Saison 1924/25

 

FC Alemannia Großräschen

Liga: Gauliga Senftenberg

 

Mit dem Aufstieg zur Gauliga Senftenberg war der FC Alemannia Großräschen in der Beletage des regionalen Fußballs angekommen. Gemeinsam mit den Vereinen VfB Senftenberg 1910, SC Hertha 1915 Hörlitz, SC Corona 1910 Neupetershain, VfB Klettwitz 1913, SV Hoyerswerda 1919, SC Viktoria 1911 Costebrau und der SpVgg Eintracht Welzow kämpfte man nun um Punkte. Aber auch diese Saison brachte wieder einige notwendige organisatorische Umstrukturierungen, vor allem im Unterbau. Den Rückzug der Mannschaften SC Preußen Meuro, MTV Wittichenau und des SC Germania 1910 Ruhland kompensierten der VfR Senftenberg, der wieder in den Spielbetrieb zurückkehrte, sowie die beiden neugegründeten Vereine SV Marga und der BV Zschipkau. Da zudem zusätzlich die etablierten Klubs SC Corona 1910 Neupetershain, SV Hoyerswerda 1919 (2), SC Hertha 1915 Hörlitz, VfB Klettwitz 1913, BV Zschipkau und auch der FC Alemannia Großräschen neue Reservemannschaften ins Rennen schickten, sah sich der Gauausschuss genötigt, wieder eine 1. und 2. Gauklasse einzuführen.

In der 1. Klasse spielten demnach: SC Wacker Drebkau, VfB Senftenberg 1910 I, SV Marga, BV Zschipkau, SC Corona 1910 Neupetershain I, VfR Senftenberg, SV Hoyerswerda 1919 I und VfR Bernsdorf.

Die 2. Klasse setzte sich zusammen aus: SC Hertha 1915 Hörlitz I, FC Alemannia Großräschen I, SV Hoyerswerda 1919 II, VfB Klettwitz 1913 I, VfR Lautawerk und BV Zschipkau I

Alemannia bekam in der neuen Liga gleich einmal die Stärke eines etablierten Gegners aufgezeigt und verlor zu Hause gegen Hertha Hörlitz glatt mit 0:3. Eine Woche später gelang jedoch beim Mitaufsteiger Eintracht Welzow ein hoher 5:0-Auswärtserfolg, und als man am nächsten Spieltag den SV Hoyerswerda zu Hause mit 3:1 schlagen konnte, war die Mannschaft endgültig in der neuen Spielklasse angekommen. Es kam aber noch viel besser, denn die Elf spielte sich in einen wahren Rausch und blieb bis zum 12. Spieltag ohne weitere Niederlage (wobei hier auch einige erfolgreiche Proteste ihren Teil dazu beigetragen haben). Dies hatte zur Folge, dass es am 30.11.1924 zum absoluten Spitzenspiel in Hörlitz kam. Die Gastgeber hatten am Vorsonntag beim wiedererstarkten VfB Senftenberg trotzdem überraschend hoch mit 1:6 verloren und standen somit urplötzlich punkt-gleich mit Alemannia (beide 16:4 Punkte) an der Tabellenspitze. Bereits nach fünf Minuten musste ein Großräschener Verteidiger mit einer Verletzung vom Platz. Dies bedeutete zur damaligen Zeit, dass die betroffene Mannschaft in Unterzahl weiterspielen musste, denn so etwas wie Ein- bzw. Auswechslungen kannte man damals noch nicht. Am Ende verlor der FC Alemannia Großräschen das Spitzentreffen mit 0:2, was für die verbleibenden Meisterschaftspartien fatale Auswirkungen hatte. Man verlor anschließend jedes Spiel und rutschte dadurch in der Endplatzierung noch auf den 4. Platz ab. Als Aufsteiger sollte dies eigentlich ein zufriedenstellendes Ergebnis darstellen, wenn man aber die sportpolitischen Entwicklungen in den Folgemonaten (Schaffung einer überregionalen Bezirksliga) in Betracht zieht, musste man durchaus von einer vertanen Chance reden. Dies konnte zum Abschluss der Saison aber natürlich noch Niemand vorausahnen. Die Gaumeisterschaft gewann zum ersten Mal der SC Hertha 1915 Hörlitz vor dem SC Corona 1910 Neupetershain und dem Altmeister VfB Senftenberg 1910. In den anschließenden Entscheidungsspielen um die Bezirksmeisterschaft blieb dann aber wie in den Vorjahren auch diesmal der Senftenberger Vertreter chancenlos. Im „Heimspiel“ in Senftenberg kassierte Hertha Hörlitz eine hohe 0:9-Niederlage gegen den FV Brandenburg 1899 Cottbus, obwohl es zur Halbzeit noch 0:0 stand! Eine Woche später bekam man beim FC Viktoria 1901 Forst mit 2:6 ebenfalls eine deutliche Abfuhr. Den Bezirksmeistertitel sicherte sich dann am 15.02.1925 zum fünften Mal der FC Viktoria 1901 Forst, der Brandenburg Cottbus in Cottbus auf dem 98'er Sportplatz mit 2:0 besiegte. Bei der folgenden Südostdeutschen Verbandsmeisterschaft stand Viktoria Forst am Ende mit dem Breslauer SC 08 punktgleich an der Tabellenspitze. Das damit erforderlich gewordene Entscheidungsspiel gewann Forst am 19.04.1925 vor 7000 Zuschauern in Cottbus knapp mit 1:0 und durfte somit zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte als Südostdeutscher Verbandsmeister an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Hier folgte aber bereits in der ersten Runde am 03.05.1925 zu Hause gegen Schwarz-Weiß Essen mit einem 1:2 das Aus. Aber auch mit dieser Niederlage blieb der FC Viktoria 1901 Forst das Aushängeschild der Niederlausitz zu jener Zeit.

Im Unterbau des Gaues Senftenberg dominierte in der 1. Klasse vom ersten Spieltag an der neugegründete BV Zschipkau, wurde unangefochtener Erster und qualifizierte sich somit für die Liga-Befähigungsspiele gegen den Letzten der Gauliga, den SV Hoyerswerda 1919. Diesen Klub hätte im Vorfeld niemand an dieser Position vermutet. Jedoch sorgten interne Querelen dafür, dass man am 02.11.1924 (in Costebrau) und am 16.11.1924 (zu Hause gegen den VfB Klettwitz) nicht zu den Punktspielen antrat und gemäß den Statuten der damaligen Zeit vom Spielbetrieb disqualifiziert wurde. Somit durfte Hoyerswerda zu seinen letzten drei Meisterschaftspartien (VfB Senftenberg, Eintracht Welzow, Hertha Hörlitz) nicht mehr antreten und diese Gegner bekamen die Punkte quasi geschenkt. Vor allem der kampflose Punktverlust gegen die SpVgg Eintracht Welzow war bitter, da man dadurch vom Gegner noch in der Tabelle überflügelt wurde und endgültig ans Tabellenende rutschte. In den Liga-Befähigungsspielen setzte sich dann der Gauklassen-Vertreter gegen den Gauligisten sicher durch. Am 22.03.1925 gab es in Hoyerswerda einen 3:1-Sieg für Zschipkau und auch im Rückspiel eine Woche später blieb Zschipkau erfolgreich (Ergebnis leider noch unbekannt) und schaffte somit den Sprung in die Gauliga, die der SV Hoyerswerda 1919 nun in der Gegenrichtung verlassen musste.

Ende September 1924 (das genaue Datum ist leider noch unbekannt) kam es in Annahütte zur Neugründung des bürgerlichen Vereins SVgg 1924 Annahütte, der, ähnlich wie der BV Zschipkau, in den Folgejahren eine rasante Aufwärtsentwicklung nehmen sollte.

Am 9./10.05.1925 tagten die Vertreter der Niederlausitzer Vereine beim Bezirkstag in Cottbus. In hochemotionalen Diskussionen ging es um die Wiedereinführung einer überregionalen Bezirksliga. Nach vielen Anträgen und Ablehnungen setzte sich der Vorschlag mit 10 Vereinen, jeweils 4 Vereine aus den Gauen Forst und Cottbus sowie zwei Vereine aus dem Gau Senftenberg, durch. Somit spielten der SC Hertha 1915 Hörlitz als Gaumeister und der SC Corona 1910 Neupetershain als Vize in der nächsten Saison in der wieder eingeführten Bezirksliga Niederlausitz.

Trainer: /

 

Spiele:

03.08.24 TS

SV Grube Marga - Alemannia

(Sportfest in Marga)

3:0
10.08.24 TS Alemannia - SC Union 1905 Cottbus I  
17.08.24 TS

SC Hertha 1915 Hörlitz - Alemannia

(Sportfest in Zschipkau)

1:2
24.08.24 TS Alemannia - SC Wacker 09 Ströbitz  
31.08.24 TS Alemannia - VfB Kamenz  
07.09.24 MS Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz 0:3
14.09.24 MS SpVgg Eintracht Welzow - Alemannia 0:5
21.09.24 MS Alemannia - SV Hoyerswerda 1919 3:1
28.09.24 MS SC Corona 1910 Neupetershain - Alemannia 4:4
05.10.24 TS VfB Kamenz - Alemannia 1:1
12.10.24 MS Alemannia - VfB Senftenberg 1910  
19.10.24 MS VfB Klettwitz 1913 - Alemannia 1:2
26.10.24 MS Alemannia - SC Viktoria 1911 Costebrau 4:1
09.11.24 MS SV Hoyerswerda 1919 - Alemannia 2:21
16.11.24 MS SC Viktoria 1911 Costebrau - Alemannia 2:2
23.11.24 MS Alemannia - SpVgg Eintracht Welzow W. n.a.2
30.11.24 MS SC Hertha 1915 Hörlitz - Alemannia 2:0
07.12.24 MS VfB Senftenberg 1910 - Alemannia 1:03
14.12.24 MS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 1:5
18.01.25 MS Alemannia - VfB Klettwitz 1913 1:2
??.??.25 TS Großenhainer SC 1897 I - Alemannia 3:1
05.04.25 TS Alemannia - SpVgg Eintracht Welzow  
??.04.25 TS SV Hoyerswerda 1919 - Alemannia 2:2
26.04.25 TS Alemannia - SC 1911 Großröhrsdorf  
03.05.25 TS Alemannia - Großenhainer SC 1897 I 3:2
10.05.25 TS Alemannia - SC Corona 1910 Neupetershain 4:3
17.05.25 TS Alemannia - BV Zschipkau 4:3
01.06.25 TS Alemannia - SV Hoyerswerda 1919  
07.06.25 TS

Alemannia - SC Hertha 1915 Hörlitz

(Sportfest Alemannia, Halbfinale)

1:2
21.06.25 TS BV Zschipkau - Alemannia 3:0

1

 

Der FC Alemannia Großräschen legte Protest gegen die Spiel-wertung ein und gewann die zwei Punkte am "grünen Tisch".

2

 

 

Die SpVgg Eintracht Welzow trat zu diesem Punktspiel nicht an, so dass der FC Alemannia Großräschen die zwei Punkte am "grünen Tisch" gewann.

3

 

 

Die Partie wurde beim Stand von 1:0 für den VfB Senftenberg 1910 durch den FC Alemannia Großräschen abgebrochen. Das Spiel ging mit diesem Ergebnis in die Wertung ein.

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SC Vorwärts Großräschen

Liga: 16. Kreis, 3. Bezirk, 2. Klasse

 

Leider blieb die Berichtererstattung des „Senftenberger Anzeigers“ über den Arbeitersport auch in dieser Saison nur sehr bruchstückhaft. In einem Artikel vom 14.09.1924 sind die Teilnehmer der 1. Klasse des Bezirkes 3, Senftenberg-Finsterwalde, benannt. Diese lauteten: Nordiska Senftenberg, Costebrau, Zschornegosda (heute Schwarzheide), TV Jahn Calau, SC Neu-Hellas Finsterwalde, TuS Sturm Annahütte, SC Hertha Finsterwalde und die FTuSVgg Senftenberg. Wie man sieht, war der SC Vorwärts Großräschen in dieser höchsten regionalen Spielklasse nicht mehr vertreten. Ob dies nun sportliche Gründe (Abstieg) oder wirtschaftliche Ursachen (Rückzug vom Spielbetrieb) aus der Vorsaison waren, konnte bis jetzt noch nicht eruiert werden. Auf jeden Fall blieb die Zeit auch in den Jahren 1924 und 1925 alles andere als leicht. Im Herbst 1924 wurde im Senftenberger Braunkohlerevier die Sonntagsarbeit eingeführt, was zu massivem Widerstand (Streiks) in der Arbeiterschaft führte. Erst zum Jahresende wurde diese unsägliche Idee wieder abgeschafft. Das ganze Prozedere hatte allerdings zur Folge, dass eben wegen dieser Sonntagsarbeit der Sportbetrieb in allen Bereichen so gut wie zum Stillstand kam. Trotz dieser Beschwerlichkeiten konnte im Bezirk 3 mit dem SC Hertha Finsterwalde ein Meister ermittelt werden, der bei der anschließenden Kreismeisterschaft mit den anderen Bezirks-Ersten, TV Eichenkranz 1893 Eulo (2. Bezirk), SC Eintracht Landsberg (4. Bezirk) und dem TV Eiche Branitz (1. Bezirk), die Klingen kreuzte. Hier setzte sich am Ende der Forster Vertreter TV Eichenkranz 1893 Eulo durch, scheiterte dann aber am 26.04.1925 im Halbfinale der Ostdeutschen Verbandsmeisterschaft beim Berliner Kreismeister SV Stralau 1910 mit 2:6.

Über die Meisterschaften der tieferen Klassen im Arbeitersport ist bis jetzt noch nichts bekannt. Da der SC Vorwärts Großräschen in der folgenden Saison 1925/26 aber wieder in der 1. Klasse auftauchte, muss in dieser Serie der Aufstieg bzw. die Qualifikation für die höhere Liga gemeistert worden sein.

Trainer: /

 

Spiele:

17.05.25 TS

Vorwärts - FTuSpVgg Pirna

(Sportfest SC Vorwärts Großräschen)

 

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