwei gleichwertige Mannschaften zusammengetroffen und das Resultat knapp werden wird. Lehmann stößt mit einem feindlichen Verteidiger kurz vor dem Tore zusammen, und verscherzt sich dadurch eine sichere Sache. CSC. kommt zur dritten Ecke, Räschen zur zweiten. In der 25. Minute nützen die Gäste die beste Gelegenheit nicht aus. Keiner der fünf Stürmer wagt es, überhaupt einmal aufs Tor zu schießen. Beim nächsten Vorstoß der CSC.er meistert der junge Räschener Tormann einen scharfen Schuss auf der Torlinie. Lehmann erzwingt die dritte Ecke, denn Bruns kann den Ball nur über die Latte abwehren. Räschen rückt immer weiter, die Gäste werden zweitweise in ihrer Hälfte festgehalten. Bis zur Halbzeit reicht es auf beiden Seiten aber nur noch zur einen Ecke.

Nach einer Pause von fünf Minuten werden die Seiten gewechselt und sofort liegt Räschen wieder im Angriff. Der Cottbuser Tormann hat sich zu weit aus seinem Heiligtum herausgewagt, und Räschens Mittelstürmer, Hertrich, kann zum ersten und letzten Male für seine Farben einsenden. Während Räschen in der 1. Halbzeit bedeutend mehr vom Spiel hatte, ist es jetzt umgekehrt. Infolge des Windes befinden sich die Gäste vorwiegend im Angriff. Aber die gute Verteidigung der Einheimischen verhindert jeden Erfolg. In der 80. Minute gelingt den CSC.ern dann doch der Ausgleich. Der Torschütze war der Halbrechte Kluge. Allgemein wurde dieses Tor angezweifelt. Verschiedene Gelegenheiten werden dann noch auf beiden Seiten verpasst. Es ist keiner Mannschaft möglich, den Siegestreffer anzubringen.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschütze: 

1:0 Hertrich

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Ballus (Klettwitz)

 

FC Alemannia:

Schimansky - Kretschmar, Hildebrand, Drogla, Homann, Neumann, G. Strobel, Kuharsky, Hertrich, Lehmann, K. Noack

Turnier des FC 1926 Dobristroh - Halbfinale am 26.05.1929

FC Alemannia Großräschen - SpVgg Calau 3:2

Beim zweiten Spiel trafen Räschen Liga und Calau I zusammen. Die Räschener, die in der ersten Halbzeit überhaupt mehr vom Spiel hatten, fangen den Calauer Anstoß sofort ab und schon nach drei Minuten Spieldauer kann Jurk zum ersten Male einsenden. Bei etwas mehr Aufmerksamkeit des Calauer Torwächters hätte er dieses Tor vehindern müssen. In der 13. Minute erhöht Räschen auf 2:0. Lehmann verwandelt einen Handelfer unhaltbar. Auch Calau wäre bald bei einem Gedränge zum Tor gekommen, aber Kurzawa rettet im letzten Augenblick. Halbzeit 2:0. Nach Wiederanstoß ist es Kuharsky, der ein weiteres Tor für Räschen verpasst. Nach 10 Minuten kann Jurk auf eine Vorlage von Hertrich den dritten Treffer anbringen. Jetzt war es aber mit der Räschener Kunst zu Ende. Kritische Momente entstehen vor ihrem Tor, und Lehmann ist wiederholt der Retter in der größten Not. Bis drei Minuten vor Schluss kann Calau noch auf 3:2 aufholen, und Alemannia kann froh sein, beim Endspiel dabei zu sein. Als glücklicher Sieger verlassen sie den Platz. Schiedsrichter war Nakoinz, Senftenberg.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

1:0 Jurk, R. (03.min.)

2:0 Lehmann (13.min.) (Handelfmeter)

3:0 Jurk, R. (55.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Nakoinz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Kurzawa - 

Turnier des FC 1926 Dobristroh - Finale am 26.05.1929

FC Alemannia Großräschen - FC 1926 Dobristroh 2:0

Zum letzten Male kreuzen Räschen Liga und Dobristroh I die Klingen. Gleich nach Anstoß kann Hertrich, Räschen, durch kräftigen Schrägschuss seinem Verein die Führung geben. Anschließend bietet sich Dobristroh das Ausgleichstor in Form eines Elfmeters. Lehmann verschuldet, Kurzawa hält den nicht allzu stark geschossenen Ball. Bis zur Halbzeit ist Alemannia tonangebend, doch es reicht nur zu zwei Ecken. Nach Halbzeit wird das Spiel mehr verteilter, so dass der Dobristroher Sturm vor dem Räschener Tor sehr gefährlich wird. Aber Lehmann und Drogla leisten große Zerstörungsarbeit. Sechs Minuten vor Schluss schießt Hertrich noch das zweite Tor und die Gäste verlassen als Pokalsieger den Platz. Leiter dieses Kampfes war Nakoinz, Senftenberg.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: 

1:0 Hertrich

2:0 Hertrich (84.min.)

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Nakoinz (Senftenberg)

 

FC Alemannia:

Kurzawa - 

Turnier des FC Alemannia Großräschen - Halbfinale am 09.06.1929

FC Alemannia Großräschen - VfB Senftenberg 1910 0:4

Die Gäste wählen den Wind zum Bundesgenossen. Räschens Anstoß wird von Gallinath sicher abgewehrt, dann geht Senftenberg zum Angriff über und längere Zeit kommt Alemannia aus seiner Hälfte nicht heraus; trotzdem reicht es aber nur zu 3 Ecken. In der 23. Minute wird der Räschener Widerstand gebrochen. Dutschmann kann zum ersten Male einsenden, denn Kurzawa hatte sich zu weit aus seinem Heiligtum gewagt. Fünf Minuten später kann Kühne schon durch einen kräftigen Flankenschuss erhöhen. Kurzawa hält den Ball allerdings, lässt ihn aber unter sich weg ins Netz rollen. Nach der vierten Ecke für die Gäste ist Halbzeit. Die Spieldauer für sämtliche Spiele betrug eine Stunde. Nach dem Wechsel hat Räschen durch den Rückenwind mehr vom Spiel, und vor dem Senftenberger Tor entstehen wiederholt brenzliche Situationen. Auch Popp (Torwächter) muss in das Spiel eingreifen. Einmal kann er einen scharfen Schuss von Lehmann nur zur Ecke abwehren. Jurk leitet zwei gefährliche Angriffe ein. Beim ersten fällt er kurz vor dem Senftenberger Tor, das zweite Mal fährt Gallinath im letzten Moment rettend dazwischen. In der 20. Minute steht das Spiel durch Kassubek 3:0 und 4 Minuten vor Schluss kann Derling noch den vierten Treffer anbringen. Der Tormann hält den Ball und lässt ihn wieder ins Netz springen. Das zweite und vierte Tor hätte er wohl doch verhindern können. Räschen hatte sich überhaupt nicht richtig zusammen gefunden. Es wäre wohl richtiger gewesen, wenn Lehmann in der Verteidigung anstatt im Sturm gespielt hätte. Schiedsrichter Peikert-Petershain.

 

Quelle: Senftenberger Anzeiger

 

Torschützen: /

 

Zuschauer:


Schiedsrichter: Peikert (Neupetershain)

 

FC Alemannia:

Kurzawa - 

Schiedsrichter gesucht!

Besucher seit 03/2012

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© SV Großräschen e. V. - Abteilung Fußball - 2012